Die Päpstin (Taschenbuch) / Donna Woolfolk Cross Testbericht

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Summe aller Bewertungen
- Niveau:
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Erfahrungsbericht von holsi
gab es sie wirklich?
Pro:
spannend und unterhaltsam
Kontra:
unwahrscheinlicher Hintergrund
Empfehlung:
Ja
Einleitung
Wie ich ja schon in einem anderen Bericht mitgeteilt habe, ist der Sommer für mich eine Zeit in der ich viele Bücher lese. Diesmal bin ich dabei über ein besonderes Buch gestoßen, bei dem mich schon der Titel reizte. Die Päpstin verspricht doch alleine im Titel einiges, das höchste Amt der katholischen Kirche besetzt von einer Frau, dass ist doch vollkommen unmöglich, dachte ich mir jedenfalls. Als ich dann noch erfahren habe, dass dieses Buch auf tatsächlichen Begebenheiten beruhen sollte, war mir klar, ich muss diesen Roman von Donna W. Cross lesen, was ich auch tat.
Story
Zu Anfang des 9. Jahrhunderts wird Johanna als drittes Kind des anglikanischen Dorfpriesters und Missionars von Ingelheim geboren. Zu der damaligen Zeit zählten Mädchen nichts und so hatte Johanna von Anfang an einen schweren Stand bei ihrem Vater. Johanna ist zwar extrem wissbegierig, aber als Mädchen ist ihr der Weg zur Bildung offiziell verwehrt.
Doch sie hat Glück, denn ihr ältester Bruder Matthias bringt ihr Latein bei. Später bekommt Matthias einen Hauslehrer mit Namen Aeskulap, der auch Johanna unterrichtet. So bekommt sie nun neben Latein auch noch Griechisch beigebracht und die Lehre der alten Philosophen.
Auf Empfehlung von Aeskulap kommt sie und ihr anderer Bruder Johannes, da Matthias mittlerweile gestorben ist, an die Domschule zu Dorstedt. Dort lernt sie den Marktgrafen Gerold kennen und die beiden verlieben sich im laufe der Jahre. Aber auch in Dorstedt hat Johanne keinen leichten Stand da sie weiblich ist.
Jedes Unglück hat aber auch oft seine guten Seiten. So auch in dieser Geschichte. Dorstedt wird während Gerolds Abwesenheit von Nordmännern überfallen und Johanna ist die einzigste Überlebende. Ganz alleine in mitten der Leichen entschließt sich Johanna ihr Leben vollkommen auf den Kopf zu stellen und sich ihrer Probleme zu entledigen. Sie nimmt die Identität ihres toten Bruders an und geht ins Kloster Fulda. Dort erlernt sie umfangreiche Kenntnisse in der Medizin und tut sich als sehr guten Arzt hervor.
Das geht über Jahre hinweg sehr gut, bis Johanna eines Tages krank wird. Nun ist sie in ernsten Problemen, da bei einer Untersuchung ihr wahres Geschlecht bekannt würde. Mit letzter Kraft flieht sie aus dem Kloster und wird durch Zufall von Menschen gefunden, denen sie einmal geholfen hat. Diese pflegen Johanna gesund und verstecken sie. Nun, ins Kloster kann Johanna nicht wieder zurück und so widmet sie sich neuen Zielen. Der damalige Nabel der Welt war Rom und genau dorthin wollte Johanna.
Aber Rom ist nicht mehr das was es mal war und so kommt es, dass Johanna aufgrund ihrer Heilfähigkeiten im Laufe der Zeit einen sehr guten Ruf als Arzt in Rom einnimmt. So kommt es, dass sie die Leibärztin des Papstes Sergius wird.
Auch für dessen Nachfolger Leo IV. wird Johanna zu einer wichtigen Person, zwar nicht als Arzt sondern vielmehr als Berater und Stadthalter.
Aber Rom wird nicht nur vom Papst regiert, sondern vielmehr von einflussreichen Familien die unter sich die hohen Ämter des Vatikans aufteilen.
Einer der größten Ränkeschmiede ist Anasthaseus, der selbst Papst werden möchte. Deshalb sorgt er auch dafür, dass Papst Leo stirbt. Nun erhofft er sich selbst Papst zu werden. Doch es kommt anders als er es sich denkt, denn nicht er, sondern Johanna wird der neue Papst.
In ihrer Amtszeit werden einige sehr spektakuläre Projekte zum Wohle des Volkes initiiert und auch Gerold, den sie wieder getroffen hat, bekommt seine Aufgabe. Er wird Hauptmann der Wache.
Johanna und Gerold lieben sich noch immer und so kommt was kommen muss, Johanna wird von Gerold schwanger. Am Ende stirb Johanna an einer Fehlgeburt.
