Diebels Dimix Testbericht

Diebels-dimix
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  gut
  • Wirkungsgrad:  hoch

Erfahrungsbericht von Eat_This

Geschüttelt, nicht gerührt!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Kennt Ihr das nicht auch? Man hat sich gerade in die optimale Ruhestellung auf dem Sofa gebracht, keine Programmänderung, soll heißen, man kann genau das ansehen, was man sich anzusehen vorgenommen hat und dann kommen schon wieder diese lästigen Darbietungen von Produkten, die eh\' keiner braucht aber doch jeder kaufen soll.

Gerade hat man sich dazu aufgerafft, den Sender zu wechseln, da wird man auf diesen Spot aufmerksam: Eine Brauerei wirbt für ein Altbier-Cola-Gemisch, das man eeendlich nicht mehr im Mund mischen muss. (Btw, Jungs, wie trinkt ihr dann eigentlich Radler? Oder Neger? Oder einen Russen?) Klar, wer benutzt schon Gläser. Ständig diese dämliche Abwascherei. Und deswegen gibt es dieses Gemisch, Dimix übrigens aus dem Hause Diebels (die auch zwischen der Bullyparade mit ihrem \"Glück! Glück! Glück!...\" werben), auch aus der umweltfreundlichen Aludose.

Nun, Diebels ist nicht das schlechteste Bier (zwar auch nicht das allerbeste, aber ich will hier keine \"Was ist das beste Bier\"-Diskussion vom Stapel lassen), also habe ich mir heute in der Mittagspause beim Discounter meiner Wahl (Norma, übrigens) mal so eine Büchse mitgenommen. Und wollte sie jetzt zum wohlverdienten Feierabend genießen.

Ihr ahnt sicher schon, was jetzt kommt: Es schmeckt nicht! Nach dem fachgerechten Öffnen des Verschlusses die Dose (vorher im Kühlschrank auf Trinktemperatur gebracht, man will ja auch was davon haben) angesetzt und ... Und dann kommt für einen Augenblick die Süße der Cola an meine Geschmacksknospen, nur um gleich darauf von der Bitterkeit des Altbieres überrannt zu werden.
Neinnein, das kann nicht sein, ich habe mich bestimmt nur verschmeckt. Also gleich noch ein Schluck. Wäh, das wird ja immer schlimmer. Aber nicht aufgeben, man glaubt ja schließlich an das Gute im Bier. Und so haben meine gebeutelten Geschmacksknospen die ganze 0,5 l Dose über sich ergehen lassen müssen. Und was soll ich sagen? Es schmeckt immer noch nicht. Im Gegenteil.

Desillusioniert fing ich an, die Gründe dafür zu suchen. Erstmal die eigentlich sehr schlichte, aber doch ansprechende Dose untersucht. Auf der in rot gehaltenen Dose prangt das \"Diebels Dimix\"-Logo in silber und dunkelgrün, darunter noch die Adresse der Netpräsenz von Diebels (www.diebels.de), und dann, ebenfalls in silber und dunkelgrün, die Aufzählung der Ingredienzen von Dimix.

Erstmal wird dem aufmerksamen Leser hier mitgeteilt, das Dimix ein Bier-Cola-Mischgetränk ist, welches zu 60% aus dem vorher schon erwähnten Altbier und zu 40% aus koffeinhaltiger Limonade besteht und der Mischmasch 2,9% Alkohl enthält. Sehr interessant. Wenn ich mal an den Hebelchen der Mischmaschine stehe (Oder mixen die das tätsächlich nur in Frauenmündern? Wäre mal was neues), würde ich es mal mit 50 zu 50 versuchen. Oder frei nach Rainer Calmund 60 zu 60 *g*. Dann nochmal eine kurze Auflistung der Zutaten, ich zitiere: \"Altbier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure); koffeinhaltige Cola-Limonade (Wasser, Zucker, Kohlensäure, Farbstoff E150c, Säuerungsmittel E338, Vitamin C, natürliches Aroma, Kartoffeln.. Kartoffeln? Nee, habe mich nur verlesen, heißt natürlich Koffein)\" Hmm, bis auf die komischen E-Dinger eigentlich alles normales Zeug.

Nachdem ich es aber ganz genau wissen will, habe ich mal im Internet nachgeschaut und folgendes ausgegraben: \"Farbstoff E150c: Ammoniak-Zuckerkulör, künstlicher, brauner Farbstoff auf pflanzlicher Basis, wird mit Hilfe von Ammoniak aus Zuckerverbindungen hergestellt, Bei der Herstellung von Zuckerkulör werden diese Bräunungsreaktionen unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt. Es entsteht ein Spektrum bräunlich bis schwarzer Farbstoffe, die bitter schmecken und nach verbranntem Zucker riechen.\" Mmh, hört sich ja nicht so prickelnd an, gilt aber laut Quelle (www.zusatzstoffe-online.de, sehr interessant, übrigens) als ungefährlich. Daher auch der schale, bittere Nachgeschmack. Mal schauen, was E-Ding Numero zwo so in sich birgt: \" Säuerungs- und Antioxidationsmittel E338, Phosphorsäure (Hey, im Chemie-Unterricht haben wir mit dem Zeugs auch mal rumgespielt ;-), wird als Zusatzstoff vor allem als Säuerungsmittel und Stabilisator eingesetzt; während die verschiedenen Phosphate - oft in geeigneten Kombinationen - vielfältige technologische Aufgaben erfüllen.\" Wird wohl irgendwas mit der Mixtur aus Cola und Bier zu tun haben. Ist aber nicht ganz so unbedenklich wie E150c, steht es doch im Verdacht, eine Rolle bei der Hyperaktivität von Kindern zu spielen (Vermerk an das zukünftige Familienlogbuch: Kein Dimix für die Kinder!).

Also führen wir den bitteren Geschmack auf das Altbier und eine Überdosis E150c zurück. Schauen wir mal auf der Homepage von Diebels, was der Hersteller selbst dazu sagt. Dimix liege voll im Trend mit der bequemen Mischung aus weniger Alkohol und mehr Erfrischung. Dann reibt er uns noch die verschiedenen Darbietungsformen des Diebels-Cola-Mix unter die Nase, welche da die von mir schon erwähnte 0,5 l Dose und die 0,33 l Langhalsflasche wären. Die Longneck-Flasche (wie der Mann von Welt sagt) kann man übrigens im Sixpack oder im speziell für dieses Gesöff entwickelten silbernen (!) Kasten erwerben. Hätten die doch ein bisschen weniger Silber in den Kasten gekippt und dafür eine ordentliche Cola ins Bier geschüttet. Naja.

Was lernen wir daraus? Nicht gleich nach jeder interessanten Werbung ins Geschäft laufen? Nein, das wäre langweilig, dann gäbe es wahrscheinlich nur noch Wasser und Brot. Also, mein Geschmack ist Dimix sicher nicht, es schmeckt auch kalt etwas schal und kann sich nicht so richtig entscheiden, ob es jetzt bitter oder süß schmecken soll. Macht nix, wird seine Käufer schon finden. Außerdem, irgendjemand (also wir) muss ja die Konjunktur wieder ein bisschen ankurbeln. Lieber vorher mal selber experimentieren: Mund auf, Lieblingscola und Lieblingsbier im gewünschten Mischungsverhältnis einfüllen, von einem Bekannten, Freund oder zufällig Dahergelaufenen den Kopf mal ordentlich durchschütteln lassen und warten, bis einem der Schaum aus den Nasenlöchern quillt. In diesem Sinne: Prost!

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