Borderline Syndrom Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von sabolein
Borderliner? Borderliner!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Borderliner.....
Borderline-Syndrom?!?
Was ist das nun? Übersetzen wir das mal: Borderline: Grenzlinie ... Borderliner: einer, der die Grenzlinie überschreitet, überschreiten will? wie nun?
Wie jeder, der mein Profil gelesen hat weiß, bin ich medizinisch nicht ganz unbescholten... Aufgewachsen zwischen Ärzten & Krankenschwestern. Als Berufswunsch war schon lange für mich klar: Ärztin...
Ist zum Glück oder Unglück (ich will ja nicht über Vor- & Nachteile des Kassenarztdaseins schreiben) nichts geworden.
Man bedenke Regelstudienzeit, AIP, Facharztausbildung, Kassenzulassung etc.... nee, nee, ich wäre nicht an dem (privaten) Punkt, an dem ich bin, hätte ich den weg eingeschlagen.
Also bin ich Physiotherapeutin geworden. Mit Leib und Seele und mit nicht vermeidbaren Kosten.
Aber das ist ganz nebensächlich.
Im Zuge meiner Ausbildung habe ich mir (wie jeder angehende medizinverwandte Berufler) einen Pschyrembel (medizinischen Wörterbuch) zugelegt. Aus der Ausgabe (257. Auflage, 1994) will ich mal kurz zitieren, was hier zum Borderline-Syndrom steht:
„ Bez. Für eine psychische Störung, bei der (alternierend) Symptome einer Neurose und einer Psychose auftreten; in Abgrenzung zur Psychose fehlen echte paranoid-halluzinatorische Episoden, katatone Symptome und schizophrene Denk- und Ich-Störungen; die Symptome werden kontrolliert u.i.d.R. als krankhaft empfunden; auch bei längerem Bestehen eines B.-S. fast nie Übergang in Schizophrenie“
Man liest das und denkt sich „Bahnhof? Wie jetzt? Was nu?“
Als halbeingeweihter oder Betroffener liest sich das anders. Man liest: Ach nee, ich hab also einen am Sender, nur ganz „matschig“ bin ich noch nicht in der Birne!
Heute (fast 10 Jahre später ) ist die Medizin in punkto Definition schon weiter:
Definition: Allgemeine Bezeichnung für das Grenzgebiet zwischen Neurosen und Psychosen. Das B.-S. ist ein psychiatrisches Krankheitsbild (s. Psychiatrie), das sowohl Elemente der Neurose als auch der Psychose aufweist. Die Betroffenen wirken häufig angepasst und gesund, leiden aber gleichzeitig unter tiefgreifenden Persönlichkeitsstörungen (s. Persönlichkeit). Der Realitätsbezug (s. Realität) ist häufig eingeschränkt, und die Identität ist schwach ausgeprägt. Neurotische wie auch psychotische Symptome können phasenweise auftreten. Bei den wenigsten Betroffenen ist eine Einweisung in eine Klinik notwendig.
Aha! Gibt also auch nicht so viel wieder!
So, genug des medizinischen Gesumses.
Wenn ich jetzt nurnoch „normal“ klinge, dann ist das beabsichtigt.
Borderliner. Das sind Menschen, die sich in irgendeiner Weise immer wieder selber verletzt haben bzw. verletzen.
Sei es durch Schnitte in die Arme, Verbrennen mit Bügeleisen, Zigaretten, schlagen des Kopfes (in den meisten Fällen) gegen Wände, oder andere Formen der selbstzersörerischen Wut gegen sich.
Hilfeschreie sind es in vielen Fällen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer man sich tut, es sich selber einzugestehen. Zu sagen: Ja, ich komme mit mir & meiner Umwelt nicht so klar, wie es erwartet wird. Ich habe in meinen Augen gänzlich versagt und weiß im Moment nicht mehr weiter. Ich will aber LEBEN! Nur nicht mehr so.
Und dann greift man zu „Hilfsmitteln“. Andere Leute saufen sich das Hirn weg, kiffen sich dicht bis es nicht mehr weitergeht.
