Dr. Oetker Schokino Kuchen Testbericht




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- Geschmack:
- Geruch:
- Zubereitung:
Erfahrungsbericht von KleenerApfel
Ganz großes (Scho)Kino
Pro:
geht schnell, relativ unkompliziert, schmeckt lecker, günstig
Kontra:
Kalorienbombe
Empfehlung:
Ja
Freunde des knappen Überblicks und der schnellen Zusammenfassung können nun getrost zum Ende des Berichtes scrollen, wenn sie an einer genauen Schilderung nicht interessiert sind.
Ich musste mich zunächst zwischen Schoko-, Marmor- und Zitronenkuchen für je 2,29 Euro entscheiden. Hmmm, Zitronenkuchen liebe ich, aber beim Blick auf die Kalorien flog die Packung wieder ins Regal. Marmorkuchen hatte die wenigsten Kalorien, aber dafür keine Glasur. Auch blöd. Kalorienmäßig wurde damit der goldene Mittelweg genommen und der Schokokuchen kam mit.
Zu Hause angekommen kam der 1. Schock. Ich musste beim Einkaufen gepennt haben, denn dieser langweilige Marmorkuchen hatte sich in meinen Einkaufskorb geschlichen und der Schokokuchen musste in diesem Moment wohl traurig im Regal stehen. Wahrscheinlich hat auch irgendeine Blinse den Marmorkuchen falsch hingestellt. Mit viel Charme(oder eher Dreistigkeit) konnte ich die Backmischung noch umtauschen. Auf dem Weg nach Hause beschlich mich das Gefühl, dass irgendetwas immer noch nicht in Ordnung war. Irgendetwas stimmte mich nachdenklich, bis Überraschung Nr. 2 auftrat: ich besitze ja gar keinen Mixer! Denkbar schlecht, da man den Teil 3 Minuten rühren sollte. Mal davon abgesehen, dass es Samstag kurz vor 22 Uhr war, hatte ich auch keinerlei Bedürfnis, mir extra wegen dem Kuchen einen zu kaufen, selbst wenn noch einen Laden gegeben hätte, der auf hatte.
Schlimmer kann es nun nicht mehr kommen, dachte ich und legte mich mit bestem Gewissen ins Bett, um in den katastrophalen Sonntag hinein zu schlafen. Voller Elan und Tatendrang konnte es also losgehen. Die Butter war Dank der Sonne weich und geschmeidig wie Durchfall, roch aber zu meinem Vorteil um einiges besser und schmeckte hoffentlich auch so. Schnell noch abgewaschen, Kaffee getrunken und eine durchgeknastert und schon war Katastrophe Nr. 3 im Anmarsch: Das Fenster war offen, der Kaffeebecher schwer zu erreichen und meine Verpackung stand neben der Spüle mit dem Abwasch. Na, wer errät, was gleich passiert? Richtig. Beim Versuch, den Kaffeebecher zu erreichen, knallt die gesamte Packung ins Spülwasser. Geistesgegenwärtig, aber schon völlig entnervt, fischte ich die vollgesogene Packung heraus und überschwemmte damit gleichzeitig den Herd. Die Backmischung und die Tüte Schokoflocken waren voller Wasser. Mit Handtuch und Föhn wurde der Mist erst einmal trocken gerubbelt. Und schon sind wir auch beim Inhalt:
Die Packung enthält eine Backmischung (350g), Schokoflocken (55g) und eine kakaohaltige Fettglasur (75g), wobei letztere wenigstens wassertauglich verschweißt war. Damit konnte ich mir den Einkauf von Mehl, Backpulver, Vanillezucker oder was da sonst alles rein kommt, sparen. Benötigt werden nur noch 3 Eier Größe M (wobei die für mich eh alle gleich aussehen), 150g weiche Margarine oder Butter und 60ml (5 EL) Milch. Milch und Margarine waren bei mir natürlich fettreduziert, man will es ja nicht gleich übertreiben. Schließlich verspricht die Packung 214 kcal für ein Stückchen von 50g.
Folgende Zutaten enthalten Backmischung, Glasur und Schokoflocken (bzw. die ganzen mitgelieferten Ingredienzien). Das mag für Allergiker etc. vielleicht ganz interessant und nützlich sein (man möchte den Kuchen schließlich überleben), ich persönlich kann damit wenig anfangen.
