Blind Guardian Testbericht

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Erfahrungsbericht von Emm-Jay

Die lange Pause war lang, aber jetzt bin ich wieder versöhnt...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die hier niedergeschriebene Meinung bezieht sich auf das neueste Werk von Blind Guardian. Die Band selbst ist wohl sogar über die Grenzen der Metal-Szene hinaus bekannt und angesehen. Nun bleibt zu prüfen, ob das neue Album namens "A Night At The Opera" (2002) den hohen Erwartungen der Fangemeinde gerecht werden kann und inwiefern sich Blind Guardian weiterentwickelt haben oder ihrem Stil treu geblieben sind. Dieser Stil ist eigentlich auch nicht ganz so einfach zu beschreiben. An und für sich ist es schlichter Powermetal. Aber Blind Guardian haben ihrer Musik eine persönliche Note gegeben, so dass ich nur unter schlechtem Gewissen von Powermetal sprechen möchte... Es ist halt Blind Guardian.
Ich vermute mal, allein die Tatsache, dass ihr gerade diese Rezension lest, beweist eure Kenntnis der Band und vielleicht sogar ein wenig von ihrer Geschichte. Ich werde trotzdem im Folgenden zunächst kurz die Band vorstellen, bevor ich auf die neue Scheibe eingehe.


+++ DIE BAND NAMENS BLIND GUARDIAN +++

Angefangen hat alles mit einer Idee von Hansi Kürsch, der 1985 in Krefeld eine kleine Band unter dem Namen "Lucifer's Heritage" gründete. Diese Band produzierte einige Demos und wurde schließlich 1988 von No Remorse Records unter Vertrag genommen. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch der Name "Blind Guardian" (Blinder Wächter) - in Anlehnung an Steven Kings "Es" -, unter dem Hansi und Co 1989 das erste Album namens "Battalions Of Fear" veröffentlichten. An der damaligen Zusammensetzung hat sich eigentlich auch nichts geändert, noch immer singt Hansi (zumindest hat er seit der Nightfall-Tour den Bass abgegeben an Oliver Holzwarth), noch immer spielen André Olbricht und Marcus Siepen die Gitarren und noch immer bearbeitet Thomen ("the Omen") Stauch das Drumkit.
Schon damals waren die Kritiker positiv überrascht von den jungen Musikern und zogen zum Vergleich Bands wie Helloween heran. Beim nächsten Album "Follow The Blind" (1990) war auch Kai Hansen (Helloween, Gamma Ray, Iron Saivor) mitbeteiligt, was den zuvor angestellten Vergleich durchaus rechtfertigte. Sowohl diese, als auch die nächste Scheibe "Tales From The Twilight World" (ebenfalls 1990) trugen konsequent zum Erfolg und zum Bekanntheitsgrad der selbsternannten Barden bei, ebenso wie sich ihr eigener Musikstil immer mehr verfeinerte. Vom anfänglichen Speedmetal wurden sie immer melodiöser und einige Kritiker betitelten ihren Stil schon auf Grund ihrer Texte mit Fantasymetal. Dabei bedienen sie sich immer wieder Fantasythemen, wie beispielsweise dem Herrn der Ringe (bzw. dem Silmarillion) von J.R.R. Tolkien oder der Artussage und arbeiteten noch weiter an ihrem Stil, der viel öfter auch orchestrale Elemente aufweisen konnte. Mittlerweile hatten sie auch einen Vertrag über mehrere CDs bei Virgin und - wie es so schön heisst - ihr Erfolg war nicht mehr aufzuhalten.
Bis zum heutigen Tag haben es die vier Musiker auf acht Studioalben und eine Live-Aufname gebracht, mal ganz abgesehen von dem "Demons & Wizards"-Projekt, das Hansi Kürsch alleine mit Jon Schaffer (Iced Earth) im Jahre 2000 in Angriff nahm. Sie haben für für sich selbst eine Stilrichtung entwickelt und eine treue Fangemeinde weltweit aufgebaut. Einen festen Platz im Metalbereich haben sich die Barden also mit gutem Recht verdient.
Das vorliegende Album selbst wurde zwischen Oktober 2000 und Dezember 2001 in den Twilight Hall Studios (also dem Blind Guardian-Hoheitsgebiet) aufgenommen. Die vergleichsweise lange Zeit lässt schon auf die Qualität schließen, die das Werk dann letztlich auch bekommen hat.