Probleme können schwimmen!!!!
Hilfe annehmen. Das ist fürchterlich schwer. Im Anfang zumindest. Wenn man nicht soweit ist, das man sich eingesteht, mit sich selber & der Umwelt manchmal nicht zurecht zu kommen.
Aber dann Hilfe anzunehmen ist um so hilfreicher.
Was will ich eigentlich damit sagen?
Warum ausgerechnet heute?
Ich habe lange genug gebraucht, um mir selber einzugestehen, das ich nicht allein bin. Mit meinen Problemen sowieso nicht , aber auch ansonsten nicht.
In ein tiefes Loch ist fast jeder schon gefallen. Das Rauskommen ist sauschwer.
Für Angehörige ist es sicherlich nie leicht, mit solchen „Problemfällen“ umzugehen. Zu oft verfällt man in „iuch will Dir ja helfen und hab schon so viel angeleiert aber Du blockst ja nur ab“ ZUHÖREN! Das ist wichtig. Die Menschen reden lassen. Ihnen nicht ständig mit klugen Sprüchen ins Wort fallen.
Wenn derjenige / diejenige sich mal richtig alles wegreden kann, ist schon viel getan. Dann ist auch oft die Einsicht näher, als man vorher gedacht hat.
Betroffene: reden, reden, reden. Laßt Euch nicht immer alles vorschreiben. Versucht nicht immer, irgendwelchen Idealen zu entsprechen. Und bitte, nehmt die helfende Hand auch an.
Ich kann echt nur von Glück sagen, das ich Leute um mich habe, die irgendwann auch mich verstanden haben bzw ich sie. Helfen & helfen lassen. Leben & leben lassen.
Es gibt nur ein Leben.
Und das sollte man mit allen Sonnen- Schattenseiten leben.
Empfehlenswert zu dem Thema ist die Seite: www.rotetraenen.de
Die Bewertungskriterien hierfür sind... doof! wenn ich das mal so sagen darf!
Gruß von der Sonnenseite (so kann ich es sagen, inzwischen)
Sabo
Borderline-Syndrom?!?
Was ist das nun? Übersetzen wir das mal: Borderline: Grenzlinie ... Borderliner: einer, der die Grenzlinie überschreitet, überschreiten will? wie nun?
Wie jeder, der mein Profil gelesen hat weiß, bin ich medizinisch nicht ganz unbescholten... Aufgewachsen zwischen Ärzten & Krankenschwestern. Als Berufswunsch war schon lange für mich klar: Ärztin...
Ist zum Glück oder Unglück (ich will ja nicht über Vor- & Nachteile des Kassenarztdaseins schreiben) nichts geworden.
Man bedenke Regelstudienzeit, AIP, Facharztausbildung, Kassenzulassung etc.... nee, nee, ich wäre nicht an dem (privaten) Punkt, an dem ich bin, hätte ich den weg eingeschlagen.
Also bin ich Physiotherapeutin geworden. Mit Leib und Seele und mit nicht vermeidbaren Kosten.
Aber das ist ganz nebensächlich.
Im Zuge meiner Ausbildung habe ich mir (wie jeder angehende medizinverwandte Berufler) einen Pschyrembel (medizinischen Wörterbuch) zugelegt. Aus der Ausgabe (257. Auflage, 1994) will ich mal kurz zitieren, was hier zum Borderline-Syndrom steht:
„ Bez. Für eine psychische Störung, bei der (alternierend) Symptome einer Neurose und einer Psychose auftreten; in Abgrenzung zur Psychose fehlen echte paranoid-halluzinatorische Episoden, katatone Symptome und schizophrene Denk- und Ich-Störungen; die Symptome werden kontrolliert u.i.d.R. als krankhaft empfunden; auch bei längerem Bestehen eines B.-S. fast nie Übergang in Schizophrenie“
Man liest das und denkt sich „Bahnhof? Wie jetzt? Was nu?“
Als halbeingeweihter oder Betroffener liest sich das anders. Man liest: Ach nee, ich hab also einen am Sender, nur ganz „matschig“ bin ich noch nicht in der Birne!
