Borderline Syndrom Testbericht

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Erfahrungsbericht von Juliane18

Das Schicksal einer Freundin

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich möcht mich heute mit einem Thema auseinander setzt, was mit einer Freundin von mir zu tun hatte.
Sie hatte Borderline und hat aber mitlerweile eine erfolgreiche Therapie hinter sich!

Borderline- Syndrom

Zu einer der Modediagnosen der heutigen Zeit gehört auch die Borderline- Persönlichkeitsstörung. Der Begriff Borderline heißt Grenzlinie. Zum einen, da diese „emotional instabile Persönlichkeitsstörung“ zwischen einer Neurose und einer Psychose anzusiedeln ist und zum anderen, da sich der Patient durch extreme Verhaltensweisen(
z. B. Selbstverletzung, Essstörungen, Drogen- und Alkoholmissbrauch etc.) an die Grenze zwischen Tod und Leben bringt. Zu der Vielfalt von störenden Symptomen gehören auch die Angstzustände, Phobien und Depressionen.
In die oben genannten extremen Verhaltensweisen flüchtet sich der Borderliner, da seine „innere“ Welt, die Welt eines Kindes widerspiegelt. Dort existiert nur Gut und Böse, Schwarz und Weiß, was den Patienten in Konflikte und Situationen bringt, die nichts mehr mit der Realität zu tun haben. Abstufungen in z.B. weniger gut, statt böse gibt es in der Gefühlswelt des Borderliners nicht.
In diesen Situationen kommt es dann zu maßlosen Überreaktionen (z.B. Stimmungsschwankungen). Diese Überreaktionen bzw. Stimmungsschwankungen sind sehr typisch für Menschen mit dem Borderline-Syndrom. Der Patient wechselt in dem Fall schnell von totalen Glücksgefühlen zu starken Depressionen, wobei die Stimmungsschwankung nicht unbedingt mit der auslösenden Situation zusammen hängen muss. Die Stimmungen des Borderliners verändern sich schnell und explosiv. Somit ist das Gefühl der Glückseligkeit nie von Dauer. Das darauf folgende Tief wird oft durch stark zerstörerische Handlungen wie z. B. Drogen- und Alkoholmissbrauch , Essstörungen wie Bulimie, Magersucht, SVV und Suizidversuche begleitet.
Zielvorstellungen und das Selbstbild des Erkrankten sind unklar und gestört. Es besteht eine Neigung zu extrem intensiven Beziehungen, die allerdings sehr unbeständig sind. Emotionale Krisen, die dadurch entstehen, werden mit Hilfe von Suiziddrohungen/- versuchen oder SVV versucht zu bewältigen.

Ursachen für die Borderline- Störungen

Von den psychiatrisch stationär behandelten Patienten leiden 15 % an dem Borderline-Syndrom, wobei der größte Anteil Frauen sind. Einer der Gründe für dieses Ergebnis ist, dass sexueller Mißbrauch und Mißhandlungen ( körperlicher und seelischer) Inhalt der Anamnese. Bei den Erkrankten liegt die Selbstmordrate bei 8-9%.
Alle Situationen, die Entscheidungen verlangen, werden von dem Borderline- Erkrankten als bedrohlich empfunden und mit Aggressionen gegen sich selbst und gegen andere „gelöst“. Ursachen für die Störung sind schwere seelische Verletzungen; dazu gehören Vernachlässigung, ständige Ausnutzung, Gewalttätigkeit, seelischer Mißbrauch oder Vergewaltigung. Folge ist, dass sich der Patient einer überstarken Macht ausgeliefert fühlt und in eine hilflose Ohnmacht fällt. Dieses Gefühl kann bereits in der präödipalen Phase des Menschen auftreten und die Entwicklung des Selbstbewusstseins erheblich beeinträchtigen. Der Borderliner bringt sich durch Zwangsverhaltensweisen unbewusst immer wieder in belastende Situationen. In diesen Situationen wird er dann erneut verletzt oder er schädigt
sich selbst. Die Menschen haben im Leben nicht erfahren, dass auch sie Fehler, Schwächen und Stärken haben. Sie können sich nur spüren, wenn sie sich unterwerfen, beschädigen und gedemütigt werden.
Vor dem 3. Lebensjahr, in der präödipalen Phase, entstanden die Defizite der Borderline- Störung. Man geht davon aus, dass eine dauerhaft traumatisierte Beziehung zu den Bezugspersonen vorliegt. In dieser Phase hat das Kind nicht gelernt Gut und Böse in ein Objekt zu integrieren. Es kommt zu einer strikten Trennung zwischen den beiden Komponenten. Zudem entwickelt das Kind ein „`Loch im ICH`“ , ein Ungleichgewicht der `primär Humanfunktionen` wie Aggressionen, Narzissmus, Angst, Ich- Abgrenzung, Sexualtiät und Kreativität.“
Das Kind konnte ferner keine gesunde Autonomie entwickeln, d.h. ein mangelndes Vertrauen um eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln oder eigenständige Kritik äußern ohne beispielsweise Liebesentzug zu erfahren, waren voraus gegangen. Nicht selten kommt es vor, dass der Borderliner daraufhin z. B. auf der ständigen Suche nach absoluter Harmonie und dem Idealpartner ist. Aufgrund der starken Trennung von Gut und Böse, ist eine schwere Enttäuschung schon vorprogrammiert. Die Defizite zeigen bald ihre Folgen und der Erkrankte fällt immer wieder in die gleichen Verhaltensweisen zurück. Ein Teufelskreis ist entstanden; aus dem sich der Patient nur sehr schwer, wenn überhaupt am besten mit Hilfe einer Psychotherapie, befreien kann.

