Ducati Monster 620 i.e. Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Gewicht:
Erfahrungsbericht von gleitschirm
Die NEUE mit Einspritzung - 620 i.e.
Pro:
s.b.
Kontra:
s.b.
Empfehlung:
Ja
Vorurteil:
_______
Wenn man an Ducati denkt, denkt man automatisch an die Superbike Rennmaschinen und die Productionracers z.B. 748/749, 916, 996, 998 und natürlich die neue 999.
Die Verkaufszahlen belehren uns eines Besseren: Mehr als 50% des Ducati Verkaufsvolumens laufen mit der Monsterserie. Und von einer dieser Monster berichte ich euch heute – die kleine 620 i.e.
Ein guter Freund von mir hat mir seine schwarze 620 i.e. EZ 2002 für eine 550 km lange „Probe-Eintages-Tour“ (nur ganz kurz ... Ammersattel, Plansee, Namlostal, Lechtal rauf, Hochtannbergpass, dann versucht das Furkajoch zu fahren, war aber ab Damüls gesperrt, also wieder runter und rüber übers Faschinajoch im Bregenzertal hab ich dann entschieden, dass es dort nichts weiter gibt, also wieder zurück (Faschina die zweite) und über Andelsbuch rauf auf den Riedbergpass und weiter zum Oberjoch ...) geliehen.
Etwas Geschichte:
_______________
Ducati ist ein italienischer Motorrad- und Zubehörhersteller, der die Monsterreihe erstmal anfangs der 90iger aus der Taufe gehoben hat. Zu dieser Zeit war die Monster ein super revolutionäres Motorrad. Eigentlich das erste richtige \"Naked Bike\" und der classische Vorfahre der modernen Streetfighter. Zu einer Zeit wo andere Hersteller ihre Vollverkleideten Rennreplikas als Supersportler verkaufen wollte, hat Ducati auf bewährte Motorentechnik ihrer Luft/Ölgekühlten 90 grad V Zweizylinder und einen revolutionären Gitterrohrrahmen gesetzt und gewonnen.
Eine dieser Monster ist die kleine 600erter – übrigens die Verkaufsführerin bei Ducati, fast ein Viertel aller Ducatis gehören zu 600erter Klasse. Die redesignte 600 wurde 2001 daher von Ducati noch mal auf Vordermann gebracht, die italienischen Techniker haben dabei eine guten und sauberen Job gemacht und das Resultat die 620 i.e. kann sich durchaus sehen lassen.
Etwas Technik:
_____________
Die 620 i.e gibt’s in zwei Versionen, die „Schwarze“ – leicht erkennbar wegen der Einscheiben Vorderradbremse und der mattschwarzen Lackierung und der „Standard“ – mit einer Zweischeiben Vorderradbremse und anderen Detailveränderungen zur Schwarzen. Beide Versionen kommen seit 2001 mit dem überarbeiteten Gitterrohrrahmen der Monster S4 daher, ein bildschöner mit blitzsauberen Schweissnähten zusammengefügter Rahmen, der den Motor als tragendes Teil integriert. Die Vergaser der 600erter wurden von einer Einspritzanlage ersetzt und der Hubraum um 20ccm (über die Bohrung) vergrössert. Daraus resultieren 9 PS mehr Leistung und 6 Nm mehr Drehmoment als zum Vorgängermodel.
Der Luftfilterkasten und die gesamte Luftführung wurden von der S4 übernommen.
Daneben wurden Gabel, Federbein hinten, Schwinge sowie das gesamte Auspuffsystem geändert oder zumindest überarbeitet.
Lenker mit neuer Kröpfung und eine geänderte Sitzbank ergeben eine andere Ergonometrie der kleine DUC.
Fahreindrücke:
____________
Der Motor:
Exzellent – trotz seiner „nur“ 60 PS hat man immer genug vortrieb, OK unterhalb von 3500 Touren ist nicht viel los, da bin ich von meiner R11S anderes gewohnt, aber ab 4500 Touren ist richtig was geboten.
Das Ansprechverhalten beim Gasgeben ist spontan, keine Verzögerung, wie bei so manchem neueren japanischen Einspritzer ist zu bemerken.
