Chrysler Neon Testbericht

Chrysler-neon
Abbildung beispielhaft
ab 19,66
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  gut
  • Fahrkomfort:  gut
  • Platzangebot:  sehr großzügig
  • Zuverlässigkeit:  gut

Erfahrungsbericht von *Naddl*

DER CHYSLER MIT LUXUS

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Mein heutiger Autotest handelt von einem Automobil welches in Deutschland nur die Rolle eines Außenseiters spielt. Doch eigentlich hat es mehr als das verdient.
Es handelt sich um den Chrysler Neon in seiner aktuellsten Form.

Meine ersten Begegnung mit dem Neon ist schon etwas länger her und das damalige Modell hatte mir einfach noch nie recht zugesagt. Ich fand ihn nicht hässlich aber, vor allem im Innenraum auch nicht schön. Doch seit einiger Zeit gibt es den Neon mit neuer Form und neuem Interieur, so wurde es Zeit mir das Auto mal wieder etwas genauer anzusehen.

Mein Bericht handelt um die Begegnung und das Testen des Neon und beinhaltet nicht die Erfahrungen die man sammelt wenn man das Auto besitzt. Wer kein Interesse mehr hat weiterzulesen der soll sich doch einfach Weckklicken und von einer Bewertung absehen. Danke im Voraus!

************Die Begegnung*************

Um mir ein Bild vom Neon zu machen bin ich einfach mal zum nächsten Chryslerhändler gefahren um das Auto Live zu erleben. Die Strecke ist nicht weit und dort angekommen hatte ich sogar das Glück das er ein LX Modell als Vorführwagen hatte. Was dieses LX bedeutet werde ich später erklären.
Nun auf den ersten Blick wirkte das silberne Auto echt schick. Mit seinen ovalen Scheinwerfern und dem geflügelten Emblem im Kühlergrill wirkt die Front gleich sympathisch und eigenständig.
Die Seitenlinie wirkt da schon zurückhaltender und etwas durchschnittlich geformt. Der Neon hat eine ganz gewöhnliche Stufenheckform, welche aber gekonnt gezeichnet wurde.
Mit 4,39m Länge ist der Neon übrigens ein ziemlich kleiner Amerikaner passt aber um so besser nach Europa. Auch die Breite ist mit 1,715m nicht allzu üppig, selbst die Höhe ist nicht auffällig und beträgt nur 1,42m.
Mit diesen Außenmassen wirken auch die 15 Zoll Leichtmetallräder der LX Version nicht zu klein obwohl der Neon etwas hochbeinig daherkommt.
Die Heckansicht wirkt auch ziemlich harmonisch aber irgendwie stören die Rückleuchten mit den etwas zu großen Orangen Blinkern die Linie. Hier gibt es doch schon bessere Designlösungen um die Blinker zu tarnen.

Im Alltag gibt es zu kritisieren das die Stossstangen keinerlei Rammschutz bieten und komplett lackiert sind. Selbst die Rammleisten an der Seite sind lackiert.
Sieht neu zwar alles toll aus doch nach kurzer Zeit dürften etliche Kratzer den Neon zieren.

***********entern des Innenraums***************

Um den Innenraum zu entern habe ich die Türen mit etwas billig wirkenden Klapptürgriffen geöffnet.
Empfangen wurde ich von dunkelgrauem Leder und vielem Holzimitat.
Mit schick geformten Sitzen und gut gestalteten Seitenverkleidungen macht dieser Innenraum doch etwas her. Auch das schwungvoll gestaltete Armaturenbrett wirkt alles andere als langweilig.
Gut ins Bild passen auch die weißen Zifferblätter und die spielend einfach zu bedienende Heizbetätigung.
Nur das vierspeichige Lederlenkrad sieht etwas aus als ob es auf dem Kopf steht. Man kann eben nicht alles haben.
Die Scheibenwischer und das Licht werden über Lenkstockhebel bedient und sind nicht schwer im Umgang. Sehr praktisch ist die variable Intervall Verstellung am Wischer. So kann man die Wischpausen problemlos der Regenmenge anpassen.
Auch die elektrischen Fenster und die elektrische Spiegelverstellung sind griffgünstig in der Seitenverkleidung platziert.

