Cala Millor Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 10/2003
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Erfahrungsbericht von Nutsi
Nicht unser Traumurlaubsziel
Pro:
familienfreundlich
Kontra:
Massentourismus, Betinbunker, schlechter Einstieg ins Meer
Empfehlung:
Nein
Nachdem ich nun seit zwei Jahren nicht mehr in Ferien war, am Abendgymnasium mein Abitur nachgeholt habe und in den Sommerferien so zwischendrin mal mein zweites Kind bekommen habe und während der Lernphase fürs Abi auch noch einen Umzug von vier Personen organisiert und ein Haus von 160 m² renoviert habe, wurde es mal wieder Zeit für einen richtig erholsamen Urlaub.
Durch den Umzug war unser Budget leider ziemlich dürftig, aber die Ansprüche dafür auch nicht besonders. Ich wollte es warm, Meer, Sandstrand, keine lange Flug- und Transferzeiten, eine familienfreundliches Apartment, relativ ruhig und Halbpension.
All diese Bedingungen erfüllte leider nur Mallorca. Ich weiß, dass die Insel nicht nur aus Ballermann und Sangria-Eimern besteht, denn meine Mutter hat eine Wohnung auf Mallorca, in einem schönen mallorquinischen Dorf, aber trotzdem: ausgerechnet Mallorca.
Massentourismus und super viele Deutsche, die alle Mallorca so aussprechen wie man es schreibt. Bei diesem Gedanken rollten und rollen sich mir die Fußnägel hoch.
Früher hätten mich keine zehn Pferde auf eine Pauschalreise nach Mallorca gebracht, das war unter aller Würde für mich.
Aber die Zeiten ändern sich und meine Faulheit obsiegte. Ich wollte mich um nichts kümmern (weder urlaubs-, essens-, putz-, aufräum- noch organisiertechnisch), mich einfach in den Flieger setzen, am Ankunftsflughafen abgeholt und ins Hotel kutschiert werden und dann den ganzen Tag einfach nur faul am Pool oder Strand gammeln und mich an den gedeckten Tisch setzen.
So kam Klein-Nutsi also nach Mallorca, genauer gesagt nach Cala Millor.
***Die Anreise***
Dummerweise ging unser Flug schon um 6:00 Uhr morgens. Leider kann man sich das bei Pauschalreisen nicht gerade aussuchen, da lobe ich mir RyanAir, wo ich meine Flugzeiten so lege, wie ich Bock habe, wenn ich nach London will.
Jedenfalls konnte der Urlaub so schon mal nicht ganz ohne ausgeklügelten Plan losgehen. Denn mit zwei kleinen Kindern mitten in der Nacht losfahren, um pünktlich um 3:30 Uhr zum Einchecken am Frankfurter Flughafen zu stehen, ist wirklich die Horrorvorstellung. Etwa so: „Jeldrik aufstehen, wir fahren in Urlaub!“ erst mal Erstaunen, Vorfreude gemischt mit Schlaftrunkenheit. Dann ab ins Auto: kaum das Ortschilds hinter sich gelassen, kommt von hinten „Maaaaaaaaamiiiiiiiiiii, ich hab mein Pilzi vergessen, uuuwäääääääääh..“, schnell umgedreht, das vergessenen Stofftier aus dem noch schlafwarmen Bett gezerrt, dann „Abfahrt die Zweite“....... mitten auf der Autobahn: haben wir die Tickets? Nein! Nächste Abfahrt runter, oh das sind sie doch, nochmals die Fahrtrichtung ändern. Die Kinder schlafen in ihren Sitzen wieder, die Nerven der Eltern liegen schon blank. Am Flughafen „Wecken die Zweite“. Diesmal keine Vorfreude oder Erstaunen, sondern einfach nur Gereiztheit darüber wieder aus dem Schlaf gerissen zu werden. Wobei das schamlos untertrieben wäre, Jeldrik wird zum Berserker, wenn man ihm nach einem Autonickerchen weckt. Die kleine Schwester stimmt mit einem riesen Geheul in dem Tobsuchtsanfall ihres Bruders ein, weil gerade ein Bernhardiner, der auf dem Weg in die Schweiz zur bald beginnenden Skisaison ist und neben uns am Eincheckschalter steht, ihren Nucki gefressen hat. Ich brülle daraufhin Stefan an, dass ich ihm doch gleich gesagt habe, dass ich nie im Leben eine Pauschalreise machen wollte und er doch eine Reservenucki einzustecken hätte........
