Kosmos Die Siedler von Catan - Das Kartenspiel Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaßfaktor:  gering
  • Spielanleitung:  sehr gut
  • Wird langweilig:  nie

Erfahrungsbericht von Jakini

Das kann man auch zu zweit spielen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Da wir sehr gerne Siedler spielen, man dieses Spiel aber nur ab drei Personen spielen kann und unsere Töchter im Alter von 15 Monaten und 5 Jahren dafür noch etwas zu klein sind (obwohl die Große ab und zu schon einmal mit uns gespielt hat, doch sie braucht dabei eben noch eine Menge Hilfe), haben wir zu Weihnachten das Kartenspiel von unseren Mädchen (natürlich selber gekauft) geschenkt bekommen.

Wie bei dem Brettspiel wird um Rohstoffe gewürfelt, mit denen man dann bauen kann. Von daher klingt es ebenso, wie bei dem Brettspiel, doch es ist ganz anders.

Das Spiel besteht aus:

120 quadratischen Karten, 1 Ertragswürfel, 1 Ereigniswürfel, 1 Ritter, 1 Mühle.

Unter den 120 Karten gibt es zwei Mal 9 Starkarten, die auf der Rückseite mit einen rot/weißen bzw. schwarz/roten Schild gekennzeichnet sind. Diese Startkarten stellen das sog. Fürstentum dar und werden wie folgt aufgebaut.

In die Mitte kommt eine Karte, auf der die Symbole der Ereigniswürfels abgebildet und noch einmal erklärt sind.. Daneben kommt auf jede Seite eine Siedlung. Über die Mittlkarte, die eine Straß darstellen soll, kommen zwei Landschaftskarten, die übrigen vier Landschaftskarten werden diagonal über die Siedlung gelegt, so daß zwischen den Landschaftskarten noch Platz für weitere Karten ist, die über oder unter die Siedlungskarten gelegt werden können. Neben den Siedlungen bleibt Platz für Straßenkarten.

Auf den Landschaften ist in der Mitte ein Würfel abgebildet, der anzeigt, wieviel Augen man braucht, um den Rohstoff zu bekommen. An den Längen der Karte sind einmal 0, einmal ein, einmal zwei und einmal drei Rohstoffe abgebildet. Zum Start bekommt man von jedem der sechs Rohstoffe einen als Starkapital. Wird dann die entsprechende Augenzahl gewürfelt, wird die Karte weitergedreht, daß die Anzahl der Rohstoffe angezeigt wird. Doch man kann auf jeder Landschaftskarte den Rohstoff nur drei Mal bekommen, muß ihn also rechtzeitig einsetzen, damit einem ein Rohstoff nicht verloren geht. Als Rohstoffe gibt es: Erz, Korn, Wolle, Holz, Lehm und Gold, was aber nur zum Tauschen dient, man kann jeden Rohstoff bei Bedarf 3:1 tauschen. Hat man eine Flotte gebaut, dann wird der Tausch natürlich auf 2:1 zum Vorteil des Spielers geändert.

Zwischen die Fürstentümer der beiden Mitspieler kommen 10 weitere Kartenstapel, die aus Ereigniskarten, Straßen, Städte, Siedlungen, Landschaften und fünf Stapeln Ausbaukarten bestehen.

Der Spieler der anfängt, wir würfeln das immer aus, wer die höchste Zahl hat, darf sich von den Ausbaukarten einen Stapel wählen und sich davon drei Karten aussuchen. Hat der erste Spieler seinen Stapel gewählt, wählt auch schon der zweite Spieler seinen Stapel und sucht seine drei Handkarten aus.

Die Ausbaukarten sind in drei Farben unterteilt und bringen dem Ausspieler so manchen Nutzen, dem Gegner aber auch Schaden. Unterteilt sind die Karten in verschiedene Farben.

Die gelben Karten kosten keine Rohstoffe. Darunter ist z.B. ein Feuerteufel zu finden, der von dem Gegner ein Gebäude vernichtet, oder ein Spion, mit der Karte darf man dem Gegner eine Handkarte stehlen. Unter den gelben Karten sind jedoch auch Schutzkarten gegen diese Angriffe.

Die grünen Karten, die Gebietsausbauten, können gegen die links oben in der Ecke angezeigten Rohstoffe eingesetzt werden. Da gibt es z.B. Getreidemühlen, Sägewerke oder Eisengießereien, die man neben die entsprechenden Landschaften legt, so daß man von dem Rohstoff dann die doppelte Menge bekommt. Doch auch Handelsflotten, die einem den Tausch von 2:1 des entsprechendes Rohstoffes ermöglichen, oder aber befestigte Lager, die vor dem Räuber schützen. Auch Ritter kommen hier zur Geltung.