Heute (fast 10 Jahre später ) ist die Medizin in punkto Definition schon weiter:
Definition: Allgemeine Bezeichnung für das Grenzgebiet zwischen Neurosen und Psychosen. Das B.-S. ist ein psychiatrisches Krankheitsbild (s. Psychiatrie), das sowohl Elemente der Neurose als auch der Psychose aufweist. Die Betroffenen wirken häufig angepasst und gesund, leiden aber gleichzeitig unter tiefgreifenden Persönlichkeitsstörungen (s. Persönlichkeit). Der Realitätsbezug (s. Realität) ist häufig eingeschränkt, und die Identität ist schwach ausgeprägt. Neurotische wie auch psychotische Symptome können phasenweise auftreten. Bei den wenigsten Betroffenen ist eine Einweisung in eine Klinik notwendig.
Aha! Gibt also auch nicht so viel wieder!
So, genug des medizinischen Gesumses.
Wenn ich jetzt nurnoch „normal“ klinge, dann ist das beabsichtigt.
Borderliner. Das sind Menschen, die sich in irgendeiner Weise immer wieder selber verletzt haben bzw. verletzen.
Sei es durch Schnitte in die Arme, Verbrennen mit Bügeleisen, Zigaretten, schlagen des Kopfes (in den meisten Fällen) gegen Wände, oder andere Formen der selbstzersörerischen Wut gegen sich.
Hilfeschreie sind es in vielen Fällen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer man sich tut, es sich selber einzugestehen. Zu sagen: Ja, ich komme mit mir & meiner Umwelt nicht so klar, wie es erwartet wird. Ich habe in meinen Augen gänzlich versagt und weiß im Moment nicht mehr weiter. Ich will aber LEBEN! Nur nicht mehr so.
Und dann greift man zu „Hilfsmitteln“. Andere Leute saufen sich das Hirn weg, kiffen sich dicht bis es nicht mehr weitergeht.
Probleme können schwimmen!!!!
Hilfe annehmen. Das ist fürchterlich schwer. Im Anfang zumindest. Wenn man nicht soweit ist, das man sich eingesteht, mit sich selber & der Umwelt manchmal nicht zurecht zu kommen.
Aber dann Hilfe anzunehmen ist um so hilfreicher.
Was will ich eigentlich damit sagen?
Warum ausgerechnet heute?
Ich habe lange genug gebraucht, um mir selber einzugestehen, das ich nicht allein bin. Mit meinen Problemen sowieso nicht , aber auch ansonsten nicht.
In ein tiefes Loch ist fast jeder schon gefallen. Das Rauskommen ist sauschwer.
Für Angehörige ist es sicherlich nie leicht, mit solchen „Problemfällen“ umzugehen. Zu oft verfällt man in „iuch will Dir ja helfen und hab schon so viel angeleiert aber Du blockst ja nur ab“ ZUHÖREN! Das ist wichtig. Die Menschen reden lassen. Ihnen nicht ständig mit klugen Sprüchen ins Wort fallen.
Wenn derjenige / diejenige sich mal richtig alles wegreden kann, ist schon viel getan. Dann ist auch oft die Einsicht näher, als man vorher gedacht hat.
Betroffene: reden, reden, reden. Laßt Euch nicht immer alles vorschreiben. Versucht nicht immer, irgendwelchen Idealen zu entsprechen. Und bitte, nehmt die helfende Hand auch an.
Ich kann echt nur von Glück sagen, das ich Leute um mich habe, die irgendwann auch mich verstanden haben bzw ich sie. Helfen & helfen lassen. Leben & leben lassen.
Es gibt nur ein Leben.
Und das sollte man mit allen Sonnen- Schattenseiten leben.
Empfehlenswert zu dem Thema ist die Seite: www.rotetraenen.de
Die Bewertungskriterien hierfür sind... doof! wenn ich das mal so sagen darf!
Gruß von der Sonnenseite (so kann ich es sagen, inzwischen)
Sabo
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