+++ DIE MUSIK VON BLIND GUARDIAN +++

Zur Musik dieser Ausnahmeband lässt sich einiges sagen. Da vieles schon in der Bandgeschichte anklang, werde ich mich kurz fassen :)
Blind Guardian sind mittlerweile sehr vielseitig geworden, was ihre Musik angeht. Während die ersten Alben noch sehr geschwindigkeitsorientiert und "raw" waren, kamen nach und nach mehrere Einflüsse hinzu. Zum einen hat sicherlich der Einfluß von Kai Hansen einen gewissen Powermetal-Aspekt gebracht, zum anderen hat die Beschäftigung mit Fantasythemen die orchestralen und balladenhaften Parts bedingt (nicht zu vergessen die sich stetig verbessernde Melodieführung). Es gibt Lieder, die bestechen einfach durch eine große Schnelligkeit von Drums und Gitarren, dann gibt es wieder einige, die beeindrucken durch gefühlvollen Einsatz der Gitarren und des Gesangs und wieder andere eignen sich einfach perfekt zum Mitsingen auf Grund ihrer Eingängigkeit. Aber gleichzeitig, während sie diese Vielseitigkeit bieten können, hat alles, was sie machen, einen persönlichen Touch. Das könnte zum einen an der markanten Stimme des Herren Kürsch liegen, zum anderen an einer oft wiedererkennbaren Grundstimmung in der Musik. Der Trick an der Sache ist, dass Blind Guardian wie eine Einstiegsdroge funktioniert. Fast jeder findet das eine oder andere Lied der Krefelder gut, was ihn dazu verleitet, mehr zu hören, und ehe man's sich versieht will man *meeeehr* :)
Vergleichbare Bands gibt es im Hinblick auf die Musikrichtung einige, jedoch alle mit leichten Abweichungen. Von der Musik an sich könnte man Gamma Ray, Helloween oder Avantasia heranziehen, wobei letztere auch inhaltlich auf ähnlicher Ebene liegen, genauso wie Rhapsody beispielsweise... Erwähnt werden muss auch noch Demons & Wizards, wobei dieser Vergleich natürlich trivial ist.


+++ DIE TEXTE BEI BLIND GUARDIAN +++

Der Fantasygehalt der Texte wurde weiter oben ebenfalls kurz erwähnt. Allgemein gibt es nicht viele Texte, die sich nicht um irgendeine Saga oder einen Mythos oder etwas ähnlich phantastisches ranken. Schon auf dem ersten Werk finden sich Anlehnungen an Steven King, J.R.R. Tolkien und Antonin Dvorak. Dieses Muster zieht sich durch alle Veröffentlichungen der "Blinden Gardinen" (wie sie liebevoll in einem führenden Metalmagazin mal genannt wurden), allerdings wird es trotzdem nicht langweilig, ständig nur über Zwerge und Elfen zu hören, denn aus einer Vorlage wie dem Herrn der Ringe können fröhliche Themen genauso gut gemacht werden wie kämpferisch oder balladenhaft aufgemachte Inhalte.
Vorgetragen werden die Texte in den meisten Fällen von Hansi selbst, eventuell von einem Hintergrundchor der ganzen Band begleitet. Vor allem uns Deutschen fällt es schwer, überhaupt einen Akzent an der englischen Sprache zu finden, wenn der Sänger ein Landsmann ist, aber dennoch würde ich die Artikulation als sehr gut beschreiben. Man kann den größten Teil der Texte auch ohne Booklet heraushören, meist aber nicht beim ersten Durchgang, da man unter Umständen mit zu vielen Eindrücken zu kämpfen hat. Die eingängigen Refrains sind dafür umso leichter zu verstehen und mitzusingen. Alles in allem würde ich diesen Punkt (also die Texte allgemein) als einen der besten Aspekte bei Blind Guardian charakterisieren.


