BVB Borussia Dortmund Testbericht

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Erfahrungsbericht von djaba

Die Macht aus dem Pott

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Heute will ich euch einen weiteren Fussballclub vorstellen Borussia Dortmund, mein Lieblingsclub in Deutschland.. Nach zuletzt etwas mageren Jahren (insbesondere die Saison 99/2000 in der man fast abstieg) ist die Borussia wieder auf dem Weg zu alten Klasse. So ist sie bis ins Finale (gegen Feyernord Rotterdam) des Uefacups vorgedrungen und auch die Meisterschaft ist in Dortmund noch ein Thema wenngleich Leverkusen alle Trümpfe, was den Titel anbelangt in der Hand hat und diesen eigentlich auch verdient hätte. Zwei Faktoren spielten für den Genesungsprozeß der Westfalen eine entscheidende Rolle. Zum einen ist da Trainer Matthias Sammer zu nennen, der erste Trainer nach der Hitzfeld Ära mit dem sich die Fans wieder identifizieren können zum anderen sind da die Millioneninvestition in Topleute wie Amuros, Rosicky und Ewerthon. Sowohl die Einstellung des Trainerneulings Sammer als auch die Verpflichtung der genannten Spieler waren nicht risikolos scheinen sich aber letztendlich auszuzahlen. Zwar ist der BVB was die individuelle Klasse der Spieler anbelangt immer noch hinter den Bayern vor Schalke und Leverkusen aber, den beiden anderen Topclubs Deutschland müssen sich die Borussen nicht verstecken. In dem folgenden Bericht werde ich euch den Kader des BVBs vorstellen, hinzukommen die wichtigsten Informationen zum Verein.

Tor (Gute Internationale Klasse)

Unumstrittene Nr.1 im Kasten ist Jens Lehmann (Geburtsjahr: 69 spielte davor bei: Milan AC). Lehmann ist für mich der talentierteste Keeper Deutschlands noch vor Oliver Kahn. Lehmann könnte genauso wie sein Nationalmannschaftskollege Kahn ein Weltklassetorhütter sein. Das Potential dazu hat er allemal: Stark auf der Linie, Reaktionsschnell, schnell Herauslaufen zeichnen den einstigen Italienlegionär aus und auch als Fußballer (sprich Pässe schlagen, mitspielen usw.) ist Lehmann einer der besten seines Metiers. Aber Lehmann hat ein Problem mit seinen Nerven. Ist er erst einmal nervös geworden, was leider in den letzten Jahren häufiger vorkam (in dieser Saison nicht), macht er viele Fehler. Und Fehler werden bei Torhütern zumeist mit Gegentoren bestraft ein Grund warum ihn Fabio Cappelo (er war damals Trainer beim AC Milan) bei Milan auch schnell aussortierte. Trotz der etwas anfälligen Psyche des Torwarts ist der Borusse ein sehr guter Keeper, der nach Kahn sicherlich der beste Keeper Deutschlands ist und auch Europa den Vergleich mit anderen Topleuten nicht zu scheuen braucht. Nr. 2 bei den Borussen ist Philipp Laux (Geburtsjahr: 73 spielte davor bei: SSV Ulm 1846) der auch ein guter Keeper ist. In einem etwas kleineren Verein wie Stuttgart, Hamburg, oder 1860 Berlin wäre Laux sicherlich Stammspieler aber bei der Borussia kommt er einfach an Lehmann nicht vorbei. Obwohl Laux mit der Rolle als Nr.2 natürlich alles andere als zufrieden ist, verhält er sich ausgesprochen kollegial. Wahrscheinlich wird der Musterprofi, der zuvor bei den Ulmern Spatzen des Kasten hütete den BVB nächste Saison verlassen, zumal der Club mit Weidenfeller (1.FC Kaiserslautern) bereits einen weiteren jungen Keeper für die kommende Saison verpflichtet hat. Hinter Lehmann und Laux ist Michael Ratajczak (Geburtsjahr: 82 spielte davor bei: FC Schalke 04) als dritter Torwart vorgesehen. Es gibt wenige Vereine in der 1.Bundesliga die mit solch guten Torhütern ausgestattet sind wie der BVB.