Die verwendeten Materialien sind nicht mal so schlecht wie man es eigentlich von einem Amerikaner erwartet allerdings erreichen sie auch noch kein gehobenes Nivea auch die Spaltmasse sind nicht optimal. Insgesamt kann man mit der Verarbeitung aber gut leben.

Ebenso lässt es sich mit dem Platzangebot recht gut leben. Vorne gibt es großzügig Platz und man fährt auf bequemen nur etwas kurzen Sitzen durch die Gegend. Praktisch auch die Mittelarmlehne zwischen den Sitzen.

Hinten gibt es schon mehr Einschränkungen und man merkt deutlich das dieses Auto doch nicht so groß ist.

Im Kofferraum hat man ausreichende 371Liter zur Verfügung. Allerdings gehört dieser Wert eher in die Kompakt bzw. Golfklasse. Bei bedarf lasen sich aber noch die Rücklehnen umklappen und schwups gibt es mehr Platz.

*********die Fahrt beginnt*****************

Nun habe ich den Neon stehend schon gut kennengelernt doch wie fährt sich dieses Auto eigentlich.
Nach dem Drehen des Zündschlüssels erlebe ich keine Überraschung. Das Auto hört sich wie jedes andere Auto aus Europa an.

Kein Achtzylinder blubbert unter der Motorhaube auch kein dumpfes brummen eines Sechszylinder ist zu hören, nein nur das dezente brummen eines ganz gewöhnlichen Vierzylinder Motors gelangt an meine Ohren.

Der Neon besitz einen 2,0Liter 4 Zylinder mit 16 Ventilen und stellt 133PS zur Verfügung. Um diese PS zu erreichen muss man den Motor auf 5600U/min drehen.
Als Drehmoment gibt es durchschnittliche 177NM bei 4600U/min.

Somit steht vorher schon fest das man den Motor etwas drehen muss um ordentlich an Leistung zu kommen.
Chrysler gibt 10,8 Sekunden bis 100km/h an und immerhin 200km/ Endgeschwindigkeit.
Hört sich nicht schlecht an für ein immerhin 1320kg schweres Auto.

In der Praxis kann das Auto diese Werte dann durchaus bestätigen. Der Neon zieht auf Wunsche kräftig an und das Getriebe passt ganz gut dazu. Es lässt sich leicht schalten erreicht aber noch keine Perfektion.
Allerdings muss man den Motor recht kräftig drehen lassen um an die gewünschten Fahrleistungen heranzukommen und das ist nicht unbedingt das richtige Element für den Motor. Bei hohen Drehzahlen wird er brummig und macht darauf aufmerksam das mehr Zylinder einfach besser zu einem Amerikaner passen.
Zum gemütlichen bummeln kann man den Motor auch benutzen nur ist er nicht allzu Durchzugkräftig und man muss schon schalten um flott voran zu kommen.
Im großen und ganzen muss ich aber sagen das ich schon Autos gefahren bin die einen schlechteren Motor hatten zum Neon könnte man sagen das er durchschnittlich motorisiert ist.

Auf der Strasse fährt sich der Neon aber erstaunlich gut bewegen. Die Straßenlage kann man als gut bezeichnen und normale Fahrer werden das Fahrwerk in Kurven wohl nicht überfordern. Auch die Lenkung spricht, unamerikanisch, direkt an. Zu diesem Bild passt auch der Wendekreis von 10,8m sehr gut. Dieser Wert ist ungefähr Vergleichbar mit einem Renault Scenic.
So gerüstet lässt sich der Neon auch in der Stadt ganz gut bewegen. Zu allem bietet er auch noch einen angenehmen Federungskomfort.
Beim Fahrwerk muss man schon sagen das die Amerikaner deutlich aufgeholt haben.

