Creep (DVD) Testbericht

Creep-dvd-horrorfilm
ab 49,32
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Erfahrungsbericht von Leela

Unter.Grund

Pro:

Spannend, atmospährisch, gruselig

Kontra:

FSK 16, eklig

Empfehlung:

Ja

Du bist auf einer Party. Das Londoner Nachtleben. Doch irgendwie... ist diese Party nicht das Wahre. Aber hey, Du hast VIP-Karten für ne Promi-Party wo Mister George Clooney anwesend sein wird - da gehst Du jetzt hin. Die ganzen Schnösel hier kannst Du eh vergessen. Alles Langweiler, arrogant... Selbstverliebt. Das trifft es. Halten sich für die Größten. Bloß weg hier.

Du wartest auf die letzte U-Bahn. Verdammt, es ist schon so spät... Du bist müde. Noch nen Schluck aus dem Flachmann... Scheiße, bist Du müde.... Nur kurz die Augen zu, nur ganz kurz...

...FUCK! Wie spät ist es? Wo sind die Leute alle hin? Wie lange zum Teufel hast Du geschlafen?

Du bist alleine in der U-Bahn-Station. Die Gitter sind heruntergelassen, es ist keine Menschenseele anwesend. Du willst raus. Du willst zu dieser verdammten Party und Dich amüsieren. Du willst hier raus!!!

Du siehst, dass doch noch ein Zug einfährt. Du steigst ein. Natürlich steigst Du ein, Du wärst bescheuert, wenn Du es nicht tun würdest. Du steigst ein und bist froh. Froh, dass Du doch noch zu Deiner Party kommst.

Glaubst Du. Böser Irrtum. George Clooney wirst Du heute sicher nicht mehr sehen. Aber das kann Dir jetzt auch egal sein. Denn Du hättest nichts Schlimmeres tun können, als in diese Bahn zu steigen. Und das wirst Du schneller merken, als Dir lieb ist.

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Franka Potente spielt in "Creep" die Deutsche Kate, die bei einer Londoner Agentur arbeitet und sich durch die Partyszene schleppt. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass die Dame nicht ein ausschlaggebender Faktor war, der mich in diesen Film gezogen hat. Ich mag Franka Potente. Sie hat eine tolle Leinwand-Präsenz und spielt meistens auch sehr überzeugend. Ich weiß nicht, ob ich ins Kino gegangen wäre, wenn jemand anderes als Protagonistin ausgewählt worden wäre. Auch, wenn die Story an sich richtig gut klingt.

Die Inhaltsangabe und der Trailer versprechen eine Art subtil-gruseligen Horrorfilm. Irgendwie anders, nicht das übliche stupide Gemetzel ohne Spannungsbogen. Ich mag Filme, die an meinen Nerven kitzeln. Ich hab gerne Angst im Kino. Nicht nur nackten Ekel. Das eigentlich sowieso eher weniger. Doch, der Trailer war nach meinem Geschmack. Schön unheimlich, mit ein bisschen Panik und einer Prise krankem Hirn.
Und ja, das Versprechen wird eingehalten:

"Creep" spielt mit unseren Nerven. Wir wissen nicht, was passieren wird. Es ist zu dunkel. Wir können nichts sehen. Wir fühlen uns mindestens genauso hilflos und verzweifelt wie Kate. Die dumpfe Stille und die seltsam beklemmende Leere des Bahnhofs machen uns verrückt. Es ist kalt, irgendwie riecht es sogar komisch. Wie präzise die Atmosphäre auf den Zuschauer einwirkt, ist unglaublich.
Wir fühlen uns nicht wohl. Sogar im Kinosessel sitzt es sich plötzlich unbequem. Noch nie hatte ich bei einem Film so schnell dieses Solidaritäts-Gefühl. Solidarität mit der Hauptperson. Vielleicht, weil man sofort spürt, dass sie etwas Grausames erwartet. Vielleicht, weil man selber erwartet wird. Vielleicht, weil man mit der U-Bahn heimfahren muss nach dem Film. Obwohl das niemand tun wird. Soviel schafft dieser Film sicherlich.

