Erfahrungsbericht von Kuhli
Die Nacht der gähnenden Toten
Pro:
grandiose Eröffnungssequenz, bombastische Soundkulisse
Kontra:
Logiklöcher, vorhersehbar, langweilig
Empfehlung:
Nein
Wie der Filmname unweigerlich verrät liegt ein Fluch über dem kleinen Städtchen mit dem plump aussagekräftigen Namen Darkness Falls. Im neunzehnten Jahrhundert lebte dort eine Frau, die den Kindern des Dorfes für ihre ausgefallenen Zähne eine Goldmünze gab. Als eines Tages zwei Kinder dort verschwanden wurde diese Frau dafür hingerichtet. Einen Tag nach ihrem Tod tauchten die Kinder, die sich lediglich verlaufen hatten wieder auf.
Seit diesem Tag zieht die „Zahnfee“ nächtens durch Darkness Falls und tötet jeden, der sie anschaut, wenn sie die Zähne der Kinder abholt.
Soweit die Vorgeschichte. Obwohl innerhalb von hunderten von Jahren immer wieder Kinder dort spurlos verschwanden, hat sich darüber anscheinend nie jemand wieder Gedanken gemacht und so lebte dort auch der kleine Kyle mit seiner Mutter ein unbehelligtes Leben bis er seinen letzten Milchzahn verlor. Die Zahnfee tauchte auf, er wurde wach, sah sie an und war somit auf der Abschussliste besagter böser Hexe. Doch nicht nur er, sondern auch seine Mutter war wach und so blickte auch diese der blutrünstigen Fee in ihre toten Augen. Im Gegensatz zu Kyle, der im von der Fee verhassten Licht Zuflucht fand musste die Mutter mit blitzblanken Zähnen ins Gras beißen.
Jahre später…. Wieder in Darkness Falls… noch immer ist anscheinend niemandem der hohe Kinderverschleiß merkwürdig vorgekommen. Noch immer leben genug Leute dort, so auch Caitlin, die Sandkastenfreundin von Kyle mit ihrem Bruder Michael.
Der wehrte Leser kann sich wohl spätestens ab jetzt den Rest des Films zusammenreimen. Auch Michael verliert einen Zahn, sieht die Zahnfee, kann entkommen, will nur noch im Licht sitzen, er kommt in eine Psychiatrie, da ihm keiner glaubt, Caitlin entdeckt Parallelen zu Kyle, ruft ihn an, fragt ihn um Hilfe, der weit weg wohnt und seit 20 Jahren auch nur mit Taschenlampen bewaffnet lebt. Er kommt zurück nach Darkness Falls, auch ihm glaubt noch immer niemand, man hält ihn sogar für den Mörder seiner Mutter, er lernt den Mann von Caitlin kennen, doch man ahnt schon, dass Beide noch Gefühle füreinander haben… doch ehe sie zusammenkommen können, wird es erstmal Nacht in Darkness Falls, ein Sturm lässt das Stromnetz zusammenbrechen, die Zahnfee kommt, entledigt sich aller Nebendarsteller des Films und Kyle rettet am Ende sich, Caitlin, Michael und wohl unbewusst alle Zahnarzttöchter und –frauen dieser Welt.
Kritik:
Das Ende eines Films zu verraten kann tödlich sein. Der Lynchmob der selbsternannten Filmfreunde steht einem immer dicht im Nacken, doch hier kann getrost jedes noch so kleine Detail verraten werden, man kennt den Filmverlauf schon bevor die Zahnfee zum ersten Mal ihre Beißerchen gezeigt hat.