Die roten Karten, die Stadtausbauten, schützen vor einigen Ereignissen, wie z.B. die Seuche, oder dem Bürgerkrieg. Aber eine Münzgießerei, die dann den Goldtausch zu 1:1 ermöglicht, ist unter den roten Karten. Diese Karten bringen überwiegend auch einen Siegpunkt mit sich, oder helfen, die größte Handelsmacht (die Mühle) zu bekommen oder zu halten, die dann ebenfalls einen Siegpunkt bringt.

Ist man mit seinen drei Handkarten nicht zufrieden, kann man, wenn man keine Handkarte gespielt hat, eine beiliebige Karte unter einen Stapel legen und sich von oben eine neue Handkarte nehmen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, gegen zwei Rohstoffe sich aus einem der Stapel eine Karte auszusuchen.

Der Ritter: unter den grünen Karten gibt es Ritter, wer da die größte Rittermacht hat, dazu werden die schwarzen Zahlen aller Ritter auf der Karte addiert, der bekommt dann den Ritterstein und hat somit einen Siegpunkt mehr.

Die Mühle: wie schon erwähnt, auf den Aktionskarten sind Karten dabei, auf denen Mühlen abgebildet sind, wer davon die meisten hat, bekommt die Mühle und somit einen weiteren Siegpunkt.

Anders als bei dem Brettspiel, wo man die längste Straße oder größte Rittermacht noch behält, wenn ein Mitspieler die gleiche Anzahl an Ritter oder Straße hat, wandert der Stein an die Seite, wenn beide Mitspieler die gleiche Anzahl Ritterfäußte oder Mühlen haben. Der Stein ist nur gewonnen, wenn jemand die Mehrzahl der Ritter oder Mühlen hat.

Der Ertragswürfel: Auf dem Ertragswürfel sind wie gewohnt die Augen abgebildet, mit ihm wird erwürfelt, welchen Rohstoff man bekommt. Da jeder Spieler sechs Landschaftskarten hat, auf die jeweils eine Augenanzahl des Würfels abgebildet ist, bekommt jeder Spieler nach jedem Wurf einen Rohstoff. Jedoch kann keine Landschaft mehr als drei Rohstoffe aufnehmen, also immer schnell einsetzten, notfalls 3:1 tauschen, damit Platz für neue Rohstoffe ist.

Der Ereigniswürfel: Auf ihm sind fünf verschiedene Symbole abgebildet.

Das Fragezeichen, das für die Aufnahme einer Ereigniskarte steht, ist zwei Mal auf dem Würfel abgebildet.

Der Ritterkopf: Wird der rote Ritterkopf gewürfelt, dann müssen beide Spieler ihre roten Zahlen auf den Ritterkarten addieren. Der Spieler mit der höheren Zahl bekommt einen Rohstoff seiner Wahl, haben beide Spieler keinen Ritter oder die gleiche Punktzahl, bekommt niemand etwas.

Die Mühle: Hat ein Mitspieler die größte Handelsmacht, sprich den Mühlstein, so kann er dem Mitspieler einen Rohstoff seiner Wahl abnehmen.

Die Keule: Das bedeutet einen Räuberüberfall, alle Mitspieler müssen ihre Rohstoffe zählen, wer mehr als 7 Rohstoffe hat, muß alle Erz und Wolle Erträge abgeben. Als Schutz kann man aber, sofern man die Aktionskarte hat, ein festes Lager bauen, dann zählen die Rohstoffe nicht mit. Das Lager also am besten an die Landschaft bauen, die die meisten Rohstofferträge erziehlt.

Die Sonne: Die Sonne ist eigentlich das beste Symbol auf dem Ereigniswürfel, denn die bedeutet, daß sich beide Mitspieler einen Rohstoff ihrer Wahl nehmen können.

Nun aber endlich zum Spiel. Es wird mit beiden Würfeln gewürfelt, die Landschaften werden entsprechend des gewürfelten Auges mit einem Rohstoff bestückt, dazu dreht man die Karte um einen Rohstoff weiter, und das Ereignis wird ausgespielt. Der Spieler, der gewürfelt hat, hat nun die Möglichkeit, zu bauen. Wie bei dem Brettspiel muß erst eine Straße gebaut werden, dann erst kann man die nächste Siedlung bauen und bekommt dann auch noch zwei weitere Landschaften dazu, so daß es nun sein kann, daß man bei jedem Wurf zwei Rohstoffe bekommt.

