Ansichten eines Clowns (Taschenbuch) / Heinrich Böll Testbericht

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Erfahrungsbericht von Gittsibri

BESOFFENERclownODERheinrichBÖLL&seinGENIALESwerk

Pro:

Handlung, Autor, Schreibstil, Kritikfähigkeit, die Botschaft des Buches..........

Kontra:

--------

Empfehlung:

Ja

* "Da wusste ich, dass der Krieg niemals zu Ende sein würde, niemals, solange noch irgendwo eine Wunde blutete, die er geschlagen hat." (Die Botschaft, 1947)

* "Die Gewalt von Worten kann manchmal schlimmer sein als die von Ohrfeigen und Pistolen." (Oktober 1974, Interview)



Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich nach einigen Berichten über Pflegeprodukte mal wieder einen Buchbericht schreiben. Das Buch, um das es sich handelt, heißt "Ansichten eines Clowns" von dem sehr bekannten Autor "Heinrich Böll".
Ich habe dieses Buch vor langer Zeit einmal bei einem Bücherflohmarkt einer Buchhandlung gekauft, die ältere Bücher aussortiert hat. Da ich schon viel von Heinrich Böll gehört hatte, habe ich es für den Preis von zwei Euro mitgenommen.
In meinem Bericht möchte ich zeigen, ob sich dieser Schnäppchen- Kauf für mich gelohnt hat oder nicht und dieses Buch in folgenden Kategorien:


1.) Aussehen des Buchs
2.) Der Autor...............
3.) ............und seine "Werke"
4.) Inhalt des Buchs
5.) Leseprobe
6.) Meine Meinung


beschreiben.




----------1.) AUSSEHEN DES BUCHS--------------------------------------


Leider hab ich nicht die Ausgabe des Buches, das man auf dem Bild oben sehen kann, sondern die Ausgabe vom KIWI (Kiepenheuer& Witsch)- Verlag, die 1997 als 21. te Auflage erschienen ist. Deswegen werde ich das Aussehen meines Buchs noch kurz beschreiben. Auf der Vorderseite des Buches sieht man zwei Personen in schwarz, weiß. Eine Dame und einen Herrn. Dieses Foto stammt vom dazugehörigen Film und zeigt die Hauptdarsteller "Marie" und "Hans", zu denen ich später noch genaueres erzähle.
Außerdem kann man den Namen des Autors, des Buches und des Verlags ablesen.
Die Rückseite des Buchs ist leicht orange und zeigt ein Zitat und eine kurze Kurzzusammenfassung des Buches.


--------------2.) DER AUTOR...............----------------------------------------


Heinrich Böll wurde 1917 in Köln geboren. In der kleinbürgerlichen Familie Böll waren römisch-katholischer Glaube und die Ablehnung des Nationalsozialismus Selbstverständlichkeiten. Nach dem Abitur machte er eine Buchhandlslehre in Bonn, die er nach kurzer Zeit wieder abbrach. In diese Zeit fallen auch seine ersten schriftstellerischen Versuche.
1939- 1945 war er Soldat, danach in amerikanische Kriegsgefangenenschaft. Nach dem Krieg Student und Hilfsarbeiter in der Tischlerei des Bruders. seit 1950 freier Schriftsteller in Köln. Die Jahre nach 1950 bildeten die schöpferischste Phase im Leben Heinrich Bölls, was viele seiner Bücher zeigen.
Für sein Werk erhielt er unter anderem 1951 den Literaturpreis der "Gruppe 47", 1967 den Büchner Preis und 1972 den Nobel- Preis für Literatur. Er setzte sich kritisch mit der Katholischen Kirche auseinander, trat 1976 aus und kurz vor seinem Tod wieder ein.
Außerdem war er Präsident des bundesdeutschen und des internationalen PEN- Clubs (internationale Schriftstellervereinigung).
Er starb am 16. Juli 1985.