Ganz so schlimm wäre es sicher nicht geworden, aber trotzdem wollte ich relativ entspannt losfahren und deswegen nutzten wir den Vorabend-Check-in (für alle, die das nicht kennen: bei sehr frühen oder Nachtflügen kann man am Abend vorher –so zwischen 18:00 und 22:00- mit seinem kompletten Gepäck einchecken, bekommt dann direkt die Bordkarten mit Sitzplatz usw. und muss dann zum Flug nur noch mit dem Handgepäck ca. eine dreiviertel Stunde vor Abflug am richtigen Gate sein.)
Übernachtet haben wir bei Freunden, die uns dann zum Flughafen gefahren haben. So konnten wir wenigstens etwas länger schlafen und unsere Kids haben die Anreise wirklich ganz entspannt mitgemacht.
***Die Stadt***
Cala Millor liegt im Osten der Insel, direkt am Meer.
Cala Millor ist neben El Arenal das zweitgrößte Touristen-Zentrum auf Mallorca, eben genau das was ich so besonders liebe. Es gibt fast nichts ursprüngliches in Cala Millor, es steht ein Betonbunker neben dem anderen. Architektonisch wirklich zu Mäusemelken. Netten mediterranen Flair sucht man hier vergebens.
Die Strandpromenade ist verkehrsfrei, was gerade mit Kindern sehr angenehm ist, aber dafür ist sie wirklich lückenlos mit drei bis vier Sterne Hotelhochhäusern bebaut. Keine schöne Kulisse.
Die Gäste in Cala Millor sind fast ausschließliche Deutsche, neben wenigen Engländern und Holländern.
Aber es gibt auch etwas Gutes über Cala Millor zu sagen, die Stadt ist wirklich sehr kinderfreundlich. An jeder Ecke gibt es Fahrgeräte zum drauf Reiten, Spielplätze und Roller- oder Fahrradverleihe.
***Strand***
Die Bucht an sich ist ganz schön (wenn man von der hässlichen Bebauung absieht); dreieinhalb Kilometer breit und ganz offen. Wenn man sich vielen Liegestühlen links und rechts neben einem wegdenkt, kann man richtig schön die Weite der Meeres genießen.
Im Katalog wird einem der Strand mit feinem Sand und leichten Einstieg iedeal für Kinder angepriesen, doch leider kann ich dies nur bedingt bestätigen.
Scheinbar wird zur Beginn der Saison Sand aufgeschüttet, aber als wir Mitte September dort waren, hat das Meer ganz viel weggespült und am Meereseinstieg kamen ganz viele Felsen raus und es war richtig beschwerlich für gesunde Erwachsene einzusteigen, für alte Menschen und kleine Kinder sogar unmöglich.
Warum Cala Millor also die „bessere Bucht“ (wörtliche Übersetzung von Cala= Bucht, millior= besser) sein soll, kann ich nicht verstehen
Das Wetter an sich war eigentlich sehr angenehm für September und wirklich ideal zum baden. Nicht zu heiß, aber schön warm. Doch es war auch sehr windig und im Meer waren immer ganz viele braune Algen, was das Badevergnügen auch nicht wirklich fördert.
Am kompletten Strand gibt es Liegestühle samt Sonneschirm zu mieten, aber das haben wir nie gemacht, da dies meist sehr teuer ist und für den ganzen Tag gilt. Wir wollten aber nie den ganzen Tag am Strand bleiben, da wir erstens unsere Kinder nicht der Mittagshitze aussetzen wollten und zweitens pünktlich zu Finjas Mittagsschlaf ins Hotel gingen.
Wir haben immer unseren eigenen Sonnenschirm und Strandmatten mitgebracht, was ich wesentlich praktischer finde, auch wenn man bei starken Wind seinem Kampf mit dem selbst aufgebauten Sonnenschirm hat, da sind die fest integrierten stabiler.
