Die Päpstin (Taschenbuch) / Donna Woolfolk Cross Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von sabolein

Frau und päpstlicher Stuhl?!?!

Pro:

Nachdenken und Lesen!

Kontra:

Lesen und Nachdenken?

Empfehlung:

Ja

Zum „Bücherfrühling“ möchte ich natürlich auch meinen Senf loswerden.
Über ein Buch, das ich mehrfach in den letzten Jahren las. Immer wieder neu verstanden habe, je mehr ich über das Leben gelernt habe und je mehr ich vom Leben lernte.
Donna W. Cross schrieb das geniale Buch „Die Päpstin“
Für alle, die nicht wissen, worum es geht, mag der folgende Text hilfreich sein:
„Rom, im Jahr 855 nach Christi. Die Macht der katholischen Kirche breitet sich unaufhaltsam über die ganze westliche Welt aus - und an der Spitze dieser Macht sitzt der Papst Johannes.
Unangefochten, uneingeschränkt - doch plötzlich bricht für den römischen Klerus eine Welt zusammen: Während einer Prozession, mitten auf der Via Sacra, gleitet der Pontifex stöhnend zu Boden und hält sich den Leib. Von Krämpfen geschüttelt geschieht das absolut Unvorstellbare: der Papst gebiert ein Kind - Johannes ist eine Frau! Mutter und Kind sterben - und werden an Ort und Stelle begraben. Jahrhundertelang zeugt eine Inschrift vom Skandal.“
Eine der Schlussszenen des Buches. Erzählt wird die Geschichte der Johanna. Tochter eines Geistlichen und einer sogenannten „Heidin“ .
Sie ist ein intelligentes Kind, welches sich nicht ihrer Intelligenz schämt, doch erkennt, das sie nicht in das „normale“ Schema passt.
Gekleidet in die Gewänder ihrs Bruders macht sie sich auf, um ihrem Wissensdrang zu folgen. Da zu jener Zeit nur den männlichen Nachkommen ein Eintritt in Wissenschaft und Geistlichkeit gewährt wurde, verweigerte sie ihre Herkunft und ihr Geschlecht. Lebte als Johannes ein Leben in der Entbehrung des klösterlichen Daseins.
Ihre Bemühungen um Wissen und Anerkennung trugen Früchte und sie wurde über die Grenzen hinaus bekannt. Zumal sie sich weiterbilden wollte. Und anderen Dingen entfliehen wollte.
Als Johannes Anglicus wird sie unter anderem Zeugin der Machenschaften am damaligen päpstlichen Hofe.
Ihr Aufstieg zum Papst ist von vielen, ihr in den Weg gelegten Steinen, gesäumt.
Das Wirken als Päpstin nicht minder. Bis die Kirche erkennt: dieser Fauxpas kann ihre Autorität schmälern. Und beschließt, die Päpstin Johanna aus den Archiven, den Galerien, aus dem Gedächtnis der Menschheit zu verbannen.
Ein Vertuschungsmanöver, wie es jede Macht der Welt schon versucht hat - mehr oder weniger erfolgreich.
Viel mehr will ich hier nicht verraten, denn das Buch ist mehrfach lesenswert.
Bei meiner Internet –Recherche bin ich auf folgende Zeilen aufmerksam geworden:
„Katholische Theologen bestreiten noch heute vehement die historische Existenz eines weiblichen Papstes, obwohl unterschiedliche Chroniken bis ins 17. Jahrhundert von Johannas Wirken berichteten. Den Quellen nach soll sie die Tochter eines englischen Missionars und einer sächsischen Magd gewesen sein.
Als Mann verkleidet studierte sie unter anderem in Athen. Berühmt durch Weisheit und Redekunst gewann sie die Zuneigung von Papst Leo IV. und wurde zu seinem Nachfolger bestimmt. Sie wirkte daraufhin als Papst Johannes VIII.
In ihrer Amtszeit unterhielt sie ein Liebesverhältnis zu einem Vertrauten im Vatikan. Ihre weibliche Identität wurde der Öffentlichkeit bei einer päpstlichen Prozession offenbar, als sie eine Fehlgeburt erlitt. Die empörte Menge steinigte daraufhin sie und das Neugeborene. Gerade dieses Ende hatte einen nicht unerheblichen Anteil an der Legendenbildung über den einzigen weiblichen Papst.“

Und eine sehr gelungener geschichtlicher wie auch inhaltlicher Abriss findet sich unter folgendem Link: http://www.uni-tuebingen.de/mediaevistik/komediaevisten/paepstin.htm

Ich denke, wer das Buch kennt, wird wissen, warum ich so vieles ausgespart habe. Um die Neugier zu entfachen. Um das nochmalige Lesen zu fördern. Um einfach die Chanche zu ermöglichen, das man ein Buch in die Hand nimmt und einfach davon gefesselt wird. Man liest. Frau auch. Und ist gefangen von der Geschichte, eingefangen von den Gedanken.

Täuschungen... können sie, offensichtlich, wie sie sind einem entgehen?
FEED YOUR HEAD!!!!!

PS. Nicht mal mein Rechtschreibprogramm kannte den Ausdruck “Päpstin”!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


PPS... wer bitte hat die Kriterien ausgesucht?????????????? Ich brach mir grad einen ab wie ergreifed die Story wäre etc... das ist nach gut Dünken bewertet... DAS Buch jedoch.... empfohlen......
Sabo

23 Bewertungen, 1 Kommentar

  • leuchttuermin

    06.08.2006, 12:57 Uhr von leuchttuermin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe die Papstin verschlungen! (hihi... nicht wörtlich nehmen!)