Chinchilla Testbericht

No-product-image
ab 25,44
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(5)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Chinchiboy

Süß mit samtweichen Fell aber leider nix zum Knuddeln

Pro:

-Gutes Aussehen des Tieres -man hat längerfristig Freude an ihm

Kontra:

-penibles Beachten des Futters -nicht so zahm wie andere Nager

Empfehlung:

Ja

Nachdem ich mich nun schon über meinen Wauwi ausgelassen habe, will ich euch heute mein anderes Haustier vorstellen. Ich hatte zwar mal zwei davon, aber dazu nachher näheres.

Es war vor nunmehr 8 Jahren: Ich war total gedemütigt, da ich in den vorangegangenen Jahren 5 Meerschweinchen und ein Zwergkaninchen verloren hatte, da diese nach jeweils einem Jahr meinten, sie müssten den Löffel abgeben. Ein Tierarzt sagte mir aber, dass diese schon total überzüchtete sind und deshalb eh nie lange machen (obwohl ich genug Beispiele kenne, wo die Schweinchen sehr sehr alt werden).
Dann fragte mich meine Mutter, ob ich nicht Lust hätte, Chinchillas zu nehmen, da eine Bekannte für ihre keine Zeit mehr hatte. Da ich sie schon mal in einer Zoologie gesehen hatte, wusste ich zumindest wie die aussehen.

Geschichte

Wer die Chinchillas für Ratten oder sonstige Arten hält, der irrt sich, denn sie sind eine eigenständige Nagetierart. Ursprünglich kommen sie mal aus Südamerika. Dort lebten sie (und die, die noch wild sind, werden es auch noch tun) in Höhlen, die sie in die Erde buddelten. Es gab Langschwanz und Kurzschwanzchinchillas. Leider bleib dies von den Europäern nicht unbemerkt und ihnen wurde nachgestellt, da man aus ihren Fellen prima Mäntel oder andere wärmende Sachen machen kann. Die Langhaarchinchillas wurden dann leider ausgerottet. Im 18. Jahrhundert, so glaube ich mich zu erinnern, wurden sie dann nach Europa gebracht. Und wenn nicht gerade die Tiere, dann ihre Felle.
Glücklicherweise hatte man ja dann Farmen, so dass man den Wildtieren ihren Pelz lassen konnte (auch wenn man sich über diese auch streiten kann). Aber heutzutage ist der Trend ja weg von den Pelzen.
So begann dann die Domestizierung oder auch anders, die Zähmung und Haltung als Haustier.

Allgemeines

Chinchillas werden oft auch als Hasenmäuse oder ähnliches bezeichnet (auf einer LAN taufte einer meine Hexe sogar südaustralische Wüstenspringmaus). Sie sind ungefähr so groß wie (echte) Zwergkaninchen oder ein kleines bisschen größer. Sie haben mittellange Ohren (deshalb Hasenmäuse) und einen längeren behaarten Schwanz, der mit dem eines Eichhörnchen sehr ähnlich ist. Es gibt sie in mehreren Farben. Meines ist wie die Abbildung grau, also der Naturtyp. Dann gibt es sie noch in Weiß (keine Albinos!), braun und schwarz. Die Kreuzung unter diesen Rassen ist wohl auf Grund eines gewissen Faktors sehr schwierig, so dass man gucken muss, was geht und was nicht.
Ich selbst hatte diese Probleme nicht, denn beide waren grau. Sie sind eigentlich Pelztiere, genauso wie der Nerz, da sie wunderbar weiches und beinahe plüschiges Fell haben. Aber wie gesagt, man hat sie als Haustiere entdeckt (wenn man sich so vorstellt, wie viele man von diesen 20 cm langen Tieren für einen Mantel bräuchte- Ich darf gar nicht daran denken)

Das wichtigste: Sie können bei guter Pflege 12 Jahre und älter werden (ich habe in einem Buch sogar mal etwas on 20 Jahren gehört)

Haltung

Chinchillas brauchen einen Käfig mit den Maßen 90 (Länge), 60 (Tiefe) und 120 cm (Höhe). Darin enthalten sind dann zwei Sitzbretter, eine Nippeltränke, ein Häuschen und ein Sandkasten. Dieser nicht etwa für fröhliches Buddelvergnügen, sondern zum Baden. Denn für ihr Fell brauchen sie diesen, da sie sonst verfilzen und dann sehen die Tierchen etwas struppig aus und das fetzt nicht.
Der Sand ist speziell für diese entwickelt und noch feiner als Vogelsand.
Als Futter gibt es Pellets und Heu. Pellets sind aus allen möglichen Grassorten zusammengepresste kleine Stäbchen oder Kugeln oder sonstiges. Chinchillas sind karge Verhältnisse gewohnt und brauchen daher eine ballaststoffreiche Nahrung, da sie sonst schnell Hops gehen könnten. Nach längerem Gewöhnen, frisst meins aber auch mal(!!) Gras oder anderes Grünzeug. Das Grundnahrungsmittel ist Heu.

