Eine Leiche zum Dessert (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von catmother

Dies wird ein mörderisches Wochenende....

Pro:

wirklich witzig, grandiose Darsteller, geniale Parodie

Kontra:

man muß genau hinhören, weil so viele Gags drin sind

Empfehlung:

Ja

Dies ist ein Film, den ich mir immer wieder gern ansehe. Und so werde ich es auch morgen (Sonnabend, 27. März) Abend handhaben, wenn er zum xten Mal wiederholt wird.


** Die Story **
Ein Mann namens Lionel Twain verschickt fünf Einladungen zum Diner und verspricht eine „Leiche zum Dessert“. Daß diese Briefe angekommen sind, ist an sich schon ein Wunder, denn der frankierende Butler war blind.

Bald darauf sind eine Menge Leute durch dicksten Nebel unterwegs zu einem abgelegenen Schloß. Dabei scheint es der Gastgeber auf das Leben der Gäste selbst abgesehen zu haben, denn der Weg dahin ist mit Überraschungen gepflastert: eine marode Brücke, jaulende Wölfe, und schließlich am Eingang zum Schloß erwartet den Ankommenden eine vom Dachfirst herabstürzende Statue.
Der blinde Butler Bensonmam (Alec Guinness) scheint außerdem nicht ganz auf der Höhe zu sein und das Haus ziemlich unheimlich: eine Klingel, bei der eine Frau haarsträubend schreit, ein mit Zuckerwatte und Mehl auf alt präpariertes Zimmer, ein Bild, das einem mit den Augen folgt und wo laut Butler die Katze wie ein Hund bellt.

Die Gäste sind niemand anderes als die berühmtesten Detektive der Welt: Milo Perrier (James Coco), Sam Diamond (Peter Falk), Dick (David Niven) und Dora Charleston (Maggie Smith), Inspector Sidney Wang (Peter Sellers) und Jessica Marbles (Elsa Lanchaster). (Ich vermute, hier hat wohl jeder von euch Assoziationen zu doch wohl sehr bekannten Krimifiguren.)

Aus dem Diner wird leider nichts richtiges, denn die Köchin ist stumm und taub und kann kein Englisch - also gestaltet sich die Kommunikation zwischen ihr und dem blinden Butler sehr schwierig.

Nach einigen Mordanschlägen auf die Detektive und ihre Begleiter, die sie natürlich bislang überleben, sitzen sie endlich Lionel Twain (Truman Capote) gegenüber und erfahren den Zweck ihres Besuches: Twain hält sich selbst für den größten Kriminologen und wird das auch beweisen. Genau um Mitternacht wird einer im Raum sterben und einer der Anwesenden ist der Mörder. Und keiner der Detektive wird den Mord vollends aufklären können. So lautet seine Prognose.

Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen sich bewegende Räume, sprechende Elchköpfe und das teuflische Genie des Gastgebers.


** Darsteller **
Einige der Darsteller wirken auf den ersten Blick zwar unbekannt, was daran liegt, daß sie alle noch so jung aussehen, denn der Film ist ja immerhin vor fast 30 Jahren entstanden. Die meisten jedoch müßten mühelos zu identifizieren sein.

Da haben wir Peter Sellers (die bekannteste Rolle ist die des Inspector Clouseau in Der rosarote Panther), Alec Guiness (bekannt vor allem durch die Rolle des Obi-wan-Kenobi in Star Wars), David Niven (In 80 Tagen um die Welt, Tod auf dem Nil), Peter Falk (unschlagbar als Colombo), Maggie Smith (Tod auf dem Nil, Harry Potter) und James Cromwell (L.A. Confidential, Der Anschlag), der hier noch sehr jung war und der erst mit Schweinchen Babe richtig bekannt wurde.

Witzig ist übrigens Truman Capote als Lionel Twain, denn der weltbekannte Autor von \"Frühstück bei Tiffany\" und \"Kaltblütig\" wollte damit lediglich seinem Kollegen, dem genialen Broadway-Autor Neil Simon eine Hommage erweisen.


** Filmkritik **
Den Film muß man unbedingt gesehen haben. Hier jagt ein cooler Spruch, eine Anspielung die andere, daß man fast nicht mehr hinterherkommt. Aber nicht so plump, wie Parodien manchmal sind, sondern äußerst gewitzt, ironisch und amüsant.
Ein Verwirrspiel erster Güte, bei dem der Zuschauer erst durch den Humor erheitert und durch den labyrintischen Ablauf der Handlung gefesselt wird. Und am Ende ist alles ganz anders, als man es vermutet. Mit Logik darf man auch an die Lösung des Falles nicht herangehen, denn die wird hier außer acht gelassen.

Ganz schnell bekommt man natürlich heraus, daß es eine spitzenmäßige Persiflage auf die größten Detektive der Literatur ist (Inspektor Poirot, Mrs. Marple u.a.) und man amüsiert sich köstlich, wenn Perrier den ewig hungrigen, schwulen Belgier raushängt oder Diamond mit seiner Schnodderschnauze den lässigen Ami macht. Peter Falk ist einfach zu gut in dieser Rolle. Aber auch Sellers als radebrechender Chinese brachte mein Zwerchfell öfter zum Erschüttern.
Simon macht sich mit dem Stück zweifelsohne über jene minderwertigen Krimis und deren Autoren her, die ihre Leser stets im Dunkeln lassen und plötzlich am Ende und auf der letzten Seite eine höchst erstaunliche und hanebüchene Lösung präsentieren.

Auf jeden Fall muß man sich während des Zusehens schon genau konzentrieren, um die ganzen Gags zu verstehen. Erstens sind es eine Menge und oftmals sind es zudem Zitate oder genaue Anspielungen auf Romane oder Figuren aus ihren Krimigeschichten. Am besten nimmt man den Film auf Video auf, denn beim zweiten und dritten Mal wird er immer besser.

Eine wunderbare Parodie, die ich mir immer wieder gern anschaue.


** Daten **
USA 1975
Genre: Parodie, Krimikomödie
Originaltitel: Murder by Death
Regie: Robert Moore
Buch: Neil Simon
Musik: Dave Grusin,
FSK 6

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