---------------3.) ............UND SEINE "WERKE"-----------------------------


* Der Zug war pünktlich, 1949
* Wanderer, kommst du nach Spa..., 1950
* Wo warst du, Adam?, 1951
* Und sagte kein einziges Wort, 1953
* Haus ohne Hüter, 1954
* Monolog eines Kellners, 1955
* Das Brot der frühen Jahre, 1955
* Irisches Tagebuch, 1957
* Doktor Murkes gesammeltes Schweigen und andere Satiren, 1958
* Billard um halb zehn, 1959
* Ansichten eines Clowns, 1963
* Ende einer Dienstfahrt, 1966
* Gruppenbild mit Dame, 1971
* Die verlorene Ehre der Katharina Blum, 1974
* Fürsorgliche Belagerung, 1979
* Frauen vor Flusslandschaft, 1985
* Der Engel schwieg, 1992
* Der blasse Hund, 1995


-------------4.) INHALT DES BUCHS-----------------------------------------


Der Hauptcharakter des Buches ist der 27- jährige Hans Schnier, der sich selbst als "Clown" oder Komiker bezeichnet und aus einer sehr wohlhabenden Familie kommt.
Als Hans vor einem Auftritt zu trinken anfängt und folglich auf der Bühne in Bochum ausrutscht, scheitert im Jahr 1962 seine Karriere vollkommen.
Seine große Liebe Marie Derkum hat ihn verlassen, weil er sich weigerte, sie nach fünf Jahren zu heiraten, denn Hans selbst ist "nicht religiös, nicht einmal kirchlich und keiner Kirche steuerpflichtig".
Hans Schnier zieht sich in seine Bonner Wohnung zurück, trinkt und denkt über sich, Gott und die Welt, sein Scheitern, sein Leben und seine Umwelt nach.
Während seinen Überlegungen erfährt man viel über Marie und seine Familie, unter anderem über seinen Bruder Leo, der katholischer Priester wird, seine Mutter, eine ehemalige Nationalsozialistin, die zugelassen hatte, dass ihre sechzehnjährige Tochter Henriette 1945 als Flakhelferin ums Leben kam, und sich jetzt als Präsidentin des "Zentralkomitees zur Versöhnung rassischer Gegensätze"engagiert und eine Nonne, die sagte dass Maries totgeborenens Kind nicht in den Himmel kommen konnte, weil es nie getauft worden ist.
Als wären das nicht schon genug Probleme, hat Hans auch noch Geldprobleme- seine letzte Münze schmeißt er aus Verzweiflung aus dem Fenster. Also führt er die verschiedensten Telefonate mit Verwandten und Bekannten, die ihm jedoch nicht helfen wollen. So beschließt Hans, am Bonner Bahnhof Gitarre zu spielen und hofft darauf, dass Marie zu ihm zurückkommt.


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"Ansichten eines Clowns" wurde 1975 verfilmt und am 14. Januar 1976 uraufgeführt. Die Darsteller waren:

-Helmut Griem,
-Eva Maria Meineke,
-Hanna Schygulla,
-Hans Christian Blech,
-Helga Anders und
-Rainer Basedow.


---------------5.) LESEPROBE--------------------------------------------------

"Es war schon dunkel, als ich in Bonn ankam, ich zwang mich, meine Ankunft nicht mit der Automatik ablaufen zu lassen, die sich in fünfjährigem Unterwegssein herausgebildet hat: Bahnsteigtreppe runter, Bahnsteigtreppe rauf, Reisetasche abstellenFahrkarte aus der Manteltasche nehmen, Reisetasche aufnehmen, Fahrkarte abgeben, zum Zeitungsstand, Abendzeitung kaufen, nach draußen gehen und ein Taxi heranwinken. (.....)
Seit Marie mich verlassen hat, um Züpfner, diesen Katholiken zu heiraten, ist der Ablauf noch mechanischer geworden ohneLässigkeit zu verlieren. (.....)
Seit drei Wochen war ich meistens betrunken und mit trügerischer Zuversicht auf die Bühne gegangen, und die Folgen zeigten sich rascher als bei einem säumigen Schüler, der sich bis zum Zeugnisempfang noch Illusionen machen kann; ein halbes Jahr ist eine lange Zeit zum Träumen. "