+++ DIE "A NIGHT AT THE OPERA" +++

Kommen wir nun nach diesen recht allgemeinen Informationen über die Band zu den konkreten Informationen über die vorliegende CD. Dabei werde ich kurz die einzelnen Tracks beschreiben und bewerten, sowie ein Auge werfen auf den jeweiligen Gesamteindruck.

1. PRECIOUS JERUSALEM - 6:21
Beim ersten Blick auf das Backcover der CD fällt die ungewöhnliche Durchschnittslänge der einzelnen Tracks auf (kein Stück unter fünf Minuten und das längste gar über vierzehn!). Ob das nun eine Gegenbewegung zur Nightfall In Middle-Earth ist, lässt sich vermuten, aber in jedem Fall erst einmal überraschend.
Der allererste Höreindruck ist nicht minder überraschend. Statt einem Intro, oder wenigstens einem sanften Fade-In schlägt dem geneigten Hörer ein interessantes "zweistimmiges" Drumpattern entgegen, das schon kurze Zeit nach dem Start durch Hansis Stimme ergänzt wird. An dieser hat sich überhaupt nichts geändert. Noch immer singt er kraftvoll und findet eine gute Mitte in der Tonhöhe. Dem Schlagzeugrhythmus folgend ist dieses Lied ziemlich schnell, die Gitarren greifen mit ein und ehe man's sich versieht, ist man schon mitten in einer extrem eingängigen Brücke, die schon nach dem ersten Durchgang für Ohrwürmer sorgt. Begleitet wird diese durch blitzschnelle Doublebass-Passagen. Nicht minder eingängig ist der Refrain, in dem alle Stimmen der Barden gleichzeitig ihr Bestes geben. Und auch das eine oder andere Gutarrensolo kommt nicht zu kurz. Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es um Jerusalem, genauer könnte man vermuten, es handle sich um einen Text aus der Sicht von Jesus selbst, der seine wahre Aufgabe erkannt hat. Allgemein also ein ziemlich beeindruckendes Stück als Opener der CD, das die positiven Aspekte der Krefelder stark betont und die eventuell im Laufe der letzten Veröffentlichungen entstandenen negativen Eindrücke schnell vergessen lässt. Anspieltipp!

2. BATTLEFIELD - 5:37
Als nicht weniger schnell als der Opener entpuppt sich der zweite Track. Dem Namen und dem Text nach ist dies offensichtlich eine Battlehymn ("Kampfeshymne", Anlehnung an Manowar), in der Tat geht es um einen mutigen aber ungenannten Krieger, der auf dem Battlefield (Kampfesfeld) seinen Untergang findet. Dennoch ist dieses Stück unglaublich kraftvoll, sowohl von der Instrumentierung als auch von den Stimmen. Hier ist es nämlich so, dass es viele abwechselnde Passagen gibt, in denen Hansi alleine, Hansi mit den anderen und die anderen alleine den Gesang geben und sich daher auch schöne kanonartige Teile ergeben. Die musikalische Untermalung zu diesem Thema ist entsprechend umgesetzt. So lassen "reitende" Gitarrenriffs und Bongos den Eindruck von Pferden aufkommen, Bass und Schlagzeug spielen schnell aber nicht hektisch, so dass man an Kampfesgetümmel denken könnte (Ziemlich viele "Kampfesirgendwas" in diesem Titel, ihr merkts sicher schon, gell?). Auch dieser Titel besticht durch eine hohe Geschwindigkeit, diesmal aber mit mehr "Power" ausstaffiert als der erste, und eine schöne Zusammenstellung der einzelnen Parts. Nie kommt der Gedanke auf, einzelne Teile seien einfallslos hintereinandergelegt worden.

