Cannes Testbericht

Cannes
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Erfahrungsbericht von sandwarrior

Wer in Cannes kann, kann überall!

Pro:

Internationals Flair, Altstadt

Kontra:

Kinderangebot

Empfehlung:

Ja

Wer in Cannes kann, kann überall!

So jetzt spricht wieder der Urlaubswarrior zu euch, denn der war nicht nur im Schwarzwald, sondern auch in Cannes und das erzähl ich eben mal für die Interessierten.

Wir reisen erst mal hin!
Mit dem Auto ist das ganz leicht, erst mal nach Frankreich rein und den Kompass gegen Süden ausgerichtet und etliche Mautstellen später und ein paar Kilometerchen später trifft man auf die A8, dort folgt man einfach den Schilderchen und ist bald da.
Natürlich kann man auch vom lieblichen Italien anreisen, dort einfach bei Genua auf die A10 und immer schön am Meer entlang(tolle Aussicht) Richtung Frankreich düsen, kommt man auch auf die A8 und nach Cannes.
Von der A8 gibt es zwei Abfahrten eine Hauptabfahrt und eine in die Vororte La Bocca und Mandelieu.
Apropos Mandelieu hier befindet sich auch ein internationaler Flughafen, der auch von Deutschland aus angeflogen wird, glaube ich jedenfalls, weis ich aber nicht, war ja mit Auto da.
In dem wunderbaren Yachthafen dürft ihr natürlich mit eurer schnuckeligen Yacht ankern.
Mit dem Ruderboot ist es von Deutschland ein bisserl weit.
Ihr könnt aber auch, wenn reichlich Zeit ist, von Toulon die Küstenstrasse Richtung Nizza lang brausen.

Wo nu hin?
Cannes bietet reichlich Unterkunft an, es gibt ungefähr 110 Hotels und dann noch Ferienwohnungen und Villen die man mieten kann, je nach Geldbeutel und Vorliebe.
Ich hatte ein Hotel in la Bocca „ Beach Ressort“ fast am Strand gelegen, war nur eine Strasse und die Bahn dazwischen.
Wen es interessiert, dort waren die Girls und die Filmcrew vom „Bachalor“ untergebracht, läuft im Augenblick auf RTL.
Mit einigen von denen, war ich sogar im selben Pool, neidisch was.

Wer nicht gerade zu den Filmfestspielen anreist dürfte immer was finden.

Auskunft gibt natürlich die Direction Generale du Tourisme et des Congres.
Palais des Festival
Espl.Pres.-G- Pompidou.
Telefon 0493392453
Fax 0492998423
Im Winter täglich außer So von 9-18.30 Uhr und im Sommer tägl. Von 9-20 Uhr.
Über Internet www.cannes-online.com. Aber nur französisch und englisch.

Baden!
Natürlich will man mal ins Mittelmeer springen, wenn man schon mal da ist.
In La Bocca wo ich war, ist der Strand etwa 8-10 m breit und direkt an der Strasse, es gibt reichlich Fressbuden, aber auch reichlich überteuert, Toiletten findet man auch, kostet 40 Cent.
Geht nach einem Meter steil runter, ist also nix für kleine Kinder.
In der Altstadt ist es reichlich kiesig.
Empfehlenswert ist es in Richtung Antibes zu fahren, am Pointe de la Croisette findet man einen passablen Sandstrand mit reichlich kostenlosen Parkplätzen, wenn keine Quallen da sind kann man sogar richtig toll baden und bierbauchschwingende deutsche Touristen bewundern.
Wassersport kann man reichlich treiben und es wird sogar Unterricht in Segeln, Surfen, Wasserski und Surfen erteilt.

Geschichtliches:

Cannes war jahrelang ein kleines Fischerdorf, obwohl sogar schon die Römer hier ein Kastell errichteten.
Wohl einer der wenigen Orte, die ihren Aufstieg genau datieren können.
1834 reiste Lord Brougham mit seiner lieblichen Tochter zur Erholung nach Nizza, dort war aber Cholera und der Lord wollte in Cannes die Quarantäne abwarten und verliebte sich in den Ort, wo er gleich ein Haus bauen ließ und reichlich englische Aristokratie anzog.
Dem Lord wurde im Hafen sogar ein Denkmal gesetzt.
Der Name Cannes kommt von dem in der Gegend vorkommenden Schilfrohr- Canne

Sehenswert!
Hier möchte ich die Altstadt Le Suquet erwähnen, alles schön saniert, so lädt die Altstadt wunderbar zum flanieren und bummeln nein.
Einfach mal durch die schmalen Gassen zum Mont Chevalier(einem alten wunderschönen Wachturm aus dem 12.Jahrhundert) hoch.

