Mexican - Eine heiße Liebe (DVD) Testbericht

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ab 6,38
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Erfahrungsbericht von Joebln

schwierige Entscheidung

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nur einmal geträumt und schon sind die nächsten fünf Jahre versaut. Genauso geht es Jerry (Brad Pitt). Der hat vor 5 Jahren wegen einer Träumerei auf einer Kreuzung den Wagen eines Mafiabosses angefahren und den Mafioso durch den folgenden Polizeieinsatz in den Knast gebracht.
Komischerweise zeigt der \"Pate\" aber Herz und läßt Jerry seine \"Schuld\" durch Botengänge abarbeiten, die der kleine Blödmann aber regelmäßig versaut. Sein letzter Auftrag soll der Transport der irre wertvollen und uralten Pistole \"The Mexican\" aus einem abgelegenen mexikanischen Kaff sein.
Währenddessen ist seine Freundin Samantha (Julia Roberts) ordentlich abgenervt und trennt sich aufgrund dieses Auftrages endgültig von ihm. Denn eigentlich sollte Jerry mit ihr nach Vegas gehen und dort ein neues Leben beginnen.

Jerry fliegt also nach Mexiko und Sam fährt nach Vegas. Doch nichts ist so einfach:
Während Jerry die Pistole recht schnell findet, nimmt das Verhängnis durch Autodiebstähle sowie rivalisierende Banden und Interessen immer mehr in Chaosform seinen Lauf. Immer wieder kriegt Jerry die Oberhand und damit die Pistole zurück. Das ist aber nur von kurzer Dauer. Durch irgendeine Dämlichkeit von ihm, ist er sie im nächsten Augenblick wieder los oder sitzt in der Patsche.
In der \"Zentrale\" nimmt man ihm die Stories aber nicht ab, sondern denkt sich, Jerry wolle die Pistole anderweitig verhökern. Da läßt man sich kurzerhand das Kidnapping von Samantha als Druckmittel gegen Jerry einfallen. Nur zu dumm, daß diese nicht mal eine Telefonnummer von Jerry hat...

Fangen wir doch mal mit dem Positiven an: Ich war ehrlich gesagt richtig erfreut, das Schauspiel von Julia Roberts zu sehen. Bisher hatte ich sie immer nur als die zickige ausdruckslose und vor allem langweilige Großstadtgöre in Erinnerung. Doch in diesem Film zeigt sie gerade durch wirklich beeindruckende und ansprechende Mimik ihr Können. Leider hält das nicht den gesamten Film über. Später rutscht es wieder in dieses hysterisch kitschige Etwas ab.

Brad Pitt spielt wie in seinen letzten 3 bis 4 Filmen den trotteligen, zotteligen Jungen, der sich eher schlecht als recht durchs Leben und andern auf die Nase schlägt. Da ist nichts besonderes oder neues dran - außer vielleicht, daß die diversen Großaufnahmen wieder einmal bestätigen, daß irgend jemand beim Verleih des Titels \"sexiest man alive\" seine Kontaktlinsen nicht drin gehabt haben kann.

Als recht witzige und sympathische Figur agiert der Killer Leroy (James Gandolfini spielte schon in \"Die Sopranos\" ziemlich klasse), dessen Charakter und Spiel gar nicht so richtig in die Rolle passen wollen. Dafür finde ich die Idee aber hervorragend und gut besetzt.

Die restlichen Figuren sind blaß und dienen als Stichwortgeber.

Als äußerst interessant empfand ich, daß der gute 2 Stunden lange Film insgesamt zwar recht träge daher kommt, ich aber trotzdem nicht auf die Uhr gesehen habe. Mehrmals dachte ich ja, nun wäre alles geklärt und der Film zu ende. Aber nein, da muß sich Trottel Jerry wieder die Pistole klauen lassen und alles geht von vorne los.
Technisch einfallsreich ist die Einblendung der Geschichte der Pistole als flimmernder Stummfilm. Die Szenerien variieren je nach Erzähler, geben dabei aber immer ein Stückchen mehr der Legende frei.

Tote und Zusammengeschlagene gibt’s am laufenden Band. Aber insgesamt bleibt der Film zwischen den Genres stecken: er ist weder ein Actionreißer, noch eine Romanze und schon gar keine quirlige Komödien - obwohl etliche skurrile Ideen Anlaß zum lachen bieten.

Mein Vorteil war wohl, daß ich mit sehr, sehr geringen Erwartungen in den Film gegangen bin. So bin ich nicht enttäuscht, weil er so zwiespältig ist. \"Mexican\" ist nicht richtig schlecht, aber auf Grund der mit dem Auftritt der beiden \"Superstars\" verbundenen Erwartungen dann doch wieder irgendwie enttäuschend flach und belanglos.

Fazit: Eine zwei Stunden Farce, die irgendwo zwischen den Genrestühlen steckt. Hier wollte es wohl einer allen Zuschauern recht machen und spricht am Ende keinen richtig an. Bei dem richtigen Preis trotzdem ein durchaus interessantes Schauspiel.
Darum: Empfehlung ja, aber nur 3 Pünktchen

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