Der faule Henker (gebundene Ausgabe) / Jeffrey Deaver Testbericht

ab 10,06
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2004

5 Sterne
(4)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von myra-belle

Nichts ist so, wie es scheint !

Pro:

Sehr unterhaltsam, gut entwickelte Figuren.

Kontra:

Nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen.

Empfehlung:

Ja

Das Ermittlerteam um Lincoln Rhyme und Amelia Sachs hat es bei ihrem 5. Fall mit einem wahrhaft teuflischen Gegner zu tun. Der gerissene Verbrecher verübt Morde, die Zauberkunststücken entspringen. Die Opfer aber können den fiesen Fallen nicht entrinnen. So nennt sich die Technik, die beim 1. Mord angewendet wird \"Der faule Henker\". Die junge Musikstudentin wird an Händen und Füßen gefesselt. Ein Strick führt von den Beinen an den Hals. Ein normaler Mensch kann nicht anders, als reflexartig zu versuchen, die Beine auszustrecken. Dabei zieht sich die Schlinge unbarmherzig zu und das Opfer nimmt dem Henker damit die ganze Arbeit ab.
Aber der englische Originaltitel \"The Vanished Man\" trifft das ganze Ausmaß der gesamten Situation sehr viel besser. Der Täter schafft es immer wieder, den Fängen der Polizei zu entrinnen, wie knapp es auch immer aussieht. Denn er ist nicht nur ein Illusionist und ein Taschenspieler, sondern auch ein begnadeter Verwandlungskünstler.

Rhyme war früher einmal einer der ersten, der am Tatort ist und einer der letzten, der sich zur Ruhe bettet, um den Verbrechern so wenig Zeit wie möglich zu gönnen. Doch seit einem tragischen Unfall ist er vom Hals abwärts fast vollständig gelähmt. Nach zähem Ringen mit seinem lädierten Körper kann nun selbstständig atmen und seinen linken Ringfinger bewegen. Damit und mit seiner Stimme steuert er die hochentwickelten Geräte um ihn herum.
Officer Sachs ist mittlerweile nicht nur sein Körperdouble bei den Ermittlungen und seine Schülerin, sondern auch seine Liebste, auch wenn er nicht zu körperlichen Zärtlichkeiten in der Lage ist. Dafür hat sein Geist eine geradezu körperliche Präsens und ihre Liebe wird akzeptiert.

Ihnen zur Seite steht diesmal die Zauberkünstlerin Kara (So nennt sie sich zumindest selber. Der echte Vorname bleibt unerwähnt. Ist ja in solchen Kreisen auch total unwichtig.) Sie erklärt die Techniken und Tricks, die bei den Morden angewendet werden und gibt von ihrer Warte aus Denkanstösse. Dieser sympathischen jungen Frau vergibt man die Experimente mit ihren Haaren. Momentan ist sie bei einer Mischung aus Kastanienbraun und Lila bei einer knabenhaften Frisur angelangt.

Bis zuletzt. fieberte ich fasziniert mit. Welche Beweggründe könnte der Täter haben? Was ist sein wirkliches Ziel? Ein Anschlag auf den gerade gastierenden Zirkus, die Ermordung des Staatsanwaltes Grady oder die gewaltsam errungene Freilassung des Milizführers Constable?

Dieser Roman ist voller origineller Ideen, die perfekt ineinander greifen. Bei aller Verblüffung bleiben die Szenarien glaubhaft. Ein sehr gutes Stück Unterhaltung.
Durchaus vorstellbar, dass die Geschichte noch nicht vollens ausgestanden ist, sondern noch ein Nachspiel hat. Der Täter und / oder Kara könnten noch aktiver Bestandteil weiterer Bände sein. Wenn diese genauso gut geschrieben sind, sollte mir dies mehr als recht sein.

12 Bewertungen