Brüssel Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2005
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Erfahrungsbericht von waterloo
Brüssel, das sympathische Chaos
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Brüssel sehen und sterben? Das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber einen Besuch sollte man der \"Hauptstadt Europas\" auf jeden Fall abstatten.
GESCHICHTE:Vor allem die Geschichte der Stadt ist bemerkenswert: 979 wurde Brüssel offiziell gegründet. 1482 kam es unter die Habsburger Herrschaft. 1531 als Hauptstadt der spanischen Niederlande, wird Brüssel 1794 französisch. Als Napoleon 1815 die Schlacht in Waterloo verliert, muß Frankreich als Folge Belgien an die Niederlande abtreten. 1831 wird Leopold von Sachsen-Coburg zum belgischen König gewählt. 1935 und 1958 findet in der belgischen Hauptstadt die Weltausstellung statt. 2000 wird Brüssel Kulturhauptstadt Europas.
Eine bewegte Vergangenheit also und die Einflüsse der Herrscher sind überall zu spüren.
Brüssel 2002: die Stadt, die stolzer Sitz der EU und der Nato ist, zählt beinahe eine Million Einwohner, davon 25% Ausländeranteil. Viele EU-Beamte leben in Brüssel, die Stadt ist generell sehr multikulturell. Man kann indonesisch essen, in marokkanischen Geschäften einkaufen oder in einer dänischen Taverne ein Bier trinken. Auch leben viele Gastarbeiter, v.a. Afrikaner und Portugiesen, in der belgischen Hauptstadt.
In Belgien wird flämisch und vallonisch (französisch) gesprochen, in Brüssel überwiegen v.a. die Französischsprachigen. Generell muß man aber feststellen, dass Flamen und Vallonen sich nicht allzu gut vertragen. Daher hat man sich in Belgien darauf geeinigt, als Staatsform die Monarchie mit einem deutschen König einzuführen. Leopold I. von Sachsen-Coburg war der erste König, es folgten Baudoin, Leopold II. und Albert. Brüssel ist daher geradezu übersät mit Denkmälern, Parks und königlichen Palästen, jedoch ist speziell König Albert bei den Belgiern nicht allzu beliebt und es stellt sich allmählich die Frage, wie lange die belgische Monarchie noch halten wird.
Brüssel selbst wird in 19 unabhängige Gemeinden unterteilt, wobei jede Gemeinde einen eigenen Bürgermeister, eigene Polizei, Feuerwehr etc. besitzt. Daß diese Tatsache manchmal zu chaotischen Zuständen führt, kann man sich vorstellen.
SIGHTS: Sehenswürdigkeiten hat Brüssel genügend zu bieten: Man beginnt den Stadtbummel am besten auf dem \"grand place\" oder \"grote markt\". Dieser ist mit seinen über 30 Zunft, -und Gildehäusern wirklich einer der schönsten Plätze Europas. In den umliegenden Gässchen findet man jede Menge Pralinengeschäfte (Belgien ist berühmt für seine Schokolade), Souveniershops und Restaurants mit geheizten Vorgärten und Meeresfrüchten in der Auslage. Man muß aufpassen, nicht in eine dieser \"Touristenfallen\" zu tappen.
Nach einigem Suchen findet man auch das Brüsseler Wahrzeichen, den Manneken Pis. Es ist nichts anderes als die Statue eines kleinen Jungen, der in einen Brunnen uriniert. Angeblich aus Trotz, man weiß aber über die Hintergründe nichts genaues. Einige Straßen weiter kann man Mannekes Schwester Janneke in Bronze gegossen bei selbiger Tätigkeit bewundern.
Aber es gibt auch größere Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel das Atomium: für die Weltausstellung 1958 gebaut, besteht dieses Riesenmodell eines Eisenkristalles aus 9 Kugeln mit einem Durchmesser von 18m, die innen über Lifte und Rolltreppen miteinander verbunden sind. Von oben hat man einen ausgezeichneten Blick auf die Stadt. Rund um das Atomium liegt der Heyselpark mit dem königlichen Schloß, dem Heyselstadion (leider seit der Katastrophe von 1985 berühmt) und einem Minieuropa, wo alle berühmten Bauten der Mitgliedsstaaten in Miniaturform dargestellt sind (von der Akropolis bis zum Petersdom).
Von der Architektur ist Brüssel sehr interessant, auch wenn nicht immer alles zusammenpasst: inmitten des Jugendstilviertels Leopold protzen die Glaspaläste der Europäischen Union und zwischen Bürogebäuden erhebt sich die gotische St.Michel-Kathedrale, die man unbedingt auch von innen gesehen haben muß.
Brüssel bietet außerdem eine Vielzahl an Jugenstilbauten, Parks, Märkten und zudem gibt es die älteste Einkaufsgallerie Europas zu sehen (St. Hubert).