Symptome und Merkmale

Die Symptome des Borderliner- Erkranktem wechseln zwischen Psychose und Neurose. Dabei treten Symptome mit unterschiedlicher Intensität und Dauer auf:
1. chronische, frei flottierende (ohne Gegenstand) Angst
2. Ängste, die sich vor allem auf den Körper beziehen ( Angst vor Errötung, Angst vor öffentlichen Auftritten, Angeschautwerden) , verbunden mit Beschämungsängsten
3. Zwangssymptome (d.h. der Mensch fühlt sich innerlich zu etwas gezwungen)
4. Zwansgedanken hypochondrischen ( auf den eigenen Körper bezogen) und paranoiden Inhalts ( Verfolgungsgedanken9
5. psychische Zerfallprozesse ( Traum- und Dämmerzustände, schwere Depersonalisationserlebnisse)
6. Depressionen (nach Zusammenbruch eines grandiosen Selbstbildes treten Gefühle wie Hilflosigkeit oder ohnmächtiger Wut auf)
7. polymorph-perverse Sexualität (mehrere perverse Züge mit Instabilität von Beziehungen)
8. vorübergehender Verlust der Impulskontrolle( Alkoholismus, Kleptomanie, episodische Freßsucht, Drogendurchbrüche, die nach dem Exzeß als befremdlich erlebt werden9
9. meist mehrere sexuelle Beziehungen
10. aggressive Entwertung, Manipulation, Kontrolle
11. unterwürfige, gefügige Anpassung
12. häufig diffuse Beschwerden mit :
 Leere
 Sinnlosigkeit
 Orientierunglosigkeit
 Arbeitsstörung
 Kontaktstörung
 sexuelle Störungen
 Bindungs- und Trennungsängste
 Angst vor Autoritätspersonen
 (diffuse) psychosomatische Beschwerden
 unbestimmte Angst

Im Allgemeinen kann man bei der Borderline- Störung von einem „`durchgehenden Muster`“ reden, das die Instabilität bezüglich Stimmung, Affekte, zwischenmenschliche Beziehungen und des Selbstbildes, beinhaltet. Des weiteren ist ein Verhalten zu beobachten, welches das stürzen in „`extreme Polaritäten (Macht/Ohnmacht, Böse/ Gut, Autonomie/ Selbstaufgabe) zum Inhalt hat. Zudem herrscht eine „`grenzenlose Beziehungssucht`“, die mit einer großen Angst vor „`wirklich nahen Beziehungen`“ gepaart ist und von vorne herein Enttäuschungen birgt.


