Timeline (gebundene Ausgabe) / Michael Crichton Testbericht
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Erfahrungsbericht von Jatue
Zeitreise zu Ritterspielen
Pro:
Ausgangslage: sind Zeitreisen möglich? - ist ja recht spannend
Kontra:
schlecht umgesetzt, Chance leider vertan
Empfehlung:
Nein
So könnte es gewesen sein.....
Story:
Die Firma ITC forscht seit langem an der Quantentechnologie. Durch die beschriebene Krümmung im Raum wird es möglich in andere Universen zu reisen. Man könnte auch sagen in andere Zeiten, da die Zeiten nebeneinander existieren.
In Texas in der Wüste wird plötzlich ein Mann angefahren. Er scheint aus dem Nichts gekommen zu sein und torkelt gegen ein Auto. Das Ehepaar bringt ihn zur Sicherheit in ein Krankenhaus, wo er dann plötzlich verstirbt. Eine CT-Aufnahme ergibt seltsames: manche Blutgefässe scheinen wie abgeschnitten. Nein, nicht wie abgeschnietten, sie sind „versetzt“. Grad so als hätte man den Patienten wie ein Puzzle auseinandergenommen und ihn dann falsch zusammengesetzt.... in seinen Taschen findet sich eine Aufrisszeichnung einer alten Kirche...
An der Dordogne finden Ausgrabungen statt. Ein Archäologenteam rekonstruiert ein altes Kloster. Die Firma ITC (USA) pumpt viel Geld in das Projekt. Es ist nicht ganz klar weshalb. Um Gerüchte über Sinn und Zweck des Unternehmens zu überprüfen reist der Leiter des Teams, Professor Johnston , nach Texas. Kurz später finden Mitarbeiter in einem zusammengebrochenen Keller der Ausgrabungsstätte einen Zettel: HELFT MIR 7.4. 1357 – es ist die Handschrift des Professors.
So wird offen, daß ITC Zeitreisen unternehmen kann.
Die engsten Mitarbeiter begeben sich auch auf den Weg um ihrem Chef beizustehen. Im Mittelalter geraten sie dann in kriegerische Auseinandersetzungen und die Rückkehr wird sehr sehr fraglich....
Bewertung:
Eigentlich eine gute Story. Ich frage mich schon oft, ob Zeitreisen eines Tages möglich sein werden und welche Folgen dies hätte: kann man dann Geschichte nachträglich umschrieben? Was passiert wenn ich dann einen meiner Vorfahren umbringe? Dann kann ich ja gar nicht geboren werden? Solche Paradoxien sind denkbar und machen diese Gedankenspielereien zu einer Faszination. Und über das Mittelalter gibt es wenig Quellen, kaum Bilder und Beschreibungen. Also auch hier schien das Buch ein guter Ansatz mehr zu erfahren. Und da dies alles ja von Michael Crichton stammt erwartete ich eine ( pseudo -)wissenschaftliche Annäherung an die oben genannten Themen.
Es ist nicht gelungen.
Die Zwei Schauplätze JETZT: MITTELALTER sind gut platziert. Die Kommunikationswege zwischen den beiden Welten sind ausreichend dargestellt um glaubhaft zu sein. Die Story, die sich dann aber vor 700 Jahren abspielt ist fast kindisch fantastisch. Ritter die über Zugbrücken reiten und sich endlosen Gemetzeln hingeben. Die saufend und fluchend in kalten Burgen rumsitzen. Burgherren die Macht wollen und über neue Waffen nachdenken. Die Dialoge sind oft peinlich und holprig. Die häufigen Metzelszenen sind so als hätte nochmals jemand redigiert mit dem Auftrag: bring Blut und Grausamkeit rein, machs ein wenig Horrormässig, John !!!
Irgendwie gesetzt.
Irgendwie wirkt alles nicht echt.
Irgendwie klischeehaft.
Irgendwie wie damals als wir noch mit der Elastolin-Burg und den kleinen Ritterfiguren im Sandkasten gespielt haben.
Irgendwie wie: so kanns doch nicht gewesen sein. Da fehlt was.
Irgendwie wie wenn Crichton zu einem Anfänger sagen würde: schreib doich da mal was, ich veröffentliche es unter meinem Namen. Oder wie wenn er als berühmter Wissenschaftler noch ein Werk aus seiner Jugend irgendwo gefunden hätte.
Ja, das ists: Timeline ist „Crichton im Ansatz.....“
Für wen?
Trotzdem würde ich den Roman an Leser empfehlen. An Lesebeginner, die vielleicht auch Respekt vor einem über 600 Seiten starken Buch haben. Es liest sich rasch. Auch wer sich mit den oben skizzierten Gedanken über Zeitreisen beschäftigt, dem sei dieser Roman hingelegt. Vielleicht findet sich doch der eine oder andere Aspekt der einen weiterbringt. Ob die Grundlagen der Quantentechnologie gut wiedergegeben worden sind vermag ich nicht zu beurteilen. Es hört sich zu SciFi - mässig an: „...eine Welt in der Computer arbeiten, ohne eingeschaltet worden zu sein....Ein unvorstellbar leistungsfähiger Computer kann aus einem einzigen Molekül entstehen. Ohne die Hilfe von Drähten oder Netzwerken bewegen sich Informationen ohne Zeitverzögerung zwischen zwei Punkten hin und her.“
Auch für Leute die Freude an Ritterspielen und Ritterdasein haben könnte es eine Art BIANCA-Roman sein, als pure Unterhaltung und Entspannung.
Nichts für eingefleischte Crichton-Fans, die nach Jurassic Park oder Andromeda andere Erwartungen haben. Denen würde ich dann, abweichend von den normalen Crichton-Romanen, als Lektüre „ Der große Eisenbahnraub“ empfehlen ( den beschreib ich an anderer Stelle).
Aber TIMELINE ist nicht Crichton-würdig. Dseshalb bleib ich bei meiner Eingangsthese, wie er zustande gekommen ist....
20 Bewertungen, 8 Kommentare
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29.10.2006, 02:46 Uhr von pointofview
Bewertung: sehr hilfreichCrichton kann ja auch nicht immer einen fundierten Bestseller in Serie abliefern - schade eigentlich. Manchmal gilt imer noch: weniger ist mehr!! Eine klasse Bericht von dir. LG von POV
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28.10.2006, 23:50 Uhr von krullinchen
Bewertung: sehr hilfreich*sehr hilfreich*... Ich wünsche noch einen schönes Rest-Wochenende! Liebe Grüße Bine
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28.10.2006, 21:00 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichIch fand den Film ganz gut....
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28.10.2006, 16:48 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichWer Berichte liest und nicht bewertet, bringt den Schreiberling um seinen verdienten, wenn auch kargen Lohn. Ihm oder ihr mögen alle Zähne ausfallen!! Bis auf einen!! Für Zahnweh!!
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28.10.2006, 14:59 Uhr von Gozo-Bernie
Bewertung: sehr hilfreichGruss aus dem Mittelmeer - bernie
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28.10.2006, 13:43 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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28.10.2006, 13:19 Uhr von WreckRin
Bewertung: sehr hilfreichsuper Bericht. LG Sandra
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28.10.2006, 12:17 Uhr von luxusklasse1
Bewertung: sehr hilfreichsh + lg
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