Abwehr: (knapp Internationale Klasse)

Der BVB spielt zumeist mit einer klassischen Vierer-Kette, welche mit Evanilson, Wörns, Kehl und Metzelder besetz ist. Der Brasilianer Evanilson (Geburtsjahr: 75 spielte davor bei: Cruzeiro Belo Horizonte) gehört eigentlich mittlerweile dem AC Parma (Wurde zusammen mit 10 Millionen DM für den Armoroso Transfer verrechnet) spielt auf der rechten Außenbahn. Der technisch versierte Verteidiger besticht durch ein gutes Auge und feines Stellungsspiel. Leider schleichen sich bei dem Brasilianer immer wieder Unaufmerksamkeit ein, die zu schnellen Ballverlusten führen und das eigene Team schon des öfteren in die Bredouille brachten. Dennoch gehört Evanilson, der auch viel für das Angriffsspiel der Borussen tut zweifelsohne zu den besten Verteidigern der Bundesliga. In der Innenverteidigung ist Christian Wörns (Geburtsjahr: 72 spielte davor bei: Paris St.-Germain) gesetzt. Der bissige Verteidige der in Deutschland ja unter anderen schwer mit seinem schlechten Image zu kämpfen hat (u.a. wurde er des öfteren durch die Printmedien als Drückeberger und Raffzahn verunglimpft) spielt sicherlich eine der stärksten Saisons seiner Karriere. Zwar ist Wörns nicht technisch so beschlagen wie seine brasilianischen (Dede, Amoroso, Evanilson) und tschechischen (Rosicky) dies kompensiert er aber mit seiner unglaublichen Zweikampfstärke (bis auf Roy Kean und Edgar Davids zu seinen besten Zeiten kenne ich keinen Kicker im europäischen Clubfussball der auch annähernd über das Zweikampfverhalten eines Wörns verfügt) und seines ungebändigten Siegeswillens. Kein Wunder also, dass Wörns auch in der Nationalmannschaft eine feste Größe ist trotz seines schlechten Images. Neben Wörns spielt meistens Stephan Reuter (Geburtsjahr: 66 spielte davor bei: Juventus Torino), der in die Jahre gekommene Italienlegionär verfügt immer noch über eine unglaubliche Klasse und das was er an Schnelligkeit eingebüßt hat kompensiert er beinah vollständig durch seine immense Erfahrung. Allerdings läuft die Zeit gegen ihn und ich würde schätzen, dass die nächste Saison seine letzte ist. Daneben spielt ein weiterer Youngster Cristoph Metzelder (Geburtsjahr: 80 spielte davor bei: Preußen Münster), der mittlerweile sogar den Altmeister Jürgen Kohler aus der Stammelf verdrängt hat. Das ist um so erstaunlicher wenn man bedenkt der junge Mann, noch vor zwei Jahren in der Regionalliga bei Preußen Münster kickte. Metzelder ist zwar nicht das Jahrhunderttalent, aber er verfügt über eine solide Technik und einen guten Charakter. Der bescheidene junge Abiturient, der auch sehr Kopfballstark wird in den nächsten Jahren mit Garantie zum festen Stamm der deutschen Nationalmannschaft gehören. Das Potenzial eines Desailly, Stam oder Roberto Carlos hat er aber leider nicht. Auch die Bank der Borussen ist nicht von schlechten Eltern. Da sind neben dem Altmeister Kohler (Geburtsjahr: 65 spielte davor bei: Juventus Torino)auch noch zwei junge französische Talente zu finden die leider in dieser Saison (zu) wenig zum Einsatz kamen, die aber über ein ganz erhebliches Potential verfügen sollen. Die Rede ist von Ahmed Reda Madouni (Geburtsjahr: 80 spielte davor bei: Montpellier HSC) und Guy Demel (Geburtsjahr: 81 spielte davor bei: Arsenal FC). Beide konnten in den wenigen Spielen in dem sie zum Einsatz kamen leider keine wesentlichen Akzente setzen.

Mittelfeld (internationale Klasse)