Zugegeben, die Eröffnungssequenz lässt auf viel hoffen und hat durchaus ihre beängstigenden Qualitäten. Eine unheimliche Atmosphäre, nette Kameraarbeit, eine subtile bis drastische Geräuschskulisse und eine sehr hohe Spannungskurve. Leider nimmt diese drastisch nach der Einführung ab, denn fortan wird einem das geboten, was man so oder so ähnlich zu genüge kennt. Über sie Story muss man nicht viele Worte verlieren, vorhersehbar, selbstzweckhaft, spannungsarm, definitiv simpel. Klassische Logiklöcher fehlen genauso wenig wie das Namenlose-Charaktere-Feenfutter. Potential hätte die Geschichte durchaus haben können, zumal wir hier schon eine Hauptfigur haben, die durch ihre berechtigten Kindheitsängste eher zum Antihelden taugt als zum langweiligen Überhelden. Doch leider wird dieses Antiheldentum nicht konsequent durchgezogen. Während andere Horrorfilme mit Messern und Gewehren aufwarten können ist hier die Waffe gegen das Böse eine Taschenlampe. Ein guter Ansatz den man durchaus ironisch hätte anbringen können. Hat man leider nicht. Unser gebrochener Held mit der Kinderkrankheit schlechthin, der Angst vor Licht mutiert zu eben so einem langweiligen Überhelden, den die Filmwelt schon überstrapaziert immer wieder ausspuckt. Somit verliert der Kniff mit dem Spiel einer menschlichen Urangst, der Angst vorm Dunkeln mit und mit an Bedeutung.
Auch die Zahnfee an sich hätte einiges am Film retten können. Eine Frau, die den Kindern ihres Dorfes immer etwas Gutes getan hat, wurde enttäuscht und verraten. Doch nach ihrem Tod und ihrem Auftreten als Zahnfee merkt man nichts mehr von einer gekränkten Persönlichkeit. Sie ist nur noch eine absolut böse Hassfigur, die es zu vernichten gilt. Ein seelen- und konturenloser Special Effect von Anfang bis Ende. Allerdings ist dieser Effekt von Profis gemacht worden, so wirken die Horrorszenen nicht billig, sondern wohlig schaurig.
Hinzu kommt, dass die wahre Legende der Zahnfee außerhalb Amerikas wenig bekannt ist. Im Land der unbegrenzten Filmbudgets hingegen kennt jedes Kind die Zahnfee genauso gut wie den Weihnachtsmann. Dort legen die Eltern ihren Kindern, wenn diese schlafen Geld unter das Kopfkissen wo die Kinder vorher ihren ausgefallenen Zahn abgelegt haben. Somit ist die „wahre“ Zahnfee dort ein guter Geist, was dem Film dann einen netten Reiz gibt, wenn man seine geliebte Legende einmal böse und verkehrt sieht. In unserer Kultur ist diese Legende nicht verankert und so müssen wir warten bis irgendwann ein Film gedreht wird in dem der Osterhase Amok läuft.
Kommen wir zu dem, was einen Horrofilm ausmacht, zumindest einen Horrorfilm, der weniger subtil sondern mit drastischen Schocks begeistern will. Hier bietet sich nichts Neues. Potential wäre etwas da, wenig davon wird genutzt. Die Lichtempfindlichkeit der Hexe bietet so viele Möglichkeiten für spannende Szenen, teilweise wird das umgesetzt wenn etwa Kyle im kleinen Lichtkegel eingesperrt in einer Gefängniszelle verweilt. In so einer Sequenz könnte man die Spannungsschraube mit gediegener Inszenierung durchaus anziehen. Leider verliert sich hier der Film, wie in jeder anderen Actionsequenz des Films in viel zu hektischen Bildern, die viel zu schnell geschnitten wurden. Dass alles dazu dunkel ist macht die Übersichtlichkeit nicht besser. Vergleichbar ist dies mit der Käferkatastrophe Mimic. Ist die Zahnfee zehn Meter oder einen Meter von Kyle entfernt? War das, was da gerade aufblitzte überhaupt Kyle oder war das ein Aktenschrank? Wer wurde da gerade gekillt? Der Sheriff oder doch der Deputy? Gut, es ist ja nicht so, als ob das irgendwen interessieren würde, aber trotzdem will man wenigstens beim Bodycount mitreden können.
