Thief: Deadly Shadows (Action PC Spiel) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Ketchup33
Garretts dritter Streich
Pro:
Sehr gute Grafik, Super Atmosphäre, Spannende Story, Gute Sprachausgabe (Englisch)
Kontra:
Gelegentliche KI - Aussetzer
Empfehlung:
Ja
In meiner Funktion als Redakteur eines Online-Magazins bekam ich die Chance, ein Presseexemplar des Spiels zu testen und ein Review dazu zu schreiben. Auf diesem Test basiert dieser Artikel.
Dark Project - Der Meisterdieb sorgte 1998 für Furore bei vielen PC-Spielern. Mit diesem Titel wurde ein neuer Typ PC-Game geschaffen - das Steath Genre. Trotz unverholener Skepsis vieler Experten, ob dieses Spielprinzip überhaupt aufgehen könne, wurde es einer der meistbeachteten Titel dieses Jahres. Angetrieben von dem Erfolg machte man sich bei Looking Glass daran, den zweiten Teil zu produzieren, welcher dann im Jahr 2000 erschien.
Auf der gleichen Grafik-Engine basierend und nur wenige Neuerungen enthaltend war dieser zwar ebenfalls qualitativ hochwertig, aber schon damals war klar, daß für einen eventuellen weiteren Teil deutliche Veränderungen her mußten. Seinerzeit sprach man in Pressemeldungen von insgesamt mindestens drei Abenteuern mit dem diebischen Helden Garrett. Schier endlose vier Jahre Entwicklungsarbeit später dürfen wir unserem Protagonisten bei seiner Arbeit nun erstmals wieder auf die Finger oder sogar über die Schulter schauen.
**Hammeriten, Heiden oder Hüter...**
Leider ohne ein richtiges Intro wird man gleich beim Spielstart in die erste Mission versetzt, die für alle Neueinsteiger gleichzeitig als ein Tutorial fungiert und für alte Hasen als Auffrischung bezüglich Bedienung und Spielweise dient. Getrieben vom Wissen um ein wertvolles, gut behütetes Geheimnis eines gewissen Lord Julian macht Garrett sich auf, um dieses im Gasthof "Zum blauen Reiher" zu lüften und wenn möglich den Besitzer wechseln zu lassen. Um sich seinen Weg sicher zu bahnen, stehen ihm diverse Schleichtechniken und Hilfsmittel zur Verfügung.
Einige Hinweise und ausgeschaltete Gegner weniger wird klar, dass er seine Suche an anderer Stelle weiterführen muss. So findet man sich im zweiten Level ohne weitere Umschweife in der Villa von Lord Julian wieder, um den sicher aufbewahrten Edelstein an sich zu bringen. Ist dies erfolgreich bestanden, folgt die große Neuerung im 3. Teil der Games-Reihe.
Garrett findet sich mit dem Hinweis auf den nächsten Auftrag in einer kompletten Stadt wieder, die von zahllosen Passanten, Dieben, Gaunern und Wachen bevölkert wird. Diese Stadt dient als zentraler Dreh- und Angelpunkt in der Story rund um Garrett, Prophezeihungen bezüglich des "dunklen Zeitalters" und die drei konkurrierenden Parteien Hammeriten, Heiden und Hüter. So wirkt diese durch die Zuordnung der Missionen zu konkreten Locations wesentlich mehr wie aus einem Guss als bei den Vorgängern, bei denen die einzelnen Level, nur unterbrochen durch gelegentliche Zwischensequenzen und Statistik- bzw. Händlerbildschirme, lose aneinandergehängt waren.
Man hat Zeit, die Stadt zu erkunden, Passanten um ihr mühselig erworbenes Hab und Gut zu erleichtern, den Händlern zum Verhökern von Diebesgut oder Aufstocken des Inventars einen Besuch abzustatten oder einigen storyunabhängigen Nebenquests nachzugehen. Da Garrett zu guter Letzt auch eine kleine Wohnung im Südviertel besitzt, in die er sich jederzeit zurückziehen kann, entsteht ein äußerst glaubwürdiges Szenario in dem man sich sofort heimisch fühlt. Von dort aus macht man sich dann nach einer kleinen oder größeren ersten Stadtbesichtigung auf zum Startpunkt des nächsten Levels.
