Ein böses Märchen aus 1000 - Böhse Onkelz Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von woidaifel

Wirklich nur ein böses Märchen ???

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ist das Märchen wirklich so böse ???

Ich glaube nicht. Die Onkelz wollten mit dem Titel nur Aufmerksam erregen. Was ihnen ja auch gelungen ist ( wenn auch Gott sei dank mehr durch ihre Musik )

***** Inhalt *****

Auf der CD sind 12 Lieder. Eigentlich etwas wenig aber wenn die Qualität stimmt geht es ja noch.

+++ Onkelz 2000 +++

Ein ruhiger Beginn. Gitarren summen eine eingängige Melodie, Kevin´s Gesang kommt gefühlvoll und dennoch bestimmt. Schlagzeug setzt ein, langsam kommt das Lied in Fahrt. Der Refrain kommt kraftvoll und dominant. Kein Reisser aber zum mitgrölen auf Konzerten durchaus geeignet.

+++ Dunkler Ort +++

Die erste Auskopplung aus dem Album. Synthi-Sound und harte Gitarren-Riffs treiben den Song von Anfang an nach vorne. Kevin´s Gesang liegt zwischen beschwörend und kreischend.
Vom Tempo her könnte auch dieser Song noch etwas mehr Speed vertragen.

+++ Exitus +++

Schlagzeug das wuchtig hämmert, harte Gitarren-Riffs und endlich Kevin´s Gesang der ihn so bekannt gemacht hat- kratzend, beissend lassen den Song auf Anhieb sympathisch werden. Dann der Refrain -
Ein kurzer Einschub voll brachialer Gewalt. Der Text wird rausgeschrien als wäre es das letzte Mal ...

+++ Schutzgeist der Scheisse +++

Ebenfalls als Auskopplung zu finden. Allerdings nur bei "Dunkler Ort".
Dieser Song gehört zu meinen persönlichen Lieblingen auf der gesamten CD.
Eingängige E-Gitarren Akkorde und einfühlsamer Gesang lasse hoffen.
Dann, plötzlich wird das Tempo angezogen, Peter holt alles aus deinem Schlagzeug raus, knüppelt alles nieder.
Doch dann wird es wieder ruhiger.
Aber nicht lange. Schon kurz darauf wieder der Refrain. Hart, wuchtig, zerstörerisch machen Gonzo und Peter alles nieder. Sie und Kevin. Seine kratzende Stimme passt wunderbar zu diesem Song.
Der ständige Wechsel von ruhigen Passagen und diesen wuchtigen Einschüben machen diese Lied dazu noch sehr Banger-tauglich. Vor allem, da der Ruhige Teil zum Ende hin immer seltener wird und das gesamte Lied in ekstatischem Schlagzeug und harten Riffs versinkt.
Bis zum Schluss - bis es wieder ruhig ausklingt.

+++ Lüge +++

Der Titel lässt schon vermuten, dass die Onkelz ihrer Texterischen Linie treu geblieben sind und weiter auf die Presse einknüppeln.
Und so fängt das Lied auch an.
Peter beginnt. Wuchtig und bestimmend. Gonzo kommt ihm sofort zu hilfe und unterstützt ihn mit einfachen Akkorden. Stephan untermauert die Gewalt mit tiefem Bass und Kevin schreit die Botschaft raus.
Zu keinem Zeitpunkt verliert der Song an Fahrt. Peitschend und jagend geht es immer weiter. Von Zeile zu Zeile. Einzig der Refrain bildet eine positive Ausnahme. Hier wird alles noch wuchtiger, noch brutaler, ohne in purem Geknüppel auzuarten.
Vor allem den harten Riffs ist es zu verdanken, dass das Lied bei uns auf jeder Party gespielt wird. Selten hat man einen Song der sich so gut zum Pogen taugt und dabei noch ein ernstes Thema behandelt.

+++ Knast +++

Da die Onkelz sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen findet man in den letzten Jahren immer wieder Songs dieser Art.
Und wie es bei den Onkelz üblich und fast schon Tradition ist, muss auch dieser Song ( verhälltnismäßig ) ruhig sein.
Sie machen dabei aber nicht den Fehler abzuschweifen und sich an kleinen Gimmicks zu ergötzen und den Hörer damit zu blenden. Nein. Gonzo, Stephan, und Peter bilden zusammen einen guten Untergrund der dem Lied pepp verleiht, das Hauptaugenmerk aber auf dem Text lässt.
Bass und Schlagzeug bereiten den Untergrund für eine ruhige und eingängige Melodie die nur beim Refrain von der wuchtigen Gitarre und dem Chor durchbrochen wird.
Alles in allem ist das Lied zwar kein "Reisser" aber es fügt sich sehr gut in die CD ein und ist eine willkommene Abwechslung.

