Botanischer Garten Berlin Testbericht




ab 14,09 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von Hoernchen123
Ein Hoernchen steht im Urwald
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
So, nachdem ich nun schon so oft im Botanischen Garten hier in Berlin war, dass ich gar nicht mehr weiß, wie oft schon, muss ich doch nun endlich mal einen Bericht verfassen. Nicht, dass der schöne Garten auch noch geschlossen wird, bevor ich darüber berichtet habe...
1.Allgemeines...Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Der Botanische Garten ist in Berlin-Dahlem, also in Zehlendorf. Er befindet sich auf einem recht großen Areal, genau genommen ist dieses 43ha groß. Es hat zwei Eingänge, und zwar einen an der Straße Unter den Eichen sowie einen weiteren am Königin-Luise-Platz.
Zu erreichen ist der Botanische Garten, der alles andere als zentral liegt, mit dem Bus oder der S-Bahn. So kann man mit der S1 entweder bis zum S-Bahnhof Botanischer Garten fahren und dann den Schildern folgen zum Eingang (weit ist es nicht, ca. 300m) oder man fährt mit einem Bus bis direkt vor den Eingang Unter den Eichen, der Bus 148 fährt beispielsweise direkt vom Alexanderplatz durch bis dorthin. Man muss dann zwar einiges an Zeit im Bus verbringen, aber man wird eben bis zum Haupteingang kutschiert...
Mit dem Auto kann man natürlich auch zum Botanischen Garten fahren, aber die Parkplatzsuche dürfte nicht ganz einfach in der Gegend um die Eingänge sein.
Die Öffnungszeiten varrieren stark, je nachdem welche Jahreszeit gerade ist und so kann man den Garten zu folgenden Zeiten besuchen:
9-16 Uhr: November, Dezember und Januar
9-17 Uhr: Februar
9-18 Uhr: März und Oktober
9-19 Uhr: September
9-20 Uhr: April und August
9-21 Uhr: Mai, Juni und Juli
In der dunklen Jahreszeit ist also auch der Garten früher zu, was ja auch durchaus Sinn macht, im Dunklen würde man ja eh nur noch durch die Gewächshäuser und gewiss nicht mehr durch den Garten wandeln.
Eine halbe Stunde bevor der Garten schließt, schließen die Gewächshäuser, dort wird man dann auch immer von Wachpersonal herausgeschmissen.
Gelegentlich ist der Botanische Garten auch mal in der Nacht geöffnet, beispielsweise wenn die Königin der Nacht blüht oder wenn mal wieder nächtliches Orchideen-Anschauen angesagt ist. Diese Sonderöffnungszeiten sind aber sehr selten und werden dann als Veranstaltungshinweise in der Presse und auf der Homepage bekannt gegeben.
Auf dem Gelände des Gartens befindet sich auch das Botanische Museum, dieses ist täglich von 10-18 offen.
Die Eintrittspreise sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, aber dennoch ist das ganze noch immer erschwinglich. Sie gelten immer für den Garten, alle Schauhäuser und das Botanische Museum.
Für eine Tageskarte sind 5€ fällig, ermäßigt ist es die Hälfte und Ermäßigungen bekommen Schüler, Studenten, Auszubildende, Wehr-und Zivildienstleistende, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Schwerbehinderte und Besucher in Gruppen ab 12 Personen.
Es gibt auch Dauerkarten, wie die Jahreskarten für 60€ oder 20€ (ermäßigt), sowie Familienkarten (2 Erwachsene, 2 Kinder unter 14) für 10€ oder die Mehrfachkarte, bei der man 6x im Jahr in den Garten kann, aber nur 5x zahlen braucht.
Freien Eintritt haben Kinder unter 6 Jahren, Schwerbehinderte (über 70%) und deren Begleitperson, Betreuer von Klassen sowie Leute, die Mitglied im Verein zur Förderung des Botanischen Gartens sind.
Wer nur das Botanische Museum besuchen möchte zahlt 2 bzw. 1€.
Für Pilzsammler bietet der Botanische Garten im Übrigen einen weiteren, besonderen Service, nämlich die Pilzsprechstunde, wo man kostenlos seine Fundstücke aus den Wäldern kontrollieren lassen kann, ob auch kein giftiger Pilz darunter ist. Diese Pilzberatung gibt\'s jeden Montag, Dienstag und Donnerstag und zwar von 14-16 Uhr.
