Brüssel Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2005
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Erfahrungsbericht von sugips
Reif für Brüssel
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nun werde ich auch die letzte Städtegeschichte erweitern und aktualisieren.
Ich glaube für Brüssel muß man reif werden. Ich war ein paar Mal dort und jedes Mal ist es schöner und interessanter geworden. Zur jugendlichen Interrailzeit war ich dankbar für die guten und günstigen Pommes Frites, bewunderte die Sehenswürdigkeiten, aber begeistert hat mich die Stadt nicht. Mag sein, dass mir dort auch für vieles einfach das notwendige Kleingeld fehlte.
Aber Geschmack läßt sich ja bekanntlich bilden und mit der Zeit beginnt man sich ihn auch leisten zu können. Eigentlich spricht ja einiges gegen Brüssel: es gibt je nach Jahreszeit zwischen 13 (September) und 21 (November und Jänner) Regentage pro Monat, dafür maximal 7 Sonnenstunden pro Tag. Es wird nie richtig heiß, nie richtig kalt: Die stadt ist voll mit EU-Beamten, was den Flair eigenartig unnatürlich internationalisiert und das Leben doch sehr verteuert. Der einzige Vorteil, man findet immer irgendjemanden, der seine Sprache spricht.
Aber genug gemotzt: es gibt ja die Belgier und ihre Genußsucht. Und die ist schon phänomenal. Man gehe zum Hauptplace, die berühmte "Grand' Place" oder "Grote Markt", umgeben vom Rathaus und den prächtigsten Zufthäusern, mehr oder weniger ein architektonisch geschlossenes Ensemble aus dem 15. Jahrhundert. Dann wirklich seiner Nase nach in die berühmten Freßgassen und man wird wissen, was ich meine. Beheizte Vorgärten für das ungestörte Essen im freien auch im Winter, herrlichste Fischbuffets und -Becken, Pasteten-, Wurst-, Confiserie-, Käse- und ...Spezialgeschäfte. Mir rinnt schon beim Erinnern das Wasser im Mund zusammen. Kleine geschäfte, mittlere Läden und dazwischen Jugenstil- und Art Déco-Einkaufspassagen. Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Cafés und und und. Und wer länger da bleibt, wird auch Spezialmarkthallen, Blutwurstboutiquen und dergleichen mehr entdecken.
Sind schon verfressen diese Belgier aber mit Stil.
Und gut essen und trinken sollte man schon in Brüssel, denn man geht viel trotz guter öffentlicher Verkehrsmittel. Durch die Gassen und Straßen der "Innenstadt", um sich am mittelalterlichen Flair zu erfreuen und in weiteren Kreisen immer mehr Jugendstilbauten und Bauten der 20er Jahre zu entdecken. Dann kommen die vielen Kirchen mit der Kathedrale St. Michel an der Spitze, Paläste, Museen, revitalisierte Arbeiterviertel (Marollen) etc. etc.
Und fährt man einmal wohin, wie zum Atomium, dem mittlerweile sehr baufälligen Großnachbau eines Atoms, oder nach Waterloo, dann gibt es dort eben umfangreiche Parks oder Schlachtfelder, die auch erst durchwandert werden wollen.
Daher freut man sich auch, daß das Nachtleben erst ziemlich spät beginnt. Zuerst will ja auch wieder einmal essen gegangen werden, dann in eine der Spätvorstellungen der Kinos (Brüssel ist wie Paris eine Kinostadt), dann in eine Bar, eine Disco oder einen Jazzclub. Ich am liebsten in eine schöne alte Bar für den Schlummerdrunk.
Dann in eines der vielen Hotels und am nächsten Tag wieder durch die Straßen, in die Antiquitätengeschäfte oder in die mir noch lieberen herrlichen Buchantiquariate.
NB. Sollte ich meine Serie ... mit Kind fortsetzen, dann würde ich in Brüssel ins Comic-Museum gehen, mich an dem famosen Jugendstilbau erfreuen und die Kinder schmöckern lassen; es gibt auch ein ganz ausgezeichnetes Kindermuseum, in dem man Kinder auch unter fachkundiger Betreuuung (ab 4 Jahren bis ungefähr 12) auch einige Stunden alleine lassen kann, aber wer bringt das schon übers Herz, mit vielen Experimenten, Spielen, einem Park, Workshops etc. Außerdem noch ein Spielzeugmuseum (leider mehr zum Schauen) und einen recht angenehmen Rummelplatz (so wie der Wurstelprater in Wien oder der Tivoli in Kopenhagen). Aber irgenwie müssen sie - wie gesagt - erst älter werden, um Brüssel schätzen zu können.
Der öffentliche Nahverkehr in Brüssel sehr zu empfehlen: 3 U-Bahn-Linien, Straßenbahnen und Busse bieten eine gute Versorgung. Es gibt Tageskarten, und Mehrfahrten-Tickets. Wichtig: bei jedem Einsteigen neu entwerten und bei Haltestellen (oberiordisch) kräftig winken, die Busse halten nur, wenn es auch Fahrgäste gibt.
Also auf nach Brüssel, ich hoffe, ich konnte etwas helfen. War übrigens auch einmal österreichisch *g*, auf irgendetwas muß man ja stolz sein und seis auf die Geschichte.
Um die Geschichte abzurunden: die Pommes Frites schmecken noch immer ausgezeichnet. Die Designerhotels werden mehr und die Kilos sind schwerer wieder weg zu bekommen.
