Coq au Vin Testbericht

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  • Arbeits- und Zeitaufwand:  niedrig
  • Kosten:  niedrig

Erfahrungsbericht von jozeil

*** Französisch in der Küche? ***

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Was soll ich euch sagen. Froh, wie ich bin, endlich einen Job gefunden zu haben, wollte ich mir heute, zumal meine Eltern noch zu Besuch kamen, etwas Besonderes gönnen und eben meinen Erschaffern mal etwas gönnen, das sie sich niemals, aus Unwissenheit oder Faulheit, selber machen würden.

Meine Wahl viel auf Coq au vin, ein französisches Rezept, das soviel wie Huhn in Rotwein zu bedeuten hat. Eigentlich, obwohl dem Namen nach kompliziert anmutend, is es schnell und einfach zubereitet und mundet wunderbar.

Benötigt werden dafür, obwohl es sehr vornehm klingt, keine großartig zu definierenden Zutaten, sondern Lebensmittel, die wohl in den meisten Haushalten zu finden sind.

So waren wir heute also zu viert, wofür von mir folgende Zutaten eingekauft und verkocht wurden.

Bevor es mal zur Fleischtheke geht, erst mal 250 g Möhren, 250 g Schalotten, 250 g kleine Champignons und ne Knolle Knoblauch, keine Angst es werden nur ein oder zwei Zehen benötigt, in den Einkaufskorb gepackt. Nicht zu vergessen, gleich noch einen Zweig frischen Thymian und nen Bund glatte Petersilie mitzunehmen. Dann beim Metzger 2 kleine, etwa 800 g schwere Hähnchen besorgen und so nebenher noch 75 g Frühstücksspeck mit einpacken lassen. Kommt noch der Wein, bei dem ihr zu zwei Flasche Beaujolais oder einem anderen guten Burgunder greifen solltet. Und da ihr davon nur nen halben Liter benötigt, bleibt auch noch was für das Glas beim Kochen. Was sagt uns das? Zu nem guten Tropfen greifen. 1 Gläschen Weinbrand darf auch nicht fehlen und, ohnehin in jedem Haushalt vorzufinden, Salz und Pfeffer aus der Mühle, 1 Lorbeerblatt, etwas Mehl zum Binden der Sauce und natürlich Fett, besser Butterschmalz zum Anbraten.

Und dann geht’s los. Die Hähnchen tranchiere ich, was heißen soll, in Portionsgröße teilen und dabei gleich die Haut abziehen und dem Mülleimer opfern.

Die Möhren, auch wenn ich das nicht so gerne der Vitamine wegen mach, schälen und würfeln. Bei den Schalotten begnüge ich mich mit dem Entfernen der äußeren Schale, hacke die nur in grobe Stücke und den Speck, das dauert wieder etwas länger, wird in feine Streifen geschnitten. Bei den Champignons reicht es, sind sie klein und fest, diese nur zu säubern, aber bitte nicht unter Wasser sondern nur mit nem Küchentuch, den sonst geht der Geschmack flöten. Größere Pilze freilich werden halbiert oder geviertelt.

Jetzt kommt mal der erste Topf ins Spiel, in dem der Wein unter Vollgas bis zur Hälfte reduziert wird. Inzwischen mal das Fleisch waschen und anschließend trockentupfen, salzen und pfeffern, dünn mit etwas Mehl stäuben und in nem El Fett in nem großen Schmortopf ordentlich anbraten.

Raus damit, auf nen Teller legen und im gleichen Öl den Röstvorgang mit Speck, Möhren, Knoblauch nach Geschmack und den Schalotten wiederholen. Huhn wieder zurück, Thymian und Lorbeer dazu und mit dem eingekochten Wein und dem Weinbrand angießen. Deckel drauf und schön langsam, während ihr die angebrochene Flasche Wein gemütlich austrinkt, für etwa 45 Minuten schmoren lassen.

Wo sind denn aber jetzt die Champignons, ganz klar noch nich drin. Würdet ihr die schon am Anfang rein schmeißen, währen die wohl zum Schluss nur noch Matsch. Also erst zum Schluss im restlichen Löffel Butterschmalz anbraten, zum Huhn geben und für das Auge mit der Petersilie bestreuen.

Wer jetzt so auf Sauce steht wie ich, dem sei folgender Tipp ans Herz gelegt. Ich verlängere immer mit etwas Brühe, wobei ich dann aber noch etwas Saucenbinder brauche um nicht ne Suppe auf dem Teller schwimmen zu haben.

Und da es dann so schön einfach is, schmeckt mir immer noch ein frisches Baguette am Besten dazu. Obwohl ich es auch schon mit Reis oder Kartoffeln, welche ich dann einfach roh mit in den Topf werfe und kochen lasse, gegessen, geht geschmacklich nix über das weiße Brot.

Die Weinempfehlung dürfte wohl jedem einleuchten. Haben wir doch schon 2 Flaschen Burgunder gekauft und da liegt nix näher, als die noch vorhandene Flasche zu öffnen und dazu zu trinken.

Tranchieren, aber wie?

Ein, is klar, scharfes Messer und ein Brett muss her. Erst mal die Keulen und Flügel abtrennen. Dazu am besten die Haut rundherum entlang des Gelenks einschneiden. Jetzt könnt ihr die Haxen ganz einfach von Knochen abdrehen.

Bei der Brust ganz einfach entlang des Mittelknochens schneiden und so, wenn auch etwas schwerer, von Knochen lösen, fertig.

Fazit

Klingt zwar mächtig kompliziert und schwer, is es aber wie ihr seht gar nich. Ich mach es eigentlich lieber als simples Grillhähnchen. Brauch da nur an die Arbeit danach denken, wenn es heißt, das Rohr wieder von all dem Fett und ungelebten Dreck zu reinigen, eine Tortour, die ich hier nicht habe.

Ein weiterer positiver Aspekt is wohl das Entfernen der Haut, den gerade diese ist es, die mit Fett geradezu protzend und is die weg, dann is Hühnerfleisch eines der magersten tierischen Nahrungsmittel überhaupt.

Auch die Vorbereitung hält sich in Grenzen, maximal ne halbe Stunde, länger brauch ich nie und das Kochen, geht ja beinahe von alleine. Steht es doch bloß am Herd, ohne dass ihr viel machen müsst. Dafür aber schmeckt es dann umso besser und nobel sieht es auch noch aus, die feinen Teile in rötlich-brauner Sauce ;-)

Ach ja, ehe ich\'s vergesse. Gefüttert habt ihr da dann eure Lieben mit etwa 500 - 600 kcal, was doch für so ein Essen und mit reichlich gefülltem Magen nich wirklich viel ist.

Ad rem

Euer Jörg

© by Jozeil 3/2003

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