Coldplay Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
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Erfahrungsbericht von julian.k
Nobody said it was easy... - "A Rush Of Blood To The Head" von Coldplay
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich habe mich entschieden, zum ersten Mal eine CD-Kritik zu schreiben. Ich war mir bis heute nie sicher, ob es besonderen Sinn macht, über etwas wie Musik zu schreiben, denn nirgendwo anders sind die Eindrücke des Betrachters bzw. des Zuhörers so subjektiv wie in der Kunst, und die Musik zählt sich ja wohl dazu. Zumindest die Teile der Musik, die sich noch nicht komplett der Kommerzialisierung unterworfen haben bzw. bei denen es noch nicht so auffällt :-)
Dies Art von Musik wird zwar immer seltener, jedoch gibt es immer noch Nischen, in denen nicht nur wild drauflosgecovert und drauflosverdient wird, sondern in denen noch eine gewisse Kreativität vorherrscht. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel von Kreativität sind wohl Coldplay. Vor ihrer aktuellen Single „In My Place“ kannten sie wohl zumindest hierzulande nur die wenigsten, da die englische Band in den Medien eher wenig präsent war. Einer Ausgabe des „Kultkomplexes“ im Radiosender Einslive verdanke ich, dass ich mich jedoch zu diesen wenigen zählen darf, denen das Debutalbum „Parachutes“ seit einiger Zeit bekannt ist.
Mit Spannung erwartete ich somit das Album, das auf Parachutes folgen sollte. Mit Nachfolgern auf Debutalben ist das ja immer so eine Sache, die meisten gehen ziemlich daneben und die Band ist von da an als „Eintagsfliege“ in die Gedächtnisse ihrer einstigen Fans gebrannt. Coldplay gelang es jedoch, ein zweites Album aufzunehmen, das denen, die „Parachutes“ mochten, wohl auch gefallen wird. Name: „A Rush Of Blood To The Head“.
Ihre Musik hat sich von den gitarrendominierten Songs, die auf Parachutes zu finden waren, ein wenig abgewandt. Auf „A Rush Of Blood To The Head“ wird der Zuhörer Lieder finden, in denen eher das Klavier die Akzente setzt. Vom Stil her ist die Musik von Coldplay jedoch die gleiche geblieben. Sie ist sehr ruhig, sentimental, wer durchs Musikhören Aggressionen abbauen will der wird schnell merken dass er die falsche CD eingelegt hat. Und auch wer durch eine CD gute Laune verströmen will oder was zum nebenbei Hören braucht, der sollte sich vielleicht eher an die gängige Popmusik halten. Denn die Lieder von Coldplay sind keine leicht eingängigen Lieder wie man sie vielleicht im Radio hört. Meistens gibt es keinen klaren Refrain, es wird eher eine Stimmung aufgebaut, in die der Zuhörer versetzt werden soll.
Hinzu kommt die auffällige Stimme von Sänger Chris Martin. Es ist teilweise ziemlich beeindruckend, in welcher Höhe er noch die Töne trifft. Ob ihm dies bei Livekonzerten ähnlich gut gelingt ist eventuell zu bezweifeln, aber das ist auch nebensächlich. Auf dem Album kann er mit seiner Stimme klar überzeugen. Auf die Texte wird eher weniger Wert gelegt, die Musik steht bei Coldplay klar im Vordergrund.
Diese setzt sich aus den bereits erwähnten Klavierparts, eindrucksvollen Gitarrenriffs und einem Schlagzeug zusammen, dass teilweise sehr auffällig ist. Songs wie „Politik“ werden klar vom Schlagzeug dominiert, das hier den Takt angibt und Tempo in die Lieder bringt, die ansonsten oft sehr langsam sind. Wie gesagt, der Hörer soll in eine Stimmung versetzt werden, und diese ist meist eher traurig. Wie z..B. bei „Warning Sign“: Wieder fehlt ein wirklicher Refrain, es existiert lediglich die häufig wiederholte Textzeile „And the truth is / I miss you“. Jedoch besteht „A Rush Of Blood To The Head“ nicht nur aus traurigen Liedern. „A Whisper“ beispielsweise ist schon eher ein Rocksong, bestimmt von Gitarrensounds. Neben traurigen Liedern und Rocksongs lassen sich außerdem noch eher nachdenkliche Lieder auf der Platte finden, hier sei der Titelsong „A Rush Of Blood To The Head“ genannt – eines der schönsten Lieder des Albums. Allerdings lassen sich keine großartigen Botschaften in den Texten finden, sie sollen wohl eher nachdenklich machen und frei interpretierbar sein.
Ich möchte nun nicht dazu übergehen, zu jedem einzelnen Lied der Platte zweieinhalb Zeilen zu schreiben, weil ich denke, dass man Musik eigentlich selbst hören muss um einen wirklichen Eindruck von ihr zu kriegen. Dieser Bericht ist von daher eher als Anregung gedacht für Menschen, die gerne ruhigen, melodischen Britpop hören, sich doch mal ein paar Songs von Coldplay anzuhören. „A Rush Of Blood To The Head“ ist für den, der solche Musik mag, auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Die Platte ist nicht eintönig, in jedem Lied stecken neue, klangvolle Melodien und nur bei „God Put A Smile Upon Your Face“, welches für meinen Geschmack das schwächste Lied ist, könnte es vorkommen, dass man auf die Idee kommt, den „Skip forward“-Knopf an seinem CD-Player benutzen zu wollen. Dem gegenüber stehen einige wirklich schöne Lieder wie, um noch ein weiteres Beispiel zu nennen, „The Scientist“, welches die zweite Single nach „In My Place“ werden soll, und um deren Willen sich das Anhören von „A Rush Of Blood To The Head“ wirklich lohnt.