Übrigens… richtig gelesen… es gibt den obligatorischen Sheriff und den Hilfssheriff und beide sehen natürlich die Gefahr nicht und Beide… sparen wir uns das… kein schöner Anblick… zumindest in Zeitlupe, denn wie gesagt, in normaler Geschwindigkeit und Schnittfolge weiß man nicht wer da gerade mit der Fee von dannen fliegt… sehr schade… alles geht einfach zu schnell…
Auch die Entledigung des überflüssigen Mannes von Caitlin (sie soll ja schließlich am Ende mit Kyle zusammen kommen) hätte nett werden können… draußen im Wald… gerade aus dem Auto raus… da kommt die Fee an… sie hätte ihn leicht verpassen können, dafür wäre Kyle schnell zum Zündschloss gesprintet… Schlüssel rumgedreht… Motor springt nicht an (dieser Spannungskniff muss einfach sein)… noch mal versucht… Motor springt an und die Scheinwerfer können angemacht werden… mit letzter Kraft zerrt sich Caitlins’ Mann in den rettenden Lichtkegel… so hätte man mindestens 2 Minuten spannende Unterhaltung haben können… hier sieht es wie folgt aus… der gute Mann ist draußen, die Zahnfee packt ihn und tot ist er… hmmm, gut… das ging schnell… kann ich das noch einmal sehen, ich habe es nicht mitbekommen… man kann es nicht oft genug sagen…
Etwas mehr Feingefühl und der Film hätte im oberen mittelmäßigen Drittel Platz haben können, so verweilt er ziemlich weit unten bis er schnell vergessen wird… eigentlich schade, da die zwei unbekannten, aber dadurch auch recht frischen Hauptakteure wirklich ordentlich schauspielern. Chaney Kley, der ein wenig an Mark Wahlberg erinnert schlägt sich gut als verstörter Held durch den Film. Er wird rollengemäß während des Films leider immer blasser, je mehr er kämpft, blutet und schwitzt desto weniger schimmert der ängstliche Antiheld durch. Emma Caulfield, die dem jungen Publikum vor allem durch ihre feste Rolle als Dämonin Anya in der Fernsehserie „Buffy - Im Bann der Dämonen“ bekannt sein wird, darf zum Glück nicht nur die dauerkreischende Blondine spielen. Sie ist nämlich rothaarig. Aber das wäre zu gemein, denn sie rettet mitunter ein wenig Spannung, da sie ebenfalls eine gute Identifikationsfigur ist. Nicht zu nervig, nicht dem Helden zu unterwürfig und sehr energetisch.
Denn trotz all der Vorhersehbarkeit bietet der Film Leuten, die nicht allzu abgehärtet sind durchaus einen kleinen Kick, sei es durch die netten, nicht zu übertriebenen Schockeffekte oder einige wenige Spannungshighlights. Jedem halbwegs bewanderten Horrorfan bietet der Film nichts wirklich Sehenswertes, was ihn von anderen Filmen unterscheidet, zudem die blutigen Effekte rar sind und dann in Folge der Bildhektik kaum erkannt werden.
Abschließen können als weitere wenige positive Kritikpunkte die ordentlichen Computereffekte und die beeindruckende Geräuschkulisse genannt werden, die sich durch den ganzen Film ziehen.
Fazit:
Für Angsthasen und solche, die es werden wollen ist dieser Film sicherlich ein netter Film mit einen guten Schocks, für alle anderen klaffen die Logiklöcher einfach zu sehr aus der hauchdünnen, vorhersehbaren Story. Diese Vorhersehbarkeit und eine zu hektische Kamera lassen kaum Spannung aufkommen. Dennoch hätten Karius und Baktus sicher ihre Freude an dem Spiel mit der Urangst – Dunkelheit und Zahnausfall.
4 ohrenblutende von 10 vorhersehbaren Punkten
#DVD#
Wird der Film sein Publikum in gelangweilte Horrorkenner und erschrockene Angsthasen teilen, werden wohl beide Parteien bei der technischen Umsetzung der DVD sich einig sein.
Das Bild ist kontrastreich, scharf und sehr harmonisch, was gerade bei einem Film der den Großteil seiner Szenen im Dunklen hat der Kopfschmerzenvorbeugung zugute kommt. Auch in pechschwarzen Szenen erkennt man dank des guten Bildes doch noch einige Konturen und kleinste Lichtspielereien.
