Erfahrungsbericht von starfax
Lärmende Fee
Pro:
nette idee
Kontra:
doofes drehbuch
Empfehlung:
Nein
Neulich bin ich mal wieder in die Videothek geschlappt auf der Suche nach einem netten kleinen Feierabend - Grusler, und nachdem ich letztes Mal \"Ring\" den Vorzug gegeben habe, wollte ich es dieses Mal mit \"Darkness Falls\"probieren.
Nachdem man die unglaublich langatmige und einfallsfreie Einführung erst einmal hinter sich gebracht hat, ist der Film eigentlich gar nicht so schlecht...oder?
DIE STORY:
Mathilda Dixon war vor langer Zeit im Örtchen Darkness Falls die gute Tante aller Kinder und hatte immer ein paar Bonbons in ihrer Handtasche. Wie so vielen guten Onkels und Tanten sollte aber ebendies zu ihrem Verhängnis werden, denn als zwei der Gören vermißt werden, verdächtigt man die nach einem Unfall höchst unschöne Frau, sie verhext zu haben.
Mathilda wird vom wütenden Mob gelyncht, nicht ohne allerdings den obligatorischen Fluch ausgestoßen zu haben (sie weiß ja, was sich in einem Horrorfilm gehört) und aus der liebenswürdigen alten Dame wird die böse, rachsüchtige alte Zahnfee, die Kindern, die gerade ihren letzten Milchzahn verloren haben, einen nächtlichen Hausbesuch abstattet - und wehe denen, die sie dabei erblicken...
(nun ja, die Kindersterblichkeitsrate von Darkness Falls dürfte erheblich über dem Durchschnitt liegen).
Heute:
Kyle hat gerade seinen letzten Milchzahn verloren (oh - oh, da war doch was...? Genau!) Die Zahnfee schaut herein. Weil er sich aber ins helle Badezimmer flüchtet (sie verträgt kein Licht!!!), entgeht er ihr, nicht jedoch seine Mutter, die im dunklen Zimmer nach dem rechten sehen will.
Für den Tod seiner Mutter verantwortlich gemacht, steckt man ihn jahrelang in die Psychiatrie und selbst als tablettenabhängiger Erwachsener trägt er immer eine Reisetasche mit Taschenlampen mit sich herum - seine beste Waffe gegen Miß Dixon.
Als der kleine Bruder seiner Jugendliebe ebenfalls Bekanntschaft mit der gefährlichen Dame macht und sich weigert zu schlafen, wendet diese sich an Kyle - dessen Fall ähnlich verlaufen ist.
Mit Kyles Rückkehr beginnt eine mysteriöse Mordserie, die die Polizei auf Kyle aufmerksam macht - an dessen Fersen sich die Zahnfee aber ebenfalls schon gehängt hat...
DER FILM:
Die Einleitung sieht so aus und hört sich so an, als sei sie dem Gehirn eines überaus fantasielosen Drehbuchautors entsprungen, was nicht so schlimm wäre, hätte man sie etwas ansprechender umgesetzt (oder liegts an der völlig teilnahmslos wirkenden Erzählerstimme?).
Auf jeden Fall: Die Idee, aus einer amerikanischen Märcheninstitution ein mythisches Monster zu machen ist klasse, wenn auch das Drehbuch nichts anständiges draus machen konnte.
Spätestens mit dem nicht einschlafen -wollenden Jungen fühlt man sich unweigerlich an \"Nightmare on Elmstreet\" erinnert, das Ende im Leuchtturm, das immerhin schöne Bilder bietet, erinnert in gleich mehrfacher Hinsicht an \"The Fog\" - und auch sonst ist der Feenstaub dieses Wunderwerks bereits mehrfach gebraucht.
Die solide Kameraarbeit und die uninspirierte, aber routiniert-lässige Regie lassen den die Handlung sich entlang allen unnötigen Drehbuchschlenkern auf das Finale zubewegen. Kein Firlefanz, es gibt ein paar Stationen, die abgearbeitet werden müssen, das wird dann auch getan- Interesse daran, wer gerade sein Leben ließ, hat der Regisseur nicht. Ist auch egal. Denn schon die beiden Hauptfiguren interessieren kaum.