In Sachen Verbrauch kann sich der Neon auch sehen lassen. Werte unter 10 Liter sind normal und der Normverbrauch wird mir exakt 8,0l angegeben. Zu allem begnügt sich der Chrysler noch mit normal bleifrei und beweist wieder einmal das amerikanische Autos keine Säufer mehr sind.

Doch meine Probefahrt ist nun schon herüber und ich machte mich zurück zum Chryslerhändler um ein sehr wichtiges Kapitel zu erforschen.

*****************Die Finanzen rufen****************

Die Preise sind es die den Neon so interessant machen.
Los geht’s:

Neon SE nennt sich das Basismodell und kostet 14.440€
plus Überführung.
Dafür bekommt man: Airbags für Fahrer Beifahrer und die Seite.
ABS
Antischlupfregelung
Elektrische Spiegel inklusive Heizung
Elektrische Fenster vorne
Höhenverstellbare Lenksäule
Natürlich Servolenkung
Und eine Zentralverriegelung.
Das sind die wichtigsten Dinge im SE

Eine Stufe höher gibt es den LE. Hier findet man zusätzlich.
Radio mit Kassette und CD
Bodenkonsole mit praktischen Getränkedosenhalter
Lederlenkrad und Schaltknauf
Sogar eine Klimaanlage findet man hier
Und eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung
Ein LE bekommt man für 16845€

Wer es nobel mag bekommt mein Testwagen das Topmodell Namens LX.
Der Preis für ein solches Modell liegt bei 18995€. Dafür bekommt man aber zusätzlich:
15 Zoll Leichtmetallräder
Nebelscheinwerfer
Holzdekor im Innenraum
Die noble Teillederausstattung.

Die Aufpreisliste ist klein es gibt: 4Gang Automatik (nicht für SE) für 2000DM, Metalliclack für 650DM und für den SE ein Radio für 850 DM

Wer jetzt nach einem Schiebedach oder dem Sicherheitsplus Namens ESP, ISO Fix Befestigungen für Kindersitze, elektrische Fenster hinten, Kopfairbags oder Navigationssystem sucht hat schlich und einfach Pech gehabt.
Einerseits ist der Neon zwar günstig aber die Verfügbarkeit von Extras lässt einige Wünsche offen.
Weiterhin hat man beim Wiederverkauf schlechte Karten. Wer nimmt schon gerne einen Chrysler Neon Inzahlung wenn nicht ein Chryslerhändler gewählt wurde.
Da das Auto so ein Außenseiter bei uns ist hat es auch mit einem hohen Wertverlust zu kämpfen.
Auch ist es schade das der Neon nicht die D4 Steuernorm erfüllt. Dafür kostet er in der Versicherung nicht die Welt ( Typklassen werden nachgereicht)

************ALSO*****************

Der Neon ist ein hübsches Auto das mehr zu bieten hat als viele denken. Die Verarbeitung und das Design können sich sehen lassen. Das Fahrwerk ist gar sehr gut gelungen. Dazu gibt es den Neon zu wahren Kampfpreisen. Am besten man vergleicht die Preise mit einem VW Golf und man wird sich wundern wie günstig der Neon ist.
Als nur durchschnittlich bezeichne ich den Motor.
Als Nachteil empfinde ich die Lückenhafte Sicherheitsausstattung, diese ist auf Kleinwagenniveau. Auch die Optionsliste ist nicht umfangreich genug. Es gibt auch nur eine Stofffarbe bzw. eine Lederfarbe und nur 5 Farben. So bleibt wenig Spielraum für den persönlichen Charakter des Käufers.
Für mich war es aber auf jeden Fall interessant den Neon kennen zu lernen nur kaufen würde ich ihn mir trotzdem nicht. Zu schön fand ich das Auto welches beim Händler neben dran stand. Sein Name: Chrysler PT Cruiser.

11 Bewertungen