Drogen Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von SDM-Mike

Kein Alkohol Ist auch keine Lösung...

Pro:

---

Kontra:

viele

Empfehlung:

Nein

...Ich hab es immer wieder versucht. Mit diesem Lied erweckte die Düsseldorfer Rock Gruppe „Die Toten Hosen“ zum wiederholten Mal den Eindruck eine reine Saufband zu sein. Viele ihrer Fans und auch andere lustige Gesellen krönten diesen Satz sogar zu einen der Saufsprüche 2002, der bei jedem erdenklichen Fest gesungen wird. Mit diesem Abschnitt möchte ich über eine Problematik eingehen, die nicht nur bei Erwachsenen in Erscheinung tritt, sondern auch oder soll ich besser sagen, die besonders im jugendlichen Alter zum ersten Mal die Kontrolle übernimmt? Jeder wird sicher nun sicherlich denken können, dass es sich bei meinem Bericht über eine Drogenreportage handelt. Viele werden nicht wissen, was in Schulen und Freundeskreisen nach der Schule oder am Wochenende angesagt ist. Früher waren die beliebtesten „Drogen“: Ballspielen, Klettern oder Fahrradfahren. In der heutigen Zeit sieht das etwas anders aus, Zigaretten, Alkohol, Computer und Konsolenspiele und mittlerweile auch illegale Drogen haben unsere Jugend in ihre Influenz gezogen.

In diversen Schulveranstaltungen wurde uns in der achten oder neunten Klasse versucht zu vermitteln, dass Drogen keine Lösung sind und dass sie dem Körper schaden. Wie und weshalb wurde uns eigentlich nie erklärt, der einzigste Grund der uns die den Kopf gehämmert wurde war: „Drogen sind schlecht, wenn ihr Drogen nehmt sied ihr sozusagen auch schlechte Menschen!“. Oft saßen ich und meine Freunde ratlos in solchen Stunden und wir fragten uns, wieso unzählige Erwachsene, unter anderem vielleicht auch der eigene Papa oder die eigene Mama ständig zu Nikotin oder Alkohol greifen. „Meine Mutter bekümmert sich doch so liebevoll um mich, wieso soll sie auf einmal ein schlechter Mensch sein?“. Viele Jugendliche wurden mit den Aussagen der Lehrer im wahrsten Sinne des Wortes verunsichert. Fakt ist aber, dass viele meiner Klassenkameraden schon in der sechsten oder siebten Klasse, also noch bevor sie überhaupt über Drogen aufgeklärt wurden, ihre ersten Erfahrungen mit Zigaretten und Alkohol gemacht haben. Ja, auch ich selbst muss zugeben, dass ich zum ersten Mal drei Flaschen Bier getrunken habe, als wir am letzten Abend unserer Klassenfahrt eine kleine Party veranstaltet haben. Damals war ich im zarten Alter von 13 Jahren, was natürlich mit sich zog, dass ich nach einem Liter Bier schon ziemlich besoffen war *ggg*.

Mit diesem letzten Kommentar möchte ich auch schon zu der ersten großen Problematik kommen, die Beschaffung. Damals in Frankreich war es für uns überhaupt kein Problem, Bier und Wein zu kaufen. Laut Gesetz sollten wir dies erst ab 16 Jahren dürfen, doch was machte nicht das Einkaufscenter (Super Ü) dafür, um einige Franc extra einzukassieren?!?. Genau, das Gesetz und den Staat missbrauchen um uns Jugendlichen unseren ersten Alkoholgenus zu sichern. Nicht anders ist es mit Zigaretten, die ebenfalls erst mit 16 Jahren konsumiert werden sollten. Haben Jugendliche zuviel Angst einen Kaufversuch im Bahnhofskiosk zu starten, suchen sie sich eben einer der wenigen Zigarettenautomaten die in unserer Bundesrepublik Deutschland eingerichtet wurden. Der Preis ist der gleiche, die Kontrolle gleich Null. Mit Haschisch (In Fachkreisen Peace, Shit, Gras) ist es zwar nicht ganz so einfach, aber trotzdem keine Zauberkunst. Wer sehr viele Leute kennt und an Wochenenden viel unternimmt, lernt immer mehr Leute kennen, die man als potentiale Konsumenten bezeichnen könnte. In unserer Schule z.B. habe ich durch Zufall einige Schüler aus der siebten Klasse getroffen, die sich gegenseitig von ihrem ersten Haschischrausch berichtet haben. Keine Seltenheit war und ist es, dass diese „coolen“ Kids (meistens Skater) selbst bei irgendwelchen bekannten Schuldrogendealern oder in der benachbarten Berufsschule ein paar Gramm Peace oder Gras gekauft haben. Wenn man sich nun mal recht überlegt, dass schon die 13 jährigen Kinder anfangen ihre ersten Erfahrungen mit illegalen Drogen machen, muss man sich als Elternteil echte Gedanken machen. Logisch ist dabei natürlich auch, dass in diesem Alter Nikotin und Alkohol keine Fremdwörter mehr sind und regelmäßig besorgt und natürlich auch konsumiert werden.

