Die Päpstin (Taschenbuch) / Donna Woolfolk Cross Testbericht

ab 18,93
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
5 Sterne
(19)
4 Sterne
(5)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(2)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von PrinceofLies

Die Päpstin - historischer Mythos

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vorwort
Dies ist eigentlich ein sehr alter Beitrag von mir,den ich schon in die offene Kategorie schrieb,da diese Kategorie damals noch nicht existierte.
Vor wenigen Tagen bat ich darum diesen und vier weitere Beiträge zu verschieben woraufhin ich als Antwort erhielt,daß ich die Beiträge nochmals schreiben sollte und naschließend um die Löschung der alten Beiträge bitten solle,weshalb ich diesen Beitrag nun nochmals schreibe.
Ich bitte daher,auch unter der Berücksichtigung der baldigen Löschung des alten Beitrages,diesen Beitrag nicht als Doppelposting zu werten.
Mit Dank im Voraus euer Lügenprinz!

Mittlerweile sind die alten Beiträge gelöscht,wodurch dieses Vorwort überflüssig wird,um Irritationen jedoch zu vermeiden bleibt es jedoch Bestandteil des Beitrages.


Die Päpstin - historischer Mythos
Donna W.Cross schreibt in ihrem Roman "Die Päpstin" von der historisch ungesicherten einzigen Päpstin der Geschichte des Vatikans.
Das Buch spielt im Anfang bis Mitte des Neunten nachchristlichen Jahrhunderts,als mitten im Inventurstreit und dem damit verbundenen Untergang des Frankenreiches.


Zum Inhalt:
Johanna von Ingelheim,Tochter des anglikanischen Dorfpriesters erhält aufgrund ihrer überragenden geistigen Fähigkeiten etwas,daß für Männer in dieser Zeit sehr selten und für Frauen unmöglich war:
Eine ausgezeichnete Schulung.
Zunächst durch ihren ältesten Bruder Matthias lernt sie lesen und schreiben von Latein,später durch den Griechen Aeskulap auch Einsichten in Philosophie und griechisch.
Ihre weitere schulische Laufbahn geht über die Domschule zu Dorstedt,zusammen mit ihrem zweiten Bruder Johannes.
In Dorstedt entbrennt eine Liebe zwischen ihr und dem verheirateten Margraf Gerold,bei dem sie Unterkunft genießt.
Diese Liebe so jung und unverbindlich zunächst noch scheint gründet sich weniger auf Leidenschaft,denn auf einer Seelengemeinschaft.
Schließlich ist auch Gerold ein Gelehrter,auch wenn er heute sich auch eher auf das Schwert als auf die Schrift beschränkt.

Dorstadt jedoch wird wärend Gerolds Abwesenheit von Nordmännern geplündert und gebrandschatzt und einzig Johanna entkommt lebendig und in Freiheit.
Überdrüssig der ihr immer wieder entgegengesetzten Intoleranz und Voreingenommenheit,da sie eine Frau ist nimmt Sie die Identität ihres verstorbenen Bruders an und geht ins Kloster zu Fulda,wo sie umfangreiche Erkenntnisse in der Medizin erlangt.

Scheinen die Fuldaer Mönche zunächst noch recht einfach zu täuschen zu sein,so ergibt sich nach einigen Jahren ein echtes Problem:
Johanna erkrankt und würde Mann ihren Körper untersuchen würde ihre wahre Gestalt ans Tageslicht kommen.
Durch die Angst vor einer Entdeckung und der damit verbundenen Bestrafung beflügelt,flieht sie und wird schließlich von Menschen,denen Sie einst in größter Not half gesund gepflegt.
Diese bewahren aufgrund ihrer tiefen Dankbarkeit ihre Identität für sich und Johanna beschließt sich neuen Zielen zu verschreiben:
Sie pilgert nach Rom!


Rom,eine große,religiöse Stadt hat längst viel von seinem früheren Glanz und Wissen verloren.
Daher verwundert es nicht,daß Johannas großes Wissen der Heilkunde jener Zeit ihr einen besonderen Ruf einbringen und sie schließlich sogar Hausartzt und Vertrauter des Papstes Sergius wird.
Auch dessen Nachfolger Leo IV. (einigen vielleicht als der Soldatenpapst bekannt) dient sie fortan,wenn auch weniger als Artzt,denn als Stadthalter.

Doch Rom ist,so sehr seine Bedeutung im Laufe der Zeit auch schwand noch immer eine Stadt der Macht und der Ränkespiele.
Als stete Gefahr stellt sich Anasthaseus,Sohn einer einflußreichen Familie und ambitionierter Kandidat für den Papstthron heraus.
Seine Verbindung zu Kaiser Lothar und seine Intrigen zwingen Leo in den Tod,doch anders als erwartet wählt man Johanna auf den Thron.

Johannas Amtszeit endet nach zwei Jahren voller Intrigen,Leidenschaften und ambitionierter Projekten indem sie an einer Fehlgeburt stirbt.


Zur Kritik:
Donna W. Cross schreibt in einem sehr flüssigen Stil,der es schwer macht das Buch unbeendet wegzulegen.Ihr Anliegen,die Gestalt der Päpstin Johanna aus den tiefsten Wirren der Verschleierung hervorzukramen wird deutlich.
Man kann förmlich die Begeisterung der Autorin am Schreiben dieses Werkes miterleben,wenn sie von den Leidenschaften und Sorgen Johannas schreibt.