Damit beginnt der Trouble aber erst. Wieder gerät Garrett zwischen die Fronten der drei Parteien, welche ihm Aufträge erteilen und, aus jeweils unterschiedlichen Beweggründen, die Zusammenarbeit anbieten. Die weitere Geschichte führt unseren Helden zu den verschiedensten Orten. Kathedralen, Geisterschiffe, das Pavelock-Gefängnis (wenn man bei den Docks ins Wasser springt) oder die Docks beinhalten alle aufs neue Überraschungen und unvorhersehbare Story-Wendungen. Seine Informationen erhält man hauptsächlich durch das Lesen diverser Bücher und Briefe, geschickt in das Spiel integrierte Zwischensequenzen sowie Belauschen oder Führen von Gesprächen mit NPCs.
**Aufmerksames Wachpersonal mit einigen Aussetzern**
Immer wieder hin und her gerissen hat mich die KI. Einerseits sind deutliche Veränderungen und auch Verbesserungen gegenüber den Vorgängerteilen erkennbar, andererseits wurden einige von Kennern und Fans erhofften Neuerungen nicht oder nur halbherzig umgesetzt. Auch einige echte Probleme waren leider festzustellen.
Bewegt man sich durch die Stadt bzw. Gebäude, wird man von Wachen verfolgt oder geht man zum Händler um die Ecke, wird einem immer wieder gewahr, dass die Umwelt teilweise selbst auf kleinste Aktionen von Garrett reagiert. So kommentiert ein Passant einen Rempler beim Vorbeigehen mitunter mit einem patzigen und provozierenden Spruch, reagieren Zivilisten, wenn man sie mit dem Knüppel bzw. dem Dolch angreift, bei ersterem teilweise fast amüsiert, bei letzterem allerdings panisch, reagieren Bedienstete auf gestohlene Wertgegenstände oder Wachen auf gelöschte Fackeln.
Wird man von letzteren erwischt oder auch nur einen Moment gesehen, erfolgt prompt eine entsprechende verbale Reaktion bzw. eine mehr oder weniger ausgedehnte Suche. Dabei werden teilweise bewußt ausgesuchte dunkle Ecken durchstöbert, in denen sich Garrett nach Meinung der KI höchstwahrscheinlich aufhalten könnte. All das wirkt sehr realistisch und überzeugt zumindest über weite Strecken.
Nach den positiven Zeilen komme ich aber um einige negative nicht herum. So ist die erhoffte Möglichkeit für die Gegner- oder NPC-KI, Lampen oder Fackeln nach Erkennen, dass diese gelöscht wurden, wieder anzuzünden, nicht umgesetzt worden. Auch teilweise gravierende Wegfindungsprobleme sind immer wieder an der Tagesordnung. So schaffen es NPCs gelegentlich nicht, sich an einer Tür gegenseitig aus dem Weg zu gehen und Wachen verlieren nach drei Ecken die Spur, obwohl man durch den Lichtkegel einer Straßenbeleuchtung läuft. Die Reaktion auf das Löschen einer Lichtquelle, wenn gleichzeitig noch eine zweite vorhanden ist, welche an bleibt, scheint ebenfalls ein Problem darzustellen.
**An der Wand herunter rutschende Leuchter**
In Thief 3 werkelt mal wieder die Havok-Physik-Engine. Für meine Begriffe ist diese Engine durchaus der Weg in die richtige Richtung. Wie man schon in anderen Spielen gesehen hat, ist diese in der Lage, viele physikalischen Vorgänge sehr nahe an der Realität darzustellen. Neben Grafik und Sound ist das ein wichtiger Bestandteil, der die Athmosphäre und Glaubwürdigkeit der Welt um Garrett herum ausmacht.
