Drillingsblume Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von catmother
Eine Exotin vom Mittelmeer in meinem Wohnzimmer
Pro:
wunderschöne Pflanze mit tollen Blüten und Farben
Kontra:
nicht ganz pflegeleicht
Empfehlung:
Ja
Leider habe ich nicht den grünen Daumen meiner Mutter abbekommen, was mich öfter mal ärgert, denn ich muß gelegentlich meine kranken Pflanzen zu ihr schaffen, daß sie sich da wieder erholen.
Seit ich das erste Mal irgendwo im Süden war, bin ich begeistert von einer farbenfrohen Pflanze, die in Südeuropa bis hin nach Afrika und Asien anzutreffen ist und dort eine unglaubliche Farbpracht entwickelt – die Bougainvillea. Und schon immer möchte ich gern eine haben. Der erste Versuch mit einer Pflanze aus dem Gartencenter ging schief und die Bougainvillea ein.
Nun haben wir vor reichlich drei Jahren mal einige Senker aus Griechenland mitgebracht und – ich sag ja, der grüne Daumen meiner Mutter, da würde sogar ein Mülleimer Wurzeln schlagen und Blätter bekommen – seitdem wuchert sie prächtig im riesigen Schlafzimmerfenster meiner Eltern. Und von dieser Pflanze habe ich dann endlich mal einen Ableger bekommen. Nun will ich euch erzählen, was mir mit ihr passiert ist.
** Herkunft **
Den Namen verdankt diese Pflanze dem Seefahrer L. A. Comte de Bougainville, der von 1766 bis 1768 die Welt umsegelte und damit geehrt werden sollte.
Die Bougainvillea aus der Familie der Nyctaginaceae stammt aus dem tropischen und subtropischen Amerika, hat sich aber inzwischen bis nach Afrika, Europa und Asien verbreitet. Die Gattung umfasst ca. 14 Arten.
** Die Pflanze **
Bougainvillea sind in der Regel dornige Sträucher oder niedrige Bäume, die teilweise lianenartig wachsen. Im Handel werden sie deshalb oft an eine Art Rankgitter oder im Ring gebunden, um den Wildwuchs im Zaum zu halten.
Bemerkenswert daran ist, daß die farbigen Enden der Triebe, die wir für die Blüten halten, in Wirklichkeit nicht die Blüten sind, sondern sogenannte Hochblätter, die die eigentliche unscheinbare, weiße Blüte umschließen. Jeweils drei Blätter bilden den Schutz für die Blüte und die entwickeln die prächtigsten Farben. In Thailand habe ich apricot, weiß, rot, magenta, violett und sogar gelb gesehen und bin immer wieder fasziniert davon.
Mein eigenes Exemplar ist irgendwas zwischen magenta und violett.
Die vier bekanntesten Arten sind:
Bougainvillea glabra, was soviel wie kahl bedeutet, wurde 1894 aus Brasilien eingeführt. Die kann bis zu 5 m hoch werden und hat karminrote Hochblätter.
Bougainvillea Alexandra ist ein Kultivar, entstand 1950 in Holland – der Hochburg von Blumenzüchtungen – und hat ebenfalls karminrote Hochblätter.
Sanderiana blüht sehr reich und wird nicht so groß. Damit eignet sie sich zur Topfkultur.
Variegata blüht dagegen sehr spärlich mit cremeweißen Blättern.
** Pflege **
Die Bougainvillea ist eine ziemlich anspruchsvolle Pflanze, wie ich bemerkt habe. Obwohl in meinem Pflanzenbuch für den Standort „für mäßig beheizte Räume, Frischluftzufuhr erforderlich, sonnige bis absonnige Standorte“ vermerkt ist, hab ich wohl mit meiner was verkehrt gemacht.
Sie stand bis vor kurzem im Schlafzimmerfenster, wo sie auch den Winter verbrachte und mir diesen Standort mit einer wahren Blütenpracht dankte. Leider war die Sonne an diesem Südfenster wohl doch etwas zuviel und sie warf vor zwei Wochen alle Blätter ab, die zum Teil sogar verbrannt aussahen. Zudem hatte ich wohl ein wenig zuviel gegossen, denn sie hatte auch noch nasse Füße.
Was sind also ihre Ansprüche?
