Timeline (gebundene Ausgabe) / Michael Crichton Testbericht

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Erfahrungsbericht von SelphieT

"Möge Gott in Seiner Gnade Euch auf Eurer Reise beschützen..."

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Personen: [\b]

Robert Doniger - Präsident von ITC (International Technology Corporation)
Diane Kramer - Leiterin der Rechtsabteilung von ITC
John Gordon - Leiter der Technikabteilung, Vizepräsident von ITC

Prof. Edward Johnston- Professor für Geschichte an der Universität in Yale, Leiter des Dordogne- Projektes
Andrè Marek - stellvertretender Leiter des Projektes, Doktorand in Yale, experimenteller Historiker (spricht die mittelalterlichen Sprachen fließend, kann mit dem Breitschwert und der Lanze kämpfen)
Chris Hughes - Doktorand in Yale und Experte für die Wissenschaft des Mittelalters
Kate Erickson - Doktorandin in Yale, Spezialgebiet Architektur des Mittelalters
Elsie Kastner - Linguistin und Graphologin beim Dordogne- Projekt
David Stern - Physiker und Techniker beim Dordogne- Projekt


Sir Oliver de Vannes - englischer Adliger, der 1357 Castelgard und La Roque besetzt hält
Arnaut de Cervole - französischer Erzbischof, kämpft gegen Oliver de Vannes
Castelgard - Burgstadt am Fluß Dordogne in Frankreich
La Roque - als uneinnehmbar geltende Burg an der Dordogne, lediglich ein Geheimgang, dessen Verlauf unbekannt ist, macht die Festung verletzbar



Die Story[\b]

Im Navajo- Reservat in Arizona findet ein Ehepaar mitten in der Wüste einen verwirrten alten Mann. Dieser spricht nur in Reimen, redet u.a. von Quantenschaum. Zudem hat er eine seltsame Rötung an den Fingerknöcheln, die wie eine Erfrierung aussieht. In der Nähe vom Fundort des Mannes wird eine kleine weiße Keramik gefunden, die einen kleinen Knopf hat. Aufgedruckt ist der Firmenname ITC, was für International Technology Corporation steht. Das Ehepaar bringt den Mann in das nächste Krankenhaus, wo er untersucht wird. In seiner Tasche befindet sich nur ein Zettel, der den Grundriss eines Klosters darstellt. Doch dieses Kloster gibt es nicht mehr, es ist das Kloster Sainte Mère, das in Frankreich im 14.Jahrhundert zerstört wurde.

Der zuständige Polizist Wauneka forscht weiter nach und findet heraus, dass es in der Dordogne eine Ausgrabung gibt, die von ITC finanziert wird. Dort arbeitet man an der Rekonstruktion von vier Ruinen, die ein Schauplatz im Hundertjährigem Krieg waren. Eine von diesen Ruinen ist das Kloster Sainte Mère. Wauneka schickt den dort arbeitende Historikern den Grundriss zu, woraufhin diese feststellen, dass dieser Grundriss viele Details besitzt, die ihnen gar nicht bekannt sind.

Währenddessen stirbt der Mann im Krankenhaus. Wie sich herausstellt hieß er Joseph A. Traub und arbeitete für ITC. Bei einer Kernspintographie wird festgestellt, dass sämtliche Arterien seltsam verschoben sind.

Die Leiterin der Rechtsabteilung bei ITC, Diane Kramer, soll prüfen, wie weit das Dordogne- Projekt bereits fortgeschritten ist und fliegt nach Frankreich. Dort spricht sie dann auch einen Turm im Wald an, der dem dort arbeitendem Team nicht bekannt ist und auch bei Infrarotaufnahmen nicht zu erkennen ist. Der Leiter des Projektes, Professor Edward Johnston, merkt, dass ITC irgend etwas verheimlicht und fliegt mit Kramer nach New Mexico zum ITC- Präsidenten Robert Doniger, der als genialer Physiker gilt aber auch sehr zynisch und gemein ist.
In Dokumenten, die das Team an der Dordogne zwei Tage später bei Grabungen im Kloster entdeckt, befindet sich auch ein Pergament, auf dem in modernen Englisch 'Helft mir' steht. Die Graphologin des Teams, Elsie Kastner, identifiziert die Schrift eindeutig als die des Professors. Trotzdem glaubt Andrè Marek nicht an die Echtheit des Dokuments. Doch als er wenig später einen Anruf von ITC erhält, in dem ihm mitgeteilt wird, dass der Professor ihre Hilfe braucht und er deshalb mit dreien seiner fähigsten Leute nach New Mexico kommen soll, sieht er das dann doch anders.

Auf dem Flug werden sie vom Vizepräsidenten John Gordon begleitet, der ihnen erklärt, dass es ITC mit Hilfe der Quantenmechanik gelungen ist, Zeitreisen zu machen. Der Professor befindet sich zur Zeit im Gebiet der Dordogne im Jahre 1357, mitten im Hundertjährigem Krieg. Er hätte eigentlich schon längst zurück sein müssen, warum er dies aber nicht ist, weiß man nicht. Deshalb sollen die vier eine Reise in die Vergangenheit unternehmen, denn sie kennen den Ort und das Geschehen aus ihrem Projekt am besten. Da David Stern sich bei dieser Sache nicht wohlfühlt, bleibt er in New Mexico.