Auch Museumsfreunde kommen nicht zu kurz: das Comicmuseum (Lucky Luke und die Schlümpfe kommen ja aus Belgien) und das Museum der schönen Künste sind sehr zu empfehlen.
Außerdem sollte man sich die Zeit nehmen, durch das Marollenviertel (das \"eigentliche Brüssel) zu spazieren. Schließlich erreicht man den Justizpalast, erbaut von König Leopold II., riesengroß, um den Leuten Respekt und Angst vor dem Rechtsstaat einzujagen.
Bewegen sollte man sich in Brüssel v.a. zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (nicht immer pünktlich, aber sogar die Brüsseler nehmen das locker). Autofahren ist wegen des vielen Verkehrs nicht zu empfehlen, außerdem würde man die kustvoll gestalteten U-Bahnstationen verpassen, die an sich schon eine Sehenswürdigkeit sind.
Sollte man mehr Zeit haben, setzt man sich in einen der preisgünstigen Inlandszüge und besucht die mittelalterliche Stadt Brügge, die ca. 1 Stunde von Brüssel entfernt ist.
ESSEN UND TRINKEN: Essen kann man in Brüssel sehr gut, wenn auch nicht immer preisgünstig. Spezialität sind \"moules frites\", Miesmuscheln mit Pommes frittes, die übrigens in Belgien ganz ausgezeichnet schmecken. Außerdem gibt es Fisch, Geflügel und die Waaterzoi, eine sehr dicke Hühnersuppe. An jedem Eck findet man \"goufres\", dass sind die berühmten belg. Waffeln.
Getrunken wird in Brüssel v.a.Bier, das in 300 versch. Sorten erhältlich ist. Auch gibt es Weißbier und das sog.\"Gueuze\", das ist Bier mit Himbeergeschmack (nur für Freaks). Ich empfehle v.a.\"Leffe\" und \"Hoegarden\"
FAZIT: Brüssel bietet jede Menge Kultur und ist eine äußerst sympathische Stadt mit sehr netten Menschen. Sauberkeitsfanatiker darf man sicherlich keiner sein, ab und zu ist alles in Brüssel ein wenig chaotisch, aber es ist ein \"sympathisches Chaos\", welches Brüssel zu einer würdigen Hauptstadt Europas macht.
GESCHICHTE:Vor allem die Geschichte der Stadt ist bemerkenswert: 979 wurde Brüssel offiziell gegründet. 1482 kam es unter die Habsburger Herrschaft. 1531 als Hauptstadt der spanischen Niederlande, wird Brüssel 1794 französisch. Als Napoleon 1815 die Schlacht in Waterloo verliert, muß Frankreich als Folge Belgien an die Niederlande abtreten. 1831 wird Leopold von Sachsen-Coburg zum belgischen König gewählt. 1935 und 1958 findet in der belgischen Hauptstadt die Weltausstellung statt. 2000 wird Brüssel Kulturhauptstadt Europas.
Eine bewegte Vergangenheit also und die Einflüsse der Herrscher sind überall zu spüren.
Brüssel 2002: die Stadt, die stolzer Sitz der EU und der Nato ist, zählt beinahe eine Million Einwohner, davon 25% Ausländeranteil. Viele EU-Beamte leben in Brüssel, die Stadt ist generell sehr multikulturell. Man kann indonesisch essen, in marokkanischen Geschäften einkaufen oder in einer dänischen Taverne ein Bier trinken. Auch leben viele Gastarbeiter, v.a. Afrikaner und Portugiesen, in der belgischen Hauptstadt.
In Belgien wird flämisch und vallonisch (französisch) gesprochen, in Brüssel überwiegen v.a. die Französischsprachigen. Generell muß man aber feststellen, dass Flamen und Vallonen sich nicht allzu gut vertragen. Daher hat man sich in Belgien darauf geeinigt, als Staatsform die Monarchie mit einem deutschen König einzuführen. Leopold I. von Sachsen-Coburg war der erste König, es folgten Baudoin, Leopold II. und Albert. Brüssel ist daher geradezu übersät mit Denkmälern, Parks und königlichen Palästen, jedoch ist speziell König Albert bei den Belgiern nicht allzu beliebt und es stellt sich allmählich die Frage, wie lange die belgische Monarchie noch halten wird.
Brüssel selbst wird in 19 unabhängige Gemeinden unterteilt, wobei jede Gemeinde einen eigenen Bürgermeister, eigene Polizei, Feuerwehr etc. besitzt. Daß diese Tatsache manchmal zu chaotischen Zuständen führt, kann man sich vorstellen.