Nun stellt sich die wichtige Frage, wieso Kinder und Jugendliche in diesem Alter schon zu solchen Drogen greifen. An erster Stelle würde ich ganz klar den großen Gruppenzwang stellen. Besonders in „coolen“ Kreisen, wie z.B. der angesagten Skatergruppe auf unserer Schule muss man lässige Klamotten tragen, in den Pausen rauchen und wohlmöglich schon die ersten Erfahrungen mit illegalen Drogen gemacht haben, um überhaupt in diese Gruppe aufgenommen zu werden. Viele vergessen dabei leider, dass sie nach ihrem eigenen Willen und ihren eigenen Gedanken halten sollten und nicht das machen was andere von ihnen verlangen. Viele haben aber Angst verspottet zu werden, wenn sie eine angebotene Zigarette ablehnen. Der zweite Grund sind meiner Meinung nach Probleme in der Familie. Viele Schüler, die in ihrer Familie keine Zuneigung oder Liebe bekommen, wenden sich an Betäubungsmittel. Wenn man einmal damit angefangen hat ist es sicherlich nicht schwer Gleichgesinnte zu finden, die wohlmöglich noch die gleichen Erfahrungen mit der Familie zu beklagen haben. Schnell wächst eine Gruppierung von diesen Menschen an, die sich gegenseitig Halt geben und ihre eigentlichen Probleme mit Haschisch, Alkohol oder anderen Drogen vergraben. Natürlich gibt es auch meiner Meinung nach Menschen, die einen Zug am Joint nur aus reiner Neugier probieren. Schnell merken sie, dass es eigentlich keine Wirkung hat, sondern nur Übelkeit und Müdigkeit hervorrufen. Andere werden ihren Spaß daran finden und anstatt zwei Gläser Wein eben einen Joint bevorzugen.

Nun greife ich zum nächsten Thema über, wieso sollten sie auch nicht einen Joint an der Stelle von Alkohol bevorzugen? Alkohol wurde sehr viel früher entdeckt und konsumiert als Alkohol, deshalb ist es in Deutschland und auch in den meisten anderen Ländern nicht verboten es zu sich zu nehmen. Eigentlich jeder Bürger hat es schon einmal probiert, sei es zum Essen oder auf irgendeiner Party. Dabei wissen nur die wenigsten, dass der Genus von Alkohol laut der Bibel eine Todsünde ist... Kommen wir nun alle in die Hölle oder was soll das? Sehen wir uns jetzt mal die Unterschiede von Alkohol und Canabis (lat. Wort für Haschisch) an. Alkohol gelangt über die Speiseröhre in den Magen, danach wird es in der Leber abgebaut. Da es also in Form von Materie eingenommen wird, kann wohl jeder nachvollziehen, dass Niere, Leber und Magen durch den Alkohol nur geschadet wird. Würde es unser Körper sonst abbauen, wenn es kein Gift für ihn wäre? Außerdem kann es beim Genuss von Alkohol vorkommen, dass man sich nicht mehr unter Kontrolle hat und sich bis zum Tod säuft. An der diesjährigen Silvesterparty bei einem Freund, betrank sich ein anderer 21 jährige Kumpel so stark, dass er mit 2,4 Promille ins Krankenhaus gefahren werden musste. Die Ärzte sagten, dass bei einem oder zwei Gläsern mehr Ende gewesen wäre... Auch ich habe oft die Wirkung von Alkohol unterschätzt, doch seitdem ich zum ersten Mal gesehen habe was alles passieren kann, bin ich wahrhaftig erschrocken. Wäre es nicht besser gewesen, wenn er einen oder auch zwei Joints geraucht hätte? Keine körperlichen Schäden werden durch Haschisch hervorgerufen, warum besteht eigentlich das Problem der Illegalität? Gras oder Peace werden bekanntlich in Form eines Joints, oder in anderen Hilfsmitteln wie Eimer oder Bong zu sich genommen. Durch den Wirkstoff THC, über den ich selbst nicht sehr viel berichten kann, erhält der Konsument eine gewisse Änderung seiner selbst. Alles scheint einfacher und leichter zu sein, Müdigkeit tritt auf und auch der Hunger meldet sich ununterbrochen. Wie ihr merkt, werden nur sehr wenige Eigenschaften verändert. Niemand wird gewalttätig, alles ist entspannt.

