Beute (gebundene Ausgabe) / Michael Crichton Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von winterspiegel
Tödliche, kleine Biester
Pro:
Sympathischer Hauptcharakter, flüssig-lesbare Story, recht spannend
Kontra:
Übertrieben detaillierte wissenschaftliche Erklärungen, klischeehafter Schluss
Empfehlung:
Ja
Michael Crichton könnte man ohne weiteres als einen sehr nüchternen Erzähler beschreiben, der seine Schauplätze meist mit Bedacht auswählt, und seine gehaltvollen Geschichten immer vor einem anderen, meist faszinierenden Hintergrund spielen lässt. Deshalb ist es schon immer im Vorfeld sehr interessant festzustellen, welches Thema der Autor - dessen Niederschriften schon beinahe als Garant für eine Filmumsetzung zu sehen sind - sich denn diesmal unterhaltendes ausgedacht hat.
In einem Vorwort versucht der bekannte Schriftsteller seine Leser auf den Aspekt der Zusammenhänge von künstlicher Intelligenz im weitesten Sinne, und ihrer Entstehung - bis hin zu ihrer unkontrollierten Ausbreitung einzustimmen, da diese Fragen im weiteren Verlauf des Buches eine nicht unerhebliche Rolle spielen werden. Crichton legt den derzeitigen Wissensstand der Experten dar und auch die Möglichkeiten, die sich aus seiner Sichtweise höchstwahrscheinlich daraus noch ergeben werden. Rasante technische Entwicklungen möglicherweise, deren Gefahren leicht verkannt werden und durchaus zu einem nicht zu unterschätzenden Problem für die Menschheit in naher Zukunft werden könnte, sollte vorher nicht doch noch rechtzeitig die Notbremse gezogen werden.
Handlung
Seitdem Jack Forman als Leiter der Programmierabteilung bei Media Tronics entlassen wurde, besteht seine neue Hauptaufgabe nicht mehr darin neue Softwareprogramme zu entwickeln, sondern sich zu Hause um das Saubermachen, die Einkäufe, die Kinder oder deren volle Windeln zu kümmern. Seine Frau Julia ist als leitende Angestellte bei der Firma Xymos tätig und hat für banale Familienangelegenheiten immer weniger Zeit, da sie kurz vor dem Durchbruch einer völlig neuen Methode auf dem Gebiet der Nanotechnologie steht. Jack wiederum glaubt inzwischen immer stärker daran, dass seine Frau eine Affäre haben könnte, da sie sich ihm und den Kindern gegenüber sehr seltsam verhält.
Eines Tages muss Jack seine 9 Monate alte Tochter mit unerklärlichen Symptomen ins Krankenhaus bringen, komischer Weise klingen diese aber genauso schnell wieder ab, wie sie aufgetaucht sind. Wieder zu Hause findet er zufällig einen merkwürdigen Gegenstand unter dem Kinderbett der Kleinen.
Wenig später ruft ihn sein Nachfolger bei Media Tronics an: Es gäbe Schwierigkeiten mit einem Computerprogramm das Jack mitentwickelte, und seine ehemalige Firma dann an Xymos weiterverkauft hat. So kommt es, dass Jack Forman mitten in der Wüste, wo das Produktionswerk von Xymos aus dem Boden gestampft wurde, von seinem früheren Mitarbeiter und Freund Ricky Morse die Sachlage erklärt bekommt. Jack erfährt aber erst über Umwege, dass die medizinische Nutzung der neuen Technologie nur vorgeschoben und im Grunde zu militärischen Zwecken eingesetzt werden soll. Doch die sich selbständig organisierende neue Technologie ist - wie der Computerexperte ungläubig erfahren muss - schon vor einiger Zeit ins Freie gelangt.
Jack soll bei der Behebung dieses Problems helfen. Doch er merkt bald, dass er vor einer fast unlösbaren Aufgabe steht. Die Roboterschwärme die entkommen sind, sind sehr lernfähig und wie sich herausstellt obendrein noch überaus aggressiv. Sie machen erbarmungslos Jagd auf alles was sich in ihrer Nähe irgendwie bewegt.
Ein Plan wird geschmiedet um den gefährlichen Biestern - die zwischenzeitlich schon komplexe Formen annehmen können - zu Leibe rücken. Unter der Führung von Jack rückt eine Gruppe aus, die versuchen den Spuk ein für allemal zu beenden. Doch die Mannschaft hat es mit einem Gegner zu tun, der sich als sehr anpassungsfähig und wie es scheint unbezwingbar herausstellt...