Die Leistungsentfaltung gleichmässig und subjektiv traut man diesem kleinen luftgekühlten, zwei-ventiler 620iger gar nicht soviel Kraft zu.
Das Fahrwerk:
Gut und stabil – offensichtlich haben die Änderungen am Gitterrohrrahmen und den Federelementen viel zur Stabilität beigetragen. Diese Fahrwerk ist sehr präzise, aber richtig handlich ist es nicht. Um die kleine Ducati in schnellen Wechselkurven zu bewegen, braucht man schon gehörigen Körpereinsatz. Der Federungskomfort ist eher von der sportlichen Sorte – sprich die DUC ist knüppelhart gefedert, was beim starken Bremsen und bei sportlicher Fahrweise von Vorteil ist, aber den allgemeinen Empfinden nach eher unkomfortabel wirkt.
Offen gesagt ist das einzig Negative an der 620 i.e. die sehr sonderbare Kröpfung des Lenkers. Der Lenker ist leicht nach vorne gedreht, was die Hände und Handgelenke in eine eigenartige und nicht besonders angenehme Haltung zwingt. Während des ganzen Tages konnte ich mich nicht recht an diese Haltung gewöhnen.
Nachdem es nicht mein Motorrad war habe ich nicht versucht den Lenker zu drehen, dies könnte aber evtl. die Lösung des Problems sein. Falls nicht muss man eben die ca. 100 € für einen neuen Lenker investieren ...
Bremsen:
Gut – die vordere Einscheibenanlage hat die 620 i.e. unspektakulär aber effektiv im Griff. Druckpunkt ist klar erkennbar, die Bremsleistung ist gut, bei trockener Strasse kann man schon mal das Heck zum lupfen bringen. Schön ist die Standfestigkeit der Bremse – auch vor der 10 Kehre am Faschinajoch hat sie noch den gleichen Zug wie vor der ersten. Weniger schön ist die klar erkennbare Verwindung der Gabel beim Bremsen, was üblicherweise bei Einscheibenanlagen passieren kann. Die Handkräfte sind ebenfalls recht hoch.
Ausstattung:
__________
Die Monster Instrumente haben sich den japanischen Standards angepasst. Die Traditionell aussehenden Instrumente beherbergen alle wichtigen Informationen: Tacho, Drehzahlmesser, Ölwarnlampe, Blinker, Fernlicht- und Tankanzeige, sowie LCD Uhr. Daneben war die von mir gefahrene 620 i.e mit einer elektronischen Wegfahrsperre ausgestattet.
Der Rest:
________
Schade das die i.e. recht durstig ist, so knapp 6 Liter pro 100 km auf meiner Pässetour (alles Landstrasse, wenig Vollgas) ist zuviel. Meine R1100S braucht mit knapp 100 PS und 60 kg mehr Lebengewicht 0,5 bis 1 Liter weniger! Zusammen mit dem relativ kleinen Tank mit nur 15 Liter Inhalt, ist man schon nach ca. 200 km auf der Suche nach der nächsten Tanke.
Klasse ist dagegen immer noch das Design der kleine DUC, obwohl schon annähernd 10 Jahre alt hat die Luft/Ölgekühle Maschine immer noch eine besondere Ausstrahlung – DUC eben, entweder man liebt sie oder man hasst sie.
Der Preis lag laut meinem Kumpel damals bei knapp 6800 € nach Verhandlungen.
Fazit:
_____
GUT:
Präzises Fahrwerk, kräftiger Motor, gutes Handling, klasse Verarbeitung, sinnvolle Ausstattung, relative günstig
SCHLECHT:
Kleiner Tank, relativ hoher Verbrauch, Lenkerkröpfung, zweite Scheibenbremse vorne fehlt.
GESAMT:
Auch nach mehr als 10 Jahren immer noch eine Augenweide – technisch gereift und weiterentwickelt hat mich die kleine Monster nachhaltig überzeugt. Für ein Zweitmotorrad ist sie zwar etwas zu teuer, aber wenn mein Spatzelmausi eine neue Maschine suchen sollte, würde ich ihr guten Gewissens zur 620 i.e raten können.
