Eiskalte Engel (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von Lórien
Original und "Fälschung" - Eiskalte Engel vs. Cruel Intentions
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Filme mit einem ganz besonderen, eigenen Charakter gibt es schon so einige, aber mit einer neuen, chillig-lässigen und doch edlen, teilweise sogar düsteren Atmosphäre konnte „Cruel Intentions“, zu deutsch „Eiskalte Engel“ aufwarten.
Es hat bei mir ein wenig gedauert, bis mir der Film wirklich zusagte – das erste Mal konnte ich ihn nicht ganz ansehen, da ich demokratisch überstimmt wurde, umzuschalten... denn die etwas vulgäre Sprache schreckt einige wohl doch erst mal ab. Doch auf Video habe ich mit Cruel Intentions mittlerweile sehr oft angesehen und liebe nun diesen Film, eben auch weil er nicht typisch „harmonisch“ ist sondern seinen eigenen, ganzbesonderen Reiz hat.
Da mir dieser Film wichtig ist, wird dieser Bericht auch lange mit kompletter Beschreibung für alle, die absolut lesewütig sind, und bevor mir wieder Klagen kommen, ich würde das Ende nicht verraten...
Für „Anfänger“ trenne ich die Bereiche entsprechend ab, damit nicht zu viel Spannung vorweggenommen wird. Ab der „Warnung“ scrollt man dann bitte weiter und liest erst ab der #### wieder weiter.
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KURZINHALT für Leute, die den Film noch sehen wollen
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Das absolut elitär – snobistische Halbgeschwisterpärchen Katherine (Sarah Michelle Gellar) und Sebastian (Ryan Philippe) vertreibt sich sein reiches Leben damit, anderen Menschen subtil das Leben zu vergraulen, egal, mit welchen Methoden. Hauptthematik Nr. 1 dabei: Sex. So legt Sebastian jedes Mädchen Manhattans um, bevorzugt diese, bei denen dies besonders schwer erscheint, und Katherine wird dem Ruf eines Flittchens, den Madame aber permanent abstreitet, gerecht. „Rache“ wird an Leuten geübt, die mit ihnen Schluss gemacht oder sie sonst anderweitig genervt haben.
Doch nachdem sich Sebastian, wie Katherine es wohl sagen würde, „durch ganz Manhattan durchgefickt“ hat, stellt sich ihm eine neue Herausforderung: In einer Teeniezeitschrift schreibt Annette (Reese Witherspoon) ein „Manifest“ für Jungfräulichkeit. Wie es der Zufall will, ist sie die Tochter des zukünftigen Schuldirektors und verbringt die Sommerferien bei Sebastians Tante auf einem weiträumigen Anwesen. Diesen „Himalaya der Herausforderungen“ will er nun besteigen, die Unmöglichkeit dessen nimmt Katherine an – und so entsteht die Wette: Kriegt er sie rum, kriegt er endlich Katherine, die schon längst mit ihrem Halbbruder flirtet, wogegen er sich in keiner Weise wehrt, dieses Spiel vielmehr genießt; gewinnt sie, bekommt sie seinen „kleinen schwarzen Flitzer“, einen äußerst feinen Jaguar.
Zudem soll er „ganz nebenbei“ der neuen „Freundin“, Cecile (hervorragend: Selma Blair), die Neue des Exfreunds von Katherine den Ruf als Flittchen verschaffen, um diesen bzw. sie zu rächen – man sieht, Spiele mit Menschen machen ihr ganzes Leben aus.
Sind sie tatsächlich so gefühllos, so kalt?
Was wird aus der Wette?
// STOPP für die, die den Film noch mit voller Spannung genießen wollen! Ein wenig mehr wird schon im folgenden verraten... aber noch nicht ZU viel...