Nach ein paar nicht besonders angenehmen Erlebnissen auf ihrer Flucht, entdeckt Kate ziemlich bald, was genau hier gespielt wird. Das macht es aber nicht besser. Im Gegenteil. Auch für den Zuschauer wird das bloße Zusehen langsam unerträglich. Je später es wird, desto quälender wird dieser Film.
Nein, nicht im negativen Sinn. Es ist zwar eine Folter, aber irgendwie hat man doch den Zwang, weiter hinzugucken. Wie ein Autounfall. Ein ziemlich fieser, blutiger... abstoßender.

"Creep" ist abartig. Wer etwas Unblutiges erwartet, ist hier komplett falsch. Einige Szenen sind so unappetitlich, dass es mir den Magen umdrehte - seltenes Gefühl. Wer sehr empfindlich ist, sollte sich vielleicht von diesem Film fernhalten. Er gibt nicht nach. Er macht weiter. Er steigert sich. Er spielt mit uns.
Und das Schlimmste daran ist, dass wir es oftmals einfach nicht erwarten. Schockmomente bietet "Creep" einige. Und ich liebe sie. Vielleicht ist es eine Hassliebe, aber ein richtig guter Thriller muss mich erschrecken können. "Creep" kann das. Ausgezeichnet.

Fans von realistischen Filmen sind hier allerdings mindestens genauso verkehrt wie die Zartbesaiteten. Denn die Handlung von "Creep" scheint zuerst noch in sich logisch, aber spätestens ab Filmmitte bekommt das Ganze etwas Surreales. Fantasy? Nein... Ich glaube nicht, dass es dafür ein Wort gibt. Muss es auch nicht.
Vielleicht war es sogar besser, dass es einen irrealen Touch bekam, das alles. Für die, die öfter Bahn fahren.

Die Handlung ist schlicht und trotzdem so komplex, dass am Ende irgendwie doch vieles offen bleibt. Wieso ist das geschehen? Warum hat keiner etwas gemerkt? Das sind Fragen, die man sich selber beantworten muss. Irgendwie. Wenn man noch die Kraft hat, darüber nachzudenken.
Jedenfalls sollte man sich nach dem Film defintiv nicht mit Logikfragen aufhalten. Da muss man großzügig sein. "Creep" lebt nicht von seiner Genialität in der Logik. Es ist nicht diese Art Film. Man könnte allerdings den Eindruck gewinnen, dass Christopher Smith - Regisser dieses Films - gegen Ende keine Lust mehr hatte. Keine Lust, das Ganze richtig zu verknüpfen. Soll das doch der Zuschauer machen. Ist nicht unbedingt das Schlimmste, haben ja auch schon einige vor ihm getan - aber ein bisschen in der Luft hängt man schon.

Schauspielerische Leistung wird trotzdem von allen Mitwirkenden im höchsten Maße erbracht. Sogar die kleinen Rollen, deren Auftritt eh nicht lange dauert, hinterlassen bleibenden Eindruck. Lediglich die Synchronisation von Franka Potente herself ist teilweise etwas schwach - aber ganz ehrlich: Das ist so uninteressant bei diesem Film. Selbst wenn alle schlecht gespielt hätten und gar nichts gesagt hätten - der Film wäre immernoch gut.

Es sind die Bilder. Die Bilder und die Musik, die die Atmosphäre so beklemmend und unheimlich machen. Dumpf, grell, verschwommen, schrill... Das wären treffende Adjektive. Metallisch, kühl, leer, dreckig, animalisch. Das bringt uns so zum Verzweifeln. Das treibt uns in den Wahnsinn. Das macht es so authentisch - wir sitzen selber mittendrin.

