Die 10 wichtigsten Werkzeuge Testbericht

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Erfahrungsbericht von YetiChris

Was der Schreiner empfiehlt...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wie ihr meinem Profil entnehmen könnt, bin ich im letzten Ausbildungsjahr zum Schreiner. In meinem Job habe ich ja ständig mit Werkzeugen zu tun, und möchte euch heute aus der Sicht eines (fast schon) Profis die wichtigsten Handwerkszeuge vorstellen. Eben die, die man als Schreiner beinahe täglich braucht und die auch im Heimwerkerbereich gute Dienste leisten werden, vor allem, wenn man sich unter dem Motto „Selbst ist der Mann/die Frau“ um die Instandhaltung und Pflege von Möbeln, Türen und Fenstern kümmern will.

Wie schon gesagt, werde ich in erster Linie auf Handwerkszeuge eingehen, Maschinen kann sicherlich jeder bedienen, außerdem kommen die wenigsten an die Maschinen, die ich empfehlen würde, heran, weil die Firmen, die diese produzieren, nicht über den freien Handel vertreiben, sondern die Geräte oft nur bei Werkzeughändlern zu bekommen sind, die ausschließlich an Gewerbekunden vertreiben (Hilti, Festool, Makita, Fein, Wegoma). Abgesehen davon dürfte die Erwähnung der wichtigsten Handmaschinen den Rahmen hier mehr als sprengen.

Ich werde mich auch nicht auf 10 einzelne Werkzeuge konzentrieren, sondern auf 10 WerkzeugGRUPPEN.Was nützt der beste Maulschlüssel, wenn man nicht die richtige Größe hat???

Okay, fangen wir mit dem gröbsten an:


Gruppe 1 – Hämmer
Ganz richtig! Ich empfehle gleich mehrere Hämmer. Genaugenommen 3:

1- Schreinerhammer 300gr
Ein Hammer mit geschwungener Finne und einem gewicht von 300 gr reicht für Hausarbeiten vollkommen aus.
2- Kunststoffhammer
Vor allem bei Arbeiten mit den Stemmeisen gut geeignet, da man so auf den unhandlichen Schreinerklöpfel verzichten kann
3- Gummihammer.
Um sich an fertigen Oberflächen auszulassen, sollte man einen Gummihammer benützen, nichts ist schlimmer als Macken von Hammerschlägen.


Gruppe 2 – Sägen
Hier empfehle ich u.a. 2 Sägen, die leider noch nicht im normalen Handel erhältlich sind (*). Abhilfe schafft da die Internetadresse www.dick-gmbh.de, wo man diese Sägen (und anderes feines Werkzeug) bestellen kann.

1- Ryoba Komane *
Die japanische Sandart-Säge. Das besondere an dieser Säge ist, das sie, anderes als ihre europäischen Verwanden, auf ZUG arbeitet. Dadurch kommt sie mit einem deutlich dünneren Sägeblatt aus (nur 0,45mm dick) und erzeugt feine, saubere Schnitte. Die Ryoba ist auf der einen Seite mit einer groben Zahnung für Schnitte Längs zur Holzfaser, auf der anderen einer feinen Zahnung für Schnitte quer zur Faser ausgestattet.
2- Dozuki *
Diese Säge ist mit einer Blattstärke von nur 0,3mm für NOCH feinere Schnitte geeignet. Sie besitzt nur auf einer Seite eine sehr feine Zahnung, der Rücken ist verstärkt.

Dozuki und Ryoba sind wirklich MESSERSCHARF!!! Vorsicht beim arbeiten!!!

3- Bügelsäge für Metall
Zum Kürzen von Schrauben etc. Hier tut es ein recht einfaches Modell mit einer Blattlänge von 150mm.


Gruppe 3 – Feilen und Raspeln
Hier kann man gerne auf ein Set zurückgreifen. Es sollte 1 Raspel, eine Halbrundfeile, eine Flachstumpf-Feile, eine Rundfeile, eine Vierkant- und eine Dreikantfeile enthalten. Kunststoffgriffe liegen im allgemeinen besser in der Hand, Holzgriffe sind haltbarer und können ggf. ausgetauscht werden. Auf jeden Fall sollten die Griffe nicht zu dünn sein.