Doch während das Bild durch eine gute Umsetzung gefällt haut einen der Ton vom Stuhl, Sessel, Sofa… selten war ein Ton plastischer und das obwohl nicht einmal eine DTS-Spur vorliegt. Das Kreischen der Zahnfee, das ein wenig an einen gequälten Gollum erinnert lässt einen die Augen durch den Raum schweifen, ob die Zahnfee vielleicht doch nicht hier irgendwo herumfliegt. Gerade diese bombastische Soundkulisse rettet den Film das ein oder andere Mal.
Ebenfalls recht aufwändig und atmosphärisch sehr stimmig ist das animierte und musik- bzw. geräuschunterlegte Hauptmenü durch das man zu den netten Bonusmaterialien kommt.
Hier findet man zum einen die obligatorischen Trailer, die hier sogar in Dolby Digital 5.1 vorliegen und ausschließlich aktuelle Sommerblockbuster sind (Terminator 3, 3 Engel für Charly 2, Bad Boys 2, Identität, Der Fluch von Darkness Falls).
Hinzu kommen sogar zwei Audiokommentare, einen vom Autor und mit dem Regisseur, Produzenten und dem anderen Autor. Recht interessant und deutsch untertitelt.
Des Weiteren findet man 7 entfallene Szenen in schwankender Qualität und zwei Dokumentationen. Die eine, „die Legende von Matilda Dixon“, läuft etwas mehr als zehn Minuten und beschäftigt sich mit der wahren Geschichte der Zahnfee. Hier will man dem Film anscheinend eine falsche Authentizität geben, doch wurde der Film ja lediglich inspiriert von dieser Legende und basiert sehr vage auf ihr, aber dennoch ein interessantes Filmchen.
Die zweite Dokumentation ist eine als Making of getarnte ca. siebzehnminütige Selbstbeweihräuscherung der Macher. Kurze Szenen vom Dreh, die ohne jegliche Aussage stehen wurden mit Interviews kombiniert in denen erklärt wird, warum dieser Film so toll ist.
Als Highlight für die Pedanten unter uns kann man anhand vierer Szenen einen Vergleich zwischen Storyboardentwurf und fertiger Szene sehen.
Fazit-DVD:
Gutes Bild, nette Extras, aber vor allem ein bombastischer Sound, der alle Schauspieler an die Wand spielt und den Film fast komplett aus der Vergessenheit rettet.
*Dieser Bericht bezieht sich auf das originale Pressemuster der DVD, die am 11.11.03 im Handel erscheinen wird*
Seit diesem Tag zieht die „Zahnfee“ nächtens durch Darkness Falls und tötet jeden, der sie anschaut, wenn sie die Zähne der Kinder abholt.
Soweit die Vorgeschichte. Obwohl innerhalb von hunderten von Jahren immer wieder Kinder dort spurlos verschwanden, hat sich darüber anscheinend nie jemand wieder Gedanken gemacht und so lebte dort auch der kleine Kyle mit seiner Mutter ein unbehelligtes Leben bis er seinen letzten Milchzahn verlor. Die Zahnfee tauchte auf, er wurde wach, sah sie an und war somit auf der Abschussliste besagter böser Hexe. Doch nicht nur er, sondern auch seine Mutter war wach und so blickte auch diese der blutrünstigen Fee in ihre toten Augen. Im Gegensatz zu Kyle, der im von der Fee verhassten Licht Zuflucht fand musste die Mutter mit blitzblanken Zähnen ins Gras beißen.
Jahre später…. Wieder in Darkness Falls… noch immer ist anscheinend niemandem der hohe Kinderverschleiß merkwürdig vorgekommen. Noch immer leben genug Leute dort, so auch Caitlin, die Sandkastenfreundin von Kyle mit ihrem Bruder Michael.