Ein weiterer Service des Botanischen Garten ist, dass sie Hochzeiten ausrichten...man kann im Mittelmeerhaus heiraten. Wer Interesse hat, kann sich auf der Webseite über die Termine erkundigen. Dieses Jahr ist im Sommer übrigens schon vieles ausgebucht.
Auch Führungen gibt es von Zeit zu Zeit und man kann sich die verschiedene Themen und die dazugehörigen Termine ebenfalls auf der Webseite ansehen.
Die Webseite des Botanischen Gartens ist unter http://www.bgbm.org/BGBM/overview.htm zu finden und sie macht stets einen aktuellen Eindruck. Sie ist recht simpel aufgebaut, so dass man narrensicher alles findet, in deutscher wie auch englischer Sprache und sie funktioniert in allen gängigen Brwosern prima.
2.Ein bißchen Historisches...
Nachdem der fürstliche Lust-und Kräutergarten eines Tages dem Großen Kurfürsten zu klein geworden war, beschloss man eine Erweiterung des Küchengartens und baute nun einen königlichen Mustergarten in Schöneberg. 1718 unterstellte der König von Preußen aus Kostengründen den Garten der Akademie der Wissenschaften und man begann wissenschaftlich an Pflanzen zu arbeiten. Der Garten in Schöneberg wurde dann allerdings zu klein, so dass man einen Umzug auf einen ehemaligen Kartoffelacker in Dahlem unternahm und dort findet man den Garten nun auf einer Fläche von 43ha. Inzwischen gehört der Garten zur Freien Universität, denen der Garten allerdings so langsam, aber sicher zu teuer wird, so dass seit Jahren im Gespräch ist, ihn zu schließen. Derzeit hört man wenig von diesen Schließungsgerüchten und der Garten versucht auch, ein wenig sich selbst über Wasser zu halten, wohl zum einen durch die nun höheren Eintrittspreise, zum anderen durch den \"Verein der Freunde des Botanischen Gartens\" und durch Pflanzenpatenschaften, man kann also die Patenschaften für eine Pflanze übernehmen und dann wohl jährlich etwas für sie spenden. Noch machen nur wenige davon Gebrauch, es besteht also noch die Chance, Pate seines Lieblingskaktus oder ähnlichem zu werden und dann sein Namensschild für immer neben der Pflanze prangen zu sehen ;).
3.Der Garten an sich...
Ich war, wie eingangs gesagt, nun schon so oft dort und das schon zu allen Jahreszeiten. Ich muss sagen, es lohnt sich fast immer, im Frühling und Sommer ist es aber natürlich etwas spannender als im Herbst oder Winter.
Im Frühling und Sommer kann man auch gut die Außenflächen geniessen, außerdem blühen viele Pflanzen. Im Winter hingegen sieht alles recht karg aus und es ist draußen auch einfach zu kalt.
Kommt man in den Botanischen Garten, egal durch welchen der Eingänge, gelangt man zunächst einmal zu großen Freiflächen mit Wiesen, Gemüsebeeten, Sommerblumenbeeten, kleinen Wäldern und einem sehr sehr großen Teich. Im Sommer kann man prima dort spazieren gehen, Eichhörnchen angucken und entspannen.
Schön ist der Duft-und Tastgarten, der auf hohen Blumenrabatten gepflanzt ist, so dass auch Rollstuhlfahrer etwas davon haben. Dort sind viele Pflanzen, die entweder sehr intensiv riechen oder sich interessiert anfühlen wie etwas der Wollziest (auch als \"Lammohr\" bekannt).
Das beste und auch am besten besuchte sind im Botanischen Garten aber natürlich die Gewächshäuser. Davon gibt es eigentlich nur zwei. Das eine ist das sogenannte Mittelmeerhaus, ein großes und vor allem sehr hohes Haus, wo man typische Gewächse aus dem Mittelmeerraum findet. Man kann einmal rundherum gehen und dabei auch noch seinen Weg durch einen gesonderten Bereich mit Moosen und Farnen bahnen, der ein bißchen was urwaldiges hat.