3. UNDER THE ICE - 5:44
Sehr hohe Gitarren bilden den Einstieg in dieses Lied. Aber das hält nicht lange an, denn die Drums steigen kurze Zeit später mit ein. Verglichen mit den ersten beiden Stücken ist dieses ein Stück langsamer, was nicht heissen soll, dass es an und für sich wirklich langsam ist. Es ist halt eine Spur melancholischer, was auch mit der Thematik zu tun hat. Es geht um den Kassandra-Mythos im antiken Troia, in dem Menschen im ewigen Kampf mit sich selbst (Troianer gegen Griechen) und mit den Göttern sind. Obwohl der Gesang und die Gitarren diese Grundstimmung übertragen, hält das Schlagzeug einen fast durchgängigen Doublebass-Rhythmus. Etwas weniger auffällig als die beiden vorangegangenen Stücke, ist es dennoch sehr schön durchdacht (das merkt man an allen Werken dieser CD, schließlich kann man das ja nach drei Jahren Pause auch erwarten) und hinterlässt einen bis hierher sehr stringenten Gesamteindruck.

4. SADLY SINGS DESTINY - 6:03
Der einführende Gitarrenpart bei diesem Track klingt fast schon experimentativ à la Dream Theater, recht bald (nämlich mit dem kaskadischen Einsetzen der anderen Instrumente) kehren wir aber zum Normalzustand zurück. Wiederum ein kleines bisschen langsamer als das vorangegangene Stück kommt dieses daher, auf dem Gesang liegt offensichtlich eine höhrere Betonung als zuvor. Das hängt zum einen mit dem Thema des Schicksals und dessen teilweise schicksalhaften Entscheidungen ( ;) ) zusammen, zum anderen liegt es einfach daran, dass der Gesang hier sehr gut ausgearbeitet wurde. Wieder wechseln sich Abschnitte mit sehr kraftvoll intoniertem Text, gesungen von Hansi, mit Chorabschnitten und Gitarrensoli ab. Ich empfehle an dieser Stelle, die ersten vier Tracks in der Hörprobe miteinander zu vergleichen, um ein Bild davon zu bekommen, wie fein die Abstufungen sind, die Blind Guardian ihrer Musik mitgeben. Bisher konnten jedenfalls in meinen Ohren keine negativen Aspekte an diesem Werk gefunden werden.

5. THE MAIDEN AND THE MINSTREL KNIGHT - 5:30
Betontermaßen ruhiger ist das fünfte Lied der A Night At The Opera. Man könnte fast schon von "Ballade" sprechen :) Wie die Betitelung schon preisgibt, geht es um eine Jungfrau (Maiden) und einen minnesingenden Ritter (Minstrel Knight), so dass die thematische Grundlage bereits gelegt ist, wenn im Verlaufe des Textes das verliebte Paar über den Beruf des Ritters voneinander getrennt wird. Musikalisch kommt es - recht ungewöhnlich - teilweise in einem Sechsachteltakt aus den Boxen, was einen gewissen mittelalterlichen Eindruck zur Folge hat. Eben dieser wird noch durch die Percussions und den wirklich gefühlvollen Gesang bestärkt. Passagenweise wird zwar auch dieses Stück ein wenig aufgewühlter, bleibt jedoch innerhalb der erforderlichen Parameter einer Ballade. Auffällig sind hier vor allem die verspielten Keyboardteile (die zwar klingen sollen wie eine Flöte, dies aber nicht wirklich schaffen) und der Ideenreichtum an unterschiedlichen Elementen, die das Lied durchziehen. Kurz vor Schluß glaubt man das Lied schon beendet, als noch einige Takte nachgeschoben werden, die gewissermaßen das Fazit der Geschichte beinhalten. Sehr schön in Szene gesetzt!