Danke fürs Lesen
Julian
Dies Art von Musik wird zwar immer seltener, jedoch gibt es immer noch Nischen, in denen nicht nur wild drauflosgecovert und drauflosverdient wird, sondern in denen noch eine gewisse Kreativität vorherrscht. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel von Kreativität sind wohl Coldplay. Vor ihrer aktuellen Single „In My Place“ kannten sie wohl zumindest hierzulande nur die wenigsten, da die englische Band in den Medien eher wenig präsent war. Einer Ausgabe des „Kultkomplexes“ im Radiosender Einslive verdanke ich, dass ich mich jedoch zu diesen wenigen zählen darf, denen das Debutalbum „Parachutes“ seit einiger Zeit bekannt ist.
Mit Spannung erwartete ich somit das Album, das auf Parachutes folgen sollte. Mit Nachfolgern auf Debutalben ist das ja immer so eine Sache, die meisten gehen ziemlich daneben und die Band ist von da an als „Eintagsfliege“ in die Gedächtnisse ihrer einstigen Fans gebrannt. Coldplay gelang es jedoch, ein zweites Album aufzunehmen, das denen, die „Parachutes“ mochten, wohl auch gefallen wird. Name: „A Rush Of Blood To The Head“.
Ihre Musik hat sich von den gitarrendominierten Songs, die auf Parachutes zu finden waren, ein wenig abgewandt. Auf „A Rush Of Blood To The Head“ wird der Zuhörer Lieder finden, in denen eher das Klavier die Akzente setzt. Vom Stil her ist die Musik von Coldplay jedoch die gleiche geblieben. Sie ist sehr ruhig, sentimental, wer durchs Musikhören Aggressionen abbauen will der wird schnell merken dass er die falsche CD eingelegt hat. Und auch wer durch eine CD gute Laune verströmen will oder was zum nebenbei Hören braucht, der sollte sich vielleicht eher an die gängige Popmusik halten. Denn die Lieder von Coldplay sind keine leicht eingängigen Lieder wie man sie vielleicht im Radio hört. Meistens gibt es keinen klaren Refrain, es wird eher eine Stimmung aufgebaut, in die der Zuhörer versetzt werden soll.
Hinzu kommt die auffällige Stimme von Sänger Chris Martin. Es ist teilweise ziemlich beeindruckend, in welcher Höhe er noch die Töne trifft. Ob ihm dies bei Livekonzerten ähnlich gut gelingt ist eventuell zu bezweifeln, aber das ist auch nebensächlich. Auf dem Album kann er mit seiner Stimme klar überzeugen. Auf die Texte wird eher weniger Wert gelegt, die Musik steht bei Coldplay klar im Vordergrund.
Diese setzt sich aus den bereits erwähnten Klavierparts, eindrucksvollen Gitarrenriffs und einem Schlagzeug zusammen, dass teilweise sehr auffällig ist. Songs wie „Politik“ werden klar vom Schlagzeug dominiert, das hier den Takt angibt und Tempo in die Lieder bringt, die ansonsten oft sehr langsam sind. Wie gesagt, der Hörer soll in eine Stimmung versetzt werden, und diese ist meist eher traurig. Wie z..B. bei „Warning Sign“: Wieder fehlt ein wirklicher Refrain, es existiert lediglich die häufig wiederholte Textzeile „And the truth is / I miss you“. Jedoch besteht „A Rush Of Blood To The Head“ nicht nur aus traurigen Liedern. „A Whisper“ beispielsweise ist schon eher ein Rocksong, bestimmt von Gitarrensounds. Neben traurigen Liedern und Rocksongs lassen sich außerdem noch eher nachdenkliche Lieder auf der Platte finden, hier sei der Titelsong „A Rush Of Blood To The Head“ genannt – eines der schönsten Lieder des Albums. Allerdings lassen sich keine großartigen Botschaften in den Texten finden, sie sollen wohl eher nachdenklich machen und frei interpretierbar sein.
Ich möchte nun nicht dazu übergehen, zu jedem einzelnen Lied der Platte zweieinhalb Zeilen zu schreiben, weil ich denke, dass man Musik eigentlich selbst hören muss um einen wirklichen Eindruck von ihr zu kriegen. Dieser Bericht ist von daher eher als Anregung gedacht für Menschen, die gerne ruhigen, melodischen Britpop hören, sich doch mal ein paar Songs von Coldplay anzuhören. „A Rush Of Blood To The Head“ ist für den, der solche Musik mag, auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Die Platte ist nicht eintönig, in jedem Lied stecken neue, klangvolle Melodien und nur bei „God Put A Smile Upon Your Face“, welches für meinen Geschmack das schwächste Lied ist, könnte es vorkommen, dass man auf die Idee kommt, den „Skip forward“-Knopf an seinem CD-Player benutzen zu wollen. Dem gegenüber stehen einige wirklich schöne Lieder wie, um noch ein weiteres Beispiel zu nennen, „The Scientist“, welches die zweite Single nach „In My Place“ werden soll, und um deren Willen sich das Anhören von „A Rush Of Blood To The Head“ wirklich lohnt.
Danke fürs Lesen
Julian
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