Das Highlight schlechthin ist dann aber das andere Gewächshaus, das im Primzip viele kleinere Gewächshäuser in sich vereint, die man alle erreicht, ohne rausgehen zu müssen, in dem man Stunden verbringen kann und dabei von Kontinent zu Kontinent und von Klimazone zu Klimazone wandelt. So landet man zunächst in einer Art tropischem Regenwald, wo es sehr warm ist und die Luft sehr feucht ist, nicht für jeden Kreislauf geeignet, für viele Pflanzen dafür umso mehr. Man kann dort große Bromelien bewundern, Schlingpflanzen hängen von der Decke und es ist alles sehr grün und dicht bewachsen. Es gibt ein paar Bänke zum Verweilen und eine Art kleines Bächlein. An einer Steinwand sieht man ab und an mal den einen oder anderen Gecko oder auch mal eine Kröte, diese Tiere bekommt man, dank ihrer guten Tarnung, aber selten zu Gesicht.
Im Anschluß geht\'s durch ein weiteres Gewächshaus mit Orchideen (ein paar blühen eigentlich immer) und danach kommt eines meines liebsten Gewächshäuser...
Nämlich das mit den tropischen Nutzpflanzen. Da ich, wie einige von Euch wissen, kaum etwas lieber mache, als die Kerne von tropischen Pflanzen auf der heimischen Fensterbank zu großen Pflanzen werden zu lassen, ist dieses Gewächshaus höchstinteressant für mich. Denn zum einen kann ich hier nun sehen, wie groß so eine Avocado oder Papaya wirklich mal werden kann, außerdem kann ich, bei Pflanzen, die ich habe, aber deren Namen ich nicht mehr weiß, schauen, was es denn ist, indem ich eine gleiche Pflanze dort anschaue und aufs Namenschild gucke und zudem habe ich dort auch schon einige Anregungen bekommen, was mir an Pflanzen noch so fehlt.
In diesem Gewächshaus laufen neuerdings ganz viele bunte Vögel herum, während es vor ein paar Jahren nur ein paar wenige waren, so zwitschend es darin nun gewaltig.
Im Anschluß geht\'s zu den Kamelien, die eigentlich nahezu immer blühen und in diesem Haus ist es auch endlich mal etwas kühler, so dass man verschnaufen kann.
Wärmer ist es dann im nächsten Gewächshaus, ein sehr großes und vor allem sehr hohes Glashaus, in dem unter anderem sehr sehr hohe Bambussträucher zu sehen sind. Aber es gibt noch viele weitere Pflanzen und es hat alles wieder etwas sehr urwaldiges. Schön ist dort der Teich mit dem Wasserfall, wo man Schildkröten und Kois anschauen und sogar streicheln kann.
Von diesem Haus aus gibt es winzige Abzweige in kleine Gewächshäuschen mit Farnen, Moosen, Steinpflanzen und manchmal auch Kakteen.
Weiter geht\'s nun nach Australien und Ozeanien, in ein etwas kühleres Haus, was dann in das Kakteenhaus führt, wo sehr warme und trockene Luft herrscht und wo man riesige Schwiegermutterstühle und vieles mehr an stacheligen Pflanzen bewundern kann.
Genau zwischen dem großen Haus mit dem Bambus und dem Australienhaus, gibt es einen Abzweig, wo man eine Treppe findet. Nach unten kann man zu den Toiletten, nach oben gelangt man ins Victoriahaus, einem Haus mit Seerosen und den großen Victoria-\"Seerosen\", die so große Blätter bekommen, dass man ein Baby darauf legen kann und es geht nicht unter (angeblich, die Probe aufs Exempel würde ich nicht unbedingt wagen).
Rundherum wachsen tropische Schlingpflanzen, unter anderem die recht schönen Gespensterblumen, die ich mir dann kurz nachdem ich sie im Botanischen Garten gesehen hatte, auch zulegte, weil ich sie so schön finde...
Das war es dann auch \"schon\" mit den Gewächshäusern und man hat, wenn man alles durch hat und genau hingeschaut hat, durchaus mehrere Stunden damit verbracht. Die Zeit vergeht wie im Fluge und es macht echt Spaß dort herumzuwandern.