***Einkaufsmöglichkeiten ***
Fürs Strandleben gibt es an jeder Ecke alles zu erwerben was das Herz begehrt. Luftmatratzen, Sonnenmilch, Flipflops, Sandspielzeug usw. Auch kleine Spar oder andere Supermärkte, die Getränke, kleine Snacks und alles was es eben so im Laden gibt anboten.
Natürlich konnte man auch überall Postkarten und den mallorquinischen Hierbas (Kräuterlikör) kaufen.
Aber um Klamotten zu kaufen, gab es nicht so viele Möglichkeiten und das was Angeboten wurde war meist billiger Ramsch. Ich habe nur zwei Läden gefunden, die annehmbar waren. Einen Kinder Benetton und eine Kinderboutique (mit Catimini, Pampolina usw.). Aber für Erwachsene fand ich nur den Mango, aber all diese Marken, kann ich auch in Deutschland erhalten und deswegen sind sie nichts so besonderes.
***Sehenswürdigkeiten/Freizeitattraktionen***
In Cala Millor selbst gibt es keine Sehenswürdigkeiten, aber allerlei Sachen zu unternehmen. Man kann Ausflüge auf Pferden oder Eseln machen oder mit der Kutsche fahren.
Am nördlichen Anfang der Fußgängerzone ist ein ganz kleiner Freizeitpark, in dem man Kinder Go-Kart, Minibötchen usw fahren und Trampolin springen kann. Außerdem gibt es eine riesige Hüpfburg. Der Park ist eher für kleinere Kinder geeignet.
Ein toller Tipp (den wir aber nicht getestet haben) ist das Super-Soccer-Trainingscamp. Fünf Tage lang können Kids von 6 bis 18 Jahren in der von Rudi Völler eingerichteten Fußballschule den richtigen Kick lernen (für ca. 180 € bei NUR).
***Essen***
Kneipen und Strandbars gibt es jede Menge, aber eine richtig tolle haben wir nicht gefunden. Meistens werden Standards wie Pommes, Burger, Salate und Sandwichs angeboten. Aber man findet auch Einheimische Gerichte wie Paella oder Allioli (Knoblauchmayonaise).
***Ausflugsziele***
Wir haben einige wenige Ausflüge in die Umgebung gemacht. Von denen möchte ich Euch ausführlich berichten, aber es gibt noch mehr, die ich am Schluss nur namentlich erwähnen werde.
~~~Safari Park~~~
Der Safari Park ist in nachbarlichen Sa Coma gelegen und man kommt ganz einfach mit einer Bimmelbahn hin, die wie aber davon braust, als wäre der Fahrer ein verrückt gewordenen Henker. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 10 € und für Kinder unter drei ist er kostenlos.
Im Park gibt es viele verschiedene Tiere. Zuerst fährt man entweder mit dem Safarizug oder mit dem eigenen PKW durch den Park vorbei an freilaufenden Emus, Sträuße, Giraffen, Zebras, Affen und Flamingos. Am Ende ist dann ein Spielplatz und viele Käfige mit anderen Tieren, von Elefanten über Meerschweine bis Lamas. Dreimal am tag gibt es eine Tigershow.
Leider sieht der ganze Park etwas herunter gekommen aus und die Käfige sind ziemlich klein. Ich bin kein Experte, aber ob dieser Park seine Tiere artgerecht hält wage, ich zu bezweifeln.
Meinen Sohn hat es allerdings gefallen, wobei er aber den Spielplatz spannender als die Tiere fand.
~~~Jumaica-Bananera~~~
Die Anlage liegt zwischen Portocristo und Portocolom und ist eine Mischung aus einer Bananenplantage und einem kleine Zoo mit exotischen Tieren wie Papageien und Coatis, aber auch einheimischeren Tieren wie Enten, Schwänen, Ponys, Schweinen und zeigen.
Aber die Pflanzenwelt ist noch viel besser. Es wachsen tausend herrliche Blüten wie Hibiskus oder Trompetenblumen, aber auch ganz viele Früchte wie eben Bananen, Feigen, Mangos, Zitronen, Kiwis. Für Kinder ist es richtig spannend mal zu sehen, wie das Zeug wächst und das es eigentlich nicht aus dem Supermarkt kommt.
Auch die Bambushaine sind sehr interessant, da man so was in Deutschland wohl eher selten sieht.