SIGHTS: Sehenswürdigkeiten hat Brüssel genügend zu bieten: Man beginnt den Stadtbummel am besten auf dem \"grand place\" oder \"grote markt\". Dieser ist mit seinen über 30 Zunft, -und Gildehäusern wirklich einer der schönsten Plätze Europas. In den umliegenden Gässchen findet man jede Menge Pralinengeschäfte (Belgien ist berühmt für seine Schokolade), Souveniershops und Restaurants mit geheizten Vorgärten und Meeresfrüchten in der Auslage. Man muß aufpassen, nicht in eine dieser \"Touristenfallen\" zu tappen.
Nach einigem Suchen findet man auch das Brüsseler Wahrzeichen, den Manneken Pis. Es ist nichts anderes als die Statue eines kleinen Jungen, der in einen Brunnen uriniert. Angeblich aus Trotz, man weiß aber über die Hintergründe nichts genaues. Einige Straßen weiter kann man Mannekes Schwester Janneke in Bronze gegossen bei selbiger Tätigkeit bewundern.
Aber es gibt auch größere Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel das Atomium: für die Weltausstellung 1958 gebaut, besteht dieses Riesenmodell eines Eisenkristalles aus 9 Kugeln mit einem Durchmesser von 18m, die innen über Lifte und Rolltreppen miteinander verbunden sind. Von oben hat man einen ausgezeichneten Blick auf die Stadt. Rund um das Atomium liegt der Heyselpark mit dem königlichen Schloß, dem Heyselstadion (leider seit der Katastrophe von 1985 berühmt) und einem Minieuropa, wo alle berühmten Bauten der Mitgliedsstaaten in Miniaturform dargestellt sind (von der Akropolis bis zum Petersdom).
Von der Architektur ist Brüssel sehr interessant, auch wenn nicht immer alles zusammenpasst: inmitten des Jugendstilviertels Leopold protzen die Glaspaläste der Europäischen Union und zwischen Bürogebäuden erhebt sich die gotische St.Michel-Kathedrale, die man unbedingt auch von innen gesehen haben muß.
Brüssel bietet außerdem eine Vielzahl an Jugenstilbauten, Parks, Märkten und zudem gibt es die älteste Einkaufsgallerie Europas zu sehen (St. Hubert).
Auch Museumsfreunde kommen nicht zu kurz: das Comicmuseum (Lucky Luke und die Schlümpfe kommen ja aus Belgien) und das Museum der schönen Künste sind sehr zu empfehlen.
Außerdem sollte man sich die Zeit nehmen, durch das Marollenviertel (das \"eigentliche Brüssel) zu spazieren. Schließlich erreicht man den Justizpalast, erbaut von König Leopold II., riesengroß, um den Leuten Respekt und Angst vor dem Rechtsstaat einzujagen.
Bewegen sollte man sich in Brüssel v.a. zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (nicht immer pünktlich, aber sogar die Brüsseler nehmen das locker). Autofahren ist wegen des vielen Verkehrs nicht zu empfehlen, außerdem würde man die kustvoll gestalteten U-Bahnstationen verpassen, die an sich schon eine Sehenswürdigkeit sind.
Sollte man mehr Zeit haben, setzt man sich in einen der preisgünstigen Inlandszüge und besucht die mittelalterliche Stadt Brügge, die ca. 1 Stunde von Brüssel entfernt ist.
ESSEN UND TRINKEN: Essen kann man in Brüssel sehr gut, wenn auch nicht immer preisgünstig. Spezialität sind \"moules frites\", Miesmuscheln mit Pommes frittes, die übrigens in Belgien ganz ausgezeichnet schmecken. Außerdem gibt es Fisch, Geflügel und die Waaterzoi, eine sehr dicke Hühnersuppe. An jedem Eck findet man \"goufres\", dass sind die berühmten belg. Waffeln.
Getrunken wird in Brüssel v.a.Bier, das in 300 versch. Sorten erhältlich ist. Auch gibt es Weißbier und das sog.\"Gueuze\", das ist Bier mit Himbeergeschmack (nur für Freaks). Ich empfehle v.a.\"Leffe\" und \"Hoegarden\"
FAZIT: Brüssel bietet jede Menge Kultur und ist eine äußerst sympathische Stadt mit sehr netten Menschen. Sauberkeitsfanatiker darf man sicherlich keiner sein, ab und zu ist alles in Brüssel ein wenig chaotisch, aber es ist ein \"sympathisches Chaos\", welches Brüssel zu einer würdigen Hauptstadt Europas macht.
20 Bewertungen, 4 Kommentare
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07.04.2003, 18:03 Uhr von Lepre
Bewertung: sehr hilfreichSehr umfangreich und viele Details.
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29.04.2002, 18:55 Uhr von KevinAlan
Bewertung: sehr hilfreichSehr viele Details nur die Sonderzeichen solltest du weg lassen!
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25.02.2002, 22:40 Uhr von gOtNoPhEaR
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! Kann man nicht anders sagen! Greetz, gOtNoPhEaR
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25.02.2002, 22:38 Uhr von Bettina-l
Bewertung: sehr hilfreichWillkommen bei yopi!
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