CN Tower Toronto Testbericht

ab 3,50
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(4)
4 Sterne
(2)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Raimok

Highlight einer Metropole

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich wollte in meinem Leben ja schon immer hoch hinaus. Und somit war der Besuch des CN-Towers in Toronto, dem höchsten freistehenden Turm der Welt, natürlich ein Pflichtbesuch.

Der Bau des CN Towers begann am 06.Februar 1973 und wurde nach einer Bauzeit von nur 40 Monaten fertig gestellt. Dazu wurde erstklassiger Beton in eine riesig Form gegossen und mit Hilfe von hydraulischen Pressen in die Höhe geschoben. Dabei musste beachtet werden, dass sich mit zunehmender Höhe der Querschnitt verkleinert. Auf diese Art wuchs der Turm täglich um ca. 6 Meter.

Beim Bau wurden spezielle Tests durchgeführt, die den Überhang und die Verdrehung überprüften. So hängte man einen über 100kg schweren Stahlzylinder an einem „Draht“ im sechseckigen hohlen Kern des Turmes auf und stellte alle zwei Stunden Messungen an, die gewährleisten sollten, dass der Turm senkrecht gebaut wird.

Das Ergebnis spricht für sich. Es entstand ein 553,34 m hoher Turm, der nur um 2,7 cm von der perfekten Senkrechten abweicht!!!
Der Turm ist so gebaut, dass er Stürmen von 400 km/h widerstehen kann. Diese Geschwindigkeiten zu erreichen, dürfte nicht einfach sein, denn man rechnet in der Gegend einmal im Jahrtausend mit Windgeschwindigkeiten über 200 km/h. Bei solchen Windgeschwindigkeiten bewegt sich die obere Aussichtsplattform, der sogenannte Skypot auf einer elliptischen Bahn von ungefähr 25cm – aber so langsam, dass man die Bewegung angeblich nicht wahrnehmen soll.

Die letzten 102 m bestehen aus dem stählernen Sendemast. Montiert wurden die 39 Teile des Mastes mit Hilfe eines riesigen Sikorsky-Lastenhubschraubers. Dadurch dauerten diese Arbeiten nur 3 ½ Wochen, während sie auf normalem Wege 6 Monate gekostet hätten.
Der stählerne Fernsehmast biegt sich jedoch viel stärker im Wind und pendelt ca. 2,5 m hin und her. Im Inneren des Mastes befinden sich besondere Bleigewichte, die eine Dämpfung hervorrufen.

Neben seiner Funktion als Fernsehturm und Besuchermagnet dient der Turm auch noch als Blitzableiter für alle Gebäude in der Umgebung und gleichzeitig verschafft er den Einwohnern ein klares Fernsehbild, da diese auf Grund der hohen Gebäude über Schatten auf ihren Bildschirmen klagten.
Am 09. November war der Tower Ort einer Sensation, als ein Mann der Baumannschaft mit dem Fallschirm vom Turm sprang. Es hat ihn sofort seinen Job gekostet.

Am 26. Juni 1976 war es dann soweit. Der Turm öffnete seine Pforten. Der Bauherr, die Canadian National Railways, hatte 57 Millionen CAN$ (hochgerechnet auf die heutige Zeit ~ 280 Mio. CAN$) ausgegeben und dafür ein Bauwerk mit einem Gewicht von über 130.000 Tonnen erhalten.

Doch nun genug der langweiligen Fakten. Wir befanden uns auf einer Rundreise, die in New York startete, uns über Boston und Montreal nach Quebec führte, ehe es zurück über Niagara Falls, Cleveland, Phittsburg und Baltimore nach Philadelphia ging. Eben ein Etappenziel war auch Toronto – eigentlich logisch, dass man an dieser Stadt nicht vorbei kam.

Wir hatten ein wunderschönes viktorianisches Hotel gefunden, das über sechzig Jahre alte „Royal York“. Ein Vorteil des Hotels war, dass es sehr zentral lag, genau gegenüber der Union Station, dem Hauptbahnhof Torontos. Alle Sehenswürdigkeiten sind bequem per Fuß zu erreichen. Ich kann dieses Hotel nur jedem empfehlen (und vielleicht findet Ihr das Base-Cap meines Schwiegervaters – der jammert immer noch deswegen rum *gg*)

An einem wunderschönen sonnigen, aber eiskalten Morgen (wir hatten immerhin schon Oktober) machten wir uns auf den Fußmarsch in Richtung Tower. Der Tower selbst befindet sich in der Front Street im Herzen des Unterhaltungsviertels von Toronto am nördlichen Ufer des Ontario-Sees und ist wahrlich nicht zu übersehen (es sei denn, man hat wirklich ganz große Tomaten vor den Augen)

Da der Tower direkt an die Union Station grenzt, nutzen wir dies zu einem Bummel durch den Bahnhof aus, um dann über eine Fußgängerbrücke in den Turm zu gelangen. Als erstes wurden wir von einer Spiel-Arcade mit diversen Simulatoren, einem großen Marketplace mit allen (un-)möglichen Merchandise-Artikeln und einem Kino empfangen. Da uns aber danach überhaupt nicht der Sinn stand, ließen wir diese links liegen (wir Ignoranten ) und gingen sofort zur Kasse, um uns über die Tickets zu informieren.