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WEITER im text
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Annette stellt sich tatsächlich als harte Nuss heraus: Charmant ist sie zwar, und das nicht zuwenig, doch gleichzeitig selbstbewusst und intelligent. Mit seinen üblichen Verführungstricks, die darauf beruhen, einem Mädchen unendlich zu schmeicheln („Du bist klug, du bist schön, du weißt was du willst – du hast alles, was ich an einer Frau schätze“), kommt er hier nicht viel weiter – wie sie sagt, wird er es selbst schwer haben, „nur“ ihre Freundschaft zu gewinnen. Da hilft selbst der Anblick seines nackten Knackpos nicht... (Ich will ja nicht wissen, welche Frau da NICHT auf „Still“ auf der beim Videorekorder gedrückt hat...).
Mit Cecile klappt es da schon wesentlich leichter: Die naive, trottelige Cecile beginnt gerade „eine Frau zu werden“ und lässt sich von Sebastian nur allzu gerne – obwohl sie durchaus moralische Bedenken hat – in die Liebeskünste einweisen. Schließlich kann sie sich ja nicht vorhalten lassen, nicht sexy zu sein.... Tatkräftig zugeredet wird ihr von Katherine, die Cecile kaum leiden kann, sie aber in deren Verderben bringen will und daher auch nicht zurückscheut, eine der für Männer wohl interessantesten Kussszene der Filmgeschichte hinzulegen.
Verliebt ist Cecile dennoch in Ronald, ihren Cellolehrer – worüber Katherine nur milde lächelt. Ebenso fade findet sie es, dass sich Sebastian langsam, aber doch sicher in Annette zu verlieben scheint....
// SPANNUNGS-STOPP... hier enden Film-noch-nicht-Kennende aber nun wirklich!
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WEITER ... und das tragische ENDE
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Annette und Sebastian genießen eine kurze Zeit als verliebtes Pärchen, bis Katherine ihm ins Gewissen redet: Seine Liebe wäre nicht echt, er könnte sich nicht so schnell ändern und wahre Gefühle entwickeln, er, der Mädchen nur als Trophäen benützt.
Sebastian lässt sich auf diese Worte ein, beendet die angefangene Beziehung zu Annette, wird daraufhin von Katzerine ausgelacht, die ihn als „Spielzeug“ benennt, welches sie nun an der Nase herum geführt hat, da er seine erste, wirkliche Liebe für seinen Ruf verraten hat. Sebastian, der Annette kurz zuvor sein Tagebuch geschenkt hat, um ihr möglich zu machen, zu erfahren, wer er wirklich ist, und um sie um eine neue Chance zu bitten, kehrt zurück zu Annette – und trifft auf der Straße Ronald, den Katherine kurz zuvor zu sich per Telefon gerufen hat in ihrer erlogenen Hilflosigkeit, da Sebastian sie geschlagen hätte. Plus der Andeutung, ihr Halbbruder hätte etwas mit Cecile, verwundert es nicht, dass Ronald wütend ist, als ihm Sebastian über den Weg läuft. Es kommt zu einer Prügelei, zwischen die Annette gehen will – unglücklicherweise stößt sie Ronald auf die vielbefahrene Straße, ein Taxi steuert voll auf Annette zu – und das unglaubliche passiert, Sebastian, der Egoist, opfert sich für sie, zieht sie weg und wird selbst vom Auto erfasst. Bei seiner Beerdigung wird Katherine nun endgültig von Cecile gerächt: Zig Kopien Sebastians Tagebuchs werden zwischen den Schülern verteilt, in dem auch steht, dass Katherine heroinabhängig ist...
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VERGLEICH ORIGINAL / SYNCHRONISIERTER FILM
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Synchronisiert wirken die Dialoge oft sehr schneidend, was die Stimmen und Betonungen der Schauspieler anbelangt. Vor allem Katherine redet sehr schnippisch, Sebastian hingegen klingt, als gehöre ihm die ganze Welt. Da sehr viele Dialoge zwischen den beiden stattfinden, wirkt der gesamte Film recht bissig, wenn auch auf „gehobene“ Weise, bis dann das f-Wörtchen :doch wieder: fällt. Wortkreationen des Filmes wie „Erzeugerfraktion“ kamen sogar ziemlich weit, sind heute angeblich auch in einem Jugend-Sprache-Lexikon mitenthalten.