Für 6 € Eintritt bekommt man wirklich was geboten, auch wenn man sich nicht ewig in der Anlge aufhalten kann, denn riesig ist sie nicht. Dafür überschaubar und echt sehenswert.
~~~Badebuchten~~~
Mit einem guten Reisführer kann man tolle Badebuchten finden, die nicht so überlaufen und zu betoniert wie Cala Millor selbst sind.
Wir waren in der Cala S’Amarador. Eine Traumbucht mitten in einem Naturschutzgebiet. Der Einstieg ist super einfach, der Sand herrlich weich und hellgelb bis blütenweiß, das Meer türkis fast wie in der Karibik. Die Bucht ist relativ geschlossen und an den Strand grenzt ein Pinienwald. Es gibt keine festen Sonnenschirme oder Liegen, nur einen Mini-Holz-Strandkiosk und ekelige Dixihäuschen, die zu Glück aber diskret versteckt liegen.
Man erreicht den Strand nur mit dem Auto und muss auch vom Parkplatz (kostenfrei) noch ein kleines Stück laufen. Das hat aber den Vorteil, dass der Strand nicht schrecklich überlaufen ist, aber alleine ist man natürlich auch nicht.
~~~Weitere Ziele~~~
-Acuàrio de Mallorca (100 Auquarien auf 2 Stockwerken)
-Exotic Park (Streichelzoo mit Abenteurspielplatz)
-Coves del Drac (Tropfsteinhöhlen bei Portocristo)
***Fazit***
Nach Cala Millor werde ich nie wieder im Leben fahren. Unser Urlaub an sich war zwar sehr erholsam und auch für die Kinder richtig spannend, aber so Touristenhochburgen sind einfach nicht mein Fall. Ich kann für Cala Millor leider keine Empfehlung geben. Es bekommt aber zwei Sterne, weil es so super kinder- und familienfreundlich ist. Da der Strand aber (zumindest im September) für kleine Kinder völlig ungeeignet ist, würde ich noch nicht mal einer Familie mit kleine Kinder raten dorthin zu fahren.
Wer allerdings auch im Urlaub nur mit Deutschen rede möchte und nichts gegen Massentourismus hat ist in Cala Millor bestens aufgehoben. In der Nachsaison sollten man nicht als Single auf Brautschau dorthin fahren, denn mindestens 80 % der Gäste waren Familien mit Kindern im noch nicht schulpflichtigen Alter.
Durch den Umzug war unser Budget leider ziemlich dürftig, aber die Ansprüche dafür auch nicht besonders. Ich wollte es warm, Meer, Sandstrand, keine lange Flug- und Transferzeiten, eine familienfreundliches Apartment, relativ ruhig und Halbpension.
All diese Bedingungen erfüllte leider nur Mallorca. Ich weiß, dass die Insel nicht nur aus Ballermann und Sangria-Eimern besteht, denn meine Mutter hat eine Wohnung auf Mallorca, in einem schönen mallorquinischen Dorf, aber trotzdem: ausgerechnet Mallorca.
Massentourismus und super viele Deutsche, die alle Mallorca so aussprechen wie man es schreibt. Bei diesem Gedanken rollten und rollen sich mir die Fußnägel hoch.
Früher hätten mich keine zehn Pferde auf eine Pauschalreise nach Mallorca gebracht, das war unter aller Würde für mich.
Aber die Zeiten ändern sich und meine Faulheit obsiegte. Ich wollte mich um nichts kümmern (weder urlaubs-, essens-, putz-, aufräum- noch organisiertechnisch), mich einfach in den Flieger setzen, am Ankunftsflughafen abgeholt und ins Hotel kutschiert werden und dann den ganzen Tag einfach nur faul am Pool oder Strand gammeln und mich an den gedeckten Tisch setzen.
So kam Klein-Nutsi also nach Mallorca, genauer gesagt nach Cala Millor.
***Die Anreise***
Dummerweise ging unser Flug schon um 6:00 Uhr morgens. Leider kann man sich das bei Pauschalreisen nicht gerade aussuchen, da lobe ich mir RyanAir, wo ich meine Flugzeiten so lege, wie ich Bock habe, wenn ich nach London will.