Zutaten
Weizenmehl, Zucker, 15% kakaohaltige Fettglasur (pflanzliches Fett gehärtet, Zucker, fettarmer Kakao, Emulgator Sojalecithine, Aroma), 11% Schokoladeflocken (Zucker, Kakaomasse, fettarmer Kakao, Emulgator Sojalecithine, Aroma Vanillin), Weizenstärke, Backpulver (Backtriebmittel Dinatriumdiphosphat und Natriumhydrogencarbonat), Reisstärke, Emulgator (E 475, E 471, E 433), Aroma, Kochsalz
Das klingt ja mächtig "gesund" (extra hervorgehoben, für Leute, die des Sarkasmus und der Ironie nicht mächtig sind). Die Backzutaten werden jedenfalls alle in eine Schüssel gegeben und bestenfalls mit einem Mixer kurz auf der niedrigsten, dann 3 Minuten auf der höchsten Stufe vermengt, bis es einen unklumpigen ebenen Teig ergibt. Auch ich hab es irgendwann mit viel Kraftanstrengung geschafft. In der Zwischenzeit kann der Herd schon vorgeheizt werden (Ober-/Unterhitze: ca. 180°C, Heißluft: ca. 160°). Nun werden die mitgelieferten Schokoflocken unter den Teig gehoben, der ganze Kram in eine gefettete und gemehlte (wer macht das schon?) Form gegeben und in den Ofen geschoben. Genügend Zeit, um den verbliebenen Teig in der Schüssel auszulecken. Da ich eine Silikonform besitze, brauchte ich weder einfetten, noch mehlen (hat mir zumindest immer die Mutti gesagt).
Irgendwie verdammt wenig Teig in meiner Form. Nicht einmal die Hälfte war gefüllt, wahrscheinlich geht der noch beim Backen auf. Spanisch kam mir dabei die Backzeit von 60 Minuten vor. In der Zwischenzeit hatte ich genug genug Zeit um mir über die bisherigen Katastrophen und das eigene Unvermögen Gedanken zu machen. Nach 15 Minuten roch es seltsam in der Küche und mein Kuchen war nun auf der linken Seite verdächtig gebräunt und die rechte Seite blass wie ein Würmchen. Ist mein Ofen jetzt auch schon hinüber? Man ist ja schließlich Frau und trickst Teig und Ofen aus, in dem man die Form einfach dreht. Nach weiteren 5 Minuten hat sich auf der blassen Seite eine mächtige Beule, vergleichbar mit einem riesigen Aknepickel, der gleich aufplatzt (Noch Hunger?) gebildet. Mein Kuchen wurde immer mehr zu einem Monster. Logisch wenn man Anweisungen auf der Verpackung missachtet, die besagen, dass man den Kuchen nach etwa 15 Minuten etwa 1 cm tief einschneiden soll. Habe ich persönlich für einen unnötigen Arbeitsschritt gehalten und jetzt die Quittung dafür bekommen.
Nach 25 Minuten war mein Kuchen schon mächtig braun, aber es hieß ja: 60 Minuten. Ein banales Stäbchen zum Reinpieksen war in meinem Haushalt selbstverständlich nicht vorhanden und somit wurde der Kuchen mit einer Gabel massakriert. An der Gabel hat kein Teig mehr geklebt, womit er wohl schon fertig war. Aufgrund des wenigen Teigs erschienen mir 60 Minuten sowieso viel zu überzogen. Nach 35 Minuten habe ich ihn vom Solarium erlöst und war nun stolze Besitzerin eines Brandenburgers. Laut Anleitung sollte man den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen und dann aus der Form befreien, aber gestresst vom Hausfrauendasein bin ich erst einmal auf der Couch eingepennt. 1 1/2 Stunden später war der Kuchen kalt und bereit für Katastrophe Nr. 4, denn dieses Mistding wollte einfach nicht aus der verdammten Form! Als ich es endlich geschafft hatte, war er zerfetzt und halb zerbröselt und die restliche Hälfte des Kuchens klebte immer noch in der Form.
Alle Mühe umsonst, denn nun hatte ich ein (eigentlich zwei) Häufchen Elend vor mir, obwohl ich den Kuchen mit soviel Liebe und Zuneigung gebacken hatte. Um den deprimierenden und traurigen Anblick abzuschwächen, habe ich die Glasur im Wasserbad erwärmt und über den Kuchen gegeben, in der Hoffnung, dass dieser doch noch ansehnlich wird. Leider hat das nicht ganz geklappt, somit habe ich einfach nach getaner Arbeit das Licht in der Küche ausgemacht und die Kuchenhälfte in der Form gegessen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Ja und nach soviel Blut, Schweiß und Tränen hat es mir umso mehr geschmeckt.