+++ C´est la vie +++

Einfache aber harte Bass Riffs treiben das Lied vorwärts. Melodiös schaltet sich die Gitarre immer wieder mal ein. Aber nur kurz. Der Bass bleibt beherrschend und verleiht dem Lied etwas unterschwellig agressives. Obwohl die Melodie ruhig ist ( und bleibt ) wirkt der Song dennoch nicht langatmig oder langweillig. Zu wuchtig, zu zermalmend ist der Bass. Lediglich während des Refrains kommt die Gitarre länger zur Geltung. Hiewr ist sie die Herrschende und jagt den Song weiter nach vorn.
Stefan´s rauher Gesang passt wie so oft wunderbar zu dem Lied.
Für alle die den Text schon kennen und sich villeicht daran hochziehen könnten, dass das Lied ja einen soooo depressiven Beigeschmack hat sei gesagt, dass sie sich doch einmal mit Ironie auseinandersetzen sollten. Denn viele Lieder der Onkelz muss und soll man ironisch verstehen !!

+++ Danke +++

Ein echtes Konzert- und Partylied.
Eingängige, harte Riffs und ein Text der zum mitschreien auffordert sind das große Plus dieses Songs.
Vom Texterischen her zwar keine Offenbarung aber eine wohl sehr ernst gemeinte Danksagung der Band an die Fans.

+++ Es ist wie es ist +++

LET`S BANG OUR HEAD !!! So hätte dieser Song auch heissen können.
Denn kein anderes Lied bietet so viel für den geneigten Metaller. Die Melodie besteht hauptsächlich aus harten und schnellen Riffs und treibendem Schlagzeug, dass alles niedermacht was ihm in den Weg kommt.
Stefans harter, mitreissender Gesang kann einfach auch nicht beruhigen. Im Gegenteil. Schon nach den ersten Zeilen muss man einfach bangen oder pogen. Man kann sich nicht dagegen wehren. Selbst die Refraineinschübe bilden keine Grundlage die Nackenmuskeln zu entspannen.
Dieser Song sollte eigentlich bei jeder richtigen Party gespielt werden. Wer das nicht macht ist selber Schuld...

+++ Zuviel +++

Ein Lied für all die die gerade eine Trennung hinter sich haben oder wissen, dass sie kurz davor stehen.

Hart beginnen Gitarre und Schlagzeug. Dulden keine Konkurrenz. Dann plötzlich wird es ruhiger. Keyboard, Stefans einfühlsam-rauher Gesang. Man muss einfach zuhören. Beschwörend. Plötzlich wieder dieses Malmen - der Refrain ist da. Wuchtig, zerstörerisch aber ernst und einfühlsam. In diesem Wechselspiel kann man sehr leicht jede Beziehung wiederfinden. Immer wieder ruhig. Und dann, plötzlich wird es wild, hart und manchmal unangenehm.

+++ Gesichter des Todes +++

Wieder einmal ein Leid der Onkelz über ihre "lieben Freunde" - Die Medien.
Ruhige Keyboardmelodie. Ruhiger, eingängiger Bass. Schlagzeug dass Marschtakte spielt. Über ein Minute lang. Dann nimmt das Lied Fahrt auf. Die ruhigen Marschtakte weichen harten Riffs. Stefans Gesang geht zeitweise fast total unter. Zu dominierend sind die Bass- und Gitarrenriffs. Wa sich persönlich etwas Schade finde, da der Text sehr tiefgründig und dabei doch einfach ist und man ihn eigentlich auf einen Satz reduzieren könnte: " Muss man immer nur über Leid berichten ?!? "

+++ Instrumental +++

Mir fällt leider der Name jetzt gerade nicht ein und die Hülle ist momentan auch ganz woanders daher schreibe ich einfach mal instrumental da das Leid ja total ohne Gesang auskommt.
Schon auf dem Schwarzen ALnum gab es einen Song der ein rein Instrumental war. Wie damals so ist auch hdieser Song sehr ruhig und eingängig. Die Melodie bleibt einem im Ohr.
Er bietet keine schnellen Riffs und ist dadurch nicht unbedingt Partytauglich auch wenn er etwas von einem Kuschelsong hat. Aber das ist nur in ganz kurzen Teilen des Songs so. Zu düster kommt er rüber. Regelrecht depressiv und nachdenklich. Aber gerade deshalb einer meiner persönlichen Lieblingstitel.

***** Gesamtspielzeit *****

53.25 Minuten

***** Fazit *****

Alles in Allem ist die CD sehr gut gelungen. Es gibt keine grossen Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängern. Immer noch herrschen harte Riffs vor. Auch wenn man zugeben muss, dass ide Band gereifter ist. Es wird nicht mehr einfach drauflos geknüppelt. Nein. In fast jedem Song findet man eine eiingängige Melodie die den Text dazu auch noch unterstützt.
Wer gerne härteren Rock aus Deutschland hört muss sich die Scheibe eigentlich holen. Aber auch allen anderen möchte ich nahelegen sich diese Scheibe zumindest einmal anzuhören.

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • KleineHexe82

    25.02.2002, 20:43 Uhr von KleineHexe82
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schutzgeist der Scheiße finde ich auch voll genial und Zuviel hab ich ne zeitlang recht oft gehört...Ich mag von Onkelz immer am liebsten die Depri Lieder, die kann ich mir oft stundenlang reinziehen...Gute Meinung...Claudia