Meteor (gebundene Ausgabe) / Dan Brown Testbericht

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Erfahrungsbericht von billblack

Meteor

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Endlich mal was anderes von Dan Brown. Nix mit Jesus, Vatikan oder Papstmord. Na gut... Meteor ist nicht unbedingt der Riesenhammer, aber der gewährte Einblick in die amerikanische Politik scheint mir nicht ganz so weit hergeholt. Klingt ja nun alles recht schlüssig und lesbar, wenn man bedenkt, dass er seinen globalen Heimatkontinenten angreift, oder so...
Irgendwie wartet man Seite für Seite auf den glänzenden Auftritt eines Robert Langdon, doch der will einfach nicht kommen. Schön... wenn man genauer darüber nachdenkt, hat der ja nun überhaupt nix dort zu suchen, aber nett wär’s doch gewesen, oder? Immerhin hat Brown ja gesagt, er wolle die Filmrechte zu Sakrileg nicht verkaufen, weil er ja eine gigantische Serie über diesen Helden schreiben wollte. Tja! Pech gehabt. Robbie hatte wohl keine Zeit. Statt seiner taucht eine hübsche Rachel auf, die, laut Beschreibung viel zu wenig Sex genießt und unbedingt frustriert sein muss. Abgesehen davon ist sie politisch äußerst motiviert. Das glaubt zumindest der Präsident der Vereinigten Staaten. Der erscheint in dieser Story allerdings eher als Weichei und weiß die ganze Zeit nicht so recht... oder, wie unser Kaiser Franz zu sagen pflegte... Schau’ma mal.
Die NASA bangt offensichtlich um ihren Ruf und bringt zunächst einmal einen Finder um, der wohl als erster Mensch auf der Welt einen echten außerirdischen Felsbrocken entdeckt hat. Soviel zum Prolog. Besagte Rachel wird vom „Präsi“, also quasi vom „Weichei“ als Beraterin hinzugezogen, obwohl die eigentlich gar keinen Bock hat. Irgendwie lässt sie sich also vom Präsi-Weichei überreden und fliegt zum außerirdischen Fund in die Arktis. Natürlich bekommt sie zuerst einmal Frostbeulen an den Eierstöcken und schimpft wie eine Furie, doch dann sieht sie das Weltall-Ei und findet es ganz toll. Na. Wäre auch komisch, wenn’s anders gekommen wär.
Der Weichei-Präsi überredet sie, in einem Fernsehinterview über das tolle Ei zu sprechen, was sie auch tut und eine Minute später ist sie die berühmteste Person der Welt. Noch eine unangenehmere Minute später stellt sie aber fest, dass dieses Ei von der NASA gelegt wurde und eigentlich gar nicht so außerirdisch war, wie es zuvor den Anschein hatte. Sieht ganz schwer nach Manipulation aus und offensichtlich wollte die NASA ihren Ruf rechtfertigen, damit die Forschungsgelder weiter fleißig fließen.

Nachdem Rachel also Bescheid weiß, rollt ein Tötungskommando an, um sie zu beseitigen. Wer will schon gern die Wahrheit über die NASA wissen, was? HäHä!
Hier wird es nun wirklich spannend. Nicht nur der Präsident bangt um seinen billigen Weichei-Ruf, sondern unsere Rachel bangt gleichermaßen um ihr Leben. Na! Da is was los.

Nur... wer hätte geahnt, dass ein schwaches Mädel so viel Power an den Tag legt, wenn es um ihr Leben geht... und selbst der Weichei – Präsident der Vereinigten Staaten hat nicht Macht genug, sie aufzuhalten. Immerhin ist sie ja eine Frau, die in einem Männer-Game mitspielt. Und wir wissen alle, welche Waffen eine Frau einsetzt, wenn sie in einer Männerwelt mitspielt, oder was??? Wissen wir doch, ODER??? Wissen wir NICHT???

Dann lesen Sie, verdammt noch mal, dieses Buch und sagen mir dann, ich hätte unrecht, ODER..?
Zu Ihrer Information: Das Buch ist spannend aber zu lang. Mit seinen 620 Seiten (gebundene Lübbe Version) möchte ich behaupten, hätte man Seiten in dreistelliger Zahl kürzen können, ohne an Qualität zu verlieren. Dann wäre das Buch Spitze gewesen. So verurteile ich den Kapitän, Dan Brown, wegen Spannungsberaubung zu einer lebenslänglichen Schreibphase, die ihn zwingt, unbedingt weiterzuschreiben ohne einen anderen Beruf überhaupt in Betracht zu ziehen. Diese Strafe ist ohne Bewährung abzuleisten und ich ziehe, als Richter, meinen Hut vor diesem Autor, der es innerhalb eines Jahres geschafft hat, die gesamte Weltbevölkerung mit verschiedenen Themen zu beschäftigen, im Besonderen mit dem Jesus – Fragment, das nicht nur den Vatikan, sondern den gesamten Planeten über Monate hinweg beschäftigt hat. Darüber hinaus vermute ich sehr stark, dass mir sein Buch Meteor schlechter erschien, weil der Rest seiner Bücher, die ich wohlweislich zuvor gelesen hatte, dermaßen auf der Zunge zergingen, dass ein Frank Schätzing neidisch geworden wäre.

Wir alle wissen, was wir schmecken, wenn wir unmittelbar nach dem Verzehr unserer Lieblingsspeise etwas naschen möchten. Nichts schmeckt mehr so gut, wie der Moment, der uns zuvor so orgastisch verwöhnt hat. Nichts ist mehr gut genug. Nach Illuminati verspürte ich das Bedürfnis nach einer weiteren Praline. Ich wollte meeehr von diesem Heil. Mein Glück war, dass Sakrileg diese Praline darstellte. Oh, wie sehr genoss ich dieses Buch. Drei Tage voller sehnsüchtiger Begierde nach mehr... und endlich genoss ich die finale Explosion, wie einen Org...
Orgelklang in der Kirche... oder haben Sie etwas anderes gedacht? Wir wollen es nicht übertreiben. So gut ist er nun auch wieder nicht. Ich wollte lediglich sagen, dass Illuminati und Sakrileg die Hoffnung auf noch mehr derartiger Spannung geebnet hatte und Meteor dieser Hoffnung einfach nicht gerecht wurde. Verdammt noch mal. Wer kann schon so gut schreiben, dass er von Buch zu Buch immer besser wird. Meteor ist deshalb nicht schlechter. Dennoch kommt er an die anderen beiden nicht heran, tut mir leid, is’ halt so. Lesenswert ist er dennoch allemal. Das versprech ich euch. Also... nicht verzagen... einfach Bill Black fragen... oder???
Euer Bill Black!

9 Bewertungen, 3 Kommentare

  • SuicideToday

    03.06.2006, 20:43 Uhr von SuicideToday
    Bewertung: sehr hilfreich

    könnte ein wenig mehr gliederung und infos vertragen

  • topfmops

    03.06.2006, 16:06 Uhr von topfmops
    Bewertung: weniger hilfreich

    Verwechselst Du hier nicht im Einklang mit Dan Brown 'fiction' und 'faction'??

  • blackangel63

    03.06.2006, 15:53 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    (•¿•)›…..SH - LG Anja......‹(•¿•)› & schöne Pfingsten !