Jedenfalls konnte der Urlaub so schon mal nicht ganz ohne ausgeklügelten Plan losgehen. Denn mit zwei kleinen Kindern mitten in der Nacht losfahren, um pünktlich um 3:30 Uhr zum Einchecken am Frankfurter Flughafen zu stehen, ist wirklich die Horrorvorstellung. Etwa so: „Jeldrik aufstehen, wir fahren in Urlaub!“ erst mal Erstaunen, Vorfreude gemischt mit Schlaftrunkenheit. Dann ab ins Auto: kaum das Ortschilds hinter sich gelassen, kommt von hinten „Maaaaaaaaamiiiiiiiiiii, ich hab mein Pilzi vergessen, uuuwäääääääääh..“, schnell umgedreht, das vergessenen Stofftier aus dem noch schlafwarmen Bett gezerrt, dann „Abfahrt die Zweite“....... mitten auf der Autobahn: haben wir die Tickets? Nein! Nächste Abfahrt runter, oh das sind sie doch, nochmals die Fahrtrichtung ändern. Die Kinder schlafen in ihren Sitzen wieder, die Nerven der Eltern liegen schon blank. Am Flughafen „Wecken die Zweite“. Diesmal keine Vorfreude oder Erstaunen, sondern einfach nur Gereiztheit darüber wieder aus dem Schlaf gerissen zu werden. Wobei das schamlos untertrieben wäre, Jeldrik wird zum Berserker, wenn man ihm nach einem Autonickerchen weckt. Die kleine Schwester stimmt mit einem riesen Geheul in dem Tobsuchtsanfall ihres Bruders ein, weil gerade ein Bernhardiner, der auf dem Weg in die Schweiz zur bald beginnenden Skisaison ist und neben uns am Eincheckschalter steht, ihren Nucki gefressen hat. Ich brülle daraufhin Stefan an, dass ich ihm doch gleich gesagt habe, dass ich nie im Leben eine Pauschalreise machen wollte und er doch eine Reservenucki einzustecken hätte........
Ganz so schlimm wäre es sicher nicht geworden, aber trotzdem wollte ich relativ entspannt losfahren und deswegen nutzten wir den Vorabend-Check-in (für alle, die das nicht kennen: bei sehr frühen oder Nachtflügen kann man am Abend vorher –so zwischen 18:00 und 22:00- mit seinem kompletten Gepäck einchecken, bekommt dann direkt die Bordkarten mit Sitzplatz usw. und muss dann zum Flug nur noch mit dem Handgepäck ca. eine dreiviertel Stunde vor Abflug am richtigen Gate sein.)
Übernachtet haben wir bei Freunden, die uns dann zum Flughafen gefahren haben. So konnten wir wenigstens etwas länger schlafen und unsere Kids haben die Anreise wirklich ganz entspannt mitgemacht.
***Die Stadt***
Cala Millor liegt im Osten der Insel, direkt am Meer.
Cala Millor ist neben El Arenal das zweitgrößte Touristen-Zentrum auf Mallorca, eben genau das was ich so besonders liebe. Es gibt fast nichts ursprüngliches in Cala Millor, es steht ein Betonbunker neben dem anderen. Architektonisch wirklich zu Mäusemelken. Netten mediterranen Flair sucht man hier vergebens.
Die Strandpromenade ist verkehrsfrei, was gerade mit Kindern sehr angenehm ist, aber dafür ist sie wirklich lückenlos mit drei bis vier Sterne Hotelhochhäusern bebaut. Keine schöne Kulisse.
Die Gäste in Cala Millor sind fast ausschließliche Deutsche, neben wenigen Engländern und Holländern.
Aber es gibt auch etwas Gutes über Cala Millor zu sagen, die Stadt ist wirklich sehr kinderfreundlich. An jeder Ecke gibt es Fahrgeräte zum drauf Reiten, Spielplätze und Roller- oder Fahrradverleihe.
***Strand***
Die Bucht an sich ist ganz schön (wenn man von der hässlichen Bebauung absieht); dreieinhalb Kilometer breit und ganz offen. Wenn man sich vielen Liegestühlen links und rechts neben einem wegdenkt, kann man richtig schön die Weite der Meeres genießen.
