Brooklynbridge Testbericht

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Erfahrungsbericht von firefly257

5657 Kilometer Draht

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

.. und eine ganze Menge Stahl. Das sind quasi die Zutaten mit denen eines der beeindruckendsten Bauwerke der westlichen Welt geschaffen wurde: die Brooklyn Bridge in New York.

Fertiggestellt im Jahre 1883 nach etwa 16 Jahren Arbeit verbindet sie heute die Stadtteile Manhattan und - wie der Name schon sagt - Brooklyn.
Majestaetisch erstreckt sie sich ueber den East River und ueberspannt dabei eine Strecke von knapp 6000 Fuss, also grob gesagt circa 2 Kilometer, wobei allein der Teil zwischen den beiden mittleren gotischen Boegen knapp 500 Meter lang ist.

Sie war damals die erste aus Stahl gebaute Haengebruecke (entworfen vom preussischen Ingenieur John A. Roebling) und bis ins 20. Jahrhundert hinein die groesste Bruecke der Welt. Und sie war sogar zur Zeit ihrer Entstehung das zweithoechste Gebaeude in New York ueberhaupt (nur noch von der Trinity Church ueberragt).

Ihren dunkelsten Moment hatte sie bereits wenige Tage nach ihrer Eroeffnung 1883, als bei einer Massenpanik 12 Menschen zu Tode getrampelt wurden, doch diese Gefahr duerfte heute nicht mehr bestehen. Zu ruhig und staunend spazieren die meisten heutzutage ueber die Bruecke, und bis auf ein paar uebereifrige Fahrradfahrer gibt es kaum etwas was die Atmosphaere stoeren wuerde.

Wer ebenfalls diesen vielbegangenen Weg beschreiten will, der hat zwei Moeglichkeiten: entweder er nimmt die U-Bahn (am besten die Linien J, M oder Z, denn die fahren oberirdisch ueber den East River und bieten eine schoene Aussicht) nach Brooklyn und marschiert dann zu Fuss nach Manhattan, oder er beginnt den Gang auf der Manhattan-Seite und marschiert dann rueber nach Brooklyn. In diesem Fall kommt ihr am einfachsten mit der gruenen Linie (4, 5, 6) zur Brooklyn Bridge U-Bahn-Station. Ich persoenlich habe letztere Variante gewaehlt und sie auch keineswegs bereut, denn wenn man langsam von Manhattan weglaeuft, und immer mehr die Sonne an der Suedspitze hervorlugt und man dann am Ende des Weges das komplette Panorama vor sich hat, dann ist das eine viel schoenere Belohnung fuer den Weg als wenn man schon von Anfang an alles sieht.

Auf jeden Fall sollte man am spaeten Nachmittag gehen, denn dann erstrahlen die Stahlpfeiler im goldenen Glanz der Abendsonne, und wenn man in Brooklyn angelangt ist, bekommt man ausserdem noch die Skyline bei Nachtbeleuchtung zu sehen.. was will man mehr?! Ausserdem ist der Wind und die Temperatur generell entscheidend fuer die Erfahrung: waehrend Freunde von mir im eisigen Thanksgiving-Wind dieses Jahr die Bruecke in Angriff genommen haben und sich buchstaeblich den Allerwertesten abgefroren haben, hatte ich das Glueck im Dezember einen warmen Tag mit circa 15 Grad plus zu erwischen, an dem ausserdem kaum Wind wehte und die besagte Abendsonne den Spaziergang unvergesslich werden liess.
Ausserdem sorgte die Jahreszeit dafuer, dass nicht allzuviele Touristen die Bruecke in Beschlag genommen haben (im Sommer ist dies einer der kuehlsten Orte im heissen New York und daher wohlbesucht), was natuerlich meine Fotoapparat gefreut hat.

Im grossen und ganzen habe ich schaetzungsweise eine knappe Stunde auf der Bruecke verbracht. Die Aussicht auf die Suedspitze Manhattans mit der Freiheitsstatue ganz klein in der Ferne war berauschend und wenn man sich ein wenig umguckt und die richtige Stelle sucht, dann stoert die Sonne auch nicht beim fotografieren. Im Gegenteil, es bieten sich wunderschoene Spiegelungen in den Glasfenstern der Skyscraper und im Wasser des East River.
Ausserdem sehen die Boegen der Bruecke im Licht der Nachmittagssonne noch viel eindrucksvoller aus, und daher sollte man auf jeden Fall zu spaeterer Stunde den Weg beschreiten.

Was man natuerlich nicht vergessen darf, ist dass einige Meter unter dem Fussgaengerweg auch noch Autos langfahren. Ihr werdet also keine stille Natur vorfinden sondern das Wummern der Autos unter euch und die leicht bebenden Holzbretter des Fussweges werden euch staendig vor Augen halten, dass ihr immer noch in einer der groessten Staedte der Welt seid. Doch dieses Verkehrsrauschen macht sie Sache nur noch besser. Man hat das Gefuehl ueber allem zu stehen. Die Autos unter einem, die gigantische Skyline vor einem, und nach oben ragen imposante Betonboegen und Stahlseile in den Himmel...

Wie Walt Whitman sagen wuerde:
\"Gorgeous clouds of the sunset drench with your splendor me, or the men and women generations after me!... Stand up tall masts of Manhattan! stand up, beautiful hills of Brooklyn!\"

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