Dopamin - Böhse Onkelz Testbericht

Dopamin-boehse-onkelz
ab 4,28
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von helden_gesucht

Stand der Dinge

5
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Pro:

super Tracks, der Sound, die Texte, Onkelz wie sie sein sollten

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vorwort
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Obwohl ich das aktuellste Album der Onkelz schon gut 2 Jahre im CD-Regal stehen hab, höre ich eigentlich nur die alten Sachen. Warum eigentlich? Um die CD nicht vollends einstauben zu lassen, hab ich sie heute morgen einfach mal in den CD-Player geworfen und in einem Zug angehört.

Die Band
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Um die gesamte Geschichte der Onkelz aufzuführen dazu müsste hier wohl eine eigene Rubrik eingerichtet werden. Kaum eine andere Band hat so viele Höhen und Tiefen durchlebt wie die Deutschrocker. Deshalb nur einpaar kurze Facts.
In ihren Anfangsjahren kamen die Onkelz vor allem in der rechtsextremen Szene zu Ruhm. Aus diesen Jahren stammen Lieder wie „Judenstaat“ oder „Skinhead“, welche eine eindeutige Sprache sprechen. So wurde ihr erstes Studioalbum „Der Nette Mann“ (1984) verboten und es hagelte Auftrittsverbote, wegen gewaltverherrlichenden Texten und der Idealisierung des Nationalsozialismus. Jedoch meine Meinung ist die, es ist Auslegungssache. Man kann, wenn man will, in jeden Text das reininterpretieren, was man gern lesen würde und was man durch Vorurteile bereits über eine Band zu wissen meint. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass manche Menschen schon beim bloßen Namen „Böhse Onkelz“ an Rechtsextremismus denken und einen schon verurteilen. Dabei kann sich ein Außenstehender kaum ein Urteil über die Band machen. Die Texte klingen recht hart. Das gebe ich zu, jedoch das liegt am sozialen Umfeld aus denen sie stammen. Kevins Familie zerbrach an der Alkoholsucht und Stephan arbeitete in einer Kneipe, die an den Puff seines Vaters gekoppelt war. Außerdem hatte er mit 17 schon Schulverbot für alle Schulen in Hessen. Und schon bald hatten sie ihren schlechten Ruf weg. Als sie ´85 „Böse Menschen – Böse Lieder“ auf den Markt, bekommen sie für dieses Kracheralbum und das nächste keinen einzigen Pfennig. Kevin driftet langsam aber sicher in die Drogensucht ab. Dieser Fakt wird von der Presse immer wieder ausgeschlachtet, jedoch stopfen die Fans der Presse den Mund mit einem fünften Platz in den Albumcharts. Ab nun sollte es bergaufwärts gehen. Einladungen zu diversen „Gegen Rechts“ – Konzerten kamen und auch der kommerzielle Erfolg mit dem Album „E.I.N.S.“...
Soviel zur Band

Kevin Russell (Leadgitarre/Vocals)
Matthias Röhr (Gitarre)
Stefan Weidner (Bass/Vocals/Keyboards)
Peter Schorowsky (Schlagzeug)

Das Album
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++ entwicklungs-geschichtlicher Abriss ++
> Dopamin (Abkürz.: DA) ist ein wichtiger Neurotransmitter (auch 4-(2-Aminoäthyl)brenzkatechin oder 3-Hydroxytyramin). Es ist ein biogenes Amin aus der Gruppe der Katecolamine.
> Funktionen
Das Dopamin steuert die extrapyramidale Motorik, es ist daher im Zusammenhang mit der Parkinsonschen Erkrankung zu sehen. Ferner wird ihm eine wichtige Rolle bei Suchterkrankungen zugeschrieben. Dopamine stehen in Zusammenhang mit Psychosen. Das Dopamin regelt die Durchblutung der Bauchorgane und dient als Botenstoff.
>Drogenmissbrauch
Beim Gebrauch von Drogen kommt es zur Ausschüttung von Endorphinen, Dopamin, Serotonin und Gamma-Aminbuttersäure. Dadurch werden zunächst euphorische Zustände ausgelöst; das dopaminerge System wirkt als Bote für die Auslösung der Entzugssyndrome.
>Anwendung
Die therapeutische Anwendung von Dopaminen erfolgt bei Schocks, besonders niedrigem Blutdruck, Nierenversagen. Unerwünschte Wirkungen sind Erbrechen und Herzrhythmusstörungen. Die übermäßige Ausschüttung von Dopamin und dessen Agonisten kann zur Schizophrenie führen.
Im Dritten Reich wurden im Rahmen der „Forschung“ Dopamine zur Steigerung der Kampffreude eingesetzt. Die Folgen waren noch unbekannt, aber verheerend.