Kyle ist ein psychisches Wrack, zunächst ohnehin nicht bereit , dem Jungen zu helfen und die starke Frau an seiner Seite, schon eher von interessanter Charakterzeichnung (oder besser Skizze), ist ebenda nie anzutreffen und hat kaum Gelegenheit sich als Figur zu präsentieren und zu entwickeln.
Schade, denn die Darsteller sind duchwegs passabel und hätten ein bissel mehr Aufmerksamkeit seitens des Regisseurs bedurft. Die aber war wahrscheinlich mehr bei dem Monster - das nämnlich ist klasse - fliegt durch die Gegend, kommt mal von oben mal von unten, daß es eine Schau ist. Dabei nie zu deutlich im Bild, wie es die erste Lektion an ernstzunehmenden Horrorfilmschulen sein sollte, und ist auch auf der Tonspur sehr individuell präsent.
Die Tonspur ist überhaupt der eigentliche Star des Films:
Musik, Geräusche, Krächzen, Stimmen - all das selbst auf meinem kleinen Mono -TV - Gerät in einer Deutlichkeit, daß ich bedauere, mir nicht im Kino das Hirn rausblasen gelassen zu haben (ob das jetzt grammatikalisch korrekt ist? Naja, wer das nach dem Lärm noch nachprüfen kann...).
All das macht ziemlich deutlich, was das für ein Film ist:
Ein am Reißbrett entworfenes Gedankenkonstrukt für den schnellen Massenkonsum, routiniert gemacht, aber ein Ex und Hopp - Produkt für den flüchtigen Grusel.
Harmlos und seinen Zweck für die meisten Zuschauer sicherlich erfüllend (aber wehe, jemand ist zu kritisch oder wagt es, während des Films nachzudenken!!!).
FAZIT:
Wer einen nicht zu brutalen (FSK 16), aber dennoch passabel gemachten Grusler gucken will, kann (mangels Alternativen) durchaus zur Porzellanfee greifen - ist mit \"Ring\" oder \"Final Destination\" aber sicherlich besser beraten.
Nachdem man die unglaublich langatmige und einfallsfreie Einführung erst einmal hinter sich gebracht hat, ist der Film eigentlich gar nicht so schlecht...oder?
DIE STORY:
Mathilda Dixon war vor langer Zeit im Örtchen Darkness Falls die gute Tante aller Kinder und hatte immer ein paar Bonbons in ihrer Handtasche. Wie so vielen guten Onkels und Tanten sollte aber ebendies zu ihrem Verhängnis werden, denn als zwei der Gören vermißt werden, verdächtigt man die nach einem Unfall höchst unschöne Frau, sie verhext zu haben.
Mathilda wird vom wütenden Mob gelyncht, nicht ohne allerdings den obligatorischen Fluch ausgestoßen zu haben (sie weiß ja, was sich in einem Horrorfilm gehört) und aus der liebenswürdigen alten Dame wird die böse, rachsüchtige alte Zahnfee, die Kindern, die gerade ihren letzten Milchzahn verloren haben, einen nächtlichen Hausbesuch abstattet - und wehe denen, die sie dabei erblicken...
(nun ja, die Kindersterblichkeitsrate von Darkness Falls dürfte erheblich über dem Durchschnitt liegen).
Heute:
Kyle hat gerade seinen letzten Milchzahn verloren (oh - oh, da war doch was...? Genau!) Die Zahnfee schaut herein. Weil er sich aber ins helle Badezimmer flüchtet (sie verträgt kein Licht!!!), entgeht er ihr, nicht jedoch seine Mutter, die im dunklen Zimmer nach dem rechten sehen will.
Für den Tod seiner Mutter verantwortlich gemacht, steckt man ihn jahrelang in die Psychiatrie und selbst als tablettenabhängiger Erwachsener trägt er immer eine Reisetasche mit Taschenlampen mit sich herum - seine beste Waffe gegen Miß Dixon.