Der wehrte Leser kann sich wohl spätestens ab jetzt den Rest des Films zusammenreimen. Auch Michael verliert einen Zahn, sieht die Zahnfee, kann entkommen, will nur noch im Licht sitzen, er kommt in eine Psychiatrie, da ihm keiner glaubt, Caitlin entdeckt Parallelen zu Kyle, ruft ihn an, fragt ihn um Hilfe, der weit weg wohnt und seit 20 Jahren auch nur mit Taschenlampen bewaffnet lebt. Er kommt zurück nach Darkness Falls, auch ihm glaubt noch immer niemand, man hält ihn sogar für den Mörder seiner Mutter, er lernt den Mann von Caitlin kennen, doch man ahnt schon, dass Beide noch Gefühle füreinander haben… doch ehe sie zusammenkommen können, wird es erstmal Nacht in Darkness Falls, ein Sturm lässt das Stromnetz zusammenbrechen, die Zahnfee kommt, entledigt sich aller Nebendarsteller des Films und Kyle rettet am Ende sich, Caitlin, Michael und wohl unbewusst alle Zahnarzttöchter und –frauen dieser Welt.
Kritik:
Das Ende eines Films zu verraten kann tödlich sein. Der Lynchmob der selbsternannten Filmfreunde steht einem immer dicht im Nacken, doch hier kann getrost jedes noch so kleine Detail verraten werden, man kennt den Filmverlauf schon bevor die Zahnfee zum ersten Mal ihre Beißerchen gezeigt hat.
Zugegeben, die Eröffnungssequenz lässt auf viel hoffen und hat durchaus ihre beängstigenden Qualitäten. Eine unheimliche Atmosphäre, nette Kameraarbeit, eine subtile bis drastische Geräuschskulisse und eine sehr hohe Spannungskurve. Leider nimmt diese drastisch nach der Einführung ab, denn fortan wird einem das geboten, was man so oder so ähnlich zu genüge kennt. Über sie Story muss man nicht viele Worte verlieren, vorhersehbar, selbstzweckhaft, spannungsarm, definitiv simpel. Klassische Logiklöcher fehlen genauso wenig wie das Namenlose-Charaktere-Feenfutter. Potential hätte die Geschichte durchaus haben können, zumal wir hier schon eine Hauptfigur haben, die durch ihre berechtigten Kindheitsängste eher zum Antihelden taugt als zum langweiligen Überhelden. Doch leider wird dieses Antiheldentum nicht konsequent durchgezogen. Während andere Horrorfilme mit Messern und Gewehren aufwarten können ist hier die Waffe gegen das Böse eine Taschenlampe. Ein guter Ansatz den man durchaus ironisch hätte anbringen können. Hat man leider nicht. Unser gebrochener Held mit der Kinderkrankheit schlechthin, der Angst vor Licht mutiert zu eben so einem langweiligen Überhelden, den die Filmwelt schon überstrapaziert immer wieder ausspuckt. Somit verliert der Kniff mit dem Spiel einer menschlichen Urangst, der Angst vorm Dunkeln mit und mit an Bedeutung.
Auch die Zahnfee an sich hätte einiges am Film retten können. Eine Frau, die den Kindern ihres Dorfes immer etwas Gutes getan hat, wurde enttäuscht und verraten. Doch nach ihrem Tod und ihrem Auftreten als Zahnfee merkt man nichts mehr von einer gekränkten Persönlichkeit. Sie ist nur noch eine absolut böse Hassfigur, die es zu vernichten gilt. Ein seelen- und konturenloser Special Effect von Anfang bis Ende. Allerdings ist dieser Effekt von Profis gemacht worden, so wirken die Horrorszenen nicht billig, sondern wohlig schaurig.
Hinzu kommt, dass die wahre Legende der Zahnfee außerhalb Amerikas wenig bekannt ist. Im Land der unbegrenzten Filmbudgets hingegen kennt jedes Kind die Zahnfee genauso gut wie den Weihnachtsmann. Dort legen die Eltern ihren Kindern, wenn diese schlafen Geld unter das Kopfkissen wo die Kinder vorher ihren ausgefallenen Zahn abgelegt haben. Somit ist die „wahre“ Zahnfee dort ein guter Geist, was dem Film dann einen netten Reiz gibt, wenn man seine geliebte Legende einmal böse und verkehrt sieht. In unserer Kultur ist diese Legende nicht verankert und so müssen wir warten bis irgendwann ein Film gedreht wird in dem der Osterhase Amok läuft.
