Collie langhaarig Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Familientauglichkeit:  sehr gering
  • Pflegeaufwand:  durchschnittlich
  • Futterkosten:  durchschnittlich
  • Platzbedarf:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von holsi

ein tolles Tier

Pro:

treu und agil

Kontra:

Fellverlust

Empfehlung:

Ja

Einleitung

Ich habe jetzt seit 4 Jahren einen Collie, er selbst ist 5 Jahre alt.
Sein erstes Lebensjahr war nicht gerade das glücklichste, was man sich als Hund so vorstellen kann, aber das gehört jetzt nicht hierhin. Jedenfalls nahm ich ihn mit einem Jahr alt aus dem Tierheim und ich kann sagen, er hat einiges durchgemacht.


Aber jetzt zu dem Tier selbst

Ein Collie ist nicht gerade ein pflegeleichtes Tier. Damit meine ich nicht seinen Charakter, dazu komme ich später noch, sondern rein von der Pflege her.


Fell

Ein Collie hat eigentlich zwei Felle. Das eine etwas grobe lange Oberfell, was meist entweder in braun, schwarz und weis gefärbt ist. Dieses Fell ist nicht das eigentliche Problem.

Darunter hat er ein Unterfell, was ihn auch vor Kälte und Nässe schützt. Diese Fell ist extrem weich und weis. Wie schon gesagt es isoliert den Hund (hmm, dummer Ausdruck). Und darin liegt einer der großen Nachteile dieses Tieres. Da das Unterfell im Sommer nicht besonders viel zu isolieren hat, beginnt im Frühjahr der Fellwechsel. Ab dann verliert er dieses Unterfell. Das ganze geht bei meinem Tier bis zum Anfang des Winters. Und ihr könnt nicht glauben, wie viel von dem Fell er so in diesem halben Jahr verliert. Man könnte ganze Tonnen davon füllen, ist jedenfalls mein Eindruck. Das der Fellwechsel so lange dauert ist aber nicht normal, aber auch nicht so ungewöhnlich. Mein Tierarzt meinte dazu, es würde an der Heizung im Winter liegen, die den ganzen Jahresrhythmus des Tieres durcheinander bringen würde. Aber mit bestimmter Ernährung kann man dem Haarausfall auch etwas eindämmen. In den ersten beiden Jahren hat er deutlich mehr Fell verloren als nun, was auch auf seinen seelischen Zustand zurück zu führen ist.

Ansonsten ist der Collie aber doch sehr Pflegeleicht. Außer regelmäßiges Bürsten des Fells, die normalen regelmäßigen Impfungen und genug Auslauf braucht er nicht viel.


Auslauf

Aber Auslauf ist das richtige Stichwort. Der Collie benötigt sehr viel davon, ich bin so im Durchschnitt etwa 2 Stunden am Tag mindestens mit ihm unterwegs. Dabei will meiner eigentlich gar nicht so viel rennen, er mag es lieber gemächlich neben mir her zu laufen und zu schnüffeln. Das kann aber auch daran liegen, dass er ein Rüde ist (habe ich vergessen zu erwähnen). Da ist wohl mehr das setzen von Markierungen angesagt.

Das er mit mir Laufen (im Sinne von Joggen) geht war ein hartes Stück arbeit. Aber jetzt macht er es doch recht gerne.

Krank war er noch nie in der Zeit in der ich ihn habe. Collies sind aber generell sehr robuste Naturen. Das ist ungewöhnlich, denn in den 70er war der Collie ein Modehund und deswegen ist er auch überzüchtet. Aber eigentlich war er ein Hütehund und somit auch immer draußen unterwegs, was eigentlich eine robuste Konstitution voraus setzt.

Eines ist bei meinem aber komisch, er ist extrem Wasserscheu. Und mit extrem meine ich extrem. Ein Beispiel gefällig? Wenn es regnet kommt es vor, das er erst gar nicht nach draußen möchte, weil es ihm zu nass ist. Aber das soll eine Ausnahme sein.

Meiner ist auch extrem verfressen, wenn er es mag. Dann hört er gar nicht mehr auf zu essen. Ist aber nicht schlimm, wenn er genug Auslauf bekommt.


Wesen

Zu seinem Wesen. Collies sind sehr auf den Menschen fixiert. Ob sie Kinder mögen, kann ich nicht sagen, habe keine. Aber wenn er es will, und nur dann, kommt er auch mal zum kuscheln. Dann möchte er aber auch wirklich geknudelt werden.

Generell hat mein Hund seinen eigenen Willen, den ich manchmal doch energisch brechen muss. Natürlich nicht mit Gewalt, würde ihn nie schlagen. Aber mal die Stimme erheben, kann auch schon etwas bewegen, glaubt mir.

Es gibt auch viele Collies die stark zum kläffen neigen. Das muss man schon beim jungen Hund abstellen, hat er sich das erst einmal angewöhnt, ist es kaum noch zu beseitigen.

Aber einen gravierenden Nachteil muss ich noch erwähnen. Mein Collie sieht aus wie Lassie, nein stimmt nicht, er ist viel schöner. Aber findet nicht jeder seinen Hund schön?

Na, jedenfalls kann es doch sehr nerven, wenn immer alle Leute gleich rufen \"da ist Lassie\". Das kann Nerven. Obwohl, durch ihn habe ich auch schon eine Menge nette Leute, vor allem die jüngeren weiblichen kennen gelernt. Gehört aber auch nicht hier hin *grins*.


Fazit

Wer keine Angst vor dem Fell hat, das ständig überall herum liegt, findet in einem Collie einen perfekten Freund. Aber wie jedes Tier benötigt der Collie viel Aufmerksamkeit. Wer ihm die nicht geben kann oder einem anderen Tier, sollte sich lieber ein Tamagotchi kaufen, wenn es die denn noch gibt.

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