Marek, Kate und Chris machen sich also mit zwei Begleitern, ehemaligen Marines, auf die Reise. Ausgerüstet werden sie mit Silikon- Ohrstöpseln, die ihnen die Sprache des Mittelalters, eine Mischung aus Provenzialisch, Latein und Englisch, übersetzen. Desweiteren können sie über die Ohrstöpsel auch miteinander kommunizieren. Einer ihrer Begleiter besitzt zudem einen Timer - nach 37 Stunden sind die Batterien der Zeitmaschinen erschöpft und sie können nicht mehr zurück- und eine Ersatzkeramik, die sie brauchen um die Maschine zu rufen.

Im Frankreich des 14.Jahrhunderts angekommen, werden die fünf sogleich von unbekannten Rittern angegriffen. Ihre Begleiter werden beide getötet. Der eine von beiden rettet sich noch in eine Zeitmaschine und gelangt so zurück, aber die Handgranate, die er vorher gezogen hatte, explodiert im Labor in New Mexico. Das bedeutet, dass Marek und die anderen erstmal nicht zurückkommen können, denn der Wiederaufbau des Labors nimmt einige Stunden in Anspruch. Die Gruppe wird getrennt: Chris folgt einem kleinen Jungen, der sich im Nachhinein als Lady Claire d\\\' Eltham herausstellt und ihn in Probleme verwickelt. Marek und Kate holen sich den Timer und die Ersatzkeramik und machen sich auf dem Weg zum Kloster, wo sie Professor Johnston vermuten.

Gerade als sie dort ankommen, wird der Professor auf Geheiß von Sir Oliver festgenommen, der von Johnston erfahren will, wo der Geheimgang zur Festung von La Roque liegt. Dies ist für ihn sehr wichtig, denn sollte sein Widersacher Arnaut de Cervole ihn vor ihm entdecken, wäre La Roque für ihn verloren.

Im Folgenden müssen sich die vier Amerikaner etlichen Problemen stellen, denn sie sind nicht sehr willkommen und Sir Oliver misstraut vor allem Professor Johnston. So wird die Truppe noch etliche Male getrennt und Marek und der Professor landen in La Roque. Doch Kate und Chris können nur unbemerkt dorthin gelangen, wenn sie den Geheimgang benutzen. Allerdings müssen sie erst einmal den Weg dorthin finden, was sich als äußerst schwierig erweist. Zudem kommt noch hinzu, dass noch jemand einen Ohrstöpsel besitzt. Doch dieser jemand ist ihnen nicht sehr freundschaftlich gesinnt... Und die Zeit läuft...
Aber auch der Wiederaufbau des Labors in New Mexico bereitet Probleme, denn die Glasschilde sind beschädigt. Diese Glasschilde werden mit Wasser gefüllt und sind ungeheuer wichtig für die Abschirmung und zur Vermeidung von Transkriptionsfehlern, Fehlern die bei der Reise zwischen den Universen auftreten können und wie bei Traub zu einer schwerwiegenden Verschiebung der Arterien und anderem führen können. Und ohne diese Schilde will Doniger die vier nicht zurückkommen lassen...

Die Zeit wird knapp. Nicht alle kehren zurück und Doniger bekommt seine gerechte Strafe für sein arrogantes und absolut fieses Verhalten.



Kritik[\b]

Da dies nicht mein erster Crichton ist, sondern mittlerweile schon mein sechster, kann ich zurecht sagen, dass Michael Crichton ein Meister der Spannung ist. Von der ersten bis zur letzten Seite ist das Buch spannend ohne Ende. Vor allem der flüssige Schreibstil Crichtons bringt einen dazu, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte.

Was mich vor allen Dingen immer wieder fasziniert ist, dass Crichton es immer wieder schafft aus einem sehr komplexem und manchmal auf den ersten Blick uninteressantem Thema einen extrem spannenden Roman zu schreiben.

Auch versteht er es gut die Spannung das ganze Buch über zu halten, indem er immer wieder Kapitel einbaut, in denen über die Probleme beim Wiederaufbau des Labors berichtet wird. Dort baut er auch den Charakter von Robert Doniger weiter aus, mit all seinen negativen Eigenschaften.
Ebenfalls gut fand ich die Entwicklung der Charaktere. Vor allem Chris verwandelt sich im Laufe der Geschichte vom Frauenhelden, der gerne mal rumjammert zum tapferen Typen.
Die knapp 600 Seiten des Buches merkt man aufgrund der spannenden Story kaum.
Immer wieder schön: Zitate von berühmten Persönlichkeiten oder Personen, die im Buch auftreten zu Beginn des Buches.

Abschließend: In der gebundenen Ausgabe von Blessing gibt es für den Leser auch eine Karte des mittelalterlichen Dordogne- Gebietes. So sieht man immer gut, wo genau sich die Personen gerade befinden.


Buchdaten[\b]

Erscheinungsjahr Originalausgabe: 1999
Erscheinungsjahr Deutsche Ausgabe: 2000
Seitenanzahl: 571
Gebundene Ausgabe von Blessing
ISBN: 3896671138


Fazit[\b]

Der Traum vom Zeitreisen ist ein uralter. In 'Timeline' stellt Michael Crichton hier eine Spekulation auf, wie diese Zeitreise aussehen könnte. Er stützt sich dabei auf Erkenntnisse, die in der Quantenmechanik gemacht wurden und verarbeitet diese im Buch. Allerdings ist der Mensch in der Realität von dieser Zeitreise, wie im Buch beschrieben, noch meilenweit entfernt.

Auch das Mittelalter mit all sein Bräuchen und Gegebenheiten beschreibt Crichton sehr detailliert.
Obwohl das Thema Zeitreisen ein sehr komplexes ist, versteht es Michael Crichton sehr gut dem Leser hier die wichtigsten Hintergründe verständlich und sinnvoll in die Buchhandlung eingebettet zu erklären.

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