Captain Future Testbericht

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Erfahrungsbericht von schweitzman

Koteletten, Blaster und Bösewichte - Die Kultserie

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Verregnete, triste Hochsommertage wie dieser schlagen einem Studenten in Prüfungsvorbereitung nicht nur Löcher in die Motivationsunterlage, sondern auch übel aufs Gemüt. Dann hilft nur noch eines, mit Schmusedecke und einer Kanne Tee bewaffnet, nostalgisch in Kindheitserinnerungen schwelgen.

„Gepriesen sei die gutsortierte Videobibliothek“

Nach kurzem durchforsten, vieler unbeschrifteter Video CD Silberlingen war die Abhilfe für meine Gemütsschwankungen gefunden. In Form von 14 von mir selbst in mühevoller Kleinarbeit hergestellten VCD Komplettsammlung der Abenteuer des Captain Future.

Der einzig wahre Held des Universums...Keine andere SF Serie hatte soviel Style und Klasse, gut die physikalischen Gesetze gelten nicht für jeden und ein Lichtjahr wird schnell mal zum Zeitmaß, doch was solls, dafür hatten alle verdammt coole Koteletten und den Blaster locker im Halfter. Ein Meisterwerk von Toei Animations und das 1977-1979 (The Adventures of Captain Future) herrje der ist genausoalt wie ich.

„Nostalgie...in Perfektion“

Wie gestern kann ich mich daran erinnern, als die ersten Folgen dieser bahnbrechenden Zeichentrickserie über den öffentlich rechtlichen Äther gingen, der ersten „wahren“ Animeserie im deutschen Fernsehen aus dem Hause Toei Animations. Die Faszination der ersten Bilder des Vorspannes mit der genialen Musikuntermalung von Christian Bruhn zieht mich nach wie vor in ihren Bann...

Die Serie umfasst in der deutschen Synchronisation 40 Episoden, wobei jeweils drei, bzw. vier Episoden eine inhaltlich geschlossene Folge ergeben. Interessanterweise umfasst das Original 52 Episoden, eine Folge bestand aus vier Folgen, die aber aus unerfindlichen Gründen herausgeschnitten und nie synchronisiert wurden. Daher kommt so mancher nicht nachvollziehbare Inhaltssprung, Charaktere erscheinen aus dem Nichts, Antworten auf nie gestellte Fragen werden gegeben, alles in allem halt manchmal etwas „weird“.... Nichts desto trotz ist Captain Future mit Abstand die beste und kultigste SF Animeserie aller Zeiten.

„Kultcharakter...Monsterkoteletten“

Durchforstet man das Web findet man unzählige Fanseiten, eine riesige Fangemeinde von Mittzwanzigern, Foren, Bilder, Conventions....Die Community ist riesengroß und total vernarrt. Bei e-bay werden Merchandisingartikel zu Höchstpreisen gehandelt, Panninialben, Quartette und Spielzeug gehandelt.

Doch erscheint nur die deutsche Fassung mit der fantastischen Musik von Christian Bruhn den absoluten Kultcharakter zu genießen. Es ist mittlerweile eine französische DVD Box erhältlich mit allen 52 Folgen, doch ich habs mir einmal angetan...furchtbar, nicht zu vergleichen mit der deutschen Fassung. Leider gibt es keine offizielle deutsche Fassung, so bleibt einem nur auf Wiederholungen zu hoffen, oder die Foren zu durchforsten.... Wo sind die Leutz die die franz. Version neu Synchronisieren und endlich eine deutsche DVD Box rausbringen? Los ihr Marketinggenies ich will was sehen um endlich die Comet auf dem großen Schirm in DVD Quality fliegen sehen...haut rein!

„Infos und Facts“

Die Animeserie beruht auf den Romanen von Edmond Hammilton (der im deutschen Abspann auch noch falsch geschrieben wurde) „The Adventures of Captain Future“, die entsprechend gekürzt und umgeändert worden. Protagonist und coolster Kotlettenträger ist Curtis Newton alias Captain Future, der als Geheimagent der „Regierung des Weltraumes“ die gefährlichsten und schwierigsten Aufträge erledigt. Seine Crew besteht aus Otto (Otho) einem synthetischen Menschen, der seine Form verändern kann (vielleicht sogar Odos Vorbild aus DS9...sogar der Name Otho=Odo...), Grag dem Roboter und Dr. Simon, dem lebenden Gehirn, seinem Mentor. Mit ihnen und seinem mächtigen Raumschiff Comet, das in guter A-Team Manier fast immer umgebaut wird, erlebt er die wildesten und manchmal auch haarsträubensten Abenteuer im Weltraum. Der Style der Serie ist ein Mixtur aus Western und SF Genre mit dem Drang wissenschaftliche Fakten zu transportieren, die aber meist totaler Schwachsinn, man entschuldige die Ausdrucksweise sind...das wird schon mal ein Lichtjahr zur Zeiteinheit, mal Sonnen, Sterne und Planeten untereinander verwechselt usw. Wer Star Trek Techonbabbel gewöhnt ist wird sich die Haare raufen...

Der Zeichenstil ist fantastisch, man erkennt die frühe Animekunst (Mandelaugen etc.) ist aber manchmal recht „schluderig“ ausgeführt, die Colorierung erscheint etwas blass was aber auf das Alter der Originalbänder zurückzuführen ist. Ein nettes Schmankerl ist Captain Futures wechselnde Augenfarben... Die Figuren sehen sehr erwachsen aus, die Proportionen sind stimmig, Actionsequenzen haben viele Schnitte, die Raumschlachten sind bombastisch.

Von den Inhalten wird das komplette Angebot an menschlichen Gefühlen gebracht, Liebe, Freundschaft, Pflichtbewusstsein, Treue, aber auch Wut, Verzweiflung und Tod. Bei CF wird geraubt, gestohlen und gekämpft, geliebt, vertraut und das Gute obsiegt....was will man mehr.

Die Serie ist für Kinder und Jugendliche am 6-8 Jahren geeignet wobei die heutige Zielgruppe eher bei den Mittzwanzigern zu suchen ist.

Fazit: ein absolutes must see

Jetzt aber genug ich muss wieder an den Fernseher....ich hör schon den Titelsong.

Als denn,

schweitzman et al. 2002

P.S.: Die Draft Punk Videos sind übrigens auch von Toei Animations produziert und man erkennt sofort den guten alten Captain Future Stil...

Links zu einigen Seiten:

http://www.captainfuture.com

http://cip.physik.uni-wuerzburg.de/~mskessel/CFMASTER.HTM

http://surf.to/CaptainFuture

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