Eine Altersfreigabe ab 16 in Deutschland ist so ziemlich das Beknackteste, was die Verantwortlichen sich je erlaubt haben. Das ist kein Film ab 16. In den Medien wird diskutiert, es wird deswegen geklagt - aber wie um Himmels Willen kommt man darauf, diesen Film ab 16 freizugeben?!
Die Szenen sind teilweise so brutal, dass man nicht hingucken kann. Der Film verschleiert nichts. Es wird nicht ausgeblendet. Hier gibt es keinen Weichzeichner, keine rosarote Brille oder jemanden, der Rücksicht nimmt. Schonungslos. Widerlich.

Für die FSK 16 und das etwas konfuse Handlungsnetz ziehe ich einen von 5 Sternen ab. Ansonsten ist "Creep" ein richtig guter, wahnsinnig spannender und extrem atmosphärischer Horrorfilm, den man gesehen haben sollte.

101 Bewertungen, 20 Kommentare

  • MatthiasHuehr

    24.08.2006, 19:10 Uhr von MatthiasHuehr
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ciao Matthias

  • Zuckermaus29

    13.07.2006, 13:25 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    "sh" von mir für Dich :o) Viele Grüße Jeanny

  • morla

    01.06.2006, 23:31 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • iii

    27.05.2006, 14:04 Uhr von iii
    Bewertung: sehr hilfreich

    +++ sehr hilfreich +++

  • funnyy

    15.05.2006, 10:45 Uhr von funnyy
    Bewertung: sehr hilfreich

    *hmm* klingt ziemlich gut. Denke den muss ich mir irgendwie ansehen, mal sehen. <br/> <br/>Also nach deiner Beschreibung muss ich auch sagen, dass der bestimmt unter 18 nix ist. <br/> <br/>LG <br/>funnyy

  • Estha

    14.05.2006, 23:34 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse geschrieben --- sh --- :-) ... lg susi ----->----->-----@

  • schnekuesschen

    23.04.2006, 15:38 Uhr von schnekuesschen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht...LG Sandy :-))))

  • Mogry1987

    23.04.2006, 00:29 Uhr von Mogry1987
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH für den Bericht ;) LG Stefanie :)

  • absinth_girl

    07.04.2006, 19:14 Uhr von absinth_girl
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner bericht!

  • LucaDickmops

    26.03.2006, 03:36 Uhr von LucaDickmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    oh den hab ich vor zwei Wochen gerade geguckt, war etwas enttäuscht, dass sie den Anfang (wie kam Creep in die Bahntunnel) doch aus dem Drehbuch gestrichen haben, vor allem fand ich die Begründung bescheuert, man könnte zu viel Mitgefühl mit Creep haben, n

  • anonym

    24.03.2006, 23:26 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Und schon gegengelesen!! LG, Marianne ;-)

  • sascha6525

    23.03.2006, 20:20 Uhr von sascha6525
    Bewertung: sehr hilfreich

    <font face=Georgia, "Times New Roman", Times> <br/><center><strong><u>lg, Sascha6525</u><p>freu mich über Gegenlesungen.</strong></center> <br/>

  • swissflyer

    15.03.2006, 19:43 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    ######### <br/>###S H### <br/>#########

  • viokat

    02.03.2006, 10:36 Uhr von viokat
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da kommt bestimmt eine Fortsetzung von dem Film... LG Viokat

  • bubbelchen05

    01.03.2006, 22:33 Uhr von bubbelchen05
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH <br/>Liebe Grüße <br/>Marina

  • Connector

    01.03.2006, 17:29 Uhr von Connector
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!

  • Alphanova1

    28.02.2006, 18:15 Uhr von Alphanova1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht!!! Bis dann mal...Lukas PS: Jeder freut sich über Gegenlesungen

  • MasterDeniz

    28.02.2006, 15:07 Uhr von MasterDeniz
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH, schöne Grüße Deniz :-)

  • glowhand

    29.11.2005, 23:06 Uhr von glowhand
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg christian

  • danik

    29.07.2005, 17:01 Uhr von danik
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... einfach nur widerlich. Okay, die Story klang interessant, war sie ja eigentlich auch - aber zum Ende hin wurde es mir dann echt zu hart (und ich bin wirklich nicht zartbeseitet!). Bei der OP-Szene hab ich dann einfach vorgespult, das wollte ich mir nic