Viele haben auch bei Besuchen in Botanischen Gärten übrigens auch Filmdöschen oder ähnliches dabei. Warum? Weil viele Leute Pflanzensamen absammeln und mitnehmen, um zu Hause mal das Glück mit den Pflanzen zu versuchen. Macht man sowas, sollte man sich natürlich nicht von den, nicht allzu zahlreichen, Mitarbeitern erwischen lassen ;).
Die Anlagen wirken alle immer sehr gepflegt, Unkraut gibt\'s faktisch nicht, aber das ganze hat dennoch den Charme von etwas richtig urwüchsigem. Störend sind lediglich die vielen Schilder, die dafür sorgen, dass es auf den Fotos dann doch nicht so ganz nach Urlaub im Urwald aussieht. Aber die Schilder haben ja auch ihr gutes, so erfährt man immer, was für eine Pflanze man da vor sich hat ;).
5.Kulinarisches, Shopping, Keramikabteilung...
Wer Hunger bekommt, kann im Botanischen Garten etwas dagegen tun. Es gibt ein Café sowie, zumindest im Sommer, ein paar Stände, die Eiscreme verkaufen. Das reicht allemal. Man kann sich ja auch selbst was zu essen von daheim mitbringen, das ist billiger und niemand hat etwas dagegen, wenn man sich essend und trinkend im Garten oder den Gewächshäusern auf den Bänken niederlässt.
Einen Laden gibt es direkt am Ausgang der Gewächshäuser, dort gibt\'s allerlei was mit Pflanzen zu tun hat, von Pflanzensamen aus dem Hause Tropica über Pflanzenbücher bis hin zu vielen Spielsachen aus Holz.
Die Keramikabteilung, auch Toiletten genannt, ist zweifach vorhanden, einmal im großen Gewächshaus und ein weiteres Mal draußen im Garten (dort gibt es eine Art größeres Klohäuschen). Die Toiletten sind sauber, aber wirken nicht mehr allzu neu und irgendwie merkt man dann doch den Geldmangel des Gartens.
6.Noch kurz etwas zum Botanischen Museum...
Ehrlich gesagt...es lohnt sich nicht. Dieses Museum, das sich auf 2 Etagen in einem Gebäude am Ausgang Königin-Louise-Platz befindet, ist eines der langweiligsten Museen, die ich kenne. Man findet dort alle möglichen Exponate, fast alles Herbarien oder aber Baumscheiben. Oder aber Modelle von Blüten aus Plastik, wie es sie früher im Bio-Unterricht zu bewundern gab. Nicht wiklich vom Hocker reissend.
Ich würde dieses Museum nicht empfehlen und selbst wenn bei jedem Besuch des Gartens immer ein Gutschein für das Museum dabei ist, habe ich die jedesmal bis auf eben genau einmal (da wollte ich es ja mal anschauen), verfallen lassen.
Wenn man eh schon den Garten aufsucht, kann man das Museum ja noch kurz mit ansehen, aber extra nur wegen dem Museum dorthin gehen, lohnt meiner Meinung nach, überhaupt nicht.
7.Geheimtip ;)
Noch ein kurzer Geheimtip, der nur indirekt mit dem Botanischen Garten zu tun hat. In unmittelbarer Nähe des Gartens, an der Straße Unter den Eichen hat sich ein Laden mit Pflanzensamen angesiedelt, der die beste Auswahl in ganz Berlin hat und vor allem viel exotisches aus dem Ausland führt. Dazu gibt\'s hervorragende Beratung. Wer also Pflanzensamen erstehen möchte oder Beratung in Sachen Pflanzen benötigt, sollte auf dem Weg vom Botanischen Garten zur S-Bahn nicht am S-Bahnhof abbiegen, sondern die Straße Unter den Eichen noch etwas weiterlaufen. Der Name des Ladens ist mir leider entfallen, da es aber in der ganzen Gegend nur einen einzigen Laden gibt, der so etwas führt, kann man den nicht übersehen.
===Fazit===
Der Botanische Garten ist defintiv einen Besuch wert, eigentlich sogar mehrere, am besten zu jeder Jahreszeit einmal. Es gibt viele schöne Pflanzen zu sehen, es ist eigentlich nie voll oder gar überfüllt und man kann viele Stunden ganz entspannt dort zubringen.
