Ravensburger Der fliegende Teppich Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spielanleitung:  gut

Erfahrungsbericht von kuerbisbluete

Palme, Sonne, Teppich - Ein Flair von Orient

3
  • Präsentation:  sehr gut
  • Schwierigkeitsgrad:  durchschnittlich
  • Spielanleitung:  gut
  • Das Spiel für:  Hobby-Spieler
  • Spielerzahl:  ab 3

Pro:

schöne Präsentation

Kontra:

auf die Dauer langweilig

Empfehlung:

Ja

\"Ein Spiel mit dem Wind wird zum tollkühnen Wettstreit\" das verspricht \"Der fliegende Teppich\" schon auf dem bunten orientalischen Spielkarton. Ich bekam dieses Gesellschaftsspiel, das immerhin in die Bestenliste 1987 aufgenommen ist, einmal zu Weihnachten. Und der Karton machte sogar noch Hoffnung nach mehr: Teppichflieger über einer orientalischen Stadt mit Minaretten und südlichem Flair versprachen das Eintauchen in eine andere Welt...
So genug geträumt, nun zu den Fakten:


----- Kurzbeschreibung--------

Name: Der fliegende Teppich
Verlag: Ravensburger 1987
Spieleranzahl: 3-6
Alter: 12-99
Spieldauer: ca. 20 - 40 Minuten
Ziel des Spieles: Es gewinnt der Spieler, der nach einem kühnen Wettstreit mit Wind und Konkurrenten über die Dächer aus 1001 Nacht als erster wieder festen Boden unter den Füßen hat.
Spielart: Taktik


----- Das Spielbrett---------

Zuerst zeigt der Spielplan eine Wüstenlandschaft. Horizontal ist das Brett in drei Zonen eingeteilt. Die unterste (beige) hat den Windfaktor 0, die mittlere (hellblau) den Windfaktor 1, die oberste (blau) den Windfaktor 2

--- Die Vorbereitungen-------

Die Spielsteine starten auf dem braunen Startfeld links, liebevoll arrangierte Kulissen (Palmen, Minarette, Moscheen, Elefanten, etc.) werden auf den Boden des Spielfeldes verteilt. Jeder Spieler erhält vier Windkärtchen (der Rest bildet einen verdeckten Vorratsstapel) und fünf Steuerkärtchen.

----Das Spiel und die Geschichte----

Ravensburg erklärt die Geschichte zum Spiel gleich vorne in der Spielanleitung: \"einst lebte ein junger, wohlhabender Sultan, der alles besaß, was sein Herz begehrte. Nur ein Wunsch schien unerfüllbar: Sein reich gleich einem Vogel aus den Lüften zu betrachten. Da erschien eines Tages im Palast ein alter Gelehrter, der von diesem Wunsch gehört hatte. Er führte den erstaunten Sultan zu einer geheimen Kammer, in der seidig glänzende Teppiche lagerten, sowie ein kleines, mit Juwelen besetztes Kästchen. Diesem Kästchen entnahm der weise Mann Kärtchen mit geheimnisvollen Zeichen und sprach. \"Edler Herrscher, mit diesen Karten könnt Ihr Euch der Macht des Windes bedienen. Doch lasst Vorsicht walten, damit das Spiel mit dem Wind Euch nicht in Gefahr bringe.“ Der Sultan begann im Palastgarten sogleich mit den ersten Flugversuchen. Anfangs landete er auch schon mal unsanft in Baumwipfeln oder auf dem Minarett einer Moschee, doch schon bald beherrschte er gar meisterlich die Kunst des Fliegens auf dem Teppich. Er fand so großen Gefallen an dem Fliegen, dass er auf die Idee kam, für seine Freunde Wettflüge zu veranstalten. Mal war die eine, mal die andere Stadt seines Reiches Schauplatz dieser Wettflüge.“
Der Spielverlauf: Der jüngste Spieler beginnt und zieht mit Hilfe einer seiner Windkarten. Auf diesen Windkarten sind mehrere Zugrichtungen durch verschiedene Pfeile abgebildet und die zusammengehörenden Pfeile haben dieselbe Farbe. Entsprechend einer dieser Pfeilkombination darf nun der Teppich auf dem Spielplan gezogen werden. Dann wird eine Windkarte vom Stapel gezogen und der nächste Spieler darf sein Geschick unter Beweis stellen. Spielt man keine Windkarte aus, darf man eine seiner Windkarten auf der Hand gegen eine vom Stapel austauschen. In den Windzonen darf man seinen Teppich dann entsprechend der Windstärke in die vorgegebene Richtung bewegen, in der windstillen Zone sinkt der Teppich um ein Feld nach unten.
Zusätzlich zu der ausgespielten Windkarte können noch eine oder auch mehrere Steuerkärtchen ausgespielt werden, mit denen man den Zug seines Teppichs zusätzlich beeinflussen kann. Ein Teppich darf jedoch pro Zug nur einmal in vertikaler Richtung und einmal in horizontaler Richtung gezogen werden, also niemals in Treppenform!
Der Seitenwind in den oberen beiden Regionen wird nur dann berücksichtigt, sobald man sich in einer solchen Region zusammen mit dem Wind bewegt. In diesem Fall wird die Windstärke einfach zu dem entsprechenden Pfeil auf der Windkarte addiert und der Teppich entsprechend weit gezogen. (Also hier Taktiker an die Front)
Die zu Beginn des Spiels ausgelegten Kulissen stellen Hindernisse dar, die umflogen werden müssen. Die Anzahl ist beliebig und erhöht somit je nach Bedarf den Schwierigkeitsgrad.
Fliegende Teppiche anderer Spieler dürfen übersprungen werden. Landet jedoch der Teppich eines Spieler auf einem bereits besetzten Feld, kommt es zu einer der beiden Ereignisse (Variante vorher festlegen, ich empfehle die zweite):
1. Entweder ist der untenliegende Teppich blockiert, solange sich ein anderer Teppich auf ihm befindet (aussetzen) oder
2. der untenliegende Teppich wird auf den Boden gedrückt, kann nicht nach oben und muss seinen Zug dann von dort unten starten.
Sieger diese Wettfluges ist schließlich der Spieler, der mit seinem Teppich als erster genau auf dem Zielpodest (das ist blau und rechts im Spielfeld) landet. Das Zielpodest muss mit exakter Punktzahl erreicht werden, es dürfen keine Punkte übrig bleiben. Wer dies weder mit seinen Windkarten noch mit seinen Steuerkärtchen schafft, kann sich in der windstillen Zone pro Zug ein Feld pro Zug absinken lassen.