Das Komplettangebot umfasst den Besuch der „unteren“ Plattform, des Skypods plus den Besuch des Kinos (wo man einen Film über den Bau des Turmes sieht) und zwei freie Simulatorfahrten. Aber mit 31.99 Can$ + Tax war uns dies einfach zu teuer.
Da war das zweite Angebot schon besser. Ohne das Kino und die Simulatoren sollte der ganze Spaß 23,99 CAN$+Tax für Erwachsene, 21,99$ für Rentner und 18,99 für Kinder im Alter zwischen 4 und 12 Jahren kosten. Will man auf den Skypod verzichten, dann spart man nochmals 5$ in jeder Alterskategorie.

Wir entschieden uns für das Angebot Nummer 2, was meiner Frau und mir dementsprechend leicht fiel, wurden wir doch von ihren Eltern eingeladen. *freu*. Der Turm hat übrigens 364 Tage im Jahr offen (nur am 25.12. ist geschlossen) und zwar von 09:00am bis 10pm.

Nachdem wir unsere Karten hatten, begaben wir uns zum Lift. Entgegen unseren Befürchtungen und vieler Aussagen Bekannter hatten wir absolut keine Wartezeiten und konnten direkt in den Lift steigen. Die Empfehlung für den Turm ist normalerweise, sich die Karten schon vorher zu besorgen und sich auf längere Wartezeiten einzustellen.

Und dann ging es los. Der Fahrstuhl, der sich an der Außenseite befindet und einen Glaswand besitzt, setzte sich in Bewegung und brachte uns in nur 58 Sekunden auf eine Höhe von 342 m. Das entspricht 6 Metern in der Sekunde.

Nachdem wir den Lift verlassen hatten, befanden wir uns auf dem Glass Floor und Outdoor Observations Deck. Die Hauptattraktion ist eine in den Boden eingelassene und begehbare Glasplatte, von der man einen Blick senkrecht nach unten auf den Sky-Dom hat. Während ich keine Probleme hatte, die Platte zu betreten, benötigte meine Frau doch ein wenig mehr Zuspruch und eine führende Hand, um sich zu überwinden, diese Platte zu betreten. Man sollte dies aber auf jeden Fall tun, den der Blick am Turm entlang nach unten ist einmalig.
Wer Frischluft und eine steife Brise mag, sollte das Outdoor Observations Deck nutzen. Nur durch ein Gitter vom Abgrund getrennt, kann man hier die Aussicht geniessen.
Wem dies zu kalt oder zu windig ist, der sollte sich über eine Treppe auf das in 346 Meter Höhe befindliche Indoor Observations Deck begeben. Hier kann man, von dicken Glasscheiben geschützt, ebenfalls die Aussicht genießen.
Da wäre im Norden die Stadt Toronto, während man im Süden auf den Lake Ontario blickt. Unter einem sieht man den Skydom, die Union Station und das weit verzweigte Schienennetz. Auch auf die Sportstätten, wie die Meaple Leafs Arena und das Unterhaltungszentrum am Ufer des Sees hat man einen tollen Blick. Unweit vom Ufer des Sees befindet sich Toronto-Island mit einem Regionalflughafen.
Sollte man bei diesem Ausblick hungrig oder durstig werden, so kann man einen kurzen Abstecher in das Horizons Cafe machen. Hier findet man das übliche amerikanische Fast Food Angebot.

Eine bessere Küche wird einem auf 351 Meter Höhe geboten – im exklusiven und hervorragendem Restaurant „360“ Uns waren die Preise aber zu hervorragend, so das wir von einem genaueren Besuch dankend Abstand nehmen – obwohl die Karte natürlich ausgezeichnete Genüsse versprach. Allein der Weinkeller soll über 500 verschiedene Weine lagern. Abgerundet wird der Genuss dadurch, dass sich das Restaurant einmal in 72 Minuten um die eigene Achse dreht.

Und da wäre da noch der Sky Spod, das welthöchste Observation Deck in einer Höhe von 447 Metern. Erreichbar ist das Deck mit einem Fahrstuhl, der vom Indoor Observations Deck startet. Hier sind auf jeden Fall längere Wartezeiten einzuplanen – mit 20 min in unserem Fall war diese aber noch vertretbar.
Der Ausblick toppt den vom den anderen Decks bei weitem. Man hat einen traumhaften Blick auf das Bankenviertel und über den See. Bei klarem Wetter soll man bis 160 km weit sehen können und man soll sogar die Niagara-Fälle sehen. Dieses Glück hatten wir aber nicht, da es etwas diesig war.

Schließlich machten wir uns wieder auf den Abstieg, um eine Erlebnisse und Eindrücke reicher. Dazu nutzten wir wieder den Lift, den die 2570 Stufen hatte keiner Lust zu laufen. Dies überlassen wir lieber anderen, so den Teilnehmern des 26sten Enbrigde CN Tower Stair Climb, der vom 24 bis 26 Oktober 2003 stattfand und an dem insgesamt über 11000 Teilnehmer teilnahmen. Diese sollen die 1776 Stufen bis zum unteren Deck in ca. einer halben Stunde schaffen – ich denke mal lieber nicht darüber nach, wo ich mich dann gerade befinden würde (wohl auf der Intensivstation)

Auf jeden Fall kann ich nur jedem empfehlen, den CN Tower zu besuchen, falls man mal in die Gegend kommt. Ein einmaliges Erlebnis, was man so schnell nicht vergisst.

Danke für Euer Interesse für diesen Bericht. Über Kommentare, Anregungen, aber auch Kritik freue ich mich wie immer. Bis zum nächsten Mal!

Liebe Grüße
Raimo

19 Bewertungen