Im Original wirken die beiden „bösen“ Geschwister weit ungefährlicher: Sebastian redet im Vergleich zu den anderen sehr leise und nicht so deutlich akzentuiert wie im Deutschen. Er wirkt weit kindlicher, nicht so männlich wie in der synchronisierten Version, allerdings kann ihm hier der Gefühlswechsel besser nachvollzogen werden, sein Leiden kommt deutlicher zum Ausdruck.
Katherine spart an Zickigkeit ein, spricht zwar etwas arg betont, um ihren guten Stil zu präsentieren, egal, um welche Worte es sich dabei handelt...
Cecile andererseits wirkt im Original nicht so doof, wie man es ihr mit der Synchronisation verpasst hat: Diesen trotzigen, pubertären Wortfall hat sie nicht wirklich.
Wer mich im Original relativ enttäuscht hat, war Reese Witherspoon/Annette: Für die naiv-unschuldige, jedoch intelligente Rolle ist sie mir im Original zu „erwachsen“ in ihrer Sprechweise, teilweise auch zu schluderig. Amis halt ... ;o)
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SCHAUSPIELERISCHE LEISTUNG
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REESE WITHERSPOON
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Ja, sie kann es, bringt die Rolle gut rüber, auch wenn das im synchronisierten Film besser der Fall ist als im Original. Warum, siehe oben.
Viel mehr kann man dazu nicht sagen: Note 2+.
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SARAH MICHELLE GELLAR
-----------------------------
Manchmal fand ich ihre Ausdrucksweise und das Benehmen etwas lächerlich, man hat von der Schauspielerin einfach doch anderes in Erinnerung. Im Vergleich zu Reese kam sie mir weit jünger vor, so dass ich mir für diese Rolle eine „ältere Besetzung“ gewünscht hätte, um das ganze etwas glaubwürdiger zu gestalten. Wenn sie erst noch pausbäckig grinst, dann wieder die ernste Miene aufsetzt... etwas wackeliges Gerüst. Trotzdem ganz okay. Note 3.
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SELMA BLAIR
-------------------------------
Sie gibt sich so herrlich blöd zum besten, dass es eine Freude ist: Sie trampelt, sie quietscht, sie bewegt sich wie ein Brauereipferd. Trotzdem ist sie gutherzig und hat noch so etwas wie „Moral“, auch wenn dem schneller ein Ende gesetzt wird, als ihr lieb ist – und dann kapiert sie aber noch nicht mal, was passiert... Vor allem für den Mut, sich so dumm darzustellen, Note 1.
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RYAN PHILIPPE
--------------------------------
Vorab gleich: Ein etwas älterer Schauspieler an dessen Rolle wäre auch nicht schlecht gewesen. Er wirkt v.a. im Original sehr jung und nicht so sehr authentisch als „reicher verwöhnter Sohn, der so viel Erfahrung mit Frauen hat“. Mit der Synchronisation kommt das dann schon besser hin. Trotzdem muss man ihm die snobistischen Bewegungsfolgen, die aufgesetzte Mimik und das Grinsen, entweicht ihm mal eines, lassen. Trotzdem ein Manko, das aber wohl mit der Rolle zusammenhängt: Ab wann sich Gefühle entwickeln, wo die Grenze besteht zwischen Liebe und Wette, kommt nicht klar rüber... dennoch eine 2+ (v.a. hier an die deutsche Synchronstimme, super gemacht).