Ein sonniger, aber mindestens heller Standort, aber keine hohen Temperaturen und zu pralle Sonne.
Kontinuierliche Feuchtigkeit, aber keine Staunässe.
Während der Blüte sollte man sie regelmäßig alle 1 bis 2 Wochen düngen. Meine hat allerdings auch ohne Dünger prächtig Blüten entwickelt.
In den Wintermonaten braucht sie einen nur mäßig temperierten Standort und mäßige Feuchte. Dann wirft sie meist die Blätter ab und macht eine Ruhephase durch.
Während des Austriebs kann man die Pflanze auch gern mit Wasser besprühen, aber das ist mir immer zu umständlich, weil ich sonst entweder das ganze Fenster naß mache oder alles bis ins Bad schleppen muß. Aber wer seiner Bougainvillea was gutes tun will...
Wer einen geschützten Balkon oder eine Terrasse hat, kann den Topf auch gern nach draußen stellen. Schließlich ist sie in ihrer natürlichen Umgebung eine Pflanze, die Hauswände und Pergolen schmückt und im Freien unter normalen Bedingungen gut gedeiht.
Leider geht das bei mir nicht, da sie im Hof entweder Vollsonne oder nur Schatten abbekommen würde.
Im Februar sollte man die Triebe um ca. ein Drittel zurückschneiden, schwache Triebe sogar bis auf 3 bis 5 Blätter. Dort bilden sich dann vermehrt die Seitentriebe, die hauptsächlich den Ansatz der Blüten hergeben.
** Schädlinge **
Besonders gern werden die Bougainvillea von den kleinen saugenden Schädlingen befallen. Ich hatte schon Thripse dran, die ich nur durch ein chemisches Mittel wieder weg bekam. Dagegen hilft übrigens gut das Besprühen mit Wasser, denn Thripse vermehren sich besonders gut bei Wärme und Trockenheit.
Da dieses Kapitel besonders zu interessieren scheint, will ich noch was zu den Schädlingen sagen.
Thripse erkennt man daran, daß an den Blättern winzige ca. 2mm lange schwarze Dinger sitzen, die wie kleine Striche aussehen. Die saugen den Saft aus den Blättern, die davon durchsichtige bis weiße Stellen bekommen. Aber oft merkt man es fast garnicht, bis man die Pflanze mal genauer betrachtet.
Man kann, wenn der Befall nicht so stark ist, versuchen, die Tierchen abzulesen - ich zerquetsche sie einfach auf dem Blatt. Aber meist hilft nur noch Chemie, da die Eier bis in die kleinsten Winkel gelegt werden. Sehr effektiv ist BI58, das man aus dem Giftschrank eines Gartencenters bekommt und dann aus großem Abstand im Freien auf die Pflanze sprüht.
** Vermehrung **
Die beim Rückschnitt abgeschnittenen Triebe eignen sich besonders gut zur Vermehrung. Das Steckholz sollte nicht zu sehr verholzt sein und noch mindestens 3 bis 5 ruhende Knospen aufweisen. Allerdings bilden sich die Wurzeln im Boden nur bei hohen Temperaturen. Deshalb ziehen wir sie eher in Wasser. Dazu muß man aber geduldig sein, denn die Stecklingen benötigen manchmal bis zu 6 Monate, ehe sie geruhen, ein Lebenszeichen von sich zu geben.
** Umtopfen **
Die Bougainvillea sollte man jährlich im Frühjahr umtopfen. Dabei muß man auf die Dornen aufpassen, die sich an den Blattachseln bilden. Bei älteren Exemplaren kann man das Verpflanzungszyklus auf 2 bis 3 Jahre ausdehnen.
** Preis **
Wenn man niemanden hat, der einem einen Steckling zukommen läßt, ist wohl auf ein gut sortiertes Gartencenter angewiesen. Ich kann mich an den genauen Preis nicht mehr erinnern, aber meine erste Bougainvillea hat damals etwas um die 20 DM gekostet.
** Mein Fazit **
Die Bougainvillea ist eine Pflanze, die besondere Ansprüche hat und nicht leicht zu pflegen ist. Allerdings ist sie offensichtlich auch robust und vermag Pflegefehler hinzunehmen. Meine hat nämlich an den Stellen der abgeworfenen Blätter wieder neue angesetzt und ich hoffe, sie wird wieder so schön wie vorher.