Nun zum Album. Wenn man den ersten Blick auf das Pappcover richtet, glaubt man zu schielen. 6 Bandmitglieder sind zu sehen, aber waren es nicht mal nur 4? Vielleicht sind das schon die ersten Auswirkungen des Dopamins. Ansonsten ist das Coverartwork eher schlicht und unauffällig gestaltet und somit geht’s auch schon auf die Rückseite zur Tracklist.

Tracklist
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#1 Die Firma
#2 Narben
#3 Macht ist für den, der sie nicht will
#4 Mutier mit mir
#5 Keine Amnesie für MTV
#6 Wie kann das sein
#7 Nr.1
#8 Stand der Dinge
#9 Ich weiß, wo du wohnst
#10 Keine Zeit
#11 Jetzt oder nie
#12 Nur wenn ich besoffen bin

...und die Tracks im Einzelnen
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> Die Firma < - Der Opener der Platte ist gleich wieder eines dieser Onkelz-tpyischen Bretter. Laut, schnell und ungemein direkt auf die Fresse. Chord – „Hey“. Das bringt Partyfeeling. „Komm mit uns“ so die Parole. Wiedermal ein Song über die Onkelz, allerdings ist dieser Song eine eindeutige Weiterentwicklung. Zwar bleiben sich die 4 treu, doch von musikalischer Seite hat sich in über 20 Jahren jede Menge getan.
Super Opener.
(5/5) -> (4:19)

> Narben < - Auch der zweite Track hat es ähnlich in sich. Zunächst Stille, doch dann anschwellendes Rauschen und das Riff von Gonzo bricht los. Dazu Schlagzeug und der blubbernde Bass von Schönling Stephan. So heftig wie der Beginn ist, so kontrastreich ruhig ist die Strophe. Der Refrain dann wieder voll im Stile von laut, hart an der Grenze des erträglichen und einfach nur schön. Aus Erfahrung lernt man und wenn das jemand wissen muss, dann sind das die Onkelz.
(5/5) -> (4:20)

> Macht ist für den, der sie nicht will < - Ein nettes Basssaitenintro eröffnet den Track relativ smooth, doch dann bricht wieder ein wahrer Orkan an Chords und Beats los. Kevin brettert gleich wieder los. Dies ist wieder ein politkritischer Song wie man ihn von den Onkelz kennt.
(5/5) -> (4:34)

> Mutier mit mir < - Diesmal eröffnet Pe am Schlagzeug und dann kommen erst die anderen dazu. Nachdem der heftige Anfangsteil überstanden ist, wird es fast ruhig, doch dann geht es in den Chorus und nun geht es wieder mit vollem Einsatz zur Sache. Der Refrain geht einfach ins Ohr und charakterisiert den Song als „Gute-Laune-Stück“. Nehmt die Onkelz an die Hand, werft eure Vorurteile über Bord – jeder hat eine neue Chance verdient.
(5/5) – (4:09)

> Keine Amnesie für MTV < - Vielleicht weiß der ein oder andere, dass vor etwas längerer zeit mal wieder ein Master über die Onkelz lief – auf MTV. Und dort wurden die Frankfurter recht nieder gemacht. Nachdem ein öffentlicher Brief, den man auch nachlesen kann, herausgegeben wurde, entstand dieses Lied. Es beschreibt den dummen und propagandistischen Einsatz der Massenmedien wie Fernsehen (insbesondere MTV) um Leute zu manipulieren und um falsche Bilder zu erstellen. Schon nach den ersten Chords ist klar, dass das kein Gute-Nacht-Lied wird. Kevin presst wieder förmlich die Vocals ins Mikro und im Chorus geht’s noch runder! Die Onkelz haben das Kriegsbeil ausgegraben.
(5/5) -> (3:06)

> Wie kann das sein < - Nachdem man anfangs nichteinzuordenbare Klänge hört, geht es dann sofort wieder zur Sache mit einem harten Riff aus Gonzos Gitarrenkiste. Die Strophe verkauft sich eher wieder ruhig und nachdenklich. Kevin listet Dinge auf, die doch in einer normalen Gesellschaft nicht so ein können (Kinder auf dem Strich, Pedophile, usw.). Hart und anklagend ist dann der Refrain „Wie kann das sein? Wie kann das gehen?“ Menschen können gut und schnell verdrängen und das kann einfach nicht sein.
(5/5) -> (3:16)