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SOUNDTRACK
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Im Film wird permanent mit Musik im Hintergrund gearbeitet, die sogar normale Alltagsgeräusche (Autoverkehr z.B.)übertönt. Dieses ist erst ungewohnt, dann aber sehr angenehm, v.a. weil die Musik recht eingängig ist, jede Art von Szene/ Person „ihre“ Melodie hat. Als was man die Musik hier konkret betiteln könnte, weiß ich nicht, würde es als „springend-dümpelnde Chilloutklänge“ bezeichnen. Insgesamt wirkt diese Kombination mit der teils düsteren, opulent-reichen optischen Gestaltung lässig bishin elegant.
Es finden sich aber noch genügend bekannte Bands: Fat Boy Slim mit „Praise you“, Aimee Mann kommt zweimal vor, die „bittersweet symphony“ und das wunderschöne „Colorblind“ von den Counting Crows.
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GESAMTWERK
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In sich stimmt alles: Da die Thematik v.a. das oberflächliche Leben der beiden Halbgeschwister ist, kann man die teilweise zu oberflächlich geratene Schauspielerkunst als analog sehen, auch wenn das nicht entschuldigt, dass hier und da hätte besser inszeniert werden können. Die düstere Farbwelt im Inneren des Hauses (komplett dunkelblaues Zimmer von Katherine), sehr reich eingerichtet, ohne aber Einblick in das Privatleben des Bewohners zu geben, fügt sich gut ein.
Vor allem der Soundtrack rundet das ganze ab, macht es interessant – da kann man dann schon über kleinere Fehler hinwegsehen und einen schönen Videoabend genießen.
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NACHSATZ
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Im Vergleich zum Original wurde die deutsche Version stark abgemagert, eine pikante Geschwister-Szene fehlt komplett sowie witzige, kleine Einlagen: Sebastian wirft Ceciles Liebesbrief weg, dass es im Mülleimer nur noch scheppert, sie merkt nichts; oder aber er überfährt die durchzogene Linie auf der Straße mit einem eleganten Bogen (Luftaufnahme). Gerade diese Kleinigkeiten lassen einen grinsen, zeigen das snobistische Benehmen mit einem ironischen Zwinkern. Wieso wurde das weggelassen, das stört doch keinen Zuschauer??!?
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FAZIT
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Um es kurz zu machen: Ansehen!
Danke fürs Lesen, war ja doch ganz schön viel :o)
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nicht wundern, wenn derselbe Bericht auch bei ciao rumfliegt, habe ihn dort ebenfalls verfasst unter dem nickname Jungletiger
Es hat bei mir ein wenig gedauert, bis mir der Film wirklich zusagte – das erste Mal konnte ich ihn nicht ganz ansehen, da ich demokratisch überstimmt wurde, umzuschalten... denn die etwas vulgäre Sprache schreckt einige wohl doch erst mal ab. Doch auf Video habe ich mit Cruel Intentions mittlerweile sehr oft angesehen und liebe nun diesen Film, eben auch weil er nicht typisch „harmonisch“ ist sondern seinen eigenen, ganzbesonderen Reiz hat.
Da mir dieser Film wichtig ist, wird dieser Bericht auch lange mit kompletter Beschreibung für alle, die absolut lesewütig sind, und bevor mir wieder Klagen kommen, ich würde das Ende nicht verraten...
Für „Anfänger“ trenne ich die Bereiche entsprechend ab, damit nicht zu viel Spannung vorweggenommen wird. Ab der „Warnung“ scrollt man dann bitte weiter und liest erst ab der #### wieder weiter.
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KURZINHALT für Leute, die den Film noch sehen wollen
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Das absolut elitär – snobistische Halbgeschwisterpärchen Katherine (Sarah Michelle Gellar) und Sebastian (Ryan Philippe) vertreibt sich sein reiches Leben damit, anderen Menschen subtil das Leben zu vergraulen, egal, mit welchen Methoden. Hauptthematik Nr. 1 dabei: Sex. So legt Sebastian jedes Mädchen Manhattans um, bevorzugt diese, bei denen dies besonders schwer erscheint, und Katherine wird dem Ruf eines Flittchens, den Madame aber permanent abstreitet, gerecht. „Rache“ wird an Leuten geübt, die mit ihnen Schluss gemacht oder sie sonst anderweitig genervt haben.