Das heißt allerdings nicht, daß ich nicht doch auch etwas zu kritisieren hätte. Auch wenn fliegende Teller, die Treppe herunter rollende Fässer oder kippende und umfallende Kerzenleuchter auf den ersten Blick spektakulär und realistisch wirken, hat man doch, sieht und hört man genauer hin, hier und da den Eindruck, dass die Umsetzung noch nicht wirklich optimal gelungen ist. So wirkt der Fall eines Buches immer irgendwie verzögert, geworfene Leuchter rutschen mit einem schabenden Geräusch gelegentlich an der Wand herunter, anstatt daran abzuprallen. Kippende Gegenstände scheinen sich ab und zu wie von selbst aufzuschaukeln und mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Wand fliegende Fässer prallen wie Gummibälle von dieser ab, zerbersten allerdings nicht.
**Stimmungsvoll gestaltete mittelalterliche Stadt**
Einer der großen Kritikpunkte am ersten und, aufgrund der Verwendung der gleichen Engine, erst recht am zweiten Teil von Dark Projact war die Grafik. Für Garretts aktuelles Schleichabenteuer hat man versucht, alles richtig zu machen. Zum Einsatz kommt dieses Mal, wie schon in Deus Ex 2, die Unreal-Engine in modifizierter Form. Auch wenn auch hier eher mäßig auflösende Texturen verwendet wurden, kann die Engine doch mit Effekten wie Echzeitschatten und Normal- bzw. Bump Mapping protzen.
Auch architektonisch hat man sich größte Mühe gegeben, ein Szenario zu schaffen, das einem hochwertigen Mittelalter-Schleich-Shooter alle Ehre macht. Seien es die dunklen, verwinkelten Gassen der Stadt, die riesige Kathedrale der Hammeriten, die schmutzigen Docks oder die Bibliothek der Hüter - alles wirkt wie aus einem Guß und trägt dazu bei, dass man schnell in diese Illusion eintaucht. Lediglich die, aufgrund der geringen Levelgröße und Unterteilung der Stadt in mehrere Teilgebiete, nötigen Übergänge reißen einen immer wieder aus der Traumwelt. Da diese Levelverbindungen in Form eines blauen Nebels daherkommt, in den man hineingehen muß, wirkt das sehr unralistisch und desillusionierend.
**Schaurig schönes lautloses Schleichen**
Für die Beurteilung des Thief-Sounds muß ich vorausschicken, daß mir für den Test leider keine EAX3.0- bzw. EAX4.0-Hardware zur Verfügung stand. Aber auch ohne ausgefeilte 3D-Effekte weiß der Sound nahezu vollends zu überzeugen. Aus defekten Leitungen plätschert Wasser auf den Boden, Türen schwingen knarrend auf, das Feuer von Fackeln oder im Kamin knistert leise vor sich hin, Maschinen klappern und rasseln bei ihrer Arbeit und Stimmengemurmel dringt aus den Häusern.
Dazu kommen Dialoge von Passanten in den Straßen, Kommentare von Garrett und Selbstgespräche der Wachen auf ihren Posten oder Patrouillen. Entdecken letztere den Dieb bei seinem Streifzug, gibt es Unmengen von Sprachsamples bei ihrer Suche nach ihm, welche fast durchweg passend gewählt und sehr glaubwürdig sind. In diese Geräuschkulisse taucht man schnell ein und fühlt sich förmlich umschlossen von einer akustischen Lebendigkeit.
Einer der Punkte, auf die man alle potentiellen Käufer immer wieder hinweisen sollte, da dieser auch nicht auf der Verpackung steht, ist die Tatsache, daß Thief 3 lediglich mit englischer Sprachausgabe daherkommt. Vermutlich aus Kostengründen oder auch Angst vor schlechten Umsatzzahlen in Deutschland, hat man auf eine vollständige Lokalisierung verzichtet und nur die Untertitel in verschiedenen Spachfassungen eingefügt.
**Waffen und Bedienung beinahe wie gehabt**
In Punkto Bedienung werden Kenner des Spiels nur wenig Neues finden und Neulinge nicht durch eine überzogen komplizierte Steuerung abgeschreckt. Die Spielerfigur wird mittels Maus und Tastatur gelenkt, ebenso die Zoomfunktion des künstlichen Auges, das Garrett anstelle seines im ersten Teil verloren gegangenen eingesetzt wurde. Leider ist dieses nicht mehr, wie im zweiten Teil, herausnehm- und zum Spionieren nutzbar.