Kommen wir zu dem, was einen Horrofilm ausmacht, zumindest einen Horrorfilm, der weniger subtil sondern mit drastischen Schocks begeistern will. Hier bietet sich nichts Neues. Potential wäre etwas da, wenig davon wird genutzt. Die Lichtempfindlichkeit der Hexe bietet so viele Möglichkeiten für spannende Szenen, teilweise wird das umgesetzt wenn etwa Kyle im kleinen Lichtkegel eingesperrt in einer Gefängniszelle verweilt. In so einer Sequenz könnte man die Spannungsschraube mit gediegener Inszenierung durchaus anziehen. Leider verliert sich hier der Film, wie in jeder anderen Actionsequenz des Films in viel zu hektischen Bildern, die viel zu schnell geschnitten wurden. Dass alles dazu dunkel ist macht die Übersichtlichkeit nicht besser. Vergleichbar ist dies mit der Käferkatastrophe Mimic. Ist die Zahnfee zehn Meter oder einen Meter von Kyle entfernt? War das, was da gerade aufblitzte überhaupt Kyle oder war das ein Aktenschrank? Wer wurde da gerade gekillt? Der Sheriff oder doch der Deputy? Gut, es ist ja nicht so, als ob das irgendwen interessieren würde, aber trotzdem will man wenigstens beim Bodycount mitreden können.
Übrigens… richtig gelesen… es gibt den obligatorischen Sheriff und den Hilfssheriff und beide sehen natürlich die Gefahr nicht und Beide… sparen wir uns das… kein schöner Anblick… zumindest in Zeitlupe, denn wie gesagt, in normaler Geschwindigkeit und Schnittfolge weiß man nicht wer da gerade mit der Fee von dannen fliegt… sehr schade… alles geht einfach zu schnell…
Auch die Entledigung des überflüssigen Mannes von Caitlin (sie soll ja schließlich am Ende mit Kyle zusammen kommen) hätte nett werden können… draußen im Wald… gerade aus dem Auto raus… da kommt die Fee an… sie hätte ihn leicht verpassen können, dafür wäre Kyle schnell zum Zündschloss gesprintet… Schlüssel rumgedreht… Motor springt nicht an (dieser Spannungskniff muss einfach sein)… noch mal versucht… Motor springt an und die Scheinwerfer können angemacht werden… mit letzter Kraft zerrt sich Caitlins’ Mann in den rettenden Lichtkegel… so hätte man mindestens 2 Minuten spannende Unterhaltung haben können… hier sieht es wie folgt aus… der gute Mann ist draußen, die Zahnfee packt ihn und tot ist er… hmmm, gut… das ging schnell… kann ich das noch einmal sehen, ich habe es nicht mitbekommen… man kann es nicht oft genug sagen…
Etwas mehr Feingefühl und der Film hätte im oberen mittelmäßigen Drittel Platz haben können, so verweilt er ziemlich weit unten bis er schnell vergessen wird… eigentlich schade, da die zwei unbekannten, aber dadurch auch recht frischen Hauptakteure wirklich ordentlich schauspielern. Chaney Kley, der ein wenig an Mark Wahlberg erinnert schlägt sich gut als verstörter Held durch den Film. Er wird rollengemäß während des Films leider immer blasser, je mehr er kämpft, blutet und schwitzt desto weniger schimmert der ängstliche Antiheld durch. Emma Caulfield, die dem jungen Publikum vor allem durch ihre feste Rolle als Dämonin Anya in der Fernsehserie „Buffy - Im Bann der Dämonen“ bekannt sein wird, darf zum Glück nicht nur die dauerkreischende Blondine spielen. Sie ist nämlich rothaarig. Aber das wäre zu gemein, denn sie rettet mitunter ein wenig Spannung, da sie ebenfalls eine gute Identifikationsfigur ist. Nicht zu nervig, nicht dem Helden zu unterwürfig und sehr energetisch.