Schreibstill
Nun, ich bin mir nicht sicher was dieser Roman sein soll. Eine biographische Zusammenfassung des lebens von Johanna oder ein reiner historischer Roman?
Wenn es ein biographischer Roman sein sollte, so müssten auch die geschichtlichen Hintergründe stimmen. Das ist definitiv nicht so. Ereignisse werden vor oder nach verlegt, damit sie in die Dramaturgie passen. Weiter wird der Einfluss der fränkischen Kaiser vollkommen falsch dargestellt. Also kann es keine Biographie sein.
Also ist es nur ein historischer Roman, bei dem bestimmte geschichtliche Einflüsse herein spielen. Und das sie dabei so gedreht werden wie es der Autorin gefällt ist meiner Meinung nach vollkommen legitim. Aber dann soll sie eben nicht den Anspruch erheben, was sie im Nachwort tut, dass dies eine wahre Geschichte sein soll. Allerdings gibt es keinen Beweise dafür, dass es jemals eine Päpstin gegeben haben soll. Der Vatikan soll über Jahrhunderte alle Beweise dafür verschwinden gelassen haben. Nun, dass kann man sehen wie man will, für mich ist das lediglich ein Roman.
Und noch dazu ein sehr guter, denn der Schreibstill ist extrem spannend und unterhaltsam. Das Buch zieht einen sofort in seinen Bann. Dabei ist es der Autorin gelungen, obwohl sie sehr viele lateinische Passagen verwendet, doch einfach zu bleiben. Also keine so komplizierten, verschachtelten Sätze. Und die lateinischen Passagen werden auch immer übersetzt.
Fazit
Wem der Medicus gefallen hat, wird auch von der Päpstin begeistert sein. Für alle anderen ist dieser Roman ebenfalls empfehlenswert. Er ist sehr unterhaltsam und spannend.
Man darf eben nicht den Anspruch auf die Richtigkeit von geschichtlichen Ereignissen legen, sondern den Roman als reine Unterhaltung ansehen. Mir ist es eigentlich egal, ob es Johanna in der Position des Papstes wirklich gab oder nicht.
Wenn man ihn so betrachtet kann es nur eine Empfehlung und die volle Wertung geben.
Daten
Preis: 10,00 Euro
Broschiert - 566 Seiten - Aufbau Tb
Erscheinungsdatum: April 1998
ISBN: 3746614007
Wie ich ja schon in einem anderen Bericht mitgeteilt habe, ist der Sommer für mich eine Zeit in der ich viele Bücher lese. Diesmal bin ich dabei über ein besonderes Buch gestoßen, bei dem mich schon der Titel reizte. Die Päpstin verspricht doch alleine im Titel einiges, das höchste Amt der katholischen Kirche besetzt von einer Frau, dass ist doch vollkommen unmöglich, dachte ich mir jedenfalls. Als ich dann noch erfahren habe, dass dieses Buch auf tatsächlichen Begebenheiten beruhen sollte, war mir klar, ich muss diesen Roman von Donna W. Cross lesen, was ich auch tat.
Story
Zu Anfang des 9. Jahrhunderts wird Johanna als drittes Kind des anglikanischen Dorfpriesters und Missionars von Ingelheim geboren. Zu der damaligen Zeit zählten Mädchen nichts und so hatte Johanna von Anfang an einen schweren Stand bei ihrem Vater. Johanna ist zwar extrem wissbegierig, aber als Mädchen ist ihr der Weg zur Bildung offiziell verwehrt.
Doch sie hat Glück, denn ihr ältester Bruder Matthias bringt ihr Latein bei. Später bekommt Matthias einen Hauslehrer mit Namen Aeskulap, der auch Johanna unterrichtet. So bekommt sie nun neben Latein auch noch Griechisch beigebracht und die Lehre der alten Philosophen.
Auf Empfehlung von Aeskulap kommt sie und ihr anderer Bruder Johannes, da Matthias mittlerweile gestorben ist, an die Domschule zu Dorstedt. Dort lernt sie den Marktgrafen Gerold kennen und die beiden verlieben sich im laufe der Jahre. Aber auch in Dorstedt hat Johanne keinen leichten Stand da sie weiblich ist.
Jedes Unglück hat aber auch oft seine guten Seiten. So auch in dieser Geschichte. Dorstedt wird während Gerolds Abwesenheit von Nordmännern überfallen und Johanna ist die einzigste Überlebende. Ganz alleine in mitten der Leichen entschließt sich Johanna ihr Leben vollkommen auf den Kopf zu stellen und sich ihrer Probleme zu entledigen. Sie nimmt die Identität ihres toten Bruders an und geht ins Kloster Fulda. Dort erlernt sie umfangreiche Kenntnisse in der Medizin und tut sich als sehr guten Arzt hervor.
