Darf ich bitten (Komödie) Testbericht

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Erfahrungsbericht von SVoigt3000

Sind wirklich alle Tänzer schwul?

Pro:

Gute Schauspieler, auch J.Lo macht eine gute Figur, beeindruckende Tanzszenen, viel Humor und Gefühl

Kontra:

Flache Story, teilweise unlogisch

Empfehlung:

Ja

Als ich das erste Mal den Trailer von „Darf ich bitten?“ im Kino sah, wusste ich, dass ich den Film sehen will. „Der passt sicher gut zur Vorweihnachtszeit“, dachte ich mir. Gestern war es dann endlich soweit. Meine Freundin hat mich ins Kino mitgenommen und wir haben uns den Film ansehen (ganz schön schwer neben der Freundin zu sitzen, J.Lo auf der Leinwand zu sehen und die Begeisterung zu unterdrücken *g*).

-----STORY:-----
John Clarke (Richard Gere) ist Anwalt. Morgens fährt er ins Büro, abends fährt er wieder nach Hause zu seiner Frau Beverly Susan Sarandon) – jeden Tag. Eines Abends sitzt John wieder in der Bahn nach Hause und bemerkt eine Tanzschule. Die Fenster sind dunkel, aber am Fenster steht die schöne Paulina (Jennifer Lopez) und schaut traurig auf die Straße. Dieses Bild sieht John in den nächsten Tagen immer wieder und irgendwann beschließt er, fasziniert von der Frau am Fenster, die Tanzschule aufzusuchen. Er weiss gar nicht, wie ihm geschieht, als gerade er sich für einen Anfängerkurs anmeldet und auch gleich dort bleiben muss, weil der Kurs schon beginnt.

Und so lernt John mit zwei anderen Männern zusammen bei der Besitzerin der Schule, Miss Mitzi (Anita Gillette), das Tanzen. Außerdem immer dabei, sind die zweite Trainerin Paulina und die ehrgeizige Tänzerin Bobby (Lisa Ann Walter). Damit aber nicht genug: Bald entdeckt John dass sein Kollege Link (Stanley Tucci) auch in dieser Tanzschule trainiert. Er verkleidet sich allerdings, weil er sich seiner Leidenschaft wegen schämt und nicht erkannt werden möchte...

Beverly, Johns Frau, wird dann irgendwann auch noch misstrauisch, weil ihr Gatte merkwürdig zufrieden scheint und immer später nach Hause kommt. Also engagiert sie bald zwei Detektive, die ihrem Mann nachspüren sollen um herauszufinden, ob er vielleicht fremdgeht.


-----KOMMENTAR:-----
Eigentlich mag ich vor Kitsch triefende Liebeskomödien überhaupt nicht. Aber diesen Film wollte ich trotzdem sehen, weil ich mir erhoffte, dadurch noch mehr in Weihnachtsstimmung zu kommen. Umso froher war ich, als meine Freundin sich erbarmte und mit mir ins Kino ging – sonst wollte niemand so wirklich den Film sehen. Und was soll ich sagen? Wir waren beide absolut positiv überrascht. Klar, der Film ist an einigen Stellen unrealistisch, die Handlung ist vielleicht auch etwas konstruiert – oder warum erzählt John seiner Frau nicht einfach, dass er gerne Tanzen lernen möchte? - aber der Film ist trotzdem auch sehr gefühlvoll, vermittelt einem die Liebe zum Tanzen und ist vor allem auch sehr lustig. Jeder der einmal Tanzen gelernt hat, weiss, wie lustig und schräg das ist. Und wenn dann in der Tanzschule noch so schräge Typen auftauchen wie in diesem Film, dann gibt es wirklich ständig Lacher.

Dabei wird das Gefühl natürlich nicht vernachlässigt – dafür steht nämlich nicht zuletzt auch Regisseur Peter Chelsom („Weil es dich gibt“). Chelsom schafft es, den japanischen Kinohit aus dem Jahre 1997, „Shall we dance“, neu aufzulegen und dafür einige der ganz Großen aus Hollywood zu begeistern.