Doch nachdem sich Sebastian, wie Katherine es wohl sagen würde, „durch ganz Manhattan durchgefickt“ hat, stellt sich ihm eine neue Herausforderung: In einer Teeniezeitschrift schreibt Annette (Reese Witherspoon) ein „Manifest“ für Jungfräulichkeit. Wie es der Zufall will, ist sie die Tochter des zukünftigen Schuldirektors und verbringt die Sommerferien bei Sebastians Tante auf einem weiträumigen Anwesen. Diesen „Himalaya der Herausforderungen“ will er nun besteigen, die Unmöglichkeit dessen nimmt Katherine an – und so entsteht die Wette: Kriegt er sie rum, kriegt er endlich Katherine, die schon längst mit ihrem Halbbruder flirtet, wogegen er sich in keiner Weise wehrt, dieses Spiel vielmehr genießt; gewinnt sie, bekommt sie seinen „kleinen schwarzen Flitzer“, einen äußerst feinen Jaguar.
Zudem soll er „ganz nebenbei“ der neuen „Freundin“, Cecile (hervorragend: Selma Blair), die Neue des Exfreunds von Katherine den Ruf als Flittchen verschaffen, um diesen bzw. sie zu rächen – man sieht, Spiele mit Menschen machen ihr ganzes Leben aus.
Sind sie tatsächlich so gefühllos, so kalt?
Was wird aus der Wette?
// STOPP für die, die den Film noch mit voller Spannung genießen wollen! Ein wenig mehr wird schon im folgenden verraten... aber noch nicht ZU viel...
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WEITER im text
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Annette stellt sich tatsächlich als harte Nuss heraus: Charmant ist sie zwar, und das nicht zuwenig, doch gleichzeitig selbstbewusst und intelligent. Mit seinen üblichen Verführungstricks, die darauf beruhen, einem Mädchen unendlich zu schmeicheln („Du bist klug, du bist schön, du weißt was du willst – du hast alles, was ich an einer Frau schätze“), kommt er hier nicht viel weiter – wie sie sagt, wird er es selbst schwer haben, „nur“ ihre Freundschaft zu gewinnen. Da hilft selbst der Anblick seines nackten Knackpos nicht... (Ich will ja nicht wissen, welche Frau da NICHT auf „Still“ auf der beim Videorekorder gedrückt hat...).
Mit Cecile klappt es da schon wesentlich leichter: Die naive, trottelige Cecile beginnt gerade „eine Frau zu werden“ und lässt sich von Sebastian nur allzu gerne – obwohl sie durchaus moralische Bedenken hat – in die Liebeskünste einweisen. Schließlich kann sie sich ja nicht vorhalten lassen, nicht sexy zu sein.... Tatkräftig zugeredet wird ihr von Katherine, die Cecile kaum leiden kann, sie aber in deren Verderben bringen will und daher auch nicht zurückscheut, eine der für Männer wohl interessantesten Kussszene der Filmgeschichte hinzulegen.
Verliebt ist Cecile dennoch in Ronald, ihren Cellolehrer – worüber Katherine nur milde lächelt. Ebenso fade findet sie es, dass sich Sebastian langsam, aber doch sicher in Annette zu verlieben scheint....
// SPANNUNGS-STOPP... hier enden Film-noch-nicht-Kennende aber nun wirklich!
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WEITER ... und das tragische ENDE
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Annette und Sebastian genießen eine kurze Zeit als verliebtes Pärchen, bis Katherine ihm ins Gewissen redet: Seine Liebe wäre nicht echt, er könnte sich nicht so schnell ändern und wahre Gefühle entwickeln, er, der Mädchen nur als Trophäen benützt.