Also, volle 5 Sterne für den Botanischen Garten!
1.Allgemeines...Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Der Botanische Garten ist in Berlin-Dahlem, also in Zehlendorf. Er befindet sich auf einem recht großen Areal, genau genommen ist dieses 43ha groß. Es hat zwei Eingänge, und zwar einen an der Straße Unter den Eichen sowie einen weiteren am Königin-Luise-Platz.
Zu erreichen ist der Botanische Garten, der alles andere als zentral liegt, mit dem Bus oder der S-Bahn. So kann man mit der S1 entweder bis zum S-Bahnhof Botanischer Garten fahren und dann den Schildern folgen zum Eingang (weit ist es nicht, ca. 300m) oder man fährt mit einem Bus bis direkt vor den Eingang Unter den Eichen, der Bus 148 fährt beispielsweise direkt vom Alexanderplatz durch bis dorthin. Man muss dann zwar einiges an Zeit im Bus verbringen, aber man wird eben bis zum Haupteingang kutschiert...
Mit dem Auto kann man natürlich auch zum Botanischen Garten fahren, aber die Parkplatzsuche dürfte nicht ganz einfach in der Gegend um die Eingänge sein.
Die Öffnungszeiten varrieren stark, je nachdem welche Jahreszeit gerade ist und so kann man den Garten zu folgenden Zeiten besuchen:
9-16 Uhr: November, Dezember und Januar
9-17 Uhr: Februar
9-18 Uhr: März und Oktober
9-19 Uhr: September
9-20 Uhr: April und August
9-21 Uhr: Mai, Juni und Juli
In der dunklen Jahreszeit ist also auch der Garten früher zu, was ja auch durchaus Sinn macht, im Dunklen würde man ja eh nur noch durch die Gewächshäuser und gewiss nicht mehr durch den Garten wandeln.
Eine halbe Stunde bevor der Garten schließt, schließen die Gewächshäuser, dort wird man dann auch immer von Wachpersonal herausgeschmissen.
Gelegentlich ist der Botanische Garten auch mal in der Nacht geöffnet, beispielsweise wenn die Königin der Nacht blüht oder wenn mal wieder nächtliches Orchideen-Anschauen angesagt ist. Diese Sonderöffnungszeiten sind aber sehr selten und werden dann als Veranstaltungshinweise in der Presse und auf der Homepage bekannt gegeben.
Auf dem Gelände des Gartens befindet sich auch das Botanische Museum, dieses ist täglich von 10-18 offen.
Die Eintrittspreise sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, aber dennoch ist das ganze noch immer erschwinglich. Sie gelten immer für den Garten, alle Schauhäuser und das Botanische Museum.
Für eine Tageskarte sind 5€ fällig, ermäßigt ist es die Hälfte und Ermäßigungen bekommen Schüler, Studenten, Auszubildende, Wehr-und Zivildienstleistende, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Schwerbehinderte und Besucher in Gruppen ab 12 Personen.
Es gibt auch Dauerkarten, wie die Jahreskarten für 60€ oder 20€ (ermäßigt), sowie Familienkarten (2 Erwachsene, 2 Kinder unter 14) für 10€ oder die Mehrfachkarte, bei der man 6x im Jahr in den Garten kann, aber nur 5x zahlen braucht.
Freien Eintritt haben Kinder unter 6 Jahren, Schwerbehinderte (über 70%) und deren Begleitperson, Betreuer von Klassen sowie Leute, die Mitglied im Verein zur Förderung des Botanischen Gartens sind.
Wer nur das Botanische Museum besuchen möchte zahlt 2 bzw. 1€.
Für Pilzsammler bietet der Botanische Garten im Übrigen einen weiteren, besonderen Service, nämlich die Pilzsprechstunde, wo man kostenlos seine Fundstücke aus den Wäldern kontrollieren lassen kann, ob auch kein giftiger Pilz darunter ist. Diese Pilzberatung gibt\'s jeden Montag, Dienstag und Donnerstag und zwar von 14-16 Uhr.