Über Richard Gere und Susan Sarandon muss man nicht mehr viel sagen. Beide sind absolut hochkarätige Schauspieler und werden sicher auch locker mit den Anforderungen einer Liebeskomödie fertig. Beide spielen ihre Rollen gut, überzeugend und vor allem sehr sympatisch und, wenn nötig, lustig. Wirklich schwer wird es für Richard Gere wohl nur gewesen sein, neben der ausgebildeten Tänzerin Jennifer Lopez eine gute Figur auf dem Parkett zu machen. Aber schon in „Chicago“ hat Gere ja bewiesen, dass er auch tänzerisch überzeugen kann.

Was aber ist mit Jennifer Lopez? Ihre Songs höre ich ganz gerne, aber schauspielerisch ist sie wohl eher Durchschnitt in Hollywood und hat mich noch nie so wirklich überzeugen können. Das ist aber bei „Darf ich bitten“ anders! Frau Lopez hat nicht viel zu schauspielern. Sie muss nur immer melancholisch und traurig gucken und nebenbei gut aussehen. Letzteres beherrscht sie perfekt, was ich schon vor diesem Film wusste, aber auch die ersten beiden Disziplinen beherrscht sie. J.Lo\'s Plus bei diesem Film: Sie darf tanzen, viel tanzen, leidenschaftlich tanzen. Und das beherrscht sie als ausgebildete Tänzerin sehr gut, wie man hier eindrucksvoll bewiesen bekommt. Und ganz am Rande hat sie es geschafft mir mit zwei, drei Sätzen den Tanz Rumba (?) näher zu bringen, als die Leute, die mir wochenlang das Tanzen beibringen wollten, als ich es für meinen Abitur-Ball lernen musste.

Dabei, und das ist sehr wichtig, ist Jennifer „The Butt“ Lopez nicht der unumstrittene Star und die Hauptdarstellerin des Films. Die Hauptfigur ist ganz klar John Clark, aus dessen Sicht die Handlung erzählt wird. Die schöne Paulina ist zwar fast immer präsent, aber eben nicht so übermäßig dass es fast schon penetrant wirkt. Und so wirkt es in vielen Filmen, in denen eine schöne Schauspielerin nur um sie zu zeigen in jeder Szene vor die Kamera gezerrt wird.

Und so beschert Peter Chelsom uns pünktlich zur Vorweihnachtszeit einen Film, der völlig auf Special Effects und Gewalt verzichtet und somit zurecht die Alterfreigabe FSK 0 bekommen hat. Dafür bekommt man charmante Schauspieler und wirklich beeindruckende Tanzeinlagen zu sehen. Wer nun nicht gerade Profitänzer ist – ich bin auch nicht gerade Tanzbegeistert – kann sich den Film aber trotzdem ansehen, weil die Tänze zum einen umwerfend inszeniert sind – das liegt zum einen an Jennifer Lopez und Richard Gere (beide sehen ja nun alles andere als schlecht aus) und zum anderen am Charme und der Beleuchtung der Tanzschule – und dann auch sehr gut in die zugegebener Weise flache Handlung integriert wurden. Und als I-Punkt bekommen wir von Regisseur Peter Chelsom noch eine ordentliche Portion Humor, die den Film wirklich zu einem absolut gelungenen Gemisch aus Komödie, Liebes- und Tanzfilm macht.


-----FAZIT:-----
Ein Film für Jung und Alt, für Männer und Frauen, für Pärchen und einfache Freunde, für J.Lo-Fans und auch für Leute, die eigentlich nicht so viel mit ihr anfangen können. Der einzige Schwachpunkt des Filmes ist vielleicht die flache Handlung und dann noch die Tatsache, dass John Clark das Tanzen so schnell lernt, wie sonst wohl niemand auf der Welt. Aber das sind zwei Punkte, die man dem Film gut und gerne zugesteht. Also: Anschauen!

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