Sebastian lässt sich auf diese Worte ein, beendet die angefangene Beziehung zu Annette, wird daraufhin von Katzerine ausgelacht, die ihn als „Spielzeug“ benennt, welches sie nun an der Nase herum geführt hat, da er seine erste, wirkliche Liebe für seinen Ruf verraten hat. Sebastian, der Annette kurz zuvor sein Tagebuch geschenkt hat, um ihr möglich zu machen, zu erfahren, wer er wirklich ist, und um sie um eine neue Chance zu bitten, kehrt zurück zu Annette – und trifft auf der Straße Ronald, den Katherine kurz zuvor zu sich per Telefon gerufen hat in ihrer erlogenen Hilflosigkeit, da Sebastian sie geschlagen hätte. Plus der Andeutung, ihr Halbbruder hätte etwas mit Cecile, verwundert es nicht, dass Ronald wütend ist, als ihm Sebastian über den Weg läuft. Es kommt zu einer Prügelei, zwischen die Annette gehen will – unglücklicherweise stößt sie Ronald auf die vielbefahrene Straße, ein Taxi steuert voll auf Annette zu – und das unglaubliche passiert, Sebastian, der Egoist, opfert sich für sie, zieht sie weg und wird selbst vom Auto erfasst. Bei seiner Beerdigung wird Katherine nun endgültig von Cecile gerächt: Zig Kopien Sebastians Tagebuchs werden zwischen den Schülern verteilt, in dem auch steht, dass Katherine heroinabhängig ist...
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VERGLEICH ORIGINAL / SYNCHRONISIERTER FILM
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Synchronisiert wirken die Dialoge oft sehr schneidend, was die Stimmen und Betonungen der Schauspieler anbelangt. Vor allem Katherine redet sehr schnippisch, Sebastian hingegen klingt, als gehöre ihm die ganze Welt. Da sehr viele Dialoge zwischen den beiden stattfinden, wirkt der gesamte Film recht bissig, wenn auch auf „gehobene“ Weise, bis dann das f-Wörtchen :doch wieder: fällt. Wortkreationen des Filmes wie „Erzeugerfraktion“ kamen sogar ziemlich weit, sind heute angeblich auch in einem Jugend-Sprache-Lexikon mitenthalten.
Im Original wirken die beiden „bösen“ Geschwister weit ungefährlicher: Sebastian redet im Vergleich zu den anderen sehr leise und nicht so deutlich akzentuiert wie im Deutschen. Er wirkt weit kindlicher, nicht so männlich wie in der synchronisierten Version, allerdings kann ihm hier der Gefühlswechsel besser nachvollzogen werden, sein Leiden kommt deutlicher zum Ausdruck.
Katherine spart an Zickigkeit ein, spricht zwar etwas arg betont, um ihren guten Stil zu präsentieren, egal, um welche Worte es sich dabei handelt...
Cecile andererseits wirkt im Original nicht so doof, wie man es ihr mit der Synchronisation verpasst hat: Diesen trotzigen, pubertären Wortfall hat sie nicht wirklich.
Wer mich im Original relativ enttäuscht hat, war Reese Witherspoon/Annette: Für die naiv-unschuldige, jedoch intelligente Rolle ist sie mir im Original zu „erwachsen“ in ihrer Sprechweise, teilweise auch zu schluderig. Amis halt ... ;o)
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SCHAUSPIELERISCHE LEISTUNG
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REESE WITHERSPOON
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Ja, sie kann es, bringt die Rolle gut rüber, auch wenn das im synchronisierten Film besser der Fall ist als im Original. Warum, siehe oben.
Viel mehr kann man dazu nicht sagen: Note 2+.
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SARAH MICHELLE GELLAR
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Manchmal fand ich ihre Ausdrucksweise und das Benehmen etwas lächerlich, man hat von der Schauspielerin einfach doch anderes in Erinnerung. Im Vergleich zu Reese kam sie mir weit jünger vor, so dass ich mir für diese Rolle eine „ältere Besetzung“ gewünscht hätte, um das ganze etwas glaubwürdiger zu gestalten. Wenn sie erst noch pausbäckig grinst, dann wieder die ernste Miene aufsetzt... etwas wackeliges Gerüst. Trotzdem ganz okay. Note 3.