Die Kosten

Von der Anschaffung her sind Chinchillas definitiv teurer als Meerschweinchen. Sie kosten nämlich so um die 80-150 DM. Von privaten Züchtern sind sie aber meistens billiger zu bekommen. Der Käfig kostet mit allem drum und dran auch so seine Pie mal Daumen 200 DM. Das Futter gibt es bei Hornbach für 0,20€ je 100g und das ist ziemlich günstig. Einstreu gibt es (ohne Werbung machen zu wollen) auch bei Hornbach und da kostet so ein Riesensack, mit dem ich bald nen dreiviertel Jahr reiche schon für 16 DM (und ich hoffe jetzt immer noch so für die maximal 9€). Der Sand, den man durchsieben kann kostet so ungefähr 5,90 DM, hält aber auch so 5-6 Monate.
Summa summarum kommt man auf Unterhaltskosten von ca. 10 € im Monat.

Jungen+ Aufzucht

Ich bekam ja nun gleich zwei übergeholfen und das waren dann auch noch Männchen und Weibchen. Aber immerhin sind ja Chinchillas keine Karnickel, sondern Chinchillas und das heißt, sie bekommen maximal alle 120 Tage je ein-drei Junge. Bei mir waren es immer abwechselnd mal eins und dann zwei. Einmal hätte ich sogar drei gehabt, aber leider waren zwei davon eine Totgeburt (dummerweise habe ich es dem Weibchen nicht angesehen und so war es ca. 2 Tage in den Wehen- ein Meerschweinchen wäre Hops gegangen) und ich konnte dann nur noch die (leider) Einzelteile entfernen.
Aber normalerweise geht alles glatt (so war es dann auch die anderen Male) und die Mutter kümmert sich die ersten 3 Wochen um ihre Jungen. Zwar sind sie Nestflüchter, aber trotzdem sind sie drei Wochen auf die Muttermilch angewiesen. Danach bleiben sie noch ca 6 Wochen bei der Mutter (das ist auch wichtig und wird in den Büchern auch immer wieder betont).
Insgesamt machen sie nicht mehr Arbeit, wie die beiden Alttiere, da diese die Aufzucht ja quasi von allein machen. Das einzige ist nur, dass man die Ränder des Käfigs zukleben sollte, da die Kleinen sonst ausbrechen und man sie ewig suchen darf.

Ich würde empfehlen, dass man sich relativ zeitig um den Absatz kümmert. Ich bin sie bisher meistens über die zweite Hand losgeworden, in der ich online annonciert hatte.

Bemerkungen

Wie gesagt, ich habe nur noch ein Chinchilla, aber nur, weil mir das Männchen leider verstarb. Chinchillas haben einen empfindlichen Magen-Darm- Trakt, so dass man mit dem Futter aufpassen muss. Insgesamt sind es nachtaktive Tiere, woran man sich auch erst gewöhnen muss, denn wenn der Käfig in der Nacht scheppert, da ist es aus mit der Ruhe.
Sie sind nicht so zahm zu kriegen wie Meerschweine und man kann sie auch nicht (auch wenn das Fell dazu einlädt) knuddeln. Aber wenn man sie dann rumlaufen lässt, passieren die lustigsten Sachen und die Tiere verlieren allmählich ihre Scheu. Bei einem privaten Züchter hat man meist das Glück, dass die Kleinen relativ handzahm sind (da waren sie jedenfalls bei mir, zwar waren es die Eltern nicht, aber na ja) und man sie leichter dazu bringt, einem zu vertrauen.

Mittlerweile hat sich wieder ein Männchen zugesellt und zu zweit sind sie um Vielfaches Glücklicher.

Ich habe das Weibchen seit nunmehr 9 1/2 Jahren und sie ist 11 Jahre alt, immer noch sehr aktiv und neuerdings auch sehr zutraulich.

Vielen Dank für das Lesen!

19 Bewertungen, 9 Kommentare

  • jenny123

    14.03.2006, 16:38 Uhr von jenny123
    Bewertung: sehr hilfreich

    freu mich über Gegenlesungen. <br/>sh-jenny123

  • WreckRin

    01.03.2006, 03:09 Uhr von WreckRin
    Bewertung: sehr hilfreich

    gelungener Bericht, freu mich über Gegenlesungen <br/>LG Sandra

  • angie1977

    22.02.2006, 09:36 Uhr von angie1977
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & lg angie

  • Miss_Nettie

    22.02.2006, 01:40 Uhr von Miss_Nettie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Meine Eltern haben auch einen Chinchilla, der nach 10 Jahren immer noch schreckhaft ist, aber ein weiches Fell haben diese Tierchen....

  • Esemaugir

    10.02.2006, 00:30 Uhr von Esemaugir
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bei Yopi bist ja auch wieder aktiv, das ist schön. Mal sehen, wann Du Deinen Zoo mal wieder um eine weitere Tierart ergänzt *gg*. mfG Andreas

  • skorbut

    08.02.2006, 15:15 Uhr von skorbut
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • ara83

    08.02.2006, 15:12 Uhr von ara83
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr informativ

  • Kinga

    08.02.2006, 15:11 Uhr von Kinga
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! Lg Kinga

  • EasyOneX

    08.02.2006, 15:10 Uhr von EasyOneX
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter bericht....hoffe man liesst sich mal wieder