Eifel Testbericht

Eifel
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Erfahrungsbericht von w.gruentjens

Im Land der 1000 Vulkane

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Schöne, weibliche Landschaftsformen, Vulkane, wildromantische Täler, Maare - Vulkanvertiefungen, manchmal mit Wasser gefüllt -, Gegenden zwischen rau und lieblich - das bietet die Gegend Eifel - Ahrtal.

Ich lade den geneigten Leser zu einer flotten Fahrt durch die Gegend ein, wobei ich - wie bei einer Rundfahrt - auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten eingehe.

DIE EIFEL-ACHTERBAHN

Wir fahren zunächst zur Abfahrt Wehr/Nürburgring auf der A 61 und biegen dort in Richtung Nürburgring ab. Die Straße steigt eine Weile an, sinkt wieder, steigt nach Kempenich noch einmal kräftig, und dann - dann bietet sich uns ein Bild für die Götter: Die Straße sinkt kräftig, und weit hinten sieht man, dass sie wieder ansteigt. Jetzt können wir die Pferdchen richtig laufen lassen, so gut ist die Straße ausgebaut. Es werden schnell 140, 160, 180, und da plötzlich - schnurr, schnurr, brumm - werden wir noch von drei Motorrädern überholt, die auf dieser Eifel-Achterbahn natürlich ihre Freude haben. Sie fahren so schnell, dass sie die Kreuze am Straßenrand nicht wahrnehmen dürften. Wir aber sehen sie und gehen nun doch einmal vom Gas auf die Bremse.

DIE HOHE EIFEL MIT NÜRBUGRING

Haben wir die Höhe von Hohenleimbach lebendig überstanden, dann sehen wir immer mehr Berge, die wie umgedrehte Tassen oder wie liegende Busen aussehen. Zunächst halten wir den Aussichtsturm auf der Hohen Acht und die Nürburg für die Brustwarzen einer liegenden Riesin, dann lassen wir uns aber überzeugen, dass es sich bei den Brüsten um Vulkane handelt. Und fast alle Berge hier sind Vulkane. Und doch nennt sich diese Gegend nicht Vulkaneifel, sondern Hohe Eifel.

Hier in der Hohen Eifel ist das Eldorado der Motorradfahrer, die bei dem vielen Rauf und Runter und den manchmal haarnadelscharfen Kurven die Grenzen ihrer Maschine und ihrer Fahrtüchtigkeit ausloten können - leider manchmal auch mit tödlichem Ausgang. Links haben wir den Menke-Park liegen lassen, ein Wachholderschutzgebiet, das zu schönen Wanderungen einlädt - ohne große Höhenunterschiede. Ein Besuch der Hohen Acht und des Nürburgrings sind natürlich auch Pflicht - und wenn man dort am richtigen Tag entlangfährt, sieht man die Millionen in Form von Oldtimern und Ferraris herumstehen und -fahren.

DIE VULKANEIFEL

Am Nürburgring biegen wir ab in Richtung Kelberg - Ulmen. Dort geht die Hohe Eifel in die Vulkaneifel über, denn hier sind die Vulkane noch zahlreicher. Hinzu kommen die Maare, in denen wir im Sommer (vom Rhein aus in 45 Minuten zu erreichen) an schönen Tagen baden.

Was passiert, wenn die Lava beim Aufstieg nach oben auf eine Wasserader stößt? Das Wasser wird in Sekunden zu Dampf, vergrößert dabei sein Volumen um das Achthundertfache und wird zu einem starken Sprengstoff. Diese Sprengungen sind so stark, dass Eifelteile noch am Nordkap gefunden werden können. Durch die Explosion entsteht dann ein Loch, das sich im Laufe von wenigen Jahrtausenden mit Wasser füllt. Und jetzt gehören diese Maare zu dem Zauberhaftesten, was Deutschland an Naturwundern zu bieten hat.