---------------6.) MEINE MEINUNG--------------------------------------------

Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen und die zwei Euro, bzw. der Kauf des Buches haben sich sehr gelohnt.
Durch das Buch und die Hauptperson Hans Schnier kritisiert Heinrich Böll politische und gesellschaftliche Missstände und die katholische Kirche in der Nachkriegszeit, was durch verschiedene Personen des Buches verdeutlicht wird.
Das Buch "Ansichten eines Clowns " ist gleichzeitig eine Liebesgeschichte, die schlecht ausgeht, weil Liebe mit der bürgerlich- katholischen Gesellschaft zusammentrifft und daran scheitert.
Als Leserschaft empfehle ich es Erwachsenen, weil man als Kind, bis sagen wir mal im Alter von fünfzehen Jahren, einfach noch nicht dieses Grundwissen hat und sich mehr Gedanken macht im Bezug auf politisches, wirtschaftliches und kirchliches Geschehen der Vergangenheit und heute. Zwar ist das Niveau etwas anspruchsvoll, dafür das Buch dadurch aber auch sehr unterhaltsam und ausschmückend geschrieben und Heinrich Böll hat durch seine Bücher in der Nachkriegszeit einen sehr großen Schritt gemacht und seine Leser, sowohl in der heutigen Zeit, als auch zu seiner Zeit und mit Sicherheit noch in der Zukunft, zum Nachdenken gebracht, womit wir auch schon beim Unterhaltungswert wären, den ich als sehr hoch einstufe. Dadurch, dass man sich in Hans Schnier, der in der ICH- Form erzählt, sehr gut hineinversetzen kann, kann man das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen, weil man mit ihm fühlt, merkt, wie schlecht es ihm geht und ihn voll und ganz in seinen Taten und Worten anderen gegenüber verstehen kann. Somit bewerte ich das Buch als "ziemlich spannend", auch wenn es keine plötzlichen Ereignisse, wie beispielsweise Morde in einem Krimi, gibt. Der Humor schneidet in diesem Buch auch sehr gut ab, obwohl Hans Schnier eigentlich nichts zu lachen hat. Und doch gibt Heinrich Böll den Erzählungen manchmal etwas Ironisches, sogar Sarkastisches, was dem Leser schon manchmal ein Lächeln abverlangt und gerade weil man sich so gut mit dem Hauptcharakter auseinandersetzen kann, weswegen ich die Story auch als sehr ergreifend einschätze.
Der Roman von Heinrich Böll löste, wie man vermuten kann, heftige Diskussionen aus und vor allem die Kirche hatte ihr Einwände aufgrund der abwertenden Haltung von Hans gegenüber Katholiken. Außerdem wurde dieses Buch eines der
"meistdiskutierten" Bücher der 70-er-Jahre.

Heinrich Böll gehört meiner Meinung nach zu den deutschen besten Schriftstellern und man sollte auf jeden Fall mindestens ein Buch von ihm gelesen haben.

Ich kann dieses Buch also mit fünf Sternen voll und ganz weiterempfehlen.

Vielen Dank für´s Lesen, Bewerten und Kommentieren!

26 Bewertungen, 7 Kommentare

  • bea1502

    03.05.2007, 22:25 Uhr von bea1502
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg bea

  • evafl

    24.04.2007, 15:16 Uhr von evafl
    Bewertung: sehr hilfreich

    * sh ! lg Eva *

  • AndreaBln

    23.04.2007, 16:49 Uhr von AndreaBln
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...sh...lg andrea

  • bigmama

    02.08.2006, 00:49 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Anett

  • morla

    01.08.2006, 16:29 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • anonym

    01.08.2006, 15:08 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ***SH und LG***

  • phobee

    01.08.2006, 15:03 Uhr von phobee
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich! :-) LG, Pia