Im Katalog wird einem der Strand mit feinem Sand und leichten Einstieg iedeal für Kinder angepriesen, doch leider kann ich dies nur bedingt bestätigen.
Scheinbar wird zur Beginn der Saison Sand aufgeschüttet, aber als wir Mitte September dort waren, hat das Meer ganz viel weggespült und am Meereseinstieg kamen ganz viele Felsen raus und es war richtig beschwerlich für gesunde Erwachsene einzusteigen, für alte Menschen und kleine Kinder sogar unmöglich.
Warum Cala Millor also die „bessere Bucht“ (wörtliche Übersetzung von Cala= Bucht, millior= besser) sein soll, kann ich nicht verstehen
Das Wetter an sich war eigentlich sehr angenehm für September und wirklich ideal zum baden. Nicht zu heiß, aber schön warm. Doch es war auch sehr windig und im Meer waren immer ganz viele braune Algen, was das Badevergnügen auch nicht wirklich fördert.
Am kompletten Strand gibt es Liegestühle samt Sonneschirm zu mieten, aber das haben wir nie gemacht, da dies meist sehr teuer ist und für den ganzen Tag gilt. Wir wollten aber nie den ganzen Tag am Strand bleiben, da wir erstens unsere Kinder nicht der Mittagshitze aussetzen wollten und zweitens pünktlich zu Finjas Mittagsschlaf ins Hotel gingen.
Wir haben immer unseren eigenen Sonnenschirm und Strandmatten mitgebracht, was ich wesentlich praktischer finde, auch wenn man bei starken Wind seinem Kampf mit dem selbst aufgebauten Sonnenschirm hat, da sind die fest integrierten stabiler.
***Einkaufsmöglichkeiten ***
Fürs Strandleben gibt es an jeder Ecke alles zu erwerben was das Herz begehrt. Luftmatratzen, Sonnenmilch, Flipflops, Sandspielzeug usw. Auch kleine Spar oder andere Supermärkte, die Getränke, kleine Snacks und alles was es eben so im Laden gibt anboten.
Natürlich konnte man auch überall Postkarten und den mallorquinischen Hierbas (Kräuterlikör) kaufen.
Aber um Klamotten zu kaufen, gab es nicht so viele Möglichkeiten und das was Angeboten wurde war meist billiger Ramsch. Ich habe nur zwei Läden gefunden, die annehmbar waren. Einen Kinder Benetton und eine Kinderboutique (mit Catimini, Pampolina usw.). Aber für Erwachsene fand ich nur den Mango, aber all diese Marken, kann ich auch in Deutschland erhalten und deswegen sind sie nichts so besonderes.
***Sehenswürdigkeiten/Freizeitattraktionen***
In Cala Millor selbst gibt es keine Sehenswürdigkeiten, aber allerlei Sachen zu unternehmen. Man kann Ausflüge auf Pferden oder Eseln machen oder mit der Kutsche fahren.
Am nördlichen Anfang der Fußgängerzone ist ein ganz kleiner Freizeitpark, in dem man Kinder Go-Kart, Minibötchen usw fahren und Trampolin springen kann. Außerdem gibt es eine riesige Hüpfburg. Der Park ist eher für kleinere Kinder geeignet.
Ein toller Tipp (den wir aber nicht getestet haben) ist das Super-Soccer-Trainingscamp. Fünf Tage lang können Kids von 6 bis 18 Jahren in der von Rudi Völler eingerichteten Fußballschule den richtigen Kick lernen (für ca. 180 € bei NUR).
***Essen***
Kneipen und Strandbars gibt es jede Menge, aber eine richtig tolle haben wir nicht gefunden. Meistens werden Standards wie Pommes, Burger, Salate und Sandwichs angeboten. Aber man findet auch Einheimische Gerichte wie Paella oder Allioli (Knoblauchmayonaise).
***Ausflugsziele***
Wir haben einige wenige Ausflüge in die Umgebung gemacht. Von denen möchte ich Euch ausführlich berichten, aber es gibt noch mehr, die ich am Schluss nur namentlich erwähnen werde.