Das jüngste Maar, das Ulmener, ist vor 10 000 Jahren explodiert, das älteste mir bekannte, das Eckfelder Maar, vor 50 Millionen Jahren, als es dort Krokodile und Urpferdchen (80 cm groß) gab, und auch andere höher entwickelte Säugetiere (wie große Eichhörnchen, möglicherweise Vorfahren von uns).

Es gibt etwa 400 Maare, die jedoch meist schon wieder verlandet sind. Nur einige haben Wasser, und von denen sind das Ulmener Maar, das Meerfelder Maar, das Gemündener Maar, das Schalkenmehrener Maar und das Pulvermaar zum Schwimmen freigegeben. Holzmaar (Naturschutz), Weinfelder Maar (gefährliche Gase) und Immerather Maar (Kreuzottern und Eiterbakterien) lassen wir gefälligst mit Badeversuchen in Ruhe. Das schönste Maar zum Erholen ist das Pulvermaar, aber nur für sichere Schwimmer.

In der Vulkaneifel sollte man auf jeden Fall auch das Städtchen Manderscheid besuchen. Das Liesertal, die Burgen, das neu eingerichtete Maarmuseum inmitten einer wunderschönen Gegend sind sehr attraktiv.

DIE GEO-EIFEL

Sie heißt zwar nicht so, aber weil sie ein Eldorado für Fossiliensammler ist, nenne ich sie mal so. Sie erreichen wir wenige km nördlich der Vulkaneifel. Hier werden die Vulkane weniger, dafür besteht fast der ganze Boden und die ganzen Berge aus dem früheren Meeresboden des Devon-Meeres, so dass man die tollsten Versteinerungen finden kann. Besonders wenn bei Niederehe frisch gepflügt ist, dann kann man tonnenweise Versteinerungen auflesen. In Gerolstein gibt es geführte Fossilien-Sammeltouren, in Hillesheim beginnt die Geo-Route, die zu -zig Erdaufschlüssen führt. Dort finden wir auch ein Städtchen, in dem die Häuser vorbildlich renoviert sind und sich von der grauen, ärmlichen Eifelatmosphäre zu einem bunten Städtchen zusammengefügt haben.

DAS AHRTAL

Fahren wir von hier nördlich, so kommen wir auf der Strecke, die nach Köln führt, zum Ahrtal. Die Ahr entspringt in Blankenheim, wo man auch die Quelle besichtigen kann. Das obere Ahrtal ist ansonsten touristisch noch wenig erschlossen und eher sanft. Fahren wir es entlang, so werden die Berge immer höher, die Gegend wird immer wildromantischer, bis schließlich in Altenahr die Schieferplatten (ehemaliger Meeresboden) sich senkrecht aufgestellt hben, was zu einer einmalig wildromantischen Gegend führt. Der Besuch der Burg Are ist hier unerlässlich.

Wir denken auch daran, uns auf den nächsten Kilometern mit gutem, trockenen Ahr-Rotwein einzudecken.

Fahren wir die Ahr weiter Richtung Rhein (Sinzig), so kommen wir nach Mayschoß - auch hier gibt es eine neu restaurierte Burg, dann über verschiedene kleinere Orte wie Rech und Dernau nach Ahrweiler. Hier sollte man die Innenstadt und die vor kurzem ausgegrabene (und überdachte) Römervilla besuchen.

Schließlich kommt Bad Neuenahr, ein guter Alterswohnsitz, weil man hier nicht nur viele medizinische Möglichkeiten und die Ahr-Therme und das Schwimmbad Twin (Frei- und Hallenbad) hat, sondern auch Kulturelles in Bonn gut erreichen kann. Bad Bodendorf schließlich bietet den Abschluss mit einem etwas veralteten Schwimmbad mit reinem Thermalwasser - allerdings nur 27 Grad warm.

An schönen Herbstsonntagen kann die Ahr allerdings überlaufen sein.

FAZIT

Die Gegend Ahr und Eifel ist für einen kürzeren Urlaub oder einen Ausflug sehr zu empfehlen. Einen längeren Urlaub sollte hier nur der machen, der sich auch bei schlechtem Wetter beschäftigen kann.

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