Die Auswahl der primären Waffen sowie deren Funktion geschieht per Mausrad (oder Quick-Button) und linker Maustaste, die der sekundären Ausrüstung per Tastatur und das Öffnen von Türen bzw. Anwählen von Briefen, Büchern und ähnlichem per rechter Maustaste. Garretts Spezial-Bewegungen wie Ducken, Schleichen, Klettern oder Springen, die leider nur im begrenzten Umfang vorhanden sind, erledigt man wiederum mittels Tastatur. In der Praxis ist die Steuerung zuweilen recht hakelig, allerdings gewöhnt man sich schnell an dieses kleine Manko.
Zwei bedeutende Neuerung gibt es in Thief 3 gegenüber seinen Vorgängern. Zum einen sind aus der Ego-Perspektive die Arme und Beine zu sehen. Auf diese Art kann man Garrett bei seiner Arbeit in vielen Situationen wie z.B. beim Klettern oder Schlösser öffnen auf die Finger schauen. Schade ist nur, daß das Aufheben von Gegenständen oder das Schieben von Kisten bzw. Fässern ohne Zuhilfenahme der Hände vonstatten geht. Die zweite deutliche Veränderung ist die Umsetzung der Steuerung per 3rd-Person Modus. Auch wenn ich, vielleicht aus Tradition, alles aus der Ego-Perspektive gespielt habe, hat die Möglichkeit, Garrett in seinen Schleich-Manövern über die Schulter schauen zu können, hier und da durchaus seine Vorteile.
Vieles aus Garretts recht reichhaltigem Equipment ist aus den alten Spielen hinlänglich bekannt. Aber auch Eingeweihte werden hier und da neues finden. Neben den bekannten Wasserpfeilen zum Löschen größerer Flammen (kleinere, wie z.B. Kerzen, lassen sich auch ausblasen), Feuerpfeile zum Entzünden oder Erzeugen kleinerer Explosionen, die Gegner ablenkende Lärmpfeile oder Blitzbomben zum kurzzeitigen Blenden der Gegner gibt es auch einiges Neues auszuprobieren. So kann man mit den schon bekannten Moospfeilen nun nicht mehr nur schalldämpfende wuchernde Teppiche kreieren, sondern Wachen etc. durch direkten Beschuß kurzzeitig die Luft nehmen, so daß sie würgend und japsend auf der Stelle stehen und nichts mehr von der Umwelt mitbekommen.
Mit Ölfläschchen lassen sich kleine, zum Ausrutschen animierende Lachen verbreiten. Zudem können diese auch mit einem Feuerpfeil zum Brennen gebracht werden. Für die weggefallenen Seilpfeile kommen im Verlauf des Spiels Kletterhandschuhe hinzu, mit denen man die meisten der Steinwände erklimmen kann. Storyabhängig gibt es noch spezielle Ausrüstungsgegenstände. So steht einem gegen Zombies das altbekannte Weihwasser zur Verfügung, für andere Missionen werden gelegentlich z.B. den Breitkopfpfeilen mittels Segnung besondere Fähigkeiten verliehen.
Ebenfalls neu ist der Dietrich. Garrett ist nun nicht mehr gezwungen, die passenden Schlüssel für Türen oder Truhen mühselig zu suchen, sondern kann mittels seiner Diebes-Standardausrüstung jedes Schloß knacken. Je nach Schwierigkeit besteht jedes davon aus 3, 4 oder 5 Stufen, die nacheinander zu überwinden sind. Schade nur, daß die Funktionsweise so simpel ist. Es gibt lediglich 4 Stellungen (oben, unten, links, rechts), an denen der Dietrich funktioniert. So ist jedes Schloß im Handumdrehen Geschichte. Eine etwas ausgereiftere und herausforderndere Art, die Meisterwerke der Schmiedekunst zu überwinden, wäre hier durchaus wünschenswert gewesen.