Ihr eigentliches Anliegen ist also eine Art Aufklärung,gelang diese?
Wie Sie im Nachwort selbst schreibt waren große Teile des Mythos nicht nachforschbar und Sie musste einen großen Teil der Lebensgeschichte Johannas frei erfunden.
Sie räumt auch ein,daß Sie daher einen Roman und keine Chronik geschrieben habe und folgerichtig so manche Ungereimtheit in der historischen Betrachtung liegen.


Allerdings finden sich meiner Ansicht nach einige historische Ungereimtheiten,die recht problematisch im Allgemeinen und in Zusammenhang des Themas und ihres Anliegen betreffends sind:

Zunächst einmal kürtzt die Autorin den Inventurstreit auf Kaiser Ludwigs Söhne und ignoriert daß diese Streitigkeiten schon lange vor Ludwigs Tod anfinge.
Darüberhinaus war dessen Sohn Lothar zwar dem Namen nach Kaiser des gesamten Kaiserreiches,jedoch nie so unangefochten wie im Buch dargestellt.
Der Inventurstreit bezog auch noch die Kinder von Ludwigs Kinder mit ein und endete mit dem Untergang des Frankenreiches.

Diese Uneingeschränktheit von Lothars Machtberreich ist es,die dem Thema besonders schadet.Schließlich war Rom zu jener Zeit sehr unabhängig und dies kommt im Buch doch wiederum heraus.
Daher ein Widerspruch in der Story selbst,der bei aufmerksamem Lesen stört.

Eine noch viel bedeutendere Ungereimtheit ist die Darstellung der Päpste Gregor,Sergius und Leo!
Wärend der gesamte höhere Klerus von Rom als korrupt und verdorben dargestellt wird werden die Päpste prinzipiell als fromm,gut (wenn auch mit menschlichen Schwächen) dargestellt.
Dies hilft zwar um Anasthaseus besser zu charackterisieren,aber es erscheint doch eher als Versuch der Unterstützung der Unfehlbarkeitsdoktrin.

Wir reden hier immerhin nicht um unbekannte Herren:
Gregor wurde berühmt durch seine Interventionen im Inventurstreit und seiner öffentlichen Demütigung Kaiser Lothars,Leo wurde bekannt als Soldatenpapst,der Rom neu befestigte und die umgrentzenden Ländereien hierfür auspresste.

Angesichts des Anliegens,der Durchbrechung des Schleiers des Vatikans um die Person Johanna halte ich insbesondere dies für widersinnig!

Dieser Punkt brachte letzten Endes auch den Titel der Meinung hervor.Man versuchte hier einen historisch angehauchten Roman im Stile eines Medicus zu schreiben und zu einem großen Teil gelang dies auch.
Cross beschreibt sehr gut die allgemeinen Zustände der Zeit.
Die Armut der Massen,die Koruption in Klerus und Adel und die Verdorbenheit der Obrigkeiten jener Zeit werden anschaulich und ergeben ein lebendiges Bild.
In dieser Hinsicht kann sich die Päpstin durchaus mit dem Medicus (meiner Ansicht nach der beste solche Versuch) messen.
Die Ungereimtheiten in manchem wichtigen Punkt jedoch lassen das Anliegen der Autorin,Johannas Geschichte vom Mythos zur betrachteten Geschichte zu bringen scheitern.


Als abschließendes Urteil kann man sagen,daß die Päpstin eine spannende Lektüre mit durchaus brauchbaren Zeiteindrücken ist.
Man hat einen recht lange anhaltenden Lesespaß und ein gewisser Suchtfaktor *G* läßt sich nicht verbergen.
Wer allerdings vom Anliegen der Autorin her zu dem Buch gelangt und mehr hierin sucht wird enttäuscht sein



Anmerkung:
==========
Ich veröffentliche meine Beiträge bei
Yopi --> PrinceofLies
Ecomments --> ec_Loki
Doyoo --> 0Loki
Hitwin --> Loki
Griasdi --> princeoflies

64 Bewertungen, 13 Kommentare

  • Puppekaa

    25.04.2008, 21:08 Uhr von Puppekaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht - LG Karsta

  • panico

    10.01.2008, 22:13 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico:-)

  • paula2

    15.12.2007, 15:09 Uhr von paula2
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße

  • moniseiki

    16.11.2007, 13:39 Uhr von moniseiki
    Bewertung: sehr hilfreich

    ***-SH-***-LESEN UND GELESEN WERDEN---Liebe grüße moniseiki

  • campimo

    22.02.2007, 19:15 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ¸.•*´¯`*• SH & LG •*´¯`*•.¸

  • Zzaldo

    02.02.2007, 21:33 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sh von mir für Dich. LG Stephan

  • anonym

    06.12.2006, 14:11 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Roman, hab ihn auch schon gelesen

  • Baby1

    02.12.2006, 02:06 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    * LG Anita * und ein angenehmes Wochenende

  • diana75

    28.11.2006, 20:48 Uhr von diana75
    Bewertung: sehr hilfreich

    :O)**** LIEBE GRÜSSE ****(O:

  • Zuckermaus29

    21.10.2006, 01:51 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    :o) liebe Grüße Jeanny

  • junior33

    03.10.2006, 19:06 Uhr von junior33
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und liebe Grüße, Ingo !

  • misscindy

    03.10.2006, 18:50 Uhr von misscindy
    Bewertung: sehr hilfreich

    >> sh + lg

  • leuchttuermin

    06.08.2006, 12:53 Uhr von leuchttuermin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe die Papstin verschlungen! (hihi... nicht wörtlich nehmen!)