~~~Safari Park~~~
Der Safari Park ist in nachbarlichen Sa Coma gelegen und man kommt ganz einfach mit einer Bimmelbahn hin, die wie aber davon braust, als wäre der Fahrer ein verrückt gewordenen Henker. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 10 € und für Kinder unter drei ist er kostenlos.
Im Park gibt es viele verschiedene Tiere. Zuerst fährt man entweder mit dem Safarizug oder mit dem eigenen PKW durch den Park vorbei an freilaufenden Emus, Sträuße, Giraffen, Zebras, Affen und Flamingos. Am Ende ist dann ein Spielplatz und viele Käfige mit anderen Tieren, von Elefanten über Meerschweine bis Lamas. Dreimal am tag gibt es eine Tigershow.
Leider sieht der ganze Park etwas herunter gekommen aus und die Käfige sind ziemlich klein. Ich bin kein Experte, aber ob dieser Park seine Tiere artgerecht hält wage, ich zu bezweifeln.
Meinen Sohn hat es allerdings gefallen, wobei er aber den Spielplatz spannender als die Tiere fand.
~~~Jumaica-Bananera~~~
Die Anlage liegt zwischen Portocristo und Portocolom und ist eine Mischung aus einer Bananenplantage und einem kleine Zoo mit exotischen Tieren wie Papageien und Coatis, aber auch einheimischeren Tieren wie Enten, Schwänen, Ponys, Schweinen und zeigen.
Aber die Pflanzenwelt ist noch viel besser. Es wachsen tausend herrliche Blüten wie Hibiskus oder Trompetenblumen, aber auch ganz viele Früchte wie eben Bananen, Feigen, Mangos, Zitronen, Kiwis. Für Kinder ist es richtig spannend mal zu sehen, wie das Zeug wächst und das es eigentlich nicht aus dem Supermarkt kommt.
Auch die Bambushaine sind sehr interessant, da man so was in Deutschland wohl eher selten sieht.
Für 6 € Eintritt bekommt man wirklich was geboten, auch wenn man sich nicht ewig in der Anlge aufhalten kann, denn riesig ist sie nicht. Dafür überschaubar und echt sehenswert.
~~~Badebuchten~~~
Mit einem guten Reisführer kann man tolle Badebuchten finden, die nicht so überlaufen und zu betoniert wie Cala Millor selbst sind.
Wir waren in der Cala S’Amarador. Eine Traumbucht mitten in einem Naturschutzgebiet. Der Einstieg ist super einfach, der Sand herrlich weich und hellgelb bis blütenweiß, das Meer türkis fast wie in der Karibik. Die Bucht ist relativ geschlossen und an den Strand grenzt ein Pinienwald. Es gibt keine festen Sonnenschirme oder Liegen, nur einen Mini-Holz-Strandkiosk und ekelige Dixihäuschen, die zu Glück aber diskret versteckt liegen.
Man erreicht den Strand nur mit dem Auto und muss auch vom Parkplatz (kostenfrei) noch ein kleines Stück laufen. Das hat aber den Vorteil, dass der Strand nicht schrecklich überlaufen ist, aber alleine ist man natürlich auch nicht.
~~~Weitere Ziele~~~
-Acuàrio de Mallorca (100 Auquarien auf 2 Stockwerken)
-Exotic Park (Streichelzoo mit Abenteurspielplatz)
-Coves del Drac (Tropfsteinhöhlen bei Portocristo)
***Fazit***
Nach Cala Millor werde ich nie wieder im Leben fahren. Unser Urlaub an sich war zwar sehr erholsam und auch für die Kinder richtig spannend, aber so Touristenhochburgen sind einfach nicht mein Fall. Ich kann für Cala Millor leider keine Empfehlung geben. Es bekommt aber zwei Sterne, weil es so super kinder- und familienfreundlich ist. Da der Strand aber (zumindest im September) für kleine Kinder völlig ungeeignet ist, würde ich noch nicht mal einer Familie mit kleine Kinder raten dorthin zu fahren.
Wer allerdings auch im Urlaub nur mit Deutschen rede möchte und nichts gegen Massentourismus hat ist in Cala Millor bestens aufgehoben. In der Nachsaison sollten man nicht als Single auf Brautschau dorthin fahren, denn mindestens 80 % der Gäste waren Familien mit Kindern im noch nicht schulpflichtigen Alter.
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