Sie ist teuer in der Anschaffung, aber ein dankbares, toll blühendes Schmuckstück für jeden Haushalt oder Garten.
Seit ich das erste Mal irgendwo im Süden war, bin ich begeistert von einer farbenfrohen Pflanze, die in Südeuropa bis hin nach Afrika und Asien anzutreffen ist und dort eine unglaubliche Farbpracht entwickelt – die Bougainvillea. Und schon immer möchte ich gern eine haben. Der erste Versuch mit einer Pflanze aus dem Gartencenter ging schief und die Bougainvillea ein.
Nun haben wir vor reichlich drei Jahren mal einige Senker aus Griechenland mitgebracht und – ich sag ja, der grüne Daumen meiner Mutter, da würde sogar ein Mülleimer Wurzeln schlagen und Blätter bekommen – seitdem wuchert sie prächtig im riesigen Schlafzimmerfenster meiner Eltern. Und von dieser Pflanze habe ich dann endlich mal einen Ableger bekommen. Nun will ich euch erzählen, was mir mit ihr passiert ist.
** Herkunft **
Den Namen verdankt diese Pflanze dem Seefahrer L. A. Comte de Bougainville, der von 1766 bis 1768 die Welt umsegelte und damit geehrt werden sollte.
Die Bougainvillea aus der Familie der Nyctaginaceae stammt aus dem tropischen und subtropischen Amerika, hat sich aber inzwischen bis nach Afrika, Europa und Asien verbreitet. Die Gattung umfasst ca. 14 Arten.
** Die Pflanze **
Bougainvillea sind in der Regel dornige Sträucher oder niedrige Bäume, die teilweise lianenartig wachsen. Im Handel werden sie deshalb oft an eine Art Rankgitter oder im Ring gebunden, um den Wildwuchs im Zaum zu halten.
Bemerkenswert daran ist, daß die farbigen Enden der Triebe, die wir für die Blüten halten, in Wirklichkeit nicht die Blüten sind, sondern sogenannte Hochblätter, die die eigentliche unscheinbare, weiße Blüte umschließen. Jeweils drei Blätter bilden den Schutz für die Blüte und die entwickeln die prächtigsten Farben. In Thailand habe ich apricot, weiß, rot, magenta, violett und sogar gelb gesehen und bin immer wieder fasziniert davon.
Mein eigenes Exemplar ist irgendwas zwischen magenta und violett.
Die vier bekanntesten Arten sind:
Bougainvillea glabra, was soviel wie kahl bedeutet, wurde 1894 aus Brasilien eingeführt. Die kann bis zu 5 m hoch werden und hat karminrote Hochblätter.
Bougainvillea Alexandra ist ein Kultivar, entstand 1950 in Holland – der Hochburg von Blumenzüchtungen – und hat ebenfalls karminrote Hochblätter.
Sanderiana blüht sehr reich und wird nicht so groß. Damit eignet sie sich zur Topfkultur.
Variegata blüht dagegen sehr spärlich mit cremeweißen Blättern.
** Pflege **
Die Bougainvillea ist eine ziemlich anspruchsvolle Pflanze, wie ich bemerkt habe. Obwohl in meinem Pflanzenbuch für den Standort „für mäßig beheizte Räume, Frischluftzufuhr erforderlich, sonnige bis absonnige Standorte“ vermerkt ist, hab ich wohl mit meiner was verkehrt gemacht.
Sie stand bis vor kurzem im Schlafzimmerfenster, wo sie auch den Winter verbrachte und mir diesen Standort mit einer wahren Blütenpracht dankte. Leider war die Sonne an diesem Südfenster wohl doch etwas zuviel und sie warf vor zwei Wochen alle Blätter ab, die zum Teil sogar verbrannt aussahen. Zudem hatte ich wohl ein wenig zuviel gegossen, denn sie hatte auch noch nasse Füße.
Was sind also ihre Ansprüche?
Ein sonniger, aber mindestens heller Standort, aber keine hohen Temperaturen und zu pralle Sonne.
Kontinuierliche Feuchtigkeit, aber keine Staunässe.