Ein weiterer Service des Botanischen Garten ist, dass sie Hochzeiten ausrichten...man kann im Mittelmeerhaus heiraten. Wer Interesse hat, kann sich auf der Webseite über die Termine erkundigen. Dieses Jahr ist im Sommer übrigens schon vieles ausgebucht.
Auch Führungen gibt es von Zeit zu Zeit und man kann sich die verschiedene Themen und die dazugehörigen Termine ebenfalls auf der Webseite ansehen.
Die Webseite des Botanischen Gartens ist unter http://www.bgbm.org/BGBM/overview.htm zu finden und sie macht stets einen aktuellen Eindruck. Sie ist recht simpel aufgebaut, so dass man narrensicher alles findet, in deutscher wie auch englischer Sprache und sie funktioniert in allen gängigen Brwosern prima.
2.Ein bißchen Historisches...
Nachdem der fürstliche Lust-und Kräutergarten eines Tages dem Großen Kurfürsten zu klein geworden war, beschloss man eine Erweiterung des Küchengartens und baute nun einen königlichen Mustergarten in Schöneberg. 1718 unterstellte der König von Preußen aus Kostengründen den Garten der Akademie der Wissenschaften und man begann wissenschaftlich an Pflanzen zu arbeiten. Der Garten in Schöneberg wurde dann allerdings zu klein, so dass man einen Umzug auf einen ehemaligen Kartoffelacker in Dahlem unternahm und dort findet man den Garten nun auf einer Fläche von 43ha. Inzwischen gehört der Garten zur Freien Universität, denen der Garten allerdings so langsam, aber sicher zu teuer wird, so dass seit Jahren im Gespräch ist, ihn zu schließen. Derzeit hört man wenig von diesen Schließungsgerüchten und der Garten versucht auch, ein wenig sich selbst über Wasser zu halten, wohl zum einen durch die nun höheren Eintrittspreise, zum anderen durch den \"Verein der Freunde des Botanischen Gartens\" und durch Pflanzenpatenschaften, man kann also die Patenschaften für eine Pflanze übernehmen und dann wohl jährlich etwas für sie spenden. Noch machen nur wenige davon Gebrauch, es besteht also noch die Chance, Pate seines Lieblingskaktus oder ähnlichem zu werden und dann sein Namensschild für immer neben der Pflanze prangen zu sehen ;).
3.Der Garten an sich...
Ich war, wie eingangs gesagt, nun schon so oft dort und das schon zu allen Jahreszeiten. Ich muss sagen, es lohnt sich fast immer, im Frühling und Sommer ist es aber natürlich etwas spannender als im Herbst oder Winter.
Im Frühling und Sommer kann man auch gut die Außenflächen geniessen, außerdem blühen viele Pflanzen. Im Winter hingegen sieht alles recht karg aus und es ist draußen auch einfach zu kalt.
Kommt man in den Botanischen Garten, egal durch welchen der Eingänge, gelangt man zunächst einmal zu großen Freiflächen mit Wiesen, Gemüsebeeten, Sommerblumenbeeten, kleinen Wäldern und einem sehr sehr großen Teich. Im Sommer kann man prima dort spazieren gehen, Eichhörnchen angucken und entspannen.
Schön ist der Duft-und Tastgarten, der auf hohen Blumenrabatten gepflanzt ist, so dass auch Rollstuhlfahrer etwas davon haben. Dort sind viele Pflanzen, die entweder sehr intensiv riechen oder sich interessiert anfühlen wie etwas der Wollziest (auch als \"Lammohr\" bekannt).
Das beste und auch am besten besuchte sind im Botanischen Garten aber natürlich die Gewächshäuser. Davon gibt es eigentlich nur zwei. Das eine ist das sogenannte Mittelmeerhaus, ein großes und vor allem sehr hohes Haus, wo man typische Gewächse aus dem Mittelmeerraum findet. Man kann einmal rundherum gehen und dabei auch noch seinen Weg durch einen gesonderten Bereich mit Moosen und Farnen bahnen, der ein bißchen was urwaldiges hat.
