Casino (DVD) Testbericht

ab 5,95
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von Gering

Großes Gangsterepos mit Längen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Las Vegas, Glückspielparadies, vor 30 Jahren: Der italienischstämmige Jude Sam Rothschild (Robert de Niro), genannt Ace, und sein Freund Nicki Santoro (Joe Pesci) werden von den Mafiabossen nach las Vegas geschickt, um einen dortigen Casinobetrieb für die Herren zu kontrollieren und die monatliche Gewinnentnahme sicherzustellen. Nicki soll dabei Ace schützen, vor allem gegen andere Mafiagruppen.
Während Ace zunehmend der „Star“ der Glückspielszene wird, weil er jeden Trick kennt und deshalb das Casino zu einer wahren Goldgrube für die Paten werden lässt, wird Nicki zum Chef des organisierten Verbrechens in Las Vegas. Überfälle, Morde, Erpressung, Raub – all das geht auf seine kappe. Während Ace noch eine halbwegs saubere Weste behält, Gewalt nicht anwendet sondern nur am Geschäft interessiert ist, entwickelt sich Nicki zu einem brutalen Unterweltpotentaten, dessen Handel durch keinerlei Grenzen beeinflusst werden. Den Bossen selbst ist das nur recht, ist damit doch eine neue Einnahmequelle für die „Familie“ erschlossen.
Ace wiederum lernt ein berüchtigtest Callgirl (Sharon Stone) kennen, und heiratet sie, obwohl sie nicht ihn, sondern einen abgehalfterten Luden liebt. Dennoch: Die Ehe mit Ace ist für sie ein Geschäft, aus der sie ihren Nutzen ziehen möchte.
Während bei Nicki eher seine unappetitlichen Geschäfte im Vordergrund stehen, entwickelt sich die Ehe zum Hauptproblem für Ace. Seine Frau trifft immer wieder ihren Freund, hilft ihm mit Geld aus. Ace wiederum verzeiht ihr immer wieder ihre Eskapaden, kann aber nicht verhindern, dass das ganze eskaliert, denn im Gegensatz zu ihm leibt ihn seine Frau nicht.

Für seine Frau wird die „Geschäfts-´´ Ehe zur Belastung, sie wird drogenabhängig und schmiedet Pläne, ihren Mann loszuwerden: Allein deshalb lässt sie sich mit Nicki ein, dem alten Weggefährten ihres Mannes, dem seine scheinbare macht zu Kopf gestiegen ist.
Nachdem die Geschäfte nicht mehr so laufen, wie sie sollen, die Polizei den Mafiabossen auf den Versen ist und Nicki immer weniger kontrollierbar wird, kommt es zum tödlichen Ende: Nicki und sein Bruder werden halb totgeprügelt und lebendig begraben, alle möglichen zeugen, die die Geschäfte der Bosse an die Polizei verraten könnten, werden aus dem Weg geräumt.
Einzig Ace überlebt den blutigen Show down.



ALLGEMEIN
Der Film dauert 171 Minuten und ist ein abendfüllendes Werk, dass aber auch deutliche Längen hat. Ziel soll sein die wahre Geschichte zweier Mafiaangehöriger im El Dorado der Glückspielmafia sein. Fast schon ist der Film eine sozialkritisches Epos, das die Welt der Menschen beleuchtet, die im Milieu des organisierten Verbrechens leben. Nicht jeder Typ ist dafür geeignet, und mit Ace und Nicki werden zwei Typen vorgestellt, die es trotzdem ganz nach oben schaffen können.
Der smarte und clevere, kopforientierte Geschäftsmann Ace, der auf der Klaviatur des „Sich gegenseitig einen Gefallen tun“ beispiellos spielen kann, und der brutale, cholerische, nicht all zu helle Nicki, der von allen gehasst und gefürchtet wird, den die BOSSE aber brauchen, um ihre Stellung in der Stadt zu sichern.
Auch der Typ Frau des Milieus wird dargestellt: Einerseits die a)„billigen“ (sorry) Spaßpuppen, deren man sich so nebenbei bedient wie das Feuerzeug zum Entzünden der im Film obligatorischen Zigarette, und b) die repräsentative und in der Regel nicht geliebte Ehefrau, für die die Ehe eine Möglichkeit ist, von a) zu b) und damit zu einer materiell gesicherte Zukunft zu gelangen/ zu werden. Liebe zählt bei den Verbindungen in dieser Gesellschaft nichts, es sind Arrangements, die auf beiderseitigen Einverständnis beruhen, freilich mit der Folge eines oft psychosebelasteten Zusammenlebens.

Der Film ist ab 16 Jahre freigegeben, und vor allem am Schluss des Films fragt man sich, ob in der Freigabekommission ab und an ein wenige über das sinnvolle Maß Alkohol konsumiert wird bei Bewerten der Jugendgefährlichkeit eines Films:
Vor allem das Ende von Nicki uns seinem Bruder, die locker 3 Minuten mit Baasballschlägern zu noch halb lebenden Brei geschlagen und dann lebendig begraben werden, ist einerseits nichts für schwache Nerven, andererseits auch nichts für Jugendlich. Ich bin nicht prüde, aber wenn ich schon zur Tüte greifen muss.......

Ohnehin: Indem der Film den Anspruch der Realitätstreue hat, spielt Gewalt und deren „reale“ Darstellung im Film eine wichtige und tragende Rolle. Der Film ist demnach nicht nur nichts für Ungeduldige wegen der Länge, sondern auch nichts für Seher, die extreme Gewaltdarstellungen nicht gut sehen können.

Vor allem den beiden männlichen Hauptdarstellern Robert der Niro, gewöhnt an Rollen im Gangstermilieu, und Joe Pesci scheinen die Rollen auf den leib geschrieben zu sein, beide überzeugen durch echte und überzeugende Schauspielkunst.

Insgesamt großes Hollywoodkino, das aber kaum alle Seher faszinieren wird.

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