Denn trotz all der Vorhersehbarkeit bietet der Film Leuten, die nicht allzu abgehärtet sind durchaus einen kleinen Kick, sei es durch die netten, nicht zu übertriebenen Schockeffekte oder einige wenige Spannungshighlights. Jedem halbwegs bewanderten Horrorfan bietet der Film nichts wirklich Sehenswertes, was ihn von anderen Filmen unterscheidet, zudem die blutigen Effekte rar sind und dann in Folge der Bildhektik kaum erkannt werden.
Abschließen können als weitere wenige positive Kritikpunkte die ordentlichen Computereffekte und die beeindruckende Geräuschkulisse genannt werden, die sich durch den ganzen Film ziehen.
Fazit:
Für Angsthasen und solche, die es werden wollen ist dieser Film sicherlich ein netter Film mit einen guten Schocks, für alle anderen klaffen die Logiklöcher einfach zu sehr aus der hauchdünnen, vorhersehbaren Story. Diese Vorhersehbarkeit und eine zu hektische Kamera lassen kaum Spannung aufkommen. Dennoch hätten Karius und Baktus sicher ihre Freude an dem Spiel mit der Urangst – Dunkelheit und Zahnausfall.
4 ohrenblutende von 10 vorhersehbaren Punkten
#DVD#
Wird der Film sein Publikum in gelangweilte Horrorkenner und erschrockene Angsthasen teilen, werden wohl beide Parteien bei der technischen Umsetzung der DVD sich einig sein.
Das Bild ist kontrastreich, scharf und sehr harmonisch, was gerade bei einem Film der den Großteil seiner Szenen im Dunklen hat der Kopfschmerzenvorbeugung zugute kommt. Auch in pechschwarzen Szenen erkennt man dank des guten Bildes doch noch einige Konturen und kleinste Lichtspielereien.
Doch während das Bild durch eine gute Umsetzung gefällt haut einen der Ton vom Stuhl, Sessel, Sofa… selten war ein Ton plastischer und das obwohl nicht einmal eine DTS-Spur vorliegt. Das Kreischen der Zahnfee, das ein wenig an einen gequälten Gollum erinnert lässt einen die Augen durch den Raum schweifen, ob die Zahnfee vielleicht doch nicht hier irgendwo herumfliegt. Gerade diese bombastische Soundkulisse rettet den Film das ein oder andere Mal.
Ebenfalls recht aufwändig und atmosphärisch sehr stimmig ist das animierte und musik- bzw. geräuschunterlegte Hauptmenü durch das man zu den netten Bonusmaterialien kommt.
Hier findet man zum einen die obligatorischen Trailer, die hier sogar in Dolby Digital 5.1 vorliegen und ausschließlich aktuelle Sommerblockbuster sind (Terminator 3, 3 Engel für Charly 2, Bad Boys 2, Identität, Der Fluch von Darkness Falls).
Hinzu kommen sogar zwei Audiokommentare, einen vom Autor und mit dem Regisseur, Produzenten und dem anderen Autor. Recht interessant und deutsch untertitelt.
Des Weiteren findet man 7 entfallene Szenen in schwankender Qualität und zwei Dokumentationen. Die eine, „die Legende von Matilda Dixon“, läuft etwas mehr als zehn Minuten und beschäftigt sich mit der wahren Geschichte der Zahnfee. Hier will man dem Film anscheinend eine falsche Authentizität geben, doch wurde der Film ja lediglich inspiriert von dieser Legende und basiert sehr vage auf ihr, aber dennoch ein interessantes Filmchen.
Die zweite Dokumentation ist eine als Making of getarnte ca. siebzehnminütige Selbstbeweihräuscherung der Macher. Kurze Szenen vom Dreh, die ohne jegliche Aussage stehen wurden mit Interviews kombiniert in denen erklärt wird, warum dieser Film so toll ist.
Als Highlight für die Pedanten unter uns kann man anhand vierer Szenen einen Vergleich zwischen Storyboardentwurf und fertiger Szene sehen.
Fazit-DVD:
Gutes Bild, nette Extras, aber vor allem ein bombastischer Sound, der alle Schauspieler an die Wand spielt und den Film fast komplett aus der Vergessenheit rettet.
*Dieser Bericht bezieht sich auf das originale Pressemuster der DVD, die am 11.11.03 im Handel erscheinen wird*
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