Doch nun hier besteht die Problematik. Bekanntlich hält die Wirkung einer solchen Droge nur für kurze Zeit an. Vielen Menschen reicht der Grad der Wirkung nicht aus und greifen deshalb auf härtere Sachen über. Hier ist nach meiner Meinung der Schlusspunkt. Wer Pillen oder andere Sachen zu sich nimmt, weiß nie auf was er sich einlässt, denn selbst die Drogenverkäufer wissen oft nicht, welche Wirkstoffen und Gifte diese Pillen enthalten. Außerdem machen sie körperlich Anhängig und kosten soweit ich weiß auch einiges mehr als Haschisch. Ihr müsst euch bewusst werden, dass durch die chemischen Vorgänge in eurem Körper sehr viel zerstört wird, was zukünftig nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Auch hier kann ich von einem Freund berichten, der sich einmal auf Extasy eingelassen hat und danach drei Tage lang mit Depressionen und Angstzuständen im Bett gelegen hat. Auch ich wurde vor drei Monaten auf einer Party zum ersten Mal von einem Herrn in den Vierzigerjahren angesprochen, einer seiner Pillen zu schlucken. Er behauptete, dass sich mich eine halbe Stunde draufschicken und danach alles wieder in Ordnung ist. Seltsamerweise fragte er mich außerdem noch, ob ich nach der Party mit ihm gehen würde, er kenne noch eine andere angesagte Party... Natürlich lehnte ich dankend ab, denn jeder der meinen Worten nur ein bisschen gefolgt hat wird sich das erwünschte Ziel dieses Menschen vor Augen halten können.

Auch wenn ich euch leider (oder zum Glück) mit keine eigenen Drogenerfahrungen füttern konnte musste ich meine Gedanken einfach mal loswerden. Ich als neutraler Mensch verstehe nicht, wieso zwischen Alkohol und Canabis solche großen Unterschiede gemacht werden. Erschreckend finde ich, dass Kinder schon damit anfangen ohne richtig zu wissen, was sie überhaupt tun.

Liebe Grüsse,
euer Mike
© Copyright 27.04.2002 by SDM-Mike

33 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Smissonion

    08.05.2002, 22:49 Uhr von Smissonion
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eine sehr ehrliche Meinung, die man wirklich von Anfang bis Ende lesen muß.

  • Volker111

    27.04.2002, 16:41 Uhr von Volker111
    Bewertung: sehr hilfreich

    starker Bericht, auch wenn das Lied der Toten Hosen nun wirklich keine Werbung FÜR Alkohol ist, denn die negativen Seiten werden im Liedtext unbeschönigt angesprochen. Die menge macht´s wie in vielen Bereichen. Trotzdem, ein sehr eindrucksv

  • Olli201

    27.04.2002, 16:31 Uhr von Olli201
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe schon zwei Todesfälle im Bekanntenkreis wegen Alkohol erleiden müssen. Eigentlich müßten die Preise derart erhöht werden, daß man ihn wirklich nur noch zu besonderen Anlässen bekommt.

  • SuperShaq

    27.04.2002, 16:27 Uhr von SuperShaq
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schön geschrieben, guter Bericht! MFG SuperShaq