Cu
Qmac © Nov 2003
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Wenn man an Ducati denkt, denkt man automatisch an die Superbike Rennmaschinen und die Productionracers z.B. 748/749, 916, 996, 998 und natürlich die neue 999.
Die Verkaufszahlen belehren uns eines Besseren: Mehr als 50% des Ducati Verkaufsvolumens laufen mit der Monsterserie. Und von einer dieser Monster berichte ich euch heute – die kleine 620 i.e.
Ein guter Freund von mir hat mir seine schwarze 620 i.e. EZ 2002 für eine 550 km lange „Probe-Eintages-Tour“ (nur ganz kurz ... Ammersattel, Plansee, Namlostal, Lechtal rauf, Hochtannbergpass, dann versucht das Furkajoch zu fahren, war aber ab Damüls gesperrt, also wieder runter und rüber übers Faschinajoch im Bregenzertal hab ich dann entschieden, dass es dort nichts weiter gibt, also wieder zurück (Faschina die zweite) und über Andelsbuch rauf auf den Riedbergpass und weiter zum Oberjoch ...) geliehen.
Etwas Geschichte:
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Ducati ist ein italienischer Motorrad- und Zubehörhersteller, der die Monsterreihe erstmal anfangs der 90iger aus der Taufe gehoben hat. Zu dieser Zeit war die Monster ein super revolutionäres Motorrad. Eigentlich das erste richtige \"Naked Bike\" und der classische Vorfahre der modernen Streetfighter. Zu einer Zeit wo andere Hersteller ihre Vollverkleideten Rennreplikas als Supersportler verkaufen wollte, hat Ducati auf bewährte Motorentechnik ihrer Luft/Ölgekühlten 90 grad V Zweizylinder und einen revolutionären Gitterrohrrahmen gesetzt und gewonnen.
Eine dieser Monster ist die kleine 600erter – übrigens die Verkaufsführerin bei Ducati, fast ein Viertel aller Ducatis gehören zu 600erter Klasse. Die redesignte 600 wurde 2001 daher von Ducati noch mal auf Vordermann gebracht, die italienischen Techniker haben dabei eine guten und sauberen Job gemacht und das Resultat die 620 i.e. kann sich durchaus sehen lassen.
Etwas Technik:
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Die 620 i.e gibt’s in zwei Versionen, die „Schwarze“ – leicht erkennbar wegen der Einscheiben Vorderradbremse und der mattschwarzen Lackierung und der „Standard“ – mit einer Zweischeiben Vorderradbremse und anderen Detailveränderungen zur Schwarzen. Beide Versionen kommen seit 2001 mit dem überarbeiteten Gitterrohrrahmen der Monster S4 daher, ein bildschöner mit blitzsauberen Schweissnähten zusammengefügter Rahmen, der den Motor als tragendes Teil integriert. Die Vergaser der 600erter wurden von einer Einspritzanlage ersetzt und der Hubraum um 20ccm (über die Bohrung) vergrössert. Daraus resultieren 9 PS mehr Leistung und 6 Nm mehr Drehmoment als zum Vorgängermodel.
Der Luftfilterkasten und die gesamte Luftführung wurden von der S4 übernommen.
Daneben wurden Gabel, Federbein hinten, Schwinge sowie das gesamte Auspuffsystem geändert oder zumindest überarbeitet.
Lenker mit neuer Kröpfung und eine geänderte Sitzbank ergeben eine andere Ergonometrie der kleine DUC.
Fahreindrücke:
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Der Motor:
Exzellent – trotz seiner „nur“ 60 PS hat man immer genug vortrieb, OK unterhalb von 3500 Touren ist nicht viel los, da bin ich von meiner R11S anderes gewohnt, aber ab 4500 Touren ist richtig was geboten.
Das Ansprechverhalten beim Gasgeben ist spontan, keine Verzögerung, wie bei so manchem neueren japanischen Einspritzer ist zu bemerken.