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SELMA BLAIR
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Sie gibt sich so herrlich blöd zum besten, dass es eine Freude ist: Sie trampelt, sie quietscht, sie bewegt sich wie ein Brauereipferd. Trotzdem ist sie gutherzig und hat noch so etwas wie „Moral“, auch wenn dem schneller ein Ende gesetzt wird, als ihr lieb ist – und dann kapiert sie aber noch nicht mal, was passiert... Vor allem für den Mut, sich so dumm darzustellen, Note 1.
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RYAN PHILIPPE
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Vorab gleich: Ein etwas älterer Schauspieler an dessen Rolle wäre auch nicht schlecht gewesen. Er wirkt v.a. im Original sehr jung und nicht so sehr authentisch als „reicher verwöhnter Sohn, der so viel Erfahrung mit Frauen hat“. Mit der Synchronisation kommt das dann schon besser hin. Trotzdem muss man ihm die snobistischen Bewegungsfolgen, die aufgesetzte Mimik und das Grinsen, entweicht ihm mal eines, lassen. Trotzdem ein Manko, das aber wohl mit der Rolle zusammenhängt: Ab wann sich Gefühle entwickeln, wo die Grenze besteht zwischen Liebe und Wette, kommt nicht klar rüber... dennoch eine 2+ (v.a. hier an die deutsche Synchronstimme, super gemacht).
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Im Film wird permanent mit Musik im Hintergrund gearbeitet, die sogar normale Alltagsgeräusche (Autoverkehr z.B.)übertönt. Dieses ist erst ungewohnt, dann aber sehr angenehm, v.a. weil die Musik recht eingängig ist, jede Art von Szene/ Person „ihre“ Melodie hat. Als was man die Musik hier konkret betiteln könnte, weiß ich nicht, würde es als „springend-dümpelnde Chilloutklänge“ bezeichnen. Insgesamt wirkt diese Kombination mit der teils düsteren, opulent-reichen optischen Gestaltung lässig bishin elegant.
Es finden sich aber noch genügend bekannte Bands: Fat Boy Slim mit „Praise you“, Aimee Mann kommt zweimal vor, die „bittersweet symphony“ und das wunderschöne „Colorblind“ von den Counting Crows.
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GESAMTWERK
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In sich stimmt alles: Da die Thematik v.a. das oberflächliche Leben der beiden Halbgeschwister ist, kann man die teilweise zu oberflächlich geratene Schauspielerkunst als analog sehen, auch wenn das nicht entschuldigt, dass hier und da hätte besser inszeniert werden können. Die düstere Farbwelt im Inneren des Hauses (komplett dunkelblaues Zimmer von Katherine), sehr reich eingerichtet, ohne aber Einblick in das Privatleben des Bewohners zu geben, fügt sich gut ein.
Vor allem der Soundtrack rundet das ganze ab, macht es interessant – da kann man dann schon über kleinere Fehler hinwegsehen und einen schönen Videoabend genießen.
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Im Vergleich zum Original wurde die deutsche Version stark abgemagert, eine pikante Geschwister-Szene fehlt komplett sowie witzige, kleine Einlagen: Sebastian wirft Ceciles Liebesbrief weg, dass es im Mülleimer nur noch scheppert, sie merkt nichts; oder aber er überfährt die durchzogene Linie auf der Straße mit einem eleganten Bogen (Luftaufnahme). Gerade diese Kleinigkeiten lassen einen grinsen, zeigen das snobistische Benehmen mit einem ironischen Zwinkern. Wieso wurde das weggelassen, das stört doch keinen Zuschauer??!?
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Um es kurz zu machen: Ansehen!
Danke fürs Lesen, war ja doch ganz schön viel :o)
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