**Technisch noch nicht ganz ausgereift**
Auch wenn ich während der gesamten Testphase nicht von Abstürzen oder schwerwiegenden Bugs geplagt wurde, welche mir das Weiterspielen versagt hätten, sind mir doch hier und da einige Kleinigkeiten aufgefallen, für deren Beseitigung ein Patch durchaus angebracht wäre. Neben dem mittlerweile durch ein kleines Update behobenen Problem, dass beim Laden der Schwierigkeitsgrad von einem eventuell eingestellten "leicht", "mittel" oder "schwer" auf die Standardeinstellung "normal" zurückgestellt wird, könnten einige der folgenden Bugs in hoffentlich folgenden Patches der Garaus gemacht werden.
So fallen z.B. beim Laden eines Spielstandes Waffen und Körper von eliminierten Feinden nochmals auf den Boden und verursachen somit Geräusche, auf die die Wachen unter Umständen aufmerksam werden. Wenn man in einer brenzligen Situation gespeichert hat, kann einen das eventuell den Hals kosten. In einigen Leveln ließen sich Kerzen durch ausblasen nicht völlig löschen, sondern glimmten mit halber Leuchtkraft weiter vor sich hin. Ich weiß nicht, ob das von den Programmierern so gewollt war.
Ebenfalls unrealistisch wirkt die Tatsache, dass Wachen und NPC´s anscheinend nicht durch Gitter hindurchsehen können. Ob das nun den fehlenden Möglichkeiten der Engine oder schlechter Programmierung zuzuschreiben ist, kann ich allerdings nicht sagen. Auch in die Anzeige der Lebenspunkte hat sich ein Fehler eingeschlichen. So trat es wiederholt auf, daß in heißeren Gefechten einige der gerade durch einen Treffer verloren gegangenen Lebensfläschchen nicht angezeigt wurden, andere wiederum schon.
In diversen Fällen wurde in der Stadt ein regelrechtes Mords-Chaos ausgelöst, da sich die Stadtbewohner, Gauner und Wachen zu Hauf gegenseitig umbrachten. Und natürlich kam es immer, wie es kommen musste. Alle NPCs in der entsprechenden Gegend sahen den völlig unbeteiligten Garrett als den Grund des Übels an und liefen panisch schreiend vor ihm weg bzw. holten gleich die Wachen.
Wobei das dann wiederum kein Problem darstellte, da letztere z.B. von den "fehlprogrammierten" Gaunern angegriffen und ermordet wurden. In einer stillen und dunklen Ecke stehend und zur Sicherheit eine Waffe im Anschlag haltend, hat mein alter Ego diese wahnsinnigen Spektakel des öfteren fassungslos beobachtet. Manchmal konnte ich mich schweren Herzens dazu durchringen, den mutmaßlichen Verursacher des Chaos zu töten, um dem Ganzen ein Ende zu setzten. Nur den Dank der NPCs durfte ich dafür nicht erwarten.
Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll der recht hohe Hardwarehunger von Thief 3. Auf dem verwendeten Testrechner mußte ich die Auflösung und Details sehr weit runterschrauben, damit ein flüssiges Spielen überhaupt möglich war. Will man Frameraten, die sich auch bei hohen Auflösungen und detaillierten Texturen in annehmbaren Größenordnungen bewegen, muß man einiges an Rechen- und Grafikpower unter dem Blechkleid des Heim-PCs haben. Dabei sollte man sich von den auf der DVD-Hülle angegebenen Systemanforderungen nicht täuschen lassen. Für ein optimales Spiel sollte es schon ein Prozessor mit 2,5 GHz und eine Grafikkarte vom Schlage einer ATI Radeon 9800 bzw. Nvidia FX5900 sein.
**Garrett wie er leibt und lebt**
Ich gebe zu, daß der hier von mir verfasste Test verhältnismäßig viele negative Anmerkungen enthält. Niemand soll nun aber den Eindruck erhalten, dass das Spiel schlecht wäre. Ganz im Gegenteil. Bis auf die aufgezählten kleinen Unzulänglichkeiten ist Thief 3 ein sehr gutes Spiel geworden, das als ein würdiger Nachfolger der ersten beiden Teile gelten darf. Neben Grafik, Physik-Engine und Sound hat mir besonders die lebendige Stadt als Dreh- und Angelpunkt der Story gefallen. Dadurch wird das Spieleerlebnis nochmals glaubwürdiger. Die sehr gut konzipierte, mysteriöse und spannungsgeladene Geschichte trägt ihren Teil dazu bei.