Siedlungen können ebenfalls in Städte umgewandelt werden, doch die Siedlung bleibt unter der Stadt liegen. Insgesamt können noch fünf Siedlungen mit 10 weiteren Landschaften gebaut werden. Aus den Siedlungen können insgesamt 7 Städte gebaut werden, man muß also schnell sein, damit der Mitspieler einem nicht alle Siedlungen und Städte vor der Nase wegschnappt.

Die Städte haben eigentlich nur den Vorteil, daß sie zwei Siegpunkte zählen und man vier Ausbaukarten an sie anbauen kann. Doch mit dem Bau einer Stadt sollte man warten, bis man die Ausbaukarte Wasserversorgung oder Badehaus gespielt hat, denn beide Karten schützen vor der Seuche, ansonsten verliert man auf seinen vier Landschaften, die an die Stadt grenzen, jeweils einen Rohstoff. Die Seuchekarte kann unter den Ereigniskarten liegen.

Gewonnen hat der Mitspieler, der als erstes 12 Siegpunkte erreicht hat. Die Siegpunkte bekommt man auf den Siedlungen, den Städten, durch die Ritter- und Handelsmacht und durch einige Ausbaukarten. Erkennen kann man sie an den orangenen Farnen, die auf den Karten abgebildet sind. Ich muß gestehen, daß ich gestern so sehr mit dem Spiel beschäftigt war, außerdem dachte, daß ich die Punkt nie erreichen würde, daß ich meinen Sieg um zwei Runden verpennt habe. Es geht also doch, und das schneller, als man denkt.

Wir haben also gestern nach dem wir die lange Spielanleitung gelesen hatte, endlich unser Weihnachtsgeschenk ausprobiert. Und ich muß sagen, es ist schon eine arge Umstellung vom Brettspiel zum Kartenspiel. Da die Rostoffkarten ja nicht gesammelt beisammen liegen, kann man sehr schnell den Überblick verlieren, doch daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Die Ausbaukarten und die Ereigniskarten find ich sehr Abwechslungsreich, durch sie macht das Spiel gleich noch mehr Spaß. Auf jeden Fall ist es sehr gut, daß das Kartenspiel anders ist, als das Brettspiel, so hat man auf jeden Fall zwei verschiedene Spiele, die beide sehr viel Spaß machen.

Für die erste Runde haben wir gut eine Stunde gebraucht, wir mußte ja auch immer wieder in die Anleitung sehen, das hält natürlich auf. Doch wenn man sich erst einmal reingefuchst hat, denn ist das Spiel, das sehr kompliziert klingt, doch recht einfach. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht und wir werden in den nächsten Wochen sicher noch öfter siedeln.

Auch zu dem Kartenspiel gibt es noch reichlich Ergänzungsspiele, wie z.B. Politik & Intrige, Zauberer & Drachen, Wissenschaft & Fortschritt, Ritter & Händler und Handel & Wandel. Wir müssen uns jedoch erst einmal intensiv mit dem Kartenspiel beschäftigen, dann kann es mit den Erweiterungen los gehen. Die kann ich mir dann zu meinem Geburtstag wünschen, so lange ist es bis dahin ja nicht mehr.

Fazit: Uns hat das Kartenspiel sehr viel Spaß gemacht. Jedem, der gerne Siedler spielt, kann ich dieses Spiel empfehlen, auch wenn man zu Beginn sehr viel umdenken muß. Die Bilder auf den Karten sind sehr schön dargestellt, so daß ich mir erst einmal neugierig alle Karten ansehen mußte, da es sehr viele verschiedene gibt. Die Anleitung ist trotz ihres Umfangs sehr veständlich geschrieben und dargestllt worden. In jeden Spielzug werden beide Mitspieler einbezogen, so kommt keine Langeweile auf. Wir werden das Spiel sicher sehr oft spielen, besonders da es ja ein Spiel für zwei Personen ist. Und wenn wir mal wieder Besuch von Freunden zu einem Spielabend haben, dann muß halt das altbekannte Brettspiel wieder auf den Tisch, denn mit mehr als zwei Personen kann man das Kartenspiel nicht spielen

13 Bewertungen, 2 Kommentare

  • AfuRa

    15.03.2002, 16:31 Uhr von AfuRa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht

  • hpmaier

    15.03.2002, 14:46 Uhr von hpmaier
    Bewertung: sehr hilfreich

    Immernoch eines der besten Spiele überhaupt, gruesse hpmaier