Das Mittelfeld besteht im optimal Feld aus: Kehl (defensives Mittelfeld), Rosicky (Spielmacher), Dede und Heinrich (beide auf den Außenbahen), diese werden durch Lars Ricken, Otto Addo und Sunday Oliseh unterstützt. Sebastian Kehl (Geburtsjahr: 80 spielte davor bei: SC Freiburg), der wenn er nicht in der Verteidigung eingesetzt wird als defensiver Mittelfeldspieler seine Dienste tut. Kehl hat sich zu meinem eigenen Erstaunen sehr schnell bei der Borussia durchgesetzt obwohl die Konkurrenz zweifelsohne wesentlich hochkarätige ist als in Freiburg seinem Ex-Club. An Kehl, dem etwas Zombiehaften wirkenden Jungnationalspieler kommt momentan niemand vorbei, weder Stevic, Oliseh noch Rudi Völler. Kehl verfügt über ein ausgezeichnetes Stellungsspiel, ein gutes Taktisches Verständnis und für sein junges Alter ist er erstaunlich abgeklärt. Das Megatalent Rosicky (Geburtsjahr: 80 spielte davor bei: Sparta Praha) verfügt über eine herausragende Technik, seine Päße und Technischen Kabinettstücke sind ein wahrer Augenschmauß, wenn der Youngster zu Hochform aufläuft. Leider ist dies nicht immer der Fall, dass heißt nicht dass Rosicky dann eine Gurke ist, aber er wenn er sein Potential wieder einmal nicht abruft ist er meist recht unauffällig. Neben der eben angesprochen geringen Konstanz seiner guten Leistungen hat der junge Spieler aufgrund seines schmächtigen Körperbaus oft auch mit Fouls der Gegenspieler zu kämpfen. Es gibt wenig Spieler die so oft gefoult werden wie der junge Borusse. Wenn es ihm gelingt sein großes Potential in den nächsten Jahren konstant abzurufen wird er für Dortmund nicht mehr zu halten sein und wohl zu einem der großen Clubs im europäischen Fußball wie Real, ManU, Bayern, Inter oder Juve wechseln. Dede (Geburtsjahr: 78 spielte davor bei: Atlético Mineiro) ist einer unter vielen Brasilianern bei den Westfalen und der, der schon am längsten für den BVB kickt. Dede der immer wieder gute Flanken von seiner Außenbahn auf die Stürmer schlägt spielt im Vergleich zu den vorherigen Jahren wesentlich konstanter, aber auch etwas unauffälliger. Da Dede sehr schnell ist und auch technisch einiges los hat, solle man davon ausgehen dass er noch mehr kann, als er bis jetzt gezeigt hat. Ich hoffe er wird sich in dieser und der nächsten Saison noch etwas steigern, dann wäre er nämlich echt Spitze. Auf der anderen Außenbahn wirbelt zumeist Italienrückkehrer Jörg Heinrich (Geburtsjahr: 69 spielte davor bei: AC Fiorentina), der zum zweiten mal bereits für den BVB kickt. Heinrich hat zwar etwas der Klasse verloren, die damals Giovanni Trapatonnie bewogen ihn zum AC Florenz zu holen, aber er ist immer noch ein guter Spieler. Für einen Deutschen ist er sogar ausgesprochen kreativ und seine Flanken sind immer gefährlich für den Gegner. Leider hat er in letzter Zeit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Die vier genannten werden durch Lars Ricken (Geburtsjahr: 76 spielte davor bei: Eintracht Dortmund) unterstützt, der es irgendwie immer wieder schafft sich ins Team zu mogeln. Ricken galt einst als riesiges Talent in Deutschland und hat bereits in jungen Jahren erheblich am Erfolg des BVBs in den Neunziger Jahren beigetragen unter anderen hat er das entscheidende Tor im Finale der Championsleague gegen Juventus Turin erzielt. Leider hat sich Ricken seit dieser Zeit kaum vorwärts entwickelt eher das Gegenteil ist der Fall er ist einen Tick schwächer als noch vor einigen Jahren. Dieser Entwicklungsstillstand und oder Rückgang liegt wohl auch in den vielen Verletzungen begründet, die der Jungnationalspieler immer wieder wegstecken mußte. Genau wie Ricken spielt auch Sunday Oliseh (Geburtsjahr: 74 spielte davor bei: Juventus Torino) häufog in der ersten Mannschaft, obwohl auch er keinen Stammplatz sicher hat. Der einstige Kapitän der nigerianischen Mannschaft (ist nach Streit mit dem Verband zurückgetreten) ist ein solider Mittelfeldstratege der hin und wieder auch mal durch einen genialen Einfall glänzt. Oliseh ist in allem ziemlcih solide, nirgendwo überragend, aber auch nirgends richtig schlecht. Sein einziger Nachteil dürften wohl seine Fernschüße sein, die er immer wieder versucht und die absolut nie ins Tor gehen. Ein weitere interessanter Mann ist Otto Addo (Geburtsjahr: 75 spielte davor bei: Hannover 96), der in der vergangenen Saison zu den besten Borussen zählte, der aber nach einer schweren Verletzung sich erst wieder ins Team kämpfen muß. Des weiteren sitzen auf der Bank Miroslav Stevic (Geburtsjahr: 70 spielte davor bei: TSV München 1860), der den Verein in der nächsten Saison wohl verläßt, sowie die Talente Francis Bugri (Geburtsjahr: 80 spielte davor bei: Hessen Kassel), Florian Kringe (Geburtsjahr: 82 spielte davor bei: Sportfreunde Siegen) und Bankdrücker Sead Kapetanovic (Geburtsjahr: 72 spielte davor bei: VfL Wolfsburg) .