Das Highlight schlechthin ist dann aber das andere Gewächshaus, das im Primzip viele kleinere Gewächshäuser in sich vereint, die man alle erreicht, ohne rausgehen zu müssen, in dem man Stunden verbringen kann und dabei von Kontinent zu Kontinent und von Klimazone zu Klimazone wandelt. So landet man zunächst in einer Art tropischem Regenwald, wo es sehr warm ist und die Luft sehr feucht ist, nicht für jeden Kreislauf geeignet, für viele Pflanzen dafür umso mehr. Man kann dort große Bromelien bewundern, Schlingpflanzen hängen von der Decke und es ist alles sehr grün und dicht bewachsen. Es gibt ein paar Bänke zum Verweilen und eine Art kleines Bächlein. An einer Steinwand sieht man ab und an mal den einen oder anderen Gecko oder auch mal eine Kröte, diese Tiere bekommt man, dank ihrer guten Tarnung, aber selten zu Gesicht.
Im Anschluß geht\'s durch ein weiteres Gewächshaus mit Orchideen (ein paar blühen eigentlich immer) und danach kommt eines meines liebsten Gewächshäuser...
Nämlich das mit den tropischen Nutzpflanzen. Da ich, wie einige von Euch wissen, kaum etwas lieber mache, als die Kerne von tropischen Pflanzen auf der heimischen Fensterbank zu großen Pflanzen werden zu lassen, ist dieses Gewächshaus höchstinteressant für mich. Denn zum einen kann ich hier nun sehen, wie groß so eine Avocado oder Papaya wirklich mal werden kann, außerdem kann ich, bei Pflanzen, die ich habe, aber deren Namen ich nicht mehr weiß, schauen, was es denn ist, indem ich eine gleiche Pflanze dort anschaue und aufs Namenschild gucke und zudem habe ich dort auch schon einige Anregungen bekommen, was mir an Pflanzen noch so fehlt.
In diesem Gewächshaus laufen neuerdings ganz viele bunte Vögel herum, während es vor ein paar Jahren nur ein paar wenige waren, so zwitschend es darin nun gewaltig.
Im Anschluß geht\'s zu den Kamelien, die eigentlich nahezu immer blühen und in diesem Haus ist es auch endlich mal etwas kühler, so dass man verschnaufen kann.
Wärmer ist es dann im nächsten Gewächshaus, ein sehr großes und vor allem sehr hohes Glashaus, in dem unter anderem sehr sehr hohe Bambussträucher zu sehen sind. Aber es gibt noch viele weitere Pflanzen und es hat alles wieder etwas sehr urwaldiges. Schön ist dort der Teich mit dem Wasserfall, wo man Schildkröten und Kois anschauen und sogar streicheln kann.
Von diesem Haus aus gibt es winzige Abzweige in kleine Gewächshäuschen mit Farnen, Moosen, Steinpflanzen und manchmal auch Kakteen.
Weiter geht\'s nun nach Australien und Ozeanien, in ein etwas kühleres Haus, was dann in das Kakteenhaus führt, wo sehr warme und trockene Luft herrscht und wo man riesige Schwiegermutterstühle und vieles mehr an stacheligen Pflanzen bewundern kann.
Genau zwischen dem großen Haus mit dem Bambus und dem Australienhaus, gibt es einen Abzweig, wo man eine Treppe findet. Nach unten kann man zu den Toiletten, nach oben gelangt man ins Victoriahaus, einem Haus mit Seerosen und den großen Victoria-\"Seerosen\", die so große Blätter bekommen, dass man ein Baby darauf legen kann und es geht nicht unter (angeblich, die Probe aufs Exempel würde ich nicht unbedingt wagen).
Rundherum wachsen tropische Schlingpflanzen, unter anderem die recht schönen Gespensterblumen, die ich mir dann kurz nachdem ich sie im Botanischen Garten gesehen hatte, auch zulegte, weil ich sie so schön finde...
Das war es dann auch \"schon\" mit den Gewächshäusern und man hat, wenn man alles durch hat und genau hingeschaut hat, durchaus mehrere Stunden damit verbracht. Die Zeit vergeht wie im Fluge und es macht echt Spaß dort herumzuwandern.
Viele haben auch bei Besuchen in Botanischen Gärten übrigens auch Filmdöschen oder ähnliches dabei. Warum? Weil viele Leute Pflanzensamen absammeln und mitnehmen, um zu Hause mal das Glück mit den Pflanzen zu versuchen. Macht man sowas, sollte man sich natürlich nicht von den, nicht allzu zahlreichen, Mitarbeitern erwischen lassen ;).