Gruppe 4 – Hobel
Ganz sicher gehören in jeden guten Werkzeugsatz zumindest 2 Hobel: ein Putzhobel und ein Simshobel. Nur mit diesen kann man schnell und richtig schleifende Türen und klemmende Holzfenster wieder gangbar machen.

1 – Putzhobel
Ein Putzhobel hat einen Schnittwinkel von 50° und eignet sich zum Glätten von Flächen und feine Einpassarbeiten.
2 – Simshobel
beim Simshobel steht das Messer bis an den äußersten Rand des Hobelkörpers, so können Fälze (z.b. bei Türen oder Holzfenstern) bis in die Ecke nachgehobelt werden.

Wer sich das Schärfen von Hobeleisen nicht zutraut (das ist wirklich nicht leicht), kann nach RALI©-Hobeln Ausschau halten (gibt es auch im Internet). Diese Hobel haben einen Körper aus Stahl und Kunststoff, sind leichter als Holzhobel, einfacher einzustellen und haben Wechselklingen. Ein stumpfes Messer wird einfach ausgetauscht.


Gruppe 5 – Schraubendreher
DAS Standartwerkzeug heutzutage. Jeder hat zumindest ein paar „Schraubenzieher“ irgendwo herumfliegen. Meiner Ansicht nach benötigt man folgende Schraubenzieher.

2 Schraubenzieher für Kreuzschlitz (Phillips-Getriebe) in den Größen 1 und 2 (Größe 3 ist manchmal ganz gut, aber nicht unbedingt nötig)
3 Schraubenzieher für Langschlitz in den Größen 1 – 3 (Auch hier sind größere nur ganz selten nötig)
1 Phasenprüfer, einfach unverzichtbar für sicheres Arbeiten!

Meine Empfehlung ist, Schraubendreher im Holzgriff zu kaufen. Die Haben den Vorteil, das die Klinge bis zum oberen Ende des Griffs (Heft) durchgeht und man auch mal einen Hammer zur Hilfe nehmen kann, wenn eine Schraube besonders fest sitzt. Ein Schlitzschraubendreher ist zur Not dann auch als Meißelersatz zu verwenden ;-)!


Gruppe 6 - Schraubenschlüssel- und Innensechskantschlüsselsatz

Bei Schraubenschlüsseln empfehle ich den Kauf von Ring-Gabelschlüsseln in den Gängigen Größen von 6 – 17 mm. Ein Ring-Gabelschlüssel hat auf der einen Seite einen Ringschlüssel, auf der anderen Seite einen Gabelschlüssel der selben Größe.

Innensechskantschlüssel sollten ein gekröpftes, kugelförmiges Ende aufweisen, so lassen sich auch schwer erreichbare Schrauben, z.B. an Fahrrädern, gut ein einfach lösen. Die Größen 3 und 5 kann man sich auch mit T-Griff anschaffen, den diese sind die gängigsten Größen und werden vor allem beim einstellen von Türen benötigt.
Meine persönlichen Schlüsselsätze sind aus Chrom-Vanadium-Stahl.


Gruppe 7 - Stechbeitel

Auch diese sind meiner Ansicht nach einfach unverzichtbar in einem Werkzeugsatz. Am einfachsten man kauft hier einen Satz mit 5 Stück (6, 8, 10, 12, 18 mm) der Firma Kirschen (In jedem guten Baumarkt erhältlich). Auch hier ist der Holzgriff die bessere Wahl, Kunststoff federt mehr. In jedem Fall sollte man sich noch einen Schleifstein zulegen, um die Eisen immer richtig scharf zu halten.


Gruppe 8 - Zangen

Folgende Zangen sollte man zu seinem Werkzeug hinzufügen:

1- Rohrzange
immer gut und praktisch, da verstellbar
2- Kneifzange
Zum Kürzen oder Ziehen von Nägeln und Stiften oder Ablängen von Draht
3- Spitzzange
Zum Greifen und festhalten von Kleinteilen
4- Abisolierzange
Für kleinere Elektroabreiten.