Als der kleine Bruder seiner Jugendliebe ebenfalls Bekanntschaft mit der gefährlichen Dame macht und sich weigert zu schlafen, wendet diese sich an Kyle - dessen Fall ähnlich verlaufen ist.
Mit Kyles Rückkehr beginnt eine mysteriöse Mordserie, die die Polizei auf Kyle aufmerksam macht - an dessen Fersen sich die Zahnfee aber ebenfalls schon gehängt hat...
DER FILM:
Die Einleitung sieht so aus und hört sich so an, als sei sie dem Gehirn eines überaus fantasielosen Drehbuchautors entsprungen, was nicht so schlimm wäre, hätte man sie etwas ansprechender umgesetzt (oder liegts an der völlig teilnahmslos wirkenden Erzählerstimme?).
Auf jeden Fall: Die Idee, aus einer amerikanischen Märcheninstitution ein mythisches Monster zu machen ist klasse, wenn auch das Drehbuch nichts anständiges draus machen konnte.
Spätestens mit dem nicht einschlafen -wollenden Jungen fühlt man sich unweigerlich an \"Nightmare on Elmstreet\" erinnert, das Ende im Leuchtturm, das immerhin schöne Bilder bietet, erinnert in gleich mehrfacher Hinsicht an \"The Fog\" - und auch sonst ist der Feenstaub dieses Wunderwerks bereits mehrfach gebraucht.
Die solide Kameraarbeit und die uninspirierte, aber routiniert-lässige Regie lassen den die Handlung sich entlang allen unnötigen Drehbuchschlenkern auf das Finale zubewegen. Kein Firlefanz, es gibt ein paar Stationen, die abgearbeitet werden müssen, das wird dann auch getan- Interesse daran, wer gerade sein Leben ließ, hat der Regisseur nicht. Ist auch egal. Denn schon die beiden Hauptfiguren interessieren kaum.
Kyle ist ein psychisches Wrack, zunächst ohnehin nicht bereit , dem Jungen zu helfen und die starke Frau an seiner Seite, schon eher von interessanter Charakterzeichnung (oder besser Skizze), ist ebenda nie anzutreffen und hat kaum Gelegenheit sich als Figur zu präsentieren und zu entwickeln.
Schade, denn die Darsteller sind duchwegs passabel und hätten ein bissel mehr Aufmerksamkeit seitens des Regisseurs bedurft. Die aber war wahrscheinlich mehr bei dem Monster - das nämnlich ist klasse - fliegt durch die Gegend, kommt mal von oben mal von unten, daß es eine Schau ist. Dabei nie zu deutlich im Bild, wie es die erste Lektion an ernstzunehmenden Horrorfilmschulen sein sollte, und ist auch auf der Tonspur sehr individuell präsent.
Die Tonspur ist überhaupt der eigentliche Star des Films:
Musik, Geräusche, Krächzen, Stimmen - all das selbst auf meinem kleinen Mono -TV - Gerät in einer Deutlichkeit, daß ich bedauere, mir nicht im Kino das Hirn rausblasen gelassen zu haben (ob das jetzt grammatikalisch korrekt ist? Naja, wer das nach dem Lärm noch nachprüfen kann...).
All das macht ziemlich deutlich, was das für ein Film ist:
Ein am Reißbrett entworfenes Gedankenkonstrukt für den schnellen Massenkonsum, routiniert gemacht, aber ein Ex und Hopp - Produkt für den flüchtigen Grusel.
Harmlos und seinen Zweck für die meisten Zuschauer sicherlich erfüllend (aber wehe, jemand ist zu kritisch oder wagt es, während des Films nachzudenken!!!).
FAZIT:
Wer einen nicht zu brutalen (FSK 16), aber dennoch passabel gemachten Grusler gucken will, kann (mangels Alternativen) durchaus zur Porzellanfee greifen - ist mit \"Ring\" oder \"Final Destination\" aber sicherlich besser beraten.
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