Die Anlagen wirken alle immer sehr gepflegt, Unkraut gibt\'s faktisch nicht, aber das ganze hat dennoch den Charme von etwas richtig urwüchsigem. Störend sind lediglich die vielen Schilder, die dafür sorgen, dass es auf den Fotos dann doch nicht so ganz nach Urlaub im Urwald aussieht. Aber die Schilder haben ja auch ihr gutes, so erfährt man immer, was für eine Pflanze man da vor sich hat ;).
5.Kulinarisches, Shopping, Keramikabteilung...
Wer Hunger bekommt, kann im Botanischen Garten etwas dagegen tun. Es gibt ein Café sowie, zumindest im Sommer, ein paar Stände, die Eiscreme verkaufen. Das reicht allemal. Man kann sich ja auch selbst was zu essen von daheim mitbringen, das ist billiger und niemand hat etwas dagegen, wenn man sich essend und trinkend im Garten oder den Gewächshäusern auf den Bänken niederlässt.
Einen Laden gibt es direkt am Ausgang der Gewächshäuser, dort gibt\'s allerlei was mit Pflanzen zu tun hat, von Pflanzensamen aus dem Hause Tropica über Pflanzenbücher bis hin zu vielen Spielsachen aus Holz.
Die Keramikabteilung, auch Toiletten genannt, ist zweifach vorhanden, einmal im großen Gewächshaus und ein weiteres Mal draußen im Garten (dort gibt es eine Art größeres Klohäuschen). Die Toiletten sind sauber, aber wirken nicht mehr allzu neu und irgendwie merkt man dann doch den Geldmangel des Gartens.
6.Noch kurz etwas zum Botanischen Museum...
Ehrlich gesagt...es lohnt sich nicht. Dieses Museum, das sich auf 2 Etagen in einem Gebäude am Ausgang Königin-Louise-Platz befindet, ist eines der langweiligsten Museen, die ich kenne. Man findet dort alle möglichen Exponate, fast alles Herbarien oder aber Baumscheiben. Oder aber Modelle von Blüten aus Plastik, wie es sie früher im Bio-Unterricht zu bewundern gab. Nicht wiklich vom Hocker reissend.
Ich würde dieses Museum nicht empfehlen und selbst wenn bei jedem Besuch des Gartens immer ein Gutschein für das Museum dabei ist, habe ich die jedesmal bis auf eben genau einmal (da wollte ich es ja mal anschauen), verfallen lassen.
Wenn man eh schon den Garten aufsucht, kann man das Museum ja noch kurz mit ansehen, aber extra nur wegen dem Museum dorthin gehen, lohnt meiner Meinung nach, überhaupt nicht.
7.Geheimtip ;)
Noch ein kurzer Geheimtip, der nur indirekt mit dem Botanischen Garten zu tun hat. In unmittelbarer Nähe des Gartens, an der Straße Unter den Eichen hat sich ein Laden mit Pflanzensamen angesiedelt, der die beste Auswahl in ganz Berlin hat und vor allem viel exotisches aus dem Ausland führt. Dazu gibt\'s hervorragende Beratung. Wer also Pflanzensamen erstehen möchte oder Beratung in Sachen Pflanzen benötigt, sollte auf dem Weg vom Botanischen Garten zur S-Bahn nicht am S-Bahnhof abbiegen, sondern die Straße Unter den Eichen noch etwas weiterlaufen. Der Name des Ladens ist mir leider entfallen, da es aber in der ganzen Gegend nur einen einzigen Laden gibt, der so etwas führt, kann man den nicht übersehen.
===Fazit===
Der Botanische Garten ist defintiv einen Besuch wert, eigentlich sogar mehrere, am besten zu jeder Jahreszeit einmal. Es gibt viele schöne Pflanzen zu sehen, es ist eigentlich nie voll oder gar überfüllt und man kann viele Stunden ganz entspannt dort zubringen.
Also, volle 5 Sterne für den Botanischen Garten!
16 Bewertungen, 1 Kommentar
-
13.03.2005, 13:40 Uhr von seacat
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! Wie immer - Liebe Grüße Karin
Bewerten / Kommentar schreiben