--------- Kuerbisbluetes Meinung----------
1. Zu dem Arrangement des Spiels: Jedes Detail ist wirklich liebevoll ausdekoriert und verleiht dem Spiel eine besondere Atmosphäre. Der Spielplan selber ist zwar schlicht, bildet aber zusammen mit den Kulissen, die jedes Mal anders auf das Brett gelegt werden können, ein wirklich schönes bild, das das Klischee Orient und „1001 Nacht“ wirklich farbig werden lässt. Hierfür gibt es von mir ganze 5 Punkte.
2. Zu der Spielanleitung: In nur 15 Seiten wird –auch hier ist alles sehr ansprechend gestaltet und liebevollstens gezeichnet- präzise und ohne große Umschweife erklärt, wie das Spiel funktioniert. Einmal in einem zusammenhängendem Text und dann nochmals blau markiert als Stichpunkte. Zusätzlich veranschaulichen Fotos den Plot. Und für die Ungeduldigen gibt es die Kurzspielregeln. Manchmal ist allerdings die Ausdrucksweise für Kinder etwas zu kompliziert. Hier vergebe ich 4 Punkte.
3. Zu der Idee: Die Idee ist meiner Meinung nach nicht schlecht, mal etwas anderes und ziemlich originell. Allerdings hätte die Umsetzung etwas spannender sein können. Ein paar Raffinessen mehr, und schon wäre alles interessanter. Auch wenn man etwas taktik braucht, so spielt das Glück natürlich viel mit (oder auch nicht). Die ursprüngliche Idee ist nicht schlecht, aber der Spielverlauf durch mangelnde Umsetzung eintönig. Hierfür gibt es nur 3 punkte von mir.
4. Die Spannung: leider ist an diesem Spiel nicht sehr viel spannend. Sicherlich reizt das gelungene Ambiente, doch die Züge wiederholen sich und plätschern ohne ersichtlichen Höhepunkt vor sich her. Auch von einem spannenden Wettlauf kann keine Rede sein, da schon relativ schnell ersichtlich ist, wer die Nase vorn hat. Natürlich gibt es immer wieder Rückschläge, doch auch die werden auf die Dauer langweilig. Die ersten Spiel waren noch recht amüsant, aber für einen Klassiker, den man immer wieder spielen muss, ist der Spielverlauf leider zu lasch: mir nur 2 Punkte wert.

----------Fazit-------------

Das Spiel sieht sehr schön aus und macht am Anfang Spaß, dann aber braucht man erst mal Pause, weil es einfach langweilig wird. Für alle zwei Monate einmal erfüllt das Spiel seinen Zweck, wenn es auch nicht der Stimmungsmacher schlechthin ist. „Der fliegende Teppich“ ist zwar empfehlenswert, aber im Zweifelsfall gibt es einfach schönere Spiele, die die durch Verpackung entstandene Erwartungen auch erfüllen können.

26 Bewertungen