Bryce Canyon National Park Testbericht

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Erfahrungsbericht von mawirtz

Von Geistern, Hoodoos und Schönheit...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Bryce Canyon befindet sich am Ostrand des Paunsaugunt Plateaus im Südwesten des US- Bundesstaates Utah. Dieser National Park ist berühmt für seine in allen Rosatönen schimmernden markanten Steinsäulen, den Hoodoos. Diese sind gemäß dem Glauben der Ureinwohner (Paiuten) schlechte Menschen, die vom Großen Coyoten in Stein verwandelt wurden.

Geologie:
Im Gegensatz zu einem „echten\" Canyon, der durch das tiefe Einschneiden eines Flusses in das Gestein entsteht, handelt es sich beim Bryce Canyon vielmehr um eine durch rückschreitende Erosion stark zerklüftete Schichtstufe aus Sedimentgesteinen der späten Kreidezeit, Tertiär und Quartär.

Geomorphologie / Wie entstehen solche Formen?
Grundlage für die Entstehung solch skurriler Formen ist der geringe Verfestigungsgrad der einzelnen Gesteinsschichten und die zwischengeschalteten wasserunlöslichen Lagen aus dolomitischem Kalkstein. Diese schützen das darunterliegende Gestein wie ein Regenschirm vor weiterer Erosion. Frostsprengung bewirkt, dass sich vertikale Klüfte bilden, an denen entlang Niederschläge in die Schichten eindringen und das weichere Gestein herauslösen können. So fressen sich die Furchen immer weiter in die Schichtstufe rein und es entstehen die markanten Säulen.

Im Bryce Canyon National Park:
Durch den Park führt eine 35 Meilen lange Panoramastraße, die allerdings für Campmobile gesperrt ist, zu verschiedenen Aussichtspunkten. Unterhalb des gut ausgestatteten Visitor Centers, wo man sich mit Informationsmaterial und Übersichtskarten eindecken sollte, liegt das „Amphittheater\", sicherlich die größte Attraktion des ganzen Parks, welche man zu Fuß erkunden sollte. Von den Aussichtspunkten entlang des Trails geht der erstaunte Blick in ein halbrundes Becken mit einem Labyrinth aus verwitterten Steinpfeilern, seltsam geformten Felszinnen, feine Felsnadeln und tiefe Schluchten, deren Wände im gesamten Farbspektrum von weiß über hellgelb, orange, rosa und purpur bis lila zu leuchten scheinen. Diese Farben entstehen durch die Verwitterung von im Gestein eingelagerten Eisen und Mangan. Ist der Anblick von oben einfach nur grandios, so verschlägt er einem wirklich den Atem, wenn man sich die Mühe macht und auf einem der vielen Wanderpfade in den Irrgarten hinabsteigt, um sich das Wunder von unten anzusehen. Für den Queen´s Garden Trail und den Navajo Trail benötigt man je nach Kondition etwa 2 bis 3 Stunden (genügend Trinkwasser mitnehmen!!!). Man passiert atemberaubende Formationen mit aussagekräftigen Namen wie „Wall Street\" und „Thors Hammer\" und kann es irgendwie kaum fassen, dass dies alles das Werk einer sich selbst zerstörenden Natur ist... manche Gebilde sind so filigran wie das Werk gotischer Steinmetze. Es gibt tolle Skulpturen, die mit ein wenig Phantasie betrachtet erahnen lassen, warum die Indianer auf die Geschichte mit dem Großen Coyoten kamen und lieber einen Riesenbogen um den Bryce Canyon gemacht haben...

Die beste Zeit zum Photographieren ist der Sonnenuntergang am Sunset Point, wenn die Adendsonne die Felsen richtig erglühen lässt. Mit Hilfe eines Zooms kann man grandiose Aufnahmen machen. Ich empfehle 400er Filme und natürlich dringend die Benutzung eines Skylight- Filters, nicht nur wegen der starken UV- Strahlung, sondern vor allem, um zu verhindern, dass die Objektive Schaden nehmen...

Unterkunft / Verpflegung:
Der gesamte Bryce Canyon National Park ist touristisch hervorragend erschlossen. Direkt am Canyon liegt die malerische Bryce Canyon Lodge, die man aber rechtzeitig reservieren sollte. Im Park selber befinden sich 2 einfache Campingplätze auf first-come-first-serve- Basis. Kurz vor dem Parkeingang hat Ruby´s Inn eine Art Monopol für Camper und Motels gegenüber der nach historischem Vorbild rekonstruierten Wild West- Stadt Old Bryce Town. Auch wenn wir auf einem anderen Campingplatz nächtigten - Ruby´s Open Air Whirlpool war einfach zu verlockend und nachdem wir den Code für die Tür ergaunert haben (655, ohne Gewähr), suhlten wir uns stundenlang in dem warmen Wasser. Zeltcamper aufgepasst: Da der Bryce Canyon sehr hoch liegt (2.800 m über NN), kann es nachts empfindlich kalt werden! Wir haben Mitte September ganz schön gefroren bei gnadenlosen -2°C und ich war froh, einen ordentlichen Daunenschlafsack mit vernünftigen Reservewerten mitgeschleppt zu haben und nicht die halbe Nacht unter der heißen Dusche verbringen musste...

Fazit:
Auch wenn der Bryce Canyon mit 145 km² der kleinste Nationalpark im Südwesten der USA ist, so hat er doch bei mir den größten Eindruck hinterlassen. Der Grand Canyon ist zwar beeindruckend riesig, aber der Bryce Canyon ist atemberaubend schön. Und es ist diese Schönheit der Natur, an der sich Menschenwerk nicht messen kann.

www.nps.gov/brca/
www.bryce.canyon.national-park.com
www.infowest.com/Utah/colorcountry/ Nationalparks/Bryce/bryce.html

********* Wer klaut, den soll der Große Coyote in einen Klosettstein verwandeln!!! **************

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