Die Leistungsentfaltung gleichmässig und subjektiv traut man diesem kleinen luftgekühlten, zwei-ventiler 620iger gar nicht soviel Kraft zu.
Das Fahrwerk:
Gut und stabil – offensichtlich haben die Änderungen am Gitterrohrrahmen und den Federelementen viel zur Stabilität beigetragen. Diese Fahrwerk ist sehr präzise, aber richtig handlich ist es nicht. Um die kleine Ducati in schnellen Wechselkurven zu bewegen, braucht man schon gehörigen Körpereinsatz. Der Federungskomfort ist eher von der sportlichen Sorte – sprich die DUC ist knüppelhart gefedert, was beim starken Bremsen und bei sportlicher Fahrweise von Vorteil ist, aber den allgemeinen Empfinden nach eher unkomfortabel wirkt.
Offen gesagt ist das einzig Negative an der 620 i.e. die sehr sonderbare Kröpfung des Lenkers. Der Lenker ist leicht nach vorne gedreht, was die Hände und Handgelenke in eine eigenartige und nicht besonders angenehme Haltung zwingt. Während des ganzen Tages konnte ich mich nicht recht an diese Haltung gewöhnen.
Nachdem es nicht mein Motorrad war habe ich nicht versucht den Lenker zu drehen, dies könnte aber evtl. die Lösung des Problems sein. Falls nicht muss man eben die ca. 100 € für einen neuen Lenker investieren ...
Bremsen:
Gut – die vordere Einscheibenanlage hat die 620 i.e. unspektakulär aber effektiv im Griff. Druckpunkt ist klar erkennbar, die Bremsleistung ist gut, bei trockener Strasse kann man schon mal das Heck zum lupfen bringen. Schön ist die Standfestigkeit der Bremse – auch vor der 10 Kehre am Faschinajoch hat sie noch den gleichen Zug wie vor der ersten. Weniger schön ist die klar erkennbare Verwindung der Gabel beim Bremsen, was üblicherweise bei Einscheibenanlagen passieren kann. Die Handkräfte sind ebenfalls recht hoch.
Ausstattung:
__________
Die Monster Instrumente haben sich den japanischen Standards angepasst. Die Traditionell aussehenden Instrumente beherbergen alle wichtigen Informationen: Tacho, Drehzahlmesser, Ölwarnlampe, Blinker, Fernlicht- und Tankanzeige, sowie LCD Uhr. Daneben war die von mir gefahrene 620 i.e mit einer elektronischen Wegfahrsperre ausgestattet.
Der Rest:
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Schade das die i.e. recht durstig ist, so knapp 6 Liter pro 100 km auf meiner Pässetour (alles Landstrasse, wenig Vollgas) ist zuviel. Meine R1100S braucht mit knapp 100 PS und 60 kg mehr Lebengewicht 0,5 bis 1 Liter weniger! Zusammen mit dem relativ kleinen Tank mit nur 15 Liter Inhalt, ist man schon nach ca. 200 km auf der Suche nach der nächsten Tanke.
Klasse ist dagegen immer noch das Design der kleine DUC, obwohl schon annähernd 10 Jahre alt hat die Luft/Ölgekühle Maschine immer noch eine besondere Ausstrahlung – DUC eben, entweder man liebt sie oder man hasst sie.
Der Preis lag laut meinem Kumpel damals bei knapp 6800 € nach Verhandlungen.
Fazit:
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GUT:
Präzises Fahrwerk, kräftiger Motor, gutes Handling, klasse Verarbeitung, sinnvolle Ausstattung, relative günstig
SCHLECHT:
Kleiner Tank, relativ hoher Verbrauch, Lenkerkröpfung, zweite Scheibenbremse vorne fehlt.
GESAMT:
Auch nach mehr als 10 Jahren immer noch eine Augenweide – technisch gereift und weiterentwickelt hat mich die kleine Monster nachhaltig überzeugt. Für ein Zweitmotorrad ist sie zwar etwas zu teuer, aber wenn mein Spatzelmausi eine neue Maschine suchen sollte, würde ich ihr guten Gewissens zur 620 i.e raten können.
Cu
Qmac © Nov 2003
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