Century Child - Nightwish Testbericht

Century-child-nightwish
ab 19,67
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Durchschnittskind

Pro:

Typisch-gefälliges Nightwish-Album

Kontra:

Eine Spur zu gefällig und durchschnittlich

Empfehlung:

Ja

Es galt lange 3 Jahre als das vermeintlich letzte Album der finnischen Melodic Metaller. Die Gerüchteküche munkelte vom Ende der Combo, da die stimmgewaltige Maid und vokales Aushängeschild Tarja Lajunen einen temporären Ausstieg angekündigt hatte, um eine Ausbildung zur Opernsängerin zu machen. Tarja kam wieder - und Nightwish haute gleich einen Top of the Pops Chartbreaker rein. Viele, die sich das folgende "Once"-Album zugelegt hatten, dürften indes erstmal geschluckt haben, da dort nicht nur das massenkompatible "Nemo" sondern durchaus schwermetallisches Gewitter zu finden ist. In die Richtung wies "Century Child" bereits Anno 2002.

Wenn man ein Nightwish-Album im Player rotieren lässt, so hat man zumeist bestimmte Erwartungen, zumindest wenn man die Band kennt und der von ihnen gepflegte Melodic-Stil einem zusagt. Die beiden ersten Tracks überraschen mit ungewöhnlich hohem Tempo und rotzfrechen, giftigen Riffs. Die in den anderen Alben vorherrschende Support-Gitarre, die sich immer mal wieder in den Vordergrund spielte fehlt hier fast völlig. Natürlich grölt Tarja nicht rum oder macht irgendwelche Fisimatenten. Das würde ihr auch keiner abnehmen und überdies die Fans vergrätzen, doch überrascht die Gradlinigkeit von "Bless the Child" und "End Of All Hope". Letzterer wird mit der Zeit aber etwas zu eintönig.

Das filigrane Soundgespinst, dass die Band sonst an den Tag legt, sucht man zunächst also vergebens. Hinzugekommen ist ein männlicher Sprech- und Gesangspartner, das kennt man ansatzweise bereits vom "Oceanborn"-Album, allerdings grollt Bassist Marco Hietala nicht in tiefsten Lagen, sondern spricht & singt in 99% der Fälle clean. Nur einmal klingt er etwas ruppiger. Dass er eine passable Singstimme besitzt, darf er bei "Dead To The World" auch unter Beweis stellen, wo er gar den Main-Part des Gesangs übernimmt und Tarja somit (fast) zur Background Sängerin degradiert. Bis hierher ist dieses Album etwas ausgefallener, als seine Vorgänger und man fragt sich, ob diese Wandelung im Nightwish-Stil hinsichtlich der Vorgänger anhält.

Um's vorweg zu nehmen: Nein – nicht so ganz. Allenfalls die Verrockung von Andrew Lloyd Webbers und T. Rices Musical-Themes vom "Phantom der Oper", respektive "Die Schöne und das Biest" stechen am Ende der CD erwähnenswert hervor. Die Tracks dazwischen bieten gewohnt solide und hörbare Melodic Metal Kost nach Art des skandinavischen Hauses. Nightwish ist Nightwish ist Nightwish. Die Finnen konnten zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch nicht aus ihrer Haut entfliehen. So setzt man auf erprobte Rezepturen, wie synthetische Streicher, Flöten und Piano/Keyboard, also allem, was die Barden aus dem hohen Norden bis hierher so berühmt gemacht hat und in der Vergangenheit auszeichnete.

So gibt es wieder mitreißende, balladeske Arrangements mit viel Schmalz und Bombast-Effekten, Tempiwechseln, getragenen Soli, dann mal wieder rotzfreches Gezerre an den Saiten und wummerndes Schlagzeuggewitter – ja selbst die zweite E-Guitar ist (auch irgendwie typisch für die Band) wieder mit von der Partie und produziert schöne Doppelläufe. Einzige wirkliche Neuerung dieses Albums ist der vermehrte Einsatz von Marco Hietala als Supporting Voice, der sich redlich Mühe gibt mit der stimmgewaltigen Tarja Schritt zu halten. Das ist freilich nicht leicht.

[ Fazit ]
Obwohl technisch sauber produziert und mit gewohnt druckvollem Sound präsentiert, ist das Jahrhundertkind das bislang schwächste Album der Nachtwünscher. Das bedeutet immer noch äußerst hörbares Mittelmaß. Man kann sich aber leider auffallend häufig des Eindrucks nicht erwehren, so manche Passage schon mal auf einem der anderen Alben gehört zu haben und auch die Idee, bekannte Musicals oder Klassik in metallische Gefilde zu überführen, ist bereits dutzenden anderen Bands gekommen. Es gelingt hier aber gut und rettet der CD sogar ein paar Pünktchen. Erst mit dem Nachfolgealbum "Once" servieren die Finnen wieder originellere Kost, scheinbar war die 3-Jahres-Pause dringend nötig, bevor man sich nur noch ständig selbst kopiert.

So Long

Der Jahrhundert-Pharao

Die CD im Kurzüberblick:
EAN: 7432 194302 29
Spinefarm Records / Drakkar Records, Finnland 2002

Tracklist - Anspieltipps (►):

01) Bless the Child
02) End of all Hope
03) Dead to the World (►)
04) Ever Dream
05) Slaying the Dreamer
06) Forever Yours
07) Ocean Soul
08) Feel for You
09) The Phantom of the Opera (►)
10) The Beauty of the Beast (►)

35 Bewertungen, 12 Kommentare

  • Baby1

    30.09.2007, 11:08 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • Gemeinwesen

    16.05.2007, 14:01 Uhr von Gemeinwesen
    Bewertung: sehr hilfreich

    G U G E .

  • panico

    12.05.2007, 13:03 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico:-)

  • CharMandra

    30.04.2007, 22:15 Uhr von CharMandra
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Theresia

  • mima007

    14.04.2007, 16:41 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh+lg, mima

  • bodenseestern

    11.04.2007, 23:44 Uhr von bodenseestern
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruß Petra

  • sandrad198

    10.04.2007, 18:41 Uhr von sandrad198
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüsse ,Sandra

  • waltraud.d

    10.04.2007, 15:30 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • jarolimi79

    10.04.2007, 14:55 Uhr von jarolimi79
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Tag noch Lieben Gruß Jaro

  • Vicky

    10.04.2007, 14:28 Uhr von Vicky
    Bewertung: sehr hilfreich

    * Sehr hilfreich - Vic *

  • angi3000

    10.04.2007, 14:03 Uhr von angi3000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Grüsse!

  • anonym

    10.04.2007, 13:32 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)