**Als "Original" leider fast nur noch bei ebay erhältlich**
Das Erscheinen von "Thief - Deadly Shadows" liegt nun schon eine Weile zurück. Neben der deutschen Erstausführung gibt es mittlerweile Budget-Ausführungen diese Spiels, z.B. die Premier-Collection. Der Verkaufspreis ging bis heute drastisch nach unten und bewegt sich mittlerweile bei ca. 8,- bis 15,- Euro, je nach Ausführung. Für Spieler ist jede Variante gleich gut, für Sammler würde ich immer die Erstausgabe empfehlen. Da ich für den Test nur ein Presse-Exemplar des Spiels zur Verfügung hatte und dieses aus rechtlichen Gründen später an unseren Chefredakteur zurücksenden mußte, blieb mir leinder keine andere Wahl, als mir das Spiel später selbst zu kaufen, so dass es heute Teil meiner nicht unbedingt kleinen Spielesammlung ist.
**Fazit**
Was soll ich großartig zu Thief 3 sagen. Auch wenn ich die Kritik vieler Fans an der etwas unausgereiften Gegner- und NPC-KI oder der sehr guten aber nicht wirklich exzellenten Grafik durchaus verstehe, kann ich nur wiederholen, daß meine Erwartungen voll und ganz erfüllt wurden. Es hat wieder ungeheuer Spaß gemacht, mit Garrett unbekannte und gefährliche Terrains zu erkunden und der spannenden und vertrackten Geschichte von Hütern, Hammeriten und Heiden nachzugehen. Die Grafik ist dabei genauso stimmungsvoll geraten, wie die Sounduntermalung. Garretts Equipment und die Bedienung des Spiels haben sich nicht wesentlich verändert und sind für alte Hasen und Neueinsteiger leicht überschaubar. Eigentlich gibt es von meiner Warte nur zwei wirkliche Kritikpunkte. Zum einen die etwas unter den Erwartung gebliebenen KI-Fähigkeiten und zum zweiten die fehlende deutsche Sprachausgabe. Während mir im ersten Punkt wohl viele, die das Spiel oder die Demo gespielt haben, zustimmen werden, kann man über die Sprachausgabe durchaus streiten. Da ich von den ersten beiden Teilen her weiß, daß man bei Eidos (bzw. damals Looking Glass) in der Lage ist, sehr gute deutsche Synchronisationen zu produzieren, hätte ich mir als kleiner Fremdsprachenmuffel eine solche auch für den dritten Teil gewünscht. In dieser Meinung haben mich auch nicht unerheblich viele Poster in den unterschiedlichsten Foren bestätigt. Unabhängig von Sprachausgabe und KI kann ich jedem das Spiel nur wärmstens ans Herz legen. Und Fans kaufen es sich ja wohl sowieso, oder?
PS: Den Bericht gibt es (minimal anders) schon bei ciao!
18 Bewertungen, 9 Kommentare
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06.07.2006, 17:17 Uhr von Schnarcher1
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! LG
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23.02.2006, 17:22 Uhr von WINNIE24
Bewertung: sehr hilfreichSH! GLG WINNIE :-)
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23.02.2006, 15:03 Uhr von kG1UNIT
Bewertung: sehr hilfreichtoller bericht! kG <br/> <br/> <br/> <br/> <br/>
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23.02.2006, 14:32 Uhr von golfgirl
Bewertung: sehr hilfreichsh>>>freue mich immer über gegenlesungen
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23.02.2006, 14:11 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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23.02.2006, 14:03 Uhr von franjanina
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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23.02.2006, 13:54 Uhr von kakaue
Bewertung: sehr hilfreichsh lg chris, gegenlesungen sind willkommen und gibts auch von mir :-)
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23.02.2006, 13:42 Uhr von Ilka123
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht! <br/>lg, Ilka123
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23.02.2006, 13:34 Uhr von Rebbi
Bewertung: sehr hilfreichsh für einen TOP-Bericht

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