Gruppe 9 – Bohrer
Auch ein Bohrersatz gehört zum Handwerkszeug, denn sicherlich jeder hat heutzutage einen Akkubohrschrauber oder eine normale Bohrmaschine zu Hause. Ich empfehle einen HSS-Bohrersatz (1-10 mm), der sowohl für Holz als auch für Metall geeignet ist. Des weiteren ist es praktisch (aber nicht unbedingt notwendig), wenn man sich Holzbohrer mit Zentrierspitze (5, 6 und 8 mm) für genaue Bohrungen wie für Griffe etc. und einen sog. „Forstnerbohrer“-Satz zulegt, mit denen man Astlöcher aufbohren oder die Bohrungen für Topfbänder ausführen kann.


Gruppe 10 – Messwerkzeuge
Last but not least: In jeden Werkzeugsatz gehören
- ein Anständiger Zollstock (2m lang)
- ein Messschieber (Schieblehre), zum Messen von Bohrlochtiefen- und Breiten
- ein 90°-Winkel (aus Holz oder Metall)
- ein Gehrmaß (Zum anreißen von Exakten 45°-Winkeln, ebenfalls aus Holz oder Metall)
- eine Schmiege (Zum Abmessen und Übertragen von freien Winkeln, am besten aus Metall)
- 1-3 Wasserwaagen (zumindest eine mit ca. 70-90 cm Länge, zusätzlich noch eine 40 cm und eine 180 cm )
- Ein spitzer Bleistift!!!


Aufbewahrung
Wenn wir auf Montage gehen, sind wir immer mit 2 Kunststoffkisten (Systainer der Firma Festool) unterwegs, die unser Handwerkszeug aufnehmen. Für zuhause eignet sich am besten der Klassische, abschließbare Werkzeugschrank. Ob aus Metall oder Holz, bleibt jedem selbst überlassen, allerdings sollte er eher etwas zu groß als etwas zu klein sein, damit er sich auch schließen lässt. Sonst kann es pasieren, das man früher oder später sein Werkzeug doppelt hat oder sich Kinder an scharfen Werkzeugen (Wie Stechbeitel etc.) verletzen könnten.


Preise
AUA, jetzt kommt es. Je nach dem, welche und vor allem Wo man sein Werkzeug kauft, kommt man bei einem kompletten Satz, wie ich ihn vorschlage, auf 400-800 €. Allerdings ist man dann auch für fast alle Eventualitäten im Haushalt gerüstet, zumindest was den allgemeinen und den Holzsektor angeht (Zu Sanitär- und Elektrointalationen gibt es sicherlich noch andere Werkzeuge)


Sonstiges
Tja, was gibt es sonst noch zu sagen? In jedem Haushalt sollte es eine Auswahl an Verbrauchsmitteln geben, wie Schrauben, Nägel und Stifte, Universaldübel etc. Mit der zeit findet man heraus, welche Materialien man oft benötigt. So eignen sich Holzschrauben der stärke 3,5 mm in verschiedenen Längen für fast alle Anwendungen, ebenso wie 6mm Dübel. Sind etwas größere Schrauben vonnöten, sollte man auf 5 mm Schrauben und 8mm Dübel zurückgreifen. Außerdem sollte man sich noch gutes Schmiermittel zulegen. Sehr geeignet ist Ballistol©-Waffenöl und eine kleine tube Schmierfett – damit kriegt man jede quietschende Tür ruhig ;-). Außerdem sind eine Schlagbohrmaschine, ein Akku-Bohrschrauber, ein Schwingschleifer und eine Stichsäge praktische Helfer. Allerdings will ich dazu, wie schon gesagt, keine Empfehlungen geben, da ich halt auf bestimmte Profigeräte Wert lege, die man als Heimwerker eben nicht bekommt.

Ich hoffe, ich konnte ein paar gute Anregungen geben.

Bis bald,

YetiChris

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