> Nr.1 < - Wieder ein stupides Riffchen a la Gonzo und auch das ist wieder ein schneller und lauter Track. Schnell wird klar, dass die Nummer 1 hier auf den größten feind bezogen ist „Nummer Eins, du bist meine Nummer Eins, auf meiner Hassliste ganz oben“ Es überrascht echt nicht, dass die Onkelz kein Blatt vor den Mund nehmen und einfach sagen, was sie denken. Wie sie schon meinten, auch ohne Akzeptanz können sie existieren, denn sie gedeihen auch im „Dreck“. Doch ein echter Fan bleibt treu. Und bei den Feinden, die sich die 4 geschaffen haben, ist es schon schwer die Nummer 1 zu finden.
(5/5) -> (3:54)

> Stand der Dinge < - Wenigstens dieser Song beginnt mal wieder ruhig und fast schon friedlich. Dieser Song stellt einen fast schon depressiv wirkenden Rückblick ins Bandleben der Frankfurter dar. Schön melankolisch und depressiv. Auch wenn der Track eine andere Seite der Onkelz darstellt, so passt er sich dennoch ohne Schweißnaht in die Tracklist ein.
(5/5) -> (5:13)

> Ich weiß, wo du wohnst < - Dieser Song ist wieder etwas schneller und härter. Paranoide Fans oder Verehrer sind schon ein Problem und hier singt Kevin aus der Sicht eines solchen Besessenen. Lustiger und flotter Track, doch wohl nichts herausragendes.
(4/5) -> (2:32)

> Keine Zeit < - Und gleich geht es fett weiter. Tiefbrummender Bass, dazu ein nettes Riffchen und dein immer wieder verebbender Beat. „Warum so traurig schönes Kind,...“ Dieser Track ist doch einfach wiedermal ein genialer Track. Nachdenkliche und gutdurchdachte Lyrics gepaart mit einer 1A-Musikführung.
(5/5) -> (3:15)

> Jetzt oder nie < - Dieser Track beginnt auch wieder mit Gitarrenchords, welche wie anspringende Motoren klingen. Dann plötzlich die musikalische Wendung. Ruhe und nur Bassbegleitung und sanfte Klänge vom Schlagzeug. Fast flehend philosophiert diesmal Kevin den Text vor sich hin. „Ich wünschte mir, ich könnte fliehn...“ Auf einem verlorenen Posten sollte man nicht sinnlos weiterkämpfen. Rückzug oder Ortswechsel ist ja auch eine Option. Dieser Song ist schon fast im Nu-Metal-Design gehalten, klingt aber trotzdem einfach genial.
(5/5) -> (4:02)

> Nur wenn ich besoffen bin < - Zum Abschluss musst natürlich noch ein Song drauf, der etwas mit Saufen zu tun hat. Aber es ist ein doch eher melankolischer Track geworden. Manche Beziehungen gehen einfach nie ohne Spuren an einem vorbei. Es bleiben Emotionen und Gefühle. Und im Suff kommen diese Gefühle manchmal wieder hoch. „Noch n Bier und ich fang an dich zu vermissen.“ Wie recht sie doch haben. Am schönsten die Stelle: „Immer wenn ich einmal traurig bin, trink ich einen Korn, wenn ich dann noch traurig bin, dann fang ich an von vorn.“ (wenn auch geklaut von Heinz Ebert alias Willi)
Super Abschluss dieser grandiosen CD.
(5/5) -> (3:52)

Fazit
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„Dopamin“ bildet den vorläufigen Höhepunkt in 20 Jahren Onkelz. Die Jungs von damals sind Männer geworden und vor allem – gute Musiker. Gonzo ist zwar nicht so übermäßig verspielt auf diesem Album, dennoch gib es viele schöne Soli. Kevin gibt alles und die Texte sind einfach erste Sahne. Ich versteh die Leute nicht, die sagen, dass die „Böhsen Onkelz“ nicht mehr bös sind. Muss man bös sein und gute Musik zu machen? Nein.
Obwohl ich das Album leider lange Zeit nicht mehr gehört hatte, bin ich fasziniert. Es hat einfach den typischen Onkelz-Stil. Ich kann es einfach nur empfehlen.

17 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Jerry525

    23.12.2008, 17:52 Uhr von Jerry525
    Bewertung: sehr hilfreich

    Frohes und entspanntes Fest, lg vom JERRY

  • frankensteins

    18.12.2008, 14:49 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    ganz liebe Grüße Werner

  • Baby1

    21.10.2008, 08:17 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.