Sturm: (gute internationale Klasse)

Meines Erachtens gibt es keinen Club in Deutschland der über einen so vorzüglichen Angriff verfügt wie die Borussia. Als erstes wäre da natürlich Supertechniker Marcio Amoroso (Geburtsjahr: 74 spielte davor bei: Parma AC) zu nennen. Parma muß besoffen gewesen sein als sie ihren besten Stürmer nach Dormund abgaben ohne gleichwertigen Ersatz zu verpflichten (Parma spielt momentan gegen den Abstieg). Amoroso ist ein echter Brasilianer, technisch sehr beschlagen, torgefährlich aber auch ein ewiger Schönspieler. Angeblich soll sein Verhältnis zum Trainer nicht das Beste sein (Amoroso läßt sich nicht gerne auswechseln oder schonen), aber da er in der Borussen Aufstellung eigentlich gesetzt ist sollte ihn das auch nicht groß stören. Für mich ist er sogar einen Tick besser als Elber. Ich weiß auch nicht warum Scolari (Coach der Brasilianischen Nationalelf) den Dortmunder nicht nominiert, vor allem da Brasilien nicht mehr so gute Stürmer vefügt wie früher (Romario ist in die Jahre gekommen, Ronaldo ist ein ewiges Fragezeichen). Neben Amoroso spielt zumeist sein Landsmann Ewerthon (Geburtsjahr: 81 spielte davor bei: Corinthians São Paulo), der im Vergleich zu Amoroso ein echtes Schnäpchen war. Ewerthon ist sehr schnell, torgefährlich und immer Anspielbereit. Ein echter Vollblutstürmer. Neben den beiden Brasilianern spielt auch immer der Tscheche Jan Koller (Geburtsjahr: 73 spielte davor bei: RSC Anderlecht), der Mann mit Schuhgröße 50 ist zwar vor dem Tor alles andere als ein Killer, aber durch sein immenses Arbeitspensum hilft er der Mannschaft immer wieder weiter. So schafft es der Riese dank seines riesigen und stämmigen Körpers Lücken in die gegnerische Verteidigungsreihen zu reißen und hat auch immer ein gutes Auge für den Mitspieler. Koller ist natürlich auch in seiner Nationalmannschaft Stammspieler. Als Ersatz stehen der wieder von seinem Tumor genesener Heiko Herrlich(Geburtsjahr: 71 spielte davor bei: Borussia Mönchengladbach), der ebenfalls Langzeitverletzte Giuseppe "Billy" Reina (Geburtsjahr: 72 spielte davor bei: Arminia Bielefeld), der Fehlkauf Jan Derek Soerensen (Geburtsjahr: 71 spielte davor bei: Rosenborg BK) (verläßt wohl die Borussia demnächst) und der Jugendspieler Emmanuel Krontiris (Geburtsjahr: 83 spielte davor bei: Tennis Borussia Berlin) bereit.

Kurzinformationen:

Präsident: Dr. Gerd Niebaum
Manager: Michael Meier
Trainer: Matthias Sammer

Anschrift:

Strobelallee 50
Postfach 100509
44139 Dortmund
Tel.: (02 31) 90 20-0
Fax: (02 31) 90 20-1 05

Stadion: Westfalenstadion (68 600)
Vereinsfarben: Schwarz-Gelb
Internet: http://www.borussia-dortmund.de/

Geschichte:

1909 (19.12.) Gründung als FA Dreifaltigkeitsgemeinde Dortmund
1910 Fusion mit Britannia + Rhenania Dortmund zu FA Dreifaltigkeitsgemeinde Dortmund
1945 Auflösung
1945 Neugründung als SG Borussia 1898 Dortmund
1945 Umbenennung in BV Borussia Dortmund

Erfolge:

Deutsche Meisterschaft: (5) 1956, 1957, 1963, 1995, 1996.
Deutscher Pokal: (2) 1965, 1989.
Deutscher Superpokal: (3) 1989, 1995, 1996.
Europapokal der Landesmeister: (1) 1997.
Europapokal der Pokalsieger: (1) 1966.
Weltpokal: (1) 1997.

Prognose:

Der BVB schafft das Wunder und holt den Meistertitel und den Uefacup.

erstellt bei djaba am 23.04.2002 2173 Wörter

20 Bewertungen, 2 Kommentare

  • viper0

    26.04.2002, 22:10 Uhr von viper0
    Bewertung: sehr hilfreich

    SUPER bericht. Habe auch einen über Dortmund geschrieben.

  • Sandi

    25.04.2002, 15:33 Uhr von Sandi
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht, aber vielleicht noch einpaar Absätze mehr einfügen