Zusammenfassung für die ganz Eiligen
Sicherlich schmeckt ein komplett selbst gebackener Kuchen viel besser, aber wenn man solchen Luxus nicht gewohnt ist, ist das auch egal. Der Kuchen an sich, so kläglich er auch aussieht, schmeckt einfach hervorragend. Er ist weder trocken, noch krümelig, noch völlig zermatscht. Er ist locker und luftig, genau wie es die Verpackung verspricht. Auch ist er nicht so furchtbar süß und schmeckt künstlich, wie andere Kuchen (z.B. die aus dem Gefrierschrank). Einzig und allein die Fettglasur schmeckt ein wenig seltsam und passt geschmacklich nicht 100%ig zum Rest. Die Glasur schmeckt wie eine Mischung aus Halbbitter- und ranziger Schokolade.
Trotz meines Spülwasserunfalls (Ich schmeiße schließlich nicht 2,29 Euro in die Tonne, nur wegen Abwaschwasser.) schmeckt der Kuchen hervorragend. Vielleicht hat mein Spülmittel auch noch die besondere Note gezaubert, wer weiß? Irgendwie scheint es bei der Backmischung preisliche Unterschiede von bis zu 50 Cent zu geben. In anderen Berichten habe ich gelesen, dass für die Mischung viel weniger bezahlt wurde. Schweinerei.
Im Prinzip ist die Backmischung und Erklärung idiotensicher aufgebaut. Man sollte vielleicht nur manchmal auch die Dinge beachten, die drauf stehen. Alle Zutaten in eine Schüssel zu geben erfordert nicht mal einen IQ von 1,7. Viele Ehefrauen werden nun aufatmen, da ihr bezaubernder Gatte damit auch die Voraussetzung erfüllt, am Herd & Ofen zu stehen. Mit 214 kcal pro Stück (50g) haut der Kuchen allerdings ganz schön rein. Das ist auch logisch, wenn man sich die Zutaten ansieht. Keine Ahnung, wer die Backzeit errechnet hat, aber nach 60 Minuten wäre mein Kuchen Kohle gewesen und zu Staub zerfallen. Lediglich die Glasur hätte noch mehr sein können, da ich generell nicht in der Lage zu sein scheine, den gesamten Kuchen gleichmäßig damit einzustreichen.
Die Hobbybäckerin und Hausfrau mag bei meiner Zubereitung wahrscheinlich vor lauter Verzweiflung komplett die Hände über den Kopf zusammenschlagen.
Ich jedenfalls werde im Stillen für meinen Kuchen beten und ihn Tag für Tag von seinem Elend und Leiden erlösen. Wie aufopfernd von mir ...
57 Bewertungen, 18 Kommentare
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14.04.2010, 16:54 Uhr von Hot_Rider
Bewertung: sehr hilfreichIch melde mich für den nächsten Kuchen an ! LG
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09.04.2010, 14:45 Uhr von technofreak1988
Bewertung: sehr hilfreichs.h., würde mich über eine gegenlesung sehr freuen! lg andi
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14.08.2009, 13:19 Uhr von liebes35
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht, LG Steffi
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30.07.2009, 22:21 Uhr von ingoa09
Bewertung: sehr hilfreichSehr gut vorgestellt! Liebe Grüße, Ingo
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12.07.2009, 19:16 Uhr von krullinchen
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße, Bine.
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08.07.2009, 20:27 Uhr von walz02
Bewertung: sehr hilfreichGelungener Bericht von Dir
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08.07.2009, 11:54 Uhr von Gozo-Bernie
Bewertung: sehr hilfreichwieder ein Gruss aus Catania - der Heimat von telestrada.it
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05.07.2009, 21:23 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER
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05.07.2009, 19:00 Uhr von mima007
Bewertung: besonders wertvollBW. Viele Gruesse, mima007
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05.07.2009, 15:01 Uhr von kleiner_engel
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir noch einen schönen sonntag! p.s. freue mich immer über gegenlesungen ...
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05.07.2009, 01:32 Uhr von morla
Bewertung: besonders wertvollwitzig geschrieben dein kuchenbericht lg. petra
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05.07.2009, 00:42 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche dir einen angenehmen Abend. Lg Anja PS: Freue mich über Gegenlesungen
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05.07.2009, 00:27 Uhr von minasteini
Bewertung: besonders wertvollToller Bericht. LG Marina
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04.07.2009, 22:39 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, liebe Grüße
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04.07.2009, 22:24 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEin guter Bericht. LG
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04.07.2009, 21:19 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSpitzen Bericht..Lg sigi
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04.07.2009, 19:51 Uhr von wolli007
Bewertung: sehr hilfreichprima Bericht, lg Wolli
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04.07.2009, 19:49 Uhr von Kleinnightwish
Bewertung: sehr hilfreichganz viele liebe grüße von der angi ;)





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