Handeln, Denken und Fühlen des Borderliners

Der Borderliner entwickelt die verschiedensten Abwehrmechanismen. Einige von ihnen sind die Flucht in Drogen / Alkohol/ Medikamente/ und / oder das Entwickeln von Essstörungen. Diese Abwehrmechanismen füllen einen so großen Raum des Tagesablaufes aus, sodass kein Platz mehr für die Beschäftigung mit anderen Problemen bleibt.
Konflikte werden beispielsweise verarbeitet, indem sie „`nicht existent`“ gemacht werden. Zum einen durch Verleugnung, d.h. die Einteilung in Gut und Böse erfolgt und die Realität wird verzerrt. Der Patient gleitet in einen Dämmerzustand und die Phantasie lässt sich nicht mehr von der Realität unterscheiden.“ ` Die Anpassung der Realität an das Wunschdenken`“ erfolgt (= Depersonalisation).
Eine andere Art der Konfliktbewältigung ist das Agieren aus dem Affekt. Es dient der Spannungsreduktion und geschieht meistens autoaggressiv. Oft wird dieses Verhalten mit hoher Dramatik in Szene gesetzt. Bei dem Borderline – Syndrom handelt es sich um kategoriedenken(= Polarität). Die Fähigkeit in einer Person Gut und Böse zu sehen und zu akzeptieren liegt ihnen fern. Die positiven Eigenschaften werden maßlos idealisiert ,während die negativen Eigenschaften überhaupt nicht wahrgenommen werden. Dies geschieht umgekehrt mit den „Bösen“ genauso. Die Folge ist, dass Personen entweder idealisiert oder abgewertet werden. Der Wechsel zwischen den Extremen ist sehr hart. Aufgrund dieses harten Wechsels kommt es bei Konflikten in Freundschafts- und Liebesbeziehungen nicht selten zu unversöhnlichen Kontaktabbrüchen.

Zum Selbstbild des Borderliners ist zu sagen , dass es von „`sehr schwankend, pendelt zwischen narßistischem Größenwahn und tiefer Selbstverachtung geprägt ist. Hier ist es der harte Wechsel zwischen Ohnmacht + Allmacht mit dem der Erkrankte „kämpft“. Die Erkenntnis, dass die kindlich- phantastischen Träumen in der Welt nicht realisierbar sind, entfacht tiefe Wut bei dem Patienten. Gefühle der Ohnmacht oder Allmacht beeinflussen ihn nun im Handeln.
Eine mögliche Verhaltensweise ,die das realisieren von Träumen doch noch möglich machen soll, ist die projektive Indetifizierung. Dabei werden die „`eigenen unerwünschten Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche und Triebe in eine andere Person projeziert`“ Die Person aud die z.B. der Selbsthass projeziert wird, ist nun das Opfer. Meist sind diese Personen mit denen beinahe eine absolute Identifikation stattfindet sehr enge Bezugspersonen. Wunsch des Borderliners ist in diesem Fall mit der Person „`eins zu sein`“. Das geschieht allerdings nur, wenn die Person frei von negativen Seiten ist. Dann wird sie nämlich idealisiert. Die Unterdrückung von Hass und Aggression ist allerdings die Folge.
Des weiteren werte sich der Borderliner auf, indem er die engen Bezugspersonen kleinmacht
und stark abwertet. So ist der Borderliner kaum zu kritisieren. Die kleinste Kritik würde allerdings ausreichen um von ihm stark abgewertet zu werden. Die Verhaltensweise hat in den zentralen Punkten Größenwahnideen und die Entwertung zum Inhalt.
Ein zentraler Abwehrmechanismus ist sie Selbstverletzung (=SV). Reichen die Spaltungsmechanismen nicht mehr aus um unangenehme Situationen und Gefühle abzuwenden, wird zur SV gegriffen. Zum einen dient das SVV zur inneren Spannungsreduktion, die nur durch extrem aggressives Verhalten erfolgen kann. Wird die SV nicht ausgeführt, kann der Borderliner in einen „ psychosenahen, alptraumhaften“ Zustand gelangen aus dem er sich nur schwer befreien kann. Somit bekommt die SV einen suchtähnlichen Charakter. Da die Schmerzempfindlichkeit stark herab gesetzt ist, „`kommt es zu wiederholtem handeln`“. Das Verhalten wird meist an den Armen ausgeführt. Man spricht von Borderline- Armen.
Im Gegensatz zu suizidalen Handlungen, die passieren aufgrund des nicht- mehr- fertig- Werdens und sich- selbst – als –scheitern- Erlebens, ist die SV eine Methode um während einer schweren Depression sich selbst zu fühlen. Meist empfindet man die Seele als „tod“ und durch das Fließen des Blutes wird sichtbar, dass der Körper noch lebt!

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