Während der Blüte sollte man sie regelmäßig alle 1 bis 2 Wochen düngen. Meine hat allerdings auch ohne Dünger prächtig Blüten entwickelt.
In den Wintermonaten braucht sie einen nur mäßig temperierten Standort und mäßige Feuchte. Dann wirft sie meist die Blätter ab und macht eine Ruhephase durch.
Während des Austriebs kann man die Pflanze auch gern mit Wasser besprühen, aber das ist mir immer zu umständlich, weil ich sonst entweder das ganze Fenster naß mache oder alles bis ins Bad schleppen muß. Aber wer seiner Bougainvillea was gutes tun will...
Wer einen geschützten Balkon oder eine Terrasse hat, kann den Topf auch gern nach draußen stellen. Schließlich ist sie in ihrer natürlichen Umgebung eine Pflanze, die Hauswände und Pergolen schmückt und im Freien unter normalen Bedingungen gut gedeiht.
Leider geht das bei mir nicht, da sie im Hof entweder Vollsonne oder nur Schatten abbekommen würde.
Im Februar sollte man die Triebe um ca. ein Drittel zurückschneiden, schwache Triebe sogar bis auf 3 bis 5 Blätter. Dort bilden sich dann vermehrt die Seitentriebe, die hauptsächlich den Ansatz der Blüten hergeben.
** Schädlinge **
Besonders gern werden die Bougainvillea von den kleinen saugenden Schädlingen befallen. Ich hatte schon Thripse dran, die ich nur durch ein chemisches Mittel wieder weg bekam. Dagegen hilft übrigens gut das Besprühen mit Wasser, denn Thripse vermehren sich besonders gut bei Wärme und Trockenheit.
Da dieses Kapitel besonders zu interessieren scheint, will ich noch was zu den Schädlingen sagen.
Thripse erkennt man daran, daß an den Blättern winzige ca. 2mm lange schwarze Dinger sitzen, die wie kleine Striche aussehen. Die saugen den Saft aus den Blättern, die davon durchsichtige bis weiße Stellen bekommen. Aber oft merkt man es fast garnicht, bis man die Pflanze mal genauer betrachtet.
Man kann, wenn der Befall nicht so stark ist, versuchen, die Tierchen abzulesen - ich zerquetsche sie einfach auf dem Blatt. Aber meist hilft nur noch Chemie, da die Eier bis in die kleinsten Winkel gelegt werden. Sehr effektiv ist BI58, das man aus dem Giftschrank eines Gartencenters bekommt und dann aus großem Abstand im Freien auf die Pflanze sprüht.
** Vermehrung **
Die beim Rückschnitt abgeschnittenen Triebe eignen sich besonders gut zur Vermehrung. Das Steckholz sollte nicht zu sehr verholzt sein und noch mindestens 3 bis 5 ruhende Knospen aufweisen. Allerdings bilden sich die Wurzeln im Boden nur bei hohen Temperaturen. Deshalb ziehen wir sie eher in Wasser. Dazu muß man aber geduldig sein, denn die Stecklingen benötigen manchmal bis zu 6 Monate, ehe sie geruhen, ein Lebenszeichen von sich zu geben.
** Umtopfen **
Die Bougainvillea sollte man jährlich im Frühjahr umtopfen. Dabei muß man auf die Dornen aufpassen, die sich an den Blattachseln bilden. Bei älteren Exemplaren kann man das Verpflanzungszyklus auf 2 bis 3 Jahre ausdehnen.
** Preis **
Wenn man niemanden hat, der einem einen Steckling zukommen läßt, ist wohl auf ein gut sortiertes Gartencenter angewiesen. Ich kann mich an den genauen Preis nicht mehr erinnern, aber meine erste Bougainvillea hat damals etwas um die 20 DM gekostet.
** Mein Fazit **
Die Bougainvillea ist eine Pflanze, die besondere Ansprüche hat und nicht leicht zu pflegen ist. Allerdings ist sie offensichtlich auch robust und vermag Pflegefehler hinzunehmen. Meine hat nämlich an den Stellen der abgeworfenen Blätter wieder neue angesetzt und ich hoffe, sie wird wieder so schön wie vorher.
Sie ist teuer in der Anschaffung, aber ein dankbares, toll blühendes Schmuckstück für jeden Haushalt oder Garten.
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