Das geht über Jahre hinweg sehr gut, bis Johanna eines Tages krank wird. Nun ist sie in ernsten Problemen, da bei einer Untersuchung ihr wahres Geschlecht bekannt würde. Mit letzter Kraft flieht sie aus dem Kloster und wird durch Zufall von Menschen gefunden, denen sie einmal geholfen hat. Diese pflegen Johanna gesund und verstecken sie. Nun, ins Kloster kann Johanna nicht wieder zurück und so widmet sie sich neuen Zielen. Der damalige Nabel der Welt war Rom und genau dorthin wollte Johanna.
Aber Rom ist nicht mehr das was es mal war und so kommt es, dass Johanna aufgrund ihrer Heilfähigkeiten im Laufe der Zeit einen sehr guten Ruf als Arzt in Rom einnimmt. So kommt es, dass sie die Leibärztin des Papstes Sergius wird.
Auch für dessen Nachfolger Leo IV. wird Johanna zu einer wichtigen Person, zwar nicht als Arzt sondern vielmehr als Berater und Stadthalter.
Aber Rom wird nicht nur vom Papst regiert, sondern vielmehr von einflussreichen Familien die unter sich die hohen Ämter des Vatikans aufteilen.
Einer der größten Ränkeschmiede ist Anasthaseus, der selbst Papst werden möchte. Deshalb sorgt er auch dafür, dass Papst Leo stirbt. Nun erhofft er sich selbst Papst zu werden. Doch es kommt anders als er es sich denkt, denn nicht er, sondern Johanna wird der neue Papst.
In ihrer Amtszeit werden einige sehr spektakuläre Projekte zum Wohle des Volkes initiiert und auch Gerold, den sie wieder getroffen hat, bekommt seine Aufgabe. Er wird Hauptmann der Wache.
Johanna und Gerold lieben sich noch immer und so kommt was kommen muss, Johanna wird von Gerold schwanger. Am Ende stirb Johanna an einer Fehlgeburt.
Schreibstill
Nun, ich bin mir nicht sicher was dieser Roman sein soll. Eine biographische Zusammenfassung des lebens von Johanna oder ein reiner historischer Roman?
Wenn es ein biographischer Roman sein sollte, so müssten auch die geschichtlichen Hintergründe stimmen. Das ist definitiv nicht so. Ereignisse werden vor oder nach verlegt, damit sie in die Dramaturgie passen. Weiter wird der Einfluss der fränkischen Kaiser vollkommen falsch dargestellt. Also kann es keine Biographie sein.
Also ist es nur ein historischer Roman, bei dem bestimmte geschichtliche Einflüsse herein spielen. Und das sie dabei so gedreht werden wie es der Autorin gefällt ist meiner Meinung nach vollkommen legitim. Aber dann soll sie eben nicht den Anspruch erheben, was sie im Nachwort tut, dass dies eine wahre Geschichte sein soll. Allerdings gibt es keinen Beweise dafür, dass es jemals eine Päpstin gegeben haben soll. Der Vatikan soll über Jahrhunderte alle Beweise dafür verschwinden gelassen haben. Nun, dass kann man sehen wie man will, für mich ist das lediglich ein Roman.
Und noch dazu ein sehr guter, denn der Schreibstill ist extrem spannend und unterhaltsam. Das Buch zieht einen sofort in seinen Bann. Dabei ist es der Autorin gelungen, obwohl sie sehr viele lateinische Passagen verwendet, doch einfach zu bleiben. Also keine so komplizierten, verschachtelten Sätze. Und die lateinischen Passagen werden auch immer übersetzt.
Fazit
Wem der Medicus gefallen hat, wird auch von der Päpstin begeistert sein. Für alle anderen ist dieser Roman ebenfalls empfehlenswert. Er ist sehr unterhaltsam und spannend.
Man darf eben nicht den Anspruch auf die Richtigkeit von geschichtlichen Ereignissen legen, sondern den Roman als reine Unterhaltung ansehen. Mir ist es eigentlich egal, ob es Johanna in der Position des Papstes wirklich gab oder nicht.
Wenn man ihn so betrachtet kann es nur eine Empfehlung und die volle Wertung geben.
Daten
Preis: 10,00 Euro
Broschiert - 566 Seiten - Aufbau Tb
Erscheinungsdatum: April 1998
ISBN: 3746614007
26 Bewertungen, 1 Kommentar
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06.08.2006, 12:50 Uhr von leuchttuermin
Bewertung: sehr hilfreichIch habe die Papstin verschlungen! (hihi... nicht wörtlich nehmen!)
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