Ich glaube für Brüssel muß man reif werden. Ich war ein paar Mal dort und jedes Mal ist es schöner und interessanter geworden. Zur jugendlichen Interrailzeit war ich dankbar für die guten und günstigen Pommes Frites, bewunderte die Sehenswürdigkeiten, aber begeistert hat mich die Stadt nicht. Mag sein, dass mir dort auch für vieles einfach das notwendige Kleingeld fehlte.
Aber Geschmack läßt sich ja bekanntlich bilden und mit der Zeit beginnt man sich ihn auch leisten zu können. Eigentlich spricht ja einiges gegen Brüssel: es gibt je nach Jahreszeit zwischen 13 (September) und 21 (November und Jänner) Regentage pro Monat, dafür maximal 7 Sonnenstunden pro Tag. Es wird nie richtig heiß, nie richtig kalt: Die stadt ist voll mit EU-Beamten, was den Flair eigenartig unnatürlich internationalisiert und das Leben doch sehr verteuert. Der einzige Vorteil, man findet immer irgendjemanden, der seine Sprache spricht.
Aber genug gemotzt: es gibt ja die Belgier und ihre Genußsucht. Und die ist schon phänomenal. Man gehe zum Hauptplace, die berühmte "Grand' Place" oder "Grote Markt", umgeben vom Rathaus und den prächtigsten Zufthäusern, mehr oder weniger ein architektonisch geschlossenes Ensemble aus dem 15. Jahrhundert. Dann wirklich seiner Nase nach in die berühmten Freßgassen und man wird wissen, was ich meine. Beheizte Vorgärten für das ungestörte Essen im freien auch im Winter, herrlichste Fischbuffets und -Becken, Pasteten-, Wurst-, Confiserie-, Käse- und ...Spezialgeschäfte. Mir rinnt schon beim Erinnern das Wasser im Mund zusammen. Kleine geschäfte, mittlere Läden und dazwischen Jugenstil- und Art Déco-Einkaufspassagen. Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Cafés und und und. Und wer länger da bleibt, wird auch Spezialmarkthallen, Blutwurstboutiquen und dergleichen mehr entdecken.
Sind schon verfressen diese Belgier aber mit Stil.
Und gut essen und trinken sollte man schon in Brüssel, denn man geht viel trotz guter öffentlicher Verkehrsmittel. Durch die Gassen und Straßen der "Innenstadt", um sich am mittelalterlichen Flair zu erfreuen und in weiteren Kreisen immer mehr Jugendstilbauten und Bauten der 20er Jahre zu entdecken. Dann kommen die vielen Kirchen mit der Kathedrale St. Michel an der Spitze, Paläste, Museen, revitalisierte Arbeiterviertel (Marollen) etc. etc.
Und fährt man einmal wohin, wie zum Atomium, dem mittlerweile sehr baufälligen Großnachbau eines Atoms, oder nach Waterloo, dann gibt es dort eben umfangreiche Parks oder Schlachtfelder, die auch erst durchwandert werden wollen.
Daher freut man sich auch, daß das Nachtleben erst ziemlich spät beginnt. Zuerst will ja auch wieder einmal essen gegangen werden, dann in eine der Spätvorstellungen der Kinos (Brüssel ist wie Paris eine Kinostadt), dann in eine Bar, eine Disco oder einen Jazzclub. Ich am liebsten in eine schöne alte Bar für den Schlummerdrunk.
Dann in eines der vielen Hotels und am nächsten Tag wieder durch die Straßen, in die Antiquitätengeschäfte oder in die mir noch lieberen herrlichen Buchantiquariate.
NB. Sollte ich meine Serie ... mit Kind fortsetzen, dann würde ich in Brüssel ins Comic-Museum gehen, mich an dem famosen Jugendstilbau erfreuen und die Kinder schmöckern lassen; es gibt auch ein ganz ausgezeichnetes Kindermuseum, in dem man Kinder auch unter fachkundiger Betreuuung (ab 4 Jahren bis ungefähr 12) auch einige Stunden alleine lassen kann, aber wer bringt das schon übers Herz, mit vielen Experimenten, Spielen, einem Park, Workshops etc. Außerdem noch ein Spielzeugmuseum (leider mehr zum Schauen) und einen recht angenehmen Rummelplatz (so wie der Wurstelprater in Wien oder der Tivoli in Kopenhagen). Aber irgenwie müssen sie - wie gesagt - erst älter werden, um Brüssel schätzen zu können.
Der öffentliche Nahverkehr in Brüssel sehr zu empfehlen: 3 U-Bahn-Linien, Straßenbahnen und Busse bieten eine gute Versorgung. Es gibt Tageskarten, und Mehrfahrten-Tickets. Wichtig: bei jedem Einsteigen neu entwerten und bei Haltestellen (oberiordisch) kräftig winken, die Busse halten nur, wenn es auch Fahrgäste gibt.
Also auf nach Brüssel, ich hoffe, ich konnte etwas helfen. War übrigens auch einmal österreichisch *g*, auf irgendetwas muß man ja stolz sein und seis auf die Geschichte.
Um die Geschichte abzurunden: die Pommes Frites schmecken noch immer ausgezeichnet. Die Designerhotels werden mehr und die Kilos sind schwerer wieder weg zu bekommen.
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