6. WAIT FOR AN ANSWER - 6:30
Wieder etwas schneller gibt sich dieses Stück. Es besticht beim ersten Hören durch ähnliche Eigentschaften wie der dritte Song des Albums, weicht allerdings von diesem doch durch einige Aspekte ab. Die Melodie des Gesanges erscheint nämlich durch häufige Repetition sehr eingängig, obwohl teilweise bis zu drei unterschiedliche gesangliche Ebenen simultan laufen. Auch hier finden sich einige Gitarrensoli, diesmal auch ein bisschen mehr im alten Stil beziehungsweise etwas "weltlicher" als sonst auf Scheibe. Genau diese Aussage trifft umso mehr zu, je weiter man im Verlauf dieses Stückes fortschreitet, es findet gewissermaßen eine Entwicklung innerhalb statt. Unweigerlich fühlt man sich an manchen Stellen an das eine oder andere Lied von Iron Savior oder Gamma Ray erinnert, was in keinem Fall als negativ anzusehen ist, schließlich bleibt die angesprochene persönliche Note bestehen.

7. THE SOULFORGED - 5:18
Wenn der Vorgänger dieses Tracks eher an Gamma Ray erinnert hat, so finden sich bei dem mit 5:18 noch kürzesten Track der CD einige Elemente von Demons & Wizards wieder. Sehr abwechslungsreich geht es hier zu, schnelle Teile werden abgelöst von einem hymnenhaften Refrain, Sologesänge von Chorparts. Inhaltlich ist es ein wenig schwer zu bestimmen. Offensichtlich geht es um einen inneren Konflikt des Ich-Erzählers. Naja, so wichtig ist der Text auch hier nicht, die Instumentierung ist schon beeindruckend genug. Ich finde es vor allem sehr überraschend, wie es Blind Guardian schaffen, kleinste Nuancen in ihren Liedern unterzubringen, die den positiven Eindruck noch verstärken und das ganze, ohne sich zu wiederholen und ohne einen persönlichen Aspekt zu vernachlässigen. Und da man genau diese Tatsache wunderbar in diesem Lied wiederfindet, schlage ich dieses wieder als Anspieltipp vor.

8. AGE OF FALSE INNOCENCE - 6:05
Das zweite etwas ruhigere Lied der CD (abgesehen von der "Ballade" :) ) wird eingeleitet durch ein verhältnismäßig modernes Keyboardstück, das Hansis Stimme einen würdigen Klangteppich bildet. Nach und nach kommen weitere Instrumente sehr verhalten hinzu, bis nach zwei Minuten etwas das volle Niveau erreicht ist. Dadurch wird das anfänglich erschreckend ruhige Lied wieder etwas kraftvoller, kann allerdings nicht an die wirklichen Knaller an der CD heranreichen, was Geschwindigkeit und Härte angeht. Das soll jedoch nicht heißen, es handle sich um ein schlechtes Lied, im Gegenteil. Wie bereits erwähnt mag ich die feinen Abstufungen. Von der lyrischen Ausarbeitung her scheint es sich wiederum um einen Ich-Erzähler zu handeln, der sich darüber bewusst wird ("What have I done?"), dass er die Lehren seiner Eltern über den Haufen wirft, wenn er behauptet, die Erde drehe sich um die Sonne (will heißen, es geht um Galilei Galileo). Abgeschlossen wird dieser Track erneut etwas verhaltener, was von ihm einen sehr runden Eindruck hinterlässt.