Was aber Cannes ausmacht ist der Boulevard de la Croisette, eine genauso breite und schöne Promenade, viel Palmen und schöne Grünflächen, hier findet man auch den durch die internationalen Filmfestspielen berühmten Palais des Festivals.
Architektonisch sieht das Teil aus wie ein alter deutscher Bunker, sagen wir mal salopp hässlich.
Seid 1946 wird hier jedes Jahr im Mai die „goldene Palme“ verliehen.
Auf dem Boulevard tummeln sich die Reichen und Schönen, ich habe zwar keinen bekannten gesehen, aber hier gilt, sehen und gesehen werden.
Hier darf man seine Klunker noch ohne Neid tragen.

Zwischen der Altstadt und dem Boulevard liegt der alte Hafen, der knackig voll ist, Fischerboote und Luxusyachten gibt es zu Haufe zu sehen.
Wer mal einen Ausflug zu den Lerinischen Inseln möchte die in der Bucht von Cannes liegen, kann hier einen Liniendampfer besteigen.

Einkaufen!
Hier möchte ich die Rue de Meynadier, mit ihren exquisiten und luxuriösen Lebensmittelläden und die Rue d’ Antibes erwähnen hier gibt’s Mode für gutbetuchte.
Nun mal schauen schadet nix.
Es gibt auch Läden, wo man schöne Sachen preiswert erwerben kann, nun für jeden etwas.
Aber so richtig schön ist die Marche Forville, die alte Markthalle mit ihrem eigentümlichen Flair.
Zum richtigen Einkaufen, sollte man in die Randzonen von Cannes fahren, so gibt es in Mandelieu ein Einkaufsmarkt „Geant“ wahrlich Gigantisch, das größte was ich bisher in meinem Leben gesehen habe, hier gibt es wirklich alles.


Rotlichtmilieu habe ich keines wahrgenommen, wird wohl streng drauf geachtet, wegen des internationalen Publikums, vielleicht irgendwo in den Vorstädten.

Essen und trinken!
Da seid ihr in Cannes richtig, haufenweise Gaststätten, für den armen Wandersmann bis zum Neureichen gibt’s hier überall was zu spachteln.
Gaststätte an Gaststätte.
Die meisten findet man am Hafen und in der Rue Felix Faure und gegenüber dem Festivalbunker gibt’s sogar ein „Planet Hollywood“.
Das Essen ist eigentlich mehr italienisch angehaucht, überall Pizza bis zum abwinken, aber auch kulinarische Köstlichkeiten wie Bisamratte findet man auf der Speisekarte.
Kenne ich aber schon, gab es früher bei uns als Nutria zu kaufen.
Das Essen ist überall sehr frisch und besticht durch einfache Zutaten, die raffiniert zubereitet werden, mir hat es jedenfalls immer toll geschmeckt. Dafür ist das Frühstück in den Hotels meistens sehr armselig.
Dazu wunderbare Weine.
Hier empfehle ich den Hauswein zu bestellen, Top Qualität zum vernünftigen Preis.
Hier ist es üblich alles zusammen zu bezahlen und 10 % Trinkgeld, welches in die Tischschalen gegeben wird.
In fast allen Lokalen könnt ihr bequem mit Visa bezahlen, aber es wird auch EC genommen.

Meine Ansicht!

Ich glaube wer einmal da war, den zieht Cannes in seinen Bann, hat irgendwie etwas, einen Hauch Vornehmheit, gepaart mit der Ausstrahlung eines alten Fischerdorfs.
Dabei darf man nicht vergessen, das Cannes eine sehr große Stadt ist und natürlich in den Wohngegenden nicht dieses Flair versprüht, aber die Altstadt ist schon sehenswert.
Dazu das milde Mittelmeerklima und die laue Luft und die wunderbare Botanik.
Obwohl es für meine Tochter nicht so interessant war, haben wir in Cannes eine tolle Woche gehabt und viel gesehen.
Für kleine Kinder ist Cannes als Urlaubsort, nun nicht so doll, ich finde zu wenig Spielplätze und Angebote für die Kids.
Für Kinder und Jugendliche bis 16-17 eher langweilig, außer ihr dürft allein zur Disco.
Für Erwachsene als Erlebnis natürlich sehr zu empfehlen.
Dafür sorgt schon das Flair und ich finde wenn man mal so durch Nizza oder Monaco streift und vergleicht, kann man jeder Stadt, eine gewisse Ausstrahlung bescheinigen und jede ist anders.

Cannes ist eine der Städte die man einmal gesehen haben sollte, uns hat es jedenfalls beeindruckt.
Fahrt ruhig mal hin.

Viele Grüße vom Canneswarrior

PS: Dieser Beitrag ist wie üblich Karl Napf gewidmet, der überall Cannes.

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