Kritik
Es ist zwar nicht zwingend erforderlich im Bereich der Mikrobiologie, der Computerinformatik, oder der Nanotechlogie einen Schnellkurs zu absolvieren, bevor man sich auf das neuste Werk Michael Crichtons einlässt, ein Fehler dürfte dies allerdings auch nicht unbedingt sein. Hat der in Kalifornien lebende, populäre Schriftsteller bisher schon immer technologisch geprägtes Gedankengut in seine Thriller- oder Abenteuergeschichten eingebracht, legte er dieses mal noch eine ordentliche Schippe extra obendrauf. Denn diese noch reichhaltigeren Wissenschaftlichen Abschnitte sind es dann auch, die wohl so manchem Leser die Grenzen seines Allgemeinwissens der Materie aufzeigen.
Dabei fängt alles so harmlos- geradezu kleinbürgerlich an. Crichton zeichnet den Hauptcharakter Jack Foreman als geschassten Computerfachmann, der sich – auch wenn er seitdem nur als einfacher Hausmann tätig ist – nicht so leicht unterkriegen lässt. Selbst wenn in seiner eigenen privaten, kleinen Welt langsam die Dinge mehr und mehr außer Kontrolle zu geraten scheinen.
Crichten nimmt diesen Familienalltag als Ausgangspunkt für eine spannende und für ihn typisch mit reichlich technologischem Insiderwissen ausgeschmückte Geschichte, die sich allmählich zum Alptraum entwickeln beginnt. Der Leser wird so langsam auf die recht komplexen Zusammenhänge vorbereitet, auf die er im Laufe der Handlung nach und nach stoßen wird.
Als unser Held schließlich im Forschungslabor ankommt, dass Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist, mausert sich das Ganze unablässig zu einem Katastrophen- und Science-Fiction Spektakel, fast schon im Stil der 50er Jahre Monster-Movies. Denn lässt man den Gesichtspunkt der relativ neuen Technologie, die im Buch beschrieben wird außer Acht, ist der spätere Plot nichts anderes als eine Vermengung von schon da gewesenen phantastischen Geschichten und den schon angedeuteten Filmen. Crichton scheut sich selbst nicht vor Szenen, die ich bisher so noch nicht von ihm kannte, und die mitunter sogar einen richtiggehenden „traschigen“ Einschlag haben.
Dennoch erzählt der Autor eine geradlinige, fesselnde Geschichte, bei der erst nach und nach die Wahrheit ans Licht kommt, und bei der er immer wieder deutlich erkennbare sozialkritische Elemente durchklingen lässt. Auch wenn seine Figuren mitunter doch recht klischeehaft gezeichnet sind, macht es doch einigen Spaß sie auf ihren Weg zu begleiten und mitzuverfolgen, in welche Richtung sich die aus den Fugen zu geratende Handlung wohl weiterentwickelt.
Leider ist das Ende nicht wirklich überraschend - wenn nicht sogar ziemlich vorhersehbar niedergeschrieben. Dramaturgisch ist zumindest alles aber recht durchdacht und immerhin so ins Szene gesetzt worden, sodass ein Mitfiebern dennoch garantiert ist, wenn die Story am Schluss ihrem unumgänglich filmischen, - zugegebenermaßen etwas schrägem Showdown entgegenstrebt.
Resümee
Bei Michael Crichtons aktuellem Roman, dürften sich wohl die Geister scheiden. Mancher wird sich mit den übermäßigen, mit technischen Informationen vollgestopften Erklärungsversuchen schwer tun, wenn der Autor sozusagen seinen Bösewicht – die außer Kontrolle geratenen Miniroboter begreiflich zu machen versucht. Andere werden ein späteres Abgleiten in triviale Spannungs- und Horrorstrickmuster bemängeln, wie sie beim Schriftsteller sonst eigentlich kaum vorzufinden sind. Mir sind diese Gesichtspunkte natürlich auch ins Auge gefallen, doch die Reise auf die mich Crichton mitgenommen hat, ist allenthalben so verführerisch und vielversprechend, dass diese Schönheitsfehler mich nicht sonderlich gestört haben.
Es gab auch kaum nennenswerte Längen in der ganz aus der Ich-Perspektive geschriebenen, - sich innerhalb einer Woche ereignenden Erzählung. Selbst über den etwas zu vorhersehbaren Schluss, kann man mit einigem Wohlwollen hinwegschauen.
Für mich bleibt deshalb festzustellen, dass ich den Roman innerhalb weniger Tage verschlungen, und mich dabei ganz gut unterhalten gefühlt hatte. Bei den Büchern die ich bisher von Michael Crichton kenne, würde ich Beute deshalb noch ins obere Mittelfeld einordnen. Vielleicht auch deshalb weil mich der Hauptcharakter, der flüssige Erzählstil, (bis auf die schon erwähnten ins Detail gehenden Exkurse) der Schauplatz mit seiner Monster- Katastrophenfilm-Mix Atmosphäre, einfach ganz gut angesprochen hat.
(c) winterspiegel für Ciao & Yopi
Michael Crichton
Beute
Roman
Roman
Weltbild
Preis: (Taschenbuch) 14.90 Euro
In einem Vorwort versucht der bekannte Schriftsteller seine Leser auf den Aspekt der Zusammenhänge von künstlicher Intelligenz im weitesten Sinne, und ihrer Entstehung - bis hin zu ihrer unkontrollierten Ausbreitung einzustimmen, da diese Fragen im weiteren Verlauf des Buches eine nicht unerhebliche Rolle spielen werden. Crichton legt den derzeitigen Wissensstand der Experten dar und auch die Möglichkeiten, die sich aus seiner Sichtweise höchstwahrscheinlich daraus noch ergeben werden. Rasante technische Entwicklungen möglicherweise, deren Gefahren leicht verkannt werden und durchaus zu einem nicht zu unterschätzenden Problem für die Menschheit in naher Zukunft werden könnte, sollte vorher nicht doch noch rechtzeitig die Notbremse gezogen werden.
Handlung
Seitdem Jack Forman als Leiter der Programmierabteilung bei Media Tronics entlassen wurde, besteht seine neue Hauptaufgabe nicht mehr darin neue Softwareprogramme zu entwickeln, sondern sich zu Hause um das Saubermachen, die Einkäufe, die Kinder oder deren volle Windeln zu kümmern. Seine Frau Julia ist als leitende Angestellte bei der Firma Xymos tätig und hat für banale Familienangelegenheiten immer weniger Zeit, da sie kurz vor dem Durchbruch einer völlig neuen Methode auf dem Gebiet der Nanotechnologie steht. Jack wiederum glaubt inzwischen immer stärker daran, dass seine Frau eine Affäre haben könnte, da sie sich ihm und den Kindern gegenüber sehr seltsam verhält.
Eines Tages muss Jack seine 9 Monate alte Tochter mit unerklärlichen Symptomen ins Krankenhaus bringen, komischer Weise klingen diese aber genauso schnell wieder ab, wie sie aufgetaucht sind. Wieder zu Hause findet er zufällig einen merkwürdigen Gegenstand unter dem Kinderbett der Kleinen.
Wenig später ruft ihn sein Nachfolger bei Media Tronics an: Es gäbe Schwierigkeiten mit einem Computerprogramm das Jack mitentwickelte, und seine ehemalige Firma dann an Xymos weiterverkauft hat. So kommt es, dass Jack Forman mitten in der Wüste, wo das Produktionswerk von Xymos aus dem Boden gestampft wurde, von seinem früheren Mitarbeiter und Freund Ricky Morse die Sachlage erklärt bekommt. Jack erfährt aber erst über Umwege, dass die medizinische Nutzung der neuen Technologie nur vorgeschoben und im Grunde zu militärischen Zwecken eingesetzt werden soll. Doch die sich selbständig organisierende neue Technologie ist - wie der Computerexperte ungläubig erfahren muss - schon vor einiger Zeit ins Freie gelangt.
Jack soll bei der Behebung dieses Problems helfen. Doch er merkt bald, dass er vor einer fast unlösbaren Aufgabe steht. Die Roboterschwärme die entkommen sind, sind sehr lernfähig und wie sich herausstellt obendrein noch überaus aggressiv. Sie machen erbarmungslos Jagd auf alles was sich in ihrer Nähe irgendwie bewegt.
Ein Plan wird geschmiedet um den gefährlichen Biestern - die zwischenzeitlich schon komplexe Formen annehmen können - zu Leibe rücken. Unter der Führung von Jack rückt eine Gruppe aus, die versuchen den Spuk ein für allemal zu beenden. Doch die Mannschaft hat es mit einem Gegner zu tun, der sich als sehr anpassungsfähig und wie es scheint unbezwingbar herausstellt...
Kritik
Es ist zwar nicht zwingend erforderlich im Bereich der Mikrobiologie, der Computerinformatik, oder der Nanotechlogie einen Schnellkurs zu absolvieren, bevor man sich auf das neuste Werk Michael Crichtons einlässt, ein Fehler dürfte dies allerdings auch nicht unbedingt sein. Hat der in Kalifornien lebende, populäre Schriftsteller bisher schon immer technologisch geprägtes Gedankengut in seine Thriller- oder Abenteuergeschichten eingebracht, legte er dieses mal noch eine ordentliche Schippe extra obendrauf. Denn diese noch reichhaltigeren Wissenschaftlichen Abschnitte sind es dann auch, die wohl so manchem Leser die Grenzen seines Allgemeinwissens der Materie aufzeigen.
Dabei fängt alles so harmlos- geradezu kleinbürgerlich an. Crichton zeichnet den Hauptcharakter Jack Foreman als geschassten Computerfachmann, der sich – auch wenn er seitdem nur als einfacher Hausmann tätig ist – nicht so leicht unterkriegen lässt. Selbst wenn in seiner eigenen privaten, kleinen Welt langsam die Dinge mehr und mehr außer Kontrolle zu geraten scheinen.
Crichten nimmt diesen Familienalltag als Ausgangspunkt für eine spannende und für ihn typisch mit reichlich technologischem Insiderwissen ausgeschmückte Geschichte, die sich allmählich zum Alptraum entwickeln beginnt. Der Leser wird so langsam auf die recht komplexen Zusammenhänge vorbereitet, auf die er im Laufe der Handlung nach und nach stoßen wird.
Als unser Held schließlich im Forschungslabor ankommt, dass Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist, mausert sich das Ganze unablässig zu einem Katastrophen- und Science-Fiction Spektakel, fast schon im Stil der 50er Jahre Monster-Movies. Denn lässt man den Gesichtspunkt der relativ neuen Technologie, die im Buch beschrieben wird außer Acht, ist der spätere Plot nichts anderes als eine Vermengung von schon da gewesenen phantastischen Geschichten und den schon angedeuteten Filmen. Crichton scheut sich selbst nicht vor Szenen, die ich bisher so noch nicht von ihm kannte, und die mitunter sogar einen richtiggehenden „traschigen“ Einschlag haben.
Dennoch erzählt der Autor eine geradlinige, fesselnde Geschichte, bei der erst nach und nach die Wahrheit ans Licht kommt, und bei der er immer wieder deutlich erkennbare sozialkritische Elemente durchklingen lässt. Auch wenn seine Figuren mitunter doch recht klischeehaft gezeichnet sind, macht es doch einigen Spaß sie auf ihren Weg zu begleiten und mitzuverfolgen, in welche Richtung sich die aus den Fugen zu geratende Handlung wohl weiterentwickelt.
Leider ist das Ende nicht wirklich überraschend - wenn nicht sogar ziemlich vorhersehbar niedergeschrieben. Dramaturgisch ist zumindest alles aber recht durchdacht und immerhin so ins Szene gesetzt worden, sodass ein Mitfiebern dennoch garantiert ist, wenn die Story am Schluss ihrem unumgänglich filmischen, - zugegebenermaßen etwas schrägem Showdown entgegenstrebt.
Resümee
Bei Michael Crichtons aktuellem Roman, dürften sich wohl die Geister scheiden. Mancher wird sich mit den übermäßigen, mit technischen Informationen vollgestopften Erklärungsversuchen schwer tun, wenn der Autor sozusagen seinen Bösewicht – die außer Kontrolle geratenen Miniroboter begreiflich zu machen versucht. Andere werden ein späteres Abgleiten in triviale Spannungs- und Horrorstrickmuster bemängeln, wie sie beim Schriftsteller sonst eigentlich kaum vorzufinden sind. Mir sind diese Gesichtspunkte natürlich auch ins Auge gefallen, doch die Reise auf die mich Crichton mitgenommen hat, ist allenthalben so verführerisch und vielversprechend, dass diese Schönheitsfehler mich nicht sonderlich gestört haben.
Es gab auch kaum nennenswerte Längen in der ganz aus der Ich-Perspektive geschriebenen, - sich innerhalb einer Woche ereignenden Erzählung. Selbst über den etwas zu vorhersehbaren Schluss, kann man mit einigem Wohlwollen hinwegschauen.
Für mich bleibt deshalb festzustellen, dass ich den Roman innerhalb weniger Tage verschlungen, und mich dabei ganz gut unterhalten gefühlt hatte. Bei den Büchern die ich bisher von Michael Crichton kenne, würde ich Beute deshalb noch ins obere Mittelfeld einordnen. Vielleicht auch deshalb weil mich der Hauptcharakter, der flüssige Erzählstil, (bis auf die schon erwähnten ins Detail gehenden Exkurse) der Schauplatz mit seiner Monster- Katastrophenfilm-Mix Atmosphäre, einfach ganz gut angesprochen hat.
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