9. PUNISHMENT DIVINE - 5:45
Dieses, das neunte Lied der Scheibe ist wieder ein Geschwindigkeitskracher im alten Stil. Teilweise mit hymnenhaften Aufbau, singen zwei Stimmen gleichzeitig (um Hansis Stimme *noch* kraftvoller zu machen) und ordentlich schnell zum von Gitarren und Schlagzeug vorgelegten Tempo. Passend dazu hört man fast durchgängig die Doublebass von Thomen und auch ab und zu mal die eine oder andere Keyboardmelodie (wie alle Keyboardparts übrigens gespielt vom Gastbarden Matthias Wiesner) oder das eine oder andere verflixt beeindruckende Gitarrensolo... Woraufhin wieder der schnelle Liedfluß fortgesetzt wird. Alles in allem also ein neuerlicher Anspieltipp :)

10. AND THEN THERE WAS SILENCE - 14:05
Das ist das im Vorfeld als Single ausgekoppelte Lied, das bereits am 12. November letzten Jahres erhältlich war. Mit seiner wirklich beeindruckenden Länge war es damals schon ein wahrer Appetitanreger und stellt auch jetzt noch auf der CD ein Highlight dar. Hier trumpfen die Barden nämlich noch ein mal mit ihrem ganzen Können auf. In diesem Lied findet sich alles, was je mal signifikant für Blind Guardian war. Es gibt sowohl schnelle, als auch langsamere (der Komparativ ist bewusst an dieser Stelle benutzt worden :) ) Anteile, sowohl hymnenhafte als auch ruhige Gesangsparts, die mal von Hansi alleine, mal von allen gemeinsam zu Gehör gebracht werden. Auf der ganzen Linie beeindruckend ist der musikalische Anteil, was durch den lyrischen Anteil nur noch unterstützt wird. Es geht um die Zerstörung Troias, und das gibt natürlich genug Stoff, um die unterschiedlichsten Gemütszustände im Laufe des Tracks mitzuerleben. Dieses Stück ist ein uneingeschränkter Anspieltipp. Eigentlich ist die ganze CD ein einziger Anspieltipp... ...


+++ FAZIT +++

Die lange Pause war lang... Aber jetzt bin ich wieder versöhnt... Die CD hat meine Erwartungen (und die waren verflixt hoch!) zur vollsten Zufriedenheit übertroffen. Die Feinabstufungen und die beeindruckende musikalische wie gesangliche Leistung der gesamten Bardenbande rechtfertigt den Kauf in jedem Fall. Ich bemühe mich ja immer um objektive Distanz zum Gegenstand der Rezension, aber hier ist mir das einfach nicht möglich, bitte verzeiht mir! ... ... WAAAARGH, IST DIE CD GEIL! ... ...
'Tschuldigung, das musste raus...
Naja, was es noch zu besprechen gibt, wäre das Booklet. Hier findet sich nichts ungewöhnliches, zwölf eng bedruckte Seiten mit Songtexten, eine Auflistung der relevanten Daten über die Entstehung der CD sowie eine Seite Danksagungen... Nicht beeindruckend, aber schön aufgemacht, Herr Dennis Kostroman.
Nun bleibt eigentlich nicht mehr viel zu erwähnen als die unbedingte Kaufempfehlung für jeden Metalfan und die unbedingte Reinhörempfehlung für jeden "Normalsterblichen" :)


In diesem Sinne, KEEP ROCKIN'

EmmJay


PS: Für Hörproben kann man auch sehr gut www.blind-guardian.com konsultieren...
PPS: Dieser Bericht findet sich unter dem Namen "EmmJay" auch bei dooyoo.de

14 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Overloader

    02.04.2002, 22:51 Uhr von Overloader
    Bewertung: sehr hilfreich

    Blind Guardian weiß wie man gute Musik macht! Du hast einen guten Bericht geschrieben! Weiter so!

  • InFlames666

    13.03.2002, 20:04 Uhr von InFlames666
    Bewertung: sehr hilfreich

    super Bericht zu einer genialen CD! gruß InFlames

  • moelmirc

    13.03.2002, 10:11 Uhr von moelmirc
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo, ein guter Bericht, aber ich wollte fragen, wieso du meinen Bericht über Silent Hill 2 mit nützlich bewertet hast, da alle anderen mit s.h. bewertet haben. ciao moelmirc

  • Danczak

    13.03.2002, 09:36 Uhr von Danczak
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht sehr ausführlich und informativ