Mexican - Eine heiße Liebe (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von vampire-lady

der Film mit der Ampel

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Brad Pitt Filme guckt man sofort am ersten Tag. Das war immer so und wird auch immer so bleiben. Man muß Traditionen hochhalten.

Geschichte:
Jerry (Pitt) soll für einen Gangsterboss, den er aus Versehen in den Knast gebracht hat, eine legendäre Pistole „The Mexican“ aus Mexiko abzuholen. Lt. Legende die schönste Pistole, die wohl je hergestellt wurde, irgendwie war das Dingen aber grottenhässlich. Nebenbei wird die Legende in Rückblenden, die an alte Stummfilme erinnern, nach und nach aufgedeckt, und entsprechend alter Väter Sitte gelingen die Stummfilmsequenzen nahezu übertrieben melodramatisch (nicht unkomisch). Da Jerry sich bei seiner Aufgabe denkbar blöde anstellt, dabei auch noch den Touri raushängen lässt und das persönliche Pech nur so anzieht, wird seine Freundin Sam (Roberts) vorsichtshalber gekidnappt – von dem schwulen Killer Winston, der sich gerade in einer Art Sinnkrise befindet (im übrigen der beste Part im Film).

Pitt/Roberts: das neue Traumpaar kommt eigentlich ziemlich langweilig herüber. Allerdings gibt die Geschichte auch diesbezüglich nichts her. Pitt spielt seine Rolle zwar überzeugend, aber wie ein zu groß geratener 10jähriger. Roberts kommt in den Szenen in denen sie gerade keine hysterischen Beziehungsanfälle bekommt, ziemlich stark rüber. Allerdings merkt man keinesfalls die eigentlich geplante Beziehung, die es seinerzeit zwischen Katharine Hepburn und Spencer Tracy gab.

Der Film ist mit einer Vielzahl an Nebendarstellern gespickt, von denen sich aber einzig und allein noch Gene Hackman, gegen die Rollen von Sam, Jerry und Winston durchsetzen kann. Der Rest wirkt ziemlich farblos – was auch für den eigentlichen Bösewicht des Films gilt.

Klamotten und so:
Was mir auffiel war ein Kettchen, das von Sam getragen wurde – mit goldenem Schriftzug „Jerry“ – erinnert mich irgendwie an „Nora“ und Thomas Anders *gg. Sam’s Sachen erinnerten z. T. an die heutige Madonna, z. T. an den guten alten Hippielook. Jerry dagegen trug eine ausgebeulte Hose, dazu ein graues Sweatshirt, darüber wiederum jeweils ein TShirt in wechselnden Farben. Wohl im Megapack gekauft.

Zum Film:
Der Film greift viele verschiedene Elemente einiger Filmgattung auf. So denkt man bei Brad Pitt auf dem Esel sofort an „ein Fressen für die Geier“ (nur das Pitt eher wie Shirley Maclaine herüberkommt, als wie Clint Eastwood) Westernelemente sind nicht von der Hand zu weisen. Die Idee mit dem schwulen Killer in Sinnkrise erinnert an Filme von Woody Allen. Die Entführung von Sam nach Mexiko im VW-Beatle spielt auf die üblichen Road-Movies incl. Tankstellen-Klos an, das Ganze in der kochend heißen Wüstenlandschaft in und um Vegas, mit ellenlangen Highways und einer grandiosen Landschaft. Währenddessen die Komödieneinlagen von Jerry, der in der ebenso genialen Landschaft Mexikos seinen persönlichen, teils eigentlich touristischen Alptraum erlebt. Running Gag am Rande: mitten auf einer Kreuzung im mexikanischen Nichts hängt eine Ampel, die zum heimlichen Hauptdarsteller des Films wird (ich mußte zumindest auf dem Nachhauseweg an einer roten Ampel ziemlich grinsen).

Was stört, sind die Tempowechsel während dieses Films. Mal entwickeln sich Szenen langsam bis langatmig, dann wieder steigt das Tempo, daß man kaum noch mitkommt. Einlullen und aufwachen ist angesagt. Die Komödienelemente sind hin und wieder zu vorhersehbar.

Was haben wir am Ende? Die ganz bösen Verbrecher sind tot, die weniger Bösen durchlebten ihre Bekehrung weg von der Kriminalität. Jerry wird etwas erwachsener und Sam lernt, daß sie der wahren Liebe nicht entkommen kann.

Schlußfazit: ich schreie meinen Jubel nicht gerade hinaus, kann aber auch nicht nur meckern. Ich würde mir den Film durchaus nochmal im Fernsehen ansehen.

36 Bewertungen