Cap Formentor Testbericht

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Erfahrungsbericht von cybersyssy

Cybersyssy auf Mallorca Teil 4

Pro:

Landschaft, Aussicht

Kontra:

Radler, enge Straßen

Empfehlung:

Ja

Hallo ihr Lieben!

Der heutige Bericht über Cap Formentor vom 21.04.04 lässt meine Beine immer noch ein wenig zittern.


*** ALLGEMEINE INFOS ***

Eine kurvenreiche Straße führt von Puerto de Pollenca hinauf in die Gebirgslandschaft von Formentor.
Cap Formentor ist der nördlichste Teil von Mallorca und befindet sich auf der spitz zulaufenden Landzunge, der Formentor-Halbinsel.
Am Cap befindet sich der Leuchtturm und einige Kilometer davon entfernt der Aussichtspunkt Mirador de Moll del Patronet (mirador = Aussichtspunkt). Von dort aus kann man die Küste mit ihren Steilklippen betrachten - es soll ein atemberaubender Anblick sein.
Am Leuchtturm gibt es eine kleine Einkehrmöglichkeit. Natürlich sind die langen Schlangen vor den Toiletten standard.

Der erste Aussichtspunkt heißt \"Mirador des la nao\". Dies ist auch der Hauptaussichtspunkt. Hier halten alle Touri-Busse und es ist immer viel Betrieb. Hier kann man auf mehreren aneinander gereihte Aussichtsterassen die gigantischen Ausläufer des Tramuntana-Gebirges, die steil ins Meer abfallen, betrachten. Die treppen, die die Aussichtsplattformen verbinden, sind für Menschen mit Höhenangst schon die erste Prüfung. Auch wenn die Treppen sehr breit sind, geht es teilweise am Geländer senkrecht in die Tiefe.

Auf dem Weg zum 2. Aussichtspunkt fährt man durch Kiefernwälder wieder hinab und kann in einer Bucht, Cala Pi, Halt machen und je nach Wetterlage baden gehen. Der Parkplatz ist in der Hochsaison gebührenpflichtig. Neben Cala Pi findet ihr das beste Hotel Mallorcas - das 5-Sterne-Hotel Formentor. Dort geben sich die Reichen und Schönen die Klinke in die Hand.

Der zweite Aussichtspunkt heißt \"Mirador d\'Es Colomer\". Vom Parkplatz führen etliche Stufen zur ummauerten Plattform. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf die winzige Felseninsel \"El Colomer\". Die Plattform befindet sich in 232 m Höhe und Menschen mit Höhenangst sollten den Blick in die Tiefe vermeiden. Hier bekommt das Wort \"Urgewalt\" einen bildhafte Ausdruck.


*** UNSERE TOUR ***

Am 21.04.04 fuhren wir von Font de Sa Cala über Capdepera und Arta nach Puerto de Pollenca. Nach einigem Suchen fanden wir das Hotel \"Bahia\", direkt am Strand (70 Euro DZ incl. Frühstück), Passeig Voramar 27, 07470 Port de Pollenca, und ein wenig entfernt vom Zentrum.
Nachdem wir eingecheckt und die Sachen aufs Zimmer gebracht hatten, machten wir uns auf den Weg. Ich war mit fahren dran und frohen Mutes. Die Haarnadelkurven waren ganz okay und ließen sich gut fahren.

Da der 1. Aussichtspunkt total überfüllt war, fuhren wir weiter - und hier begann der \"Thrill\".
Meist trennte uns nur eine Leitplanke vom steil abfallenden Abhang und das mit meiner Höhenangst und dem schlechten Augenmaß fürs Auto.
Nicht zu vergessen die Hunderte von Radfahrern, die die Straße bevölkerten. Überholen eines Radlers auf einer unübersichtlichen Strecke mit Haarnadelkurven ist eine echte Herausforderung.
Dann kam ein in den Berg gesprengter Tunnel - nicht lang, aber die Gräben waren betoniert und gingen senkrecht hinab. Wenn dort ein Reifen hineinkommt, ist die Fahrt beendet. Dieses Wissen ließ meinen Adrenalin-Spiegel deutlich in die Höhe schnellen (selbst heute noch, bei dem Gedanken daran).
Ziemlich fertig mit den Nerven, Puddingbeinen und zitternde Hände kamen wir am 2. Aussichtspunkt an. Für die tolle Aussicht hatte sich der Weg gelohnt! Diese gigantischen Ausläufer des Tramuntana-Gebirges fallen wirklich steil ins Meer und man spürt förmlich die Gischt, wenn sie an den Felsen prallt. Das Meer war kischtig türkis-blau, wie auf den Postkarten - traumhaft!
Nachdem ich mich nun beruhigt hatte, entschlossen wir uns für die Rückfahrt. Den Leuchtturm haben wir nur von Weitem gesehen.

Auf dem Rückweg begegnete uns im eben schon beschriebenen Horror-Tunnel ein anderes Auto.
\"Nadine, ich bleibe stehen - ich fahre keinen Millimeter mehr weiter, bis er vorbei ist.\"
Doch der Fahrer - ein Touri wie wir - hatte die gleiche Idee.
Also tasteten wir uns langsam - Zentimeter für Zentimeter - aneinander vorbei, immer den betonierten Graben im Hinterkopf. *dasherzkopftebiszumhals*
Unsere Beifahrer hielten beide die Köpfe aus den Autos und achteten auf die kleinen betonierten Gräben.
Geschafft!

Juhu, jetzt erst mal an den Strand von Cala Pi und wieder auf einen normalen Level kommen. Es war uns egal, dass der Strand total überlaufen, der Sand mit Kiefernnadeln gespickt und das Wasser voller Algen war - die Ruhepause brauchten wir erst mal.
Hätt\' ich fast vergessen. Die Straße zum Strand teilt sich in Strand-Parkplatz und Hotelzufahrt. Dort steht genau in der Mitte ein Baum. Ja, so kann man auch den Verkehr regeln.
Nach ca. 1,5 Stunde machten wir uns auf den restlichen Rückweg.

Wir hielten dann doch am 1. Aussichtspunkt, um auch hier die Aussicht zu genießen.
Es war nicht mehr ganz so überfüllt, aber immer noch Menschen ohne Ende. Soweit ich das gesehen habe, fahren die Busse nur bis zu diesem Punkt - damit ist der Grund für die Überfüllung gefunden.
Aber auch hier ist die Aussicht einfach fantastisch!!!
Da ich ja, wie schon geschrieben, unter Höhenangst leide, habe ich mich von den Geländern meistens fern gehalten. Außer es war auch noch eine Mauer dahinter oder darunter. Da habe ich dann mal einen Blick in die Tiefe riskiert.
Ca. 200 m Höhe ist nun wirklich nicht mein Fall.

Die restliche Abfahrt bekam auch eine gewisse Spannung durch die entgegenkommenden Bussen und Fahrradfahrern auf der gleichen Spur. Die Radler waren so nett und zeigten uns immer an, wann wir überholen konnten, denn sie hatten früher den Blick hinter die Haarnadelkurven.
Vor jeder Haarnadelkurve wurde erst mal abgecheckt, ob ein Bus von vorn kommt. Denn die Busse brauchen halt wirklich die ganze Kurve - da passt mit viel Glück ein Radler durch.


*** FAZIT ***

Auch wenn die Fahrt ein Thrill für mich war, hat mich die Landschaft entschädigt. Der Ausblick ist einfach grandios.
Auch wenn wir nicht am Leuchtturm waren, bin ich total begeistert.
Für Fahranfänger halte ich die Strecke nicht geeignet. Die Straßen sind teilweise sehr eng und der Abgrund direkt an der Leitplanke sind doch schon Herausforderungen.
Auf jeden Fall war unser Ford Fiesta von der Größe genau das richtige Auto - übersichtlich und leicht zu handhaben.
Jedem, der einigermaßen autofahren kann und die Nerven auch in kritischen Situationen behält, kann ich die Fahrt aufs Cap Formentor empfehlen.
Man muss ja auch nicht mit 50 h/km durch die Gegend heizen - geht an den meisten Stellen auch gar nicht - da ist dann die Ruhe gefragt, auch mal mit 20 - 30 h/km zu zuckeln.


Vielen Dank für\'s Lesen, Bewerten und